Rassistische Stereotype und die Suche nach neuen Held*innen – kurz verlinkt

von der Mädchenmannschaft

Neuer Kalender 2013: Wegbereiterinnen XI. Den im Kalender versammelten Künstlerinnen, Schriftstellerinnen und Politikerinnen ist gemeinsam, dass sie zu einer Zeit, in der Frauen weltweit noch wenige Rechte hatten, gelebt haben und sich für die Rechte der Frauen für eine friedliche Welt und für das „gute Leben“ in einer besseren Zukunft für alle eingesetzt haben.

Latoya Peterson beschwert sich in einem Interview mit der taz darüber, dass Held*innen in Videospielen fast immer gleich aussehen, und somit zwar dem Durchschnitt der Spieleentwickler*innen entsprechen, jedoch nicht dem der Spieler*innen. Für eine Schwarze Frau wie sie bietet sich bisher leider wenig Identifikationspotential.

Mit welchen Vorurteilen einer Frau begegnet wird, die aus Pakistan stammt und in Deutschland lebt, beschreibt Hani Yousuf auf Spiegel Online. Ihr Fazit: Die „muslimische Welt“ gibt es genauso wenig wie die „muslimischen Frauen“ – und der Westen kann von Pakistan noch so einiges lernen.

Apropos Stereotype: Ein sogenanntes Frauenmagazin schürt genau diese, indem es die Frage aufwirft: „Wie verhalte ich mich, wenn mein Ehemann oder Lover mit einem blutjungen Ding made in Russia durchbrennt?“ – bei der taz wurde sich der Artikel vorgeknöpft und ordentlich auseinander genommen.

Ganz großartig ist das Interview mit Zoe Saldana (Star Trek, Avatar) zu Gleichberechtigung in Hollywood:

Tatsächlich: Hoher Film- und Fernsehkonsum sorgt bei Mädchen für ein geringeres Selbstbewusstsein, weil die Charaktere selten weiblich und wenn doch meistens nur passive Objektive der Begierde sind. Auch filmoSophie’s Welt plädiert deswegen für mehr starke weibliche Heldinnen.

Die Rosa Luxemburg Stiftung hat eine Studie zu dem Thema „Leiharbeit aus gendersensibler Perspektive“ veröffentlicht und sich damit einem bisher weitestgehend unerforschten Thema gewidmet. Die Studie gibt es nun als PDF zum Download.

Frauen und Kinder zuerst? Bei Schiffsunglücken wird das nur in den wenigsten Fällen auch umgesetzt, haben Wissenschaftler*innen nun anhand von Daten aus den vergangenen 100 Jahren ausgewertet. Den Ergebnissen zufolge erreichen Frauen nur halb so häufig einen Platz im Rettungsboot wie ihre männlichen Mit­­passagiere.

dieStandard.at berichtet über die im April in Wien gegründete Peer-Beratungsstelle „Zeitlupe“ für Frauen mit Behinderungen. Peer be­deutet, dass die Beratung durch Personen mit ähnlichem Er­fahrungs­hinter­grund be­reit ge­stellt wird. Ein Konzept, das Hemmungen abbaut und Raum für Fragen schafft, die sonst viel zu selten gestellt werden.

Gerade neu im Job und dann gleich in den Mutterschaftsurlaub? Für Gatorade hat sich das bewährt, berichtete Indiskretion Ehrensache. Die neue Chefin Robb O’Hagan hat den angeschlagenen Getränkekonzern auf Wachstumskurs gebracht.

Dass eine milchgebende Brust auch nach einer Geburt noch mehr ist als Nahrungsquelle und Schlafplatz fürs Baby, stellt ein Artikel auf dieStandard.at klar. Beleuchtet wird eine neue stillkritische Bewegung, die sich gegen Be­vor­mundung und für körperliche Selbst­bestimmung stark macht.

Auf Spiegel Online werden gängige Klischees über Asylbewerber*innen auf­ge­griffen und wider­legt. Die Fakten gegen Stimmungsmache liefern außerdem Einblick in die oftmals gewaltvollen Hinter­gründe von Flucht und Migration.

Für eine selbstverwaltete Bibliothek im Flüchtlingswohnheim in Senftenberg werden Bücher gebraucht. Gerne in Englisch, Französisch, Arabisch, Persisch etc. aber auch in Deutsch (nicht zu schwierige Texte). Außerdem werden für ein Kunstprojekt Stifte, Malfarben, Papier usw. benötigt. Wenn jemand Bücher oder Kunstsachen übrig hat, bitte in die KuB (Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und MigrantInnen) in der Oranienstraße 159, 4. Stock (Nähe Moritzplatz) bringen. Wer Tragehilfen braucht, bitte melden unter: brezger@fluechtlingsrat-berlin.de

Termine und ein Call for Music: 

Am 11. August findet in Ulm der zweite Christopher-Street-Day statt.

Das Macker Massaker hat für den 15. August einen Vortrag zum Thema „Zusammendenken von Queer-Feminismus und Kapitalismuskritik“ im AZ Mülheim organisiert.

Vom 16. August bis 22. September findet eine von GLADT e.V. organisierte Summer School statt, in der verschiedene theoretische und praktische Veranstaltungen sowie Workshops von und für Queers of Colour, Schwarze Queers und verbündete PoC/Schwarze angeboten werden (einzelne Workshops finden auch für solidarische Weiße statt): „Räume schaffen und behaupten – Die QPoC_S Summer School 2012“ (PDF).

In Zülpich finden vom 19. bis 21. Oktober unter dem Motto „Frauen gestalten Übergänge“ die Herbst-Dialoge 2012 statt. Das Programm umfasst viele Workshops, Vorträge und einen Film.

Unter dem Titel „Frauen machen Länder“ findet am 11. November in Sachsen-Anhalt ein Kongress statt, für den ihr euch jetzt anmelden könnt. Das Thema des diesjährigen Kongresses wird lauten: „Existenzgründungen von Frauen in Sachsen-Anhalt – Rahmenbedingungen und Haltefaktoren“.

Außerdem werden noch Bands und Künstler_innen verschiedener Genres für Gigs in Frankfurt gesucht.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 8. August 2012 um 9:16 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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3 Kommentare

  1. anni sagt:

    die taz hat heute noch zwei artikel, die von interesse sein könnten:

    zum einen: anlässlich der olympischen spiele zum verhältnis von sex zu sport
    http://www.taz.de/Queer-Forscher-ueber-Olympia-und-Sex/!99112/

    zum zweiten: der kurze hinweis auf die gerichtliche erlaubnis einer neonazidemo zeitgleich zum christopher street day in konstanz am 18.8.
    http://www.taz.de/Nazi-Aufmarsch-am-Christopher-Street-Day/!99144/

  2. MuhKuh sagt:

    Bzgl „Frauen und Kinder zuerst“: Die Maßgabe gibt es so nicht und ist eigentlich ein Titanicspezifisches Phänomen. Allgemein geht man davon aus das die Trennung von Familien während Evakuierungen zu Verzögerungen führt da Rettungswege durch zunächst zurückbleibende Männer blockiert werden würden bzw geschlechtergetrennte Fluchtwege Wahnsinn sind. Sowieso sind vergleiche zwischen Unglücken eigentümlich: Was hat in etwa die Estonia mit der Titanic zu tun? Völlig andere Situationen…

  3. Lea sagt:

    Oh man, bei dem taz artikel kann ich garnicht die kommentare lesen. Das ist nicht viel besser als auf allen anderen seiten so bald das wort sexismus und rassimus fällt :(