Schreiben gegen den Rassismus

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

ANDERSDEUTSCH.blogger.de

Wie heißt du?
Urmila Goel

Seit wann bloggst du?
Seit dem 23. Januar 2006, dem 31. Jahrestag meiner Einbürgerung. Meine Homepage www.urmila.de habe ich schon seit 2001.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Katunia hat mich auf Blogs aufmerksam gemacht. Ein halbes Jahr später habe ich dann selber angefangen. Bloggen schien mir eine gute Möglichkeit, meinen Ärger über alltägliche Rassismen zu artikulieren. Wut abzulassen war mein primäres Ziel. Und da war natürlich auch die Hoffnung, dass meine Beiträge gelesen würden. Ambitioniert wie ich war, startete ich bilingual. Aber schon bald schaffte ich es nicht mehr, alles ins Englische zu übertragen.

Worüber schreibst du?
„Anders deutsch“ widmet sich vor allem rassistischen Diskursen aus der Mitte der Gesellschaft. Ich beschäftige mich aber auch mit anderen Machtverhältnissen rund um Geschlecht, sozialer Schicht, Befähigung und West-Ost-Differenzierungen in Deutschland sowie dem Autowahn, wenn er mich mal wieder zu sehr ärgert. Im Blog thematisiere ich Diskriminierungen und Privilegierungen – vor allem in ‚Deutschland‘, weil ich hier (die meiste Zeit) lebe. Der Blog ergänzt meine Forschung durch eine Diskussion von tagesaktuellen Nachrichten und anderen Alltäglichkeiten. Dabei positioniere ich mich sowohl als Wissenschaftlerin wie als Bloggerin notwendigerweise politisch, parteiisch für eine bestimmte Perspektive, interessiert an bestimmten Fragestellungen. Mit dem Blog will ich aber keine „Wahrheit“ verkünden, niemanden missionieren, erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, etc. Ich schreibe über das, worüber ich gerade nachdenke, was ich aus theoretischer Sicht bedenklich finde, was ich gerne einer größeren Öffentlichkeit vorstellen will.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Eine Web-Anekdote habe ich nicht. Als Internetforscherin verstehe ich die Internetangebote als eine Erweiterung von Kommunikationsmitteln, nicht als etwas ganz anderes und spezielles. Diese Kommunikationsmittel aber ermöglichen auf ihre Art mit dem Einsatz von wenigen Ressourcen eine andere Vernetzung und größere Öffentlichkeit. Ganz sicher hat das Internet meinen Gedanken und meinen Texten eine größere Öffentlichkeit verschafft – und darüber mehr Kontakte.

Wovon braucht das Internet mehr?
Nicht nur das Internet, Medien überhaupt brauchen mehr kritische Stimmen, die Machtungleichheiten thematisieren und sich gegen sie engagieren.

Frauen im Web sind…
vielfältig, Teil der Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit, … – da fällt mir nicht so viel zu ein. Zu Feminist_innen im Internet hätte ich mehr zu sagen.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Tagesschau und mein Feedreader mit BBC World, antropologi.info, der schwarze Blog, dem ZtG-Blog, dem Genderblog, südasien.info und noch einer Reihe kleinen Blogs, die ab und zu Beiträge haben und zum Teil auch leider schon länger nicht mehr.

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.

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