Macho-Politiker, Fahrräder und Homofeindlichkeit beim Katholikentag – kurz notiert

von der Mädchenmannschaft

Pascale Müller hat uns per E-Mail seinen_ihren Artikel „Willkommen im Mittelalter“ (PDF) über die homofeindlichen Vorkommnisse beim Katholikentag geschickt, der vor einigen Tagen in Mannheim stattgefunden hat. Innerhalb der lokalen LGBTI-Szene gab es spontanen Protest, weil sich dort ein Stand des BkÄ (Bund katholischer Ärzte) präsentiert hat, der unbehelligt Homoexualität als „heilbare Krankheit“ dargestellt hat.

Im Bundestag hat der LINKE-Politiker Jan van Aken kräftig gegen FDP-Mann Martin Lindner ausgeteilt. Er schimpfte den Liberalen einen „unerträglichen Macho“, so Spiegel Online.

Konsequent und cool! Eine Pilotin einer brasilianischen Airline hat einen Fahrgast aus dem Flugzeug geworfen, weil dieser sexistische Kommentare über Pilotinnen abließ.

Die ARGE Dicke Weiber hat am 12.Mai 2012 an der Zeltstadt der Frauen in Wien teilgenommen, um öffentlich auf Gewichtsdiskriminierung aufmerksam zu machen.

Die neue Ausgabe der US-Vogue legt den Fokus auf die Olympischen Spiele in London und zeigt Sportler_innen in den Modestrecken. Damit sind immerhin verschiedene Körperformen und auch Schwarze Frauen zu sehen – leider werden die Sportlerinnen wieder einmal sehr statisch dargestellt, während die Sportler in Aktion zu sehen sind, so der Vancouver Observer.

In Köln hat ein Pfarrer einen Themengottesdienst über Sexarbeiterinnen in Deutschland gehalten. „Wir sind Menschen“ so der Titel. Auf der Webseite der Lutherkirche redet Pfarrer Mörtter über seine Beweggründe für den Gottesdienst und den kirchlich-gesellschaftlichen Umgang mit Sexarbeit.

Auf Radical Faggot findet ihr einen Artikel zu Femininitätsfeindlichkeit und queerer Solidarität.

Gazale Salame kam als Flüchtlings-Kind nach Deutschland, lebte hier bis zum Zeitpunkt der Abschiebung 17 Jahre und wurde 2005, im dritten Monat schwanger, zusammen mit der damals einjährigen Tochter Schams in die Türkei abgeschoben. In ein Land, dessen Sprache sie nicht sprach – und das nicht ihre Heimat ist. „Grund“ der Abschiebung: Die Eltern (!) von Gazale Salame hätten bei ihrer Einreise 1988 möglicherweise falsche Angaben gemacht. Eine Petition fordert eine Überprüfung dieser Entscheidung.

Die neue an.schläge ist da! Es geht wie immer um Feminismus – und um Fahhräder!

Seit 2008 ist die Genitalverstümmelung von Frauen in Ägypten verboten – wenn Ärzt_innen die „medizinische Notwendigkeit“ bescheinigen, gilt allerdings eine Ausnahmeregelung. Terre des Femmes sammelt Unterschriften gegen diese Praxis.

Und in Wien gibt es morgen abend ein queeres Stadtgespräch zu homophober und transfeindlicher Gewalt.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 30. Mai 2012 um 13:12 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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7 Kommentare

  1. ryuu sagt:

    Bei der konsequenten Pilotin (Chapeau!) mußte ich sofort an diesen Kollegen denken, der die Leistung einer weiblichen Crew toll findet:
    https://twitter.com/Thom_astro/status/206358826717429760

  2. Leserin sagt:

    Nebenbei gefragt – „Pascale“ mit „e“ am Ende ist eine Frau, oder?

  3. Eule sagt:

    Ergänzend zu dem Artikel über die katholischen Ärzte die offizielle Stellungnahme des Katholikentages:

    http://www.katholikentag.de/aktuell_2012/stellungnahme_bkae.html

    Man distanziert sich von der Definition von Homosexualität als psychischer Störung und die Gruppierung muss bei eventuellen weiteren Auftritten auf künftigen Katholikentagen ihr Infomaterial vorher auf Diskriminierungen überprüfen lassen.

  4. Luna sagt:

    @Leserin:

    Ja, in Frankreich ist das die weibliche Form.
    Mann*: Pascal
    Frau*: Pascale

  5. Luna sagt:

    Was mich etwas stört bei dem Interview über Sexarbeiterinnen und Kirche, dass es wieder ein wenig durchklingt dass der arme arme Mann gucken muss, dass die Ehefrau kommt und nicht in erster Linie er…
    Vielleicht probiert mann es mal mit Gesprächen?
    (ach nee, liegt ja nicht in der Natur…*augenroll*)

  6. MuhKuh sagt:

    @Luna: Da es da im direkten Zusammenhang mit „gesellschaftlichem Männerbild“ steht ist doch ein Problembewusstsein da, im weiteren nehmen vor allem Männer die Dienste von Sexarbeiterinnen in Anspruch, somit ist es nur logisch nach den Gründen zu Fragen WIESO diese es tun, genau wie auch die Motivation der Frauen die diesem Job nachgehen mitgedacht wird. Beides notwendig um das Thema in gänze zu beleuchten, da geht es nicht um den „armen armen Mann“.

  7. Irene sagt:

    Und ergänzend zu Eules Link:
    https://www.huk.org/cms/front_content.php?idart=588&lang=1

    Aber das ist ja eine gute Nachricht, und die eignen sich nicht für Schlagzeilen…