Lebenslüge 50:50 – Warum das Streben nach gerechter Arbeitsteilung scheitert

Vorweg, ich rede hier nicht über alle Familien, sondern über eine bestimmte Konstellation: cis Hetero-Paare, bei denen beide Partner_innen relativ ähnliche (und verhältnismäßig gute) Möglichkeiten haben, durch Erwerbsarbeit oder andere Einkünfte ihren Lebensunterhalt zu bestreiten; über Menschen, die ihr Leben relativ selbstbestimmt gestalten können; über Menschen, für die sich Elternschaft oft relativ selbstverständlich und unhinterfragt herstellen lässt, ohne dass vorher große Aushandlungsprozesse (mit Dritten, Institutionen usw.) nötig gewesen wären. Im Folgenden der Handlichkeit halber und ganz wertfrei als Mann, Frau, Vater, Mutter, Typ usw. bezeichnet. Mag ein bisschen umständlich klingen, aber mir ist es schon wichtig deutlich zu machen, auf welche Perspektive ich mich hier beziehe. Diese Perspektive ist es nämlich, aus der meiner Wahrnehmung nach das Thema am häufigsten öffentlich bearbeitet wird.

Verlockend, aber oft vergiftet : die Verheißungen gleichberechtigter Elternschaft (oder auch: wenn die 8er-WG von der einzigen Frau sauber gehalten wird)

Wie funktioniert gleichberechtigte Elternschaft? Wie schaffen wir es, die anfallenden Arbeiten in Haushalt und Familie fair zwischen uns aufzuteilen? Das sind Fragen, die viele Paare, oder sollten wir hier nicht schon einfach direkt sagen: Frauen?, beschäftigen. Ohne Zweifel alltagsrelevante Fragen. Es wird dazu auch häufiger mal was ins Internet oder in Feuilletons geschrieben, auch aus feministischer Sicht. Ich spüre dann leider immer öfter den nicht so netten Impuls, einen unkonstruktiv sarkastischen Kommentar abzulassen. Nicht nur weil ich die Lebensgestaltung privilegierter deutscher Hetenelternpaare meistens – sorry – nicht mehr so spannend finde, zumindest nicht politisch. Sondern weil ich überzeugt bin: Gleichberechtigte Elternschaft wird es in dieser Gesellschaft nicht geben. Man kann sich ja selbstverständlich trotzdem dafür entscheiden, mit dem Beziehungspartner Kinder zu bekommen und in dieser Konstellation zu leben, wenn man es kann und möchte, und natürlich muss man miteinander aushandeln wie man das gestaltet und das kann ganz schön anstrengend sein und besser oder schlechter klappen. Aber der Versuch, die Arbeitsteilung zwischen Mutter und Vater  komplett „gerecht“ zu gestalten, muss scheitern und der Weg ins Emo-Burnout ist vorprogrammiert. Ihr Lieben, es ist bitter, aber: Eure Männer werden sich die Elternschaft und die damit einher gehende Sorge- und Hausarbeit nicht gerecht mit euch teilen, egal wie nice gelayoutete Putzplan-Apps ihr auftreibt.

Bezeichnend allein schon, wer sich ernstzunehmend aber eher unbezahlt zu diesen Fragen äußert – es sind fast immer Frauen, also hier die (künftigen) Mütter. Und es scheint sehr ähnlich zu sein wie bei Texten à la „Wie Männer gute feministische Verbündete sein können“, „10 Tipps für Typen um Sexismus zu bekämpfen“ oder „Wie du als Mann die Frauen in deinem Umfeld unterstützen kannst“: Wie viele teilweise wirklich gute Blogposts, Listicles und Thinkpieces hab ich in den letzten Jahren gelesen slash irgendwann nur noch resigniert aus dem Augenwinkel zur Kenntnis genommen – an Facebook-Pinnwänden und in Tweets von Nicht-Typen, geliked und kommentiert von Nicht-Typen, gelesen und geteilt von Nicht-Typen. Typen interessieren sich für sowas nicht (plz don’t #notallmen me), sorry aber ist so. War für mich auch nicht ganz schmerzfrei zu haben, diese Erkenntnis, bestätigt sich aber einfach immer wieder.

Ich hab mich früher schon immer gefragt, wie das wohl läuft mit diesen Beziehungsratgeber-Stücken für Hetenpaare, mit denen die sogenannten Frauenzeitschriften voll bis zum Anschlag sind: Liest Hans-Werner auf dem Klo dann auch den Brigitte-Artikel über Paarkommunikation und nimmt sich vor, jetzt echt mal mehr mit Ursel über Gefühle zu reden? Nimmt Björn die Amica mit zum Netflix-Abend und macht zuammen mit Ingo und Sven den „Welcher Konflikttyp bin ich in einer Beziehung?“-Psychotest? Diskutiert Volker in der Mittagspause mit seinen Kumpels den Freundin-Artikel über Strategien zu Streitvermeidung bei der Urlaubsplanung? Weil ansonsten würde das ja irgendwie nicht so viel bringen, wenn nur die Frau permanent an ihren Pärchenskills arbeitet und sämtliche Beziehungsarbeit auf ihrer Initiative beruht… oh wait…

Aber zurück zum Thema: Väter beschäftigen sich insgesamt mehr mit ihren Kindern, als es vor ein paar Jahrzehnten üblich war. Dennoch wissen wir feministischen Mütter seit Ewigkeiten bestens über Second Shift, Emotional Labor und Mental Load Bescheid. Im Haushalt machen auch die Neuen Väter kaum was, seit Jahren immer weniger. Weil ihre Frauen einfach zu schlecht verhandeln, die richtigen Bücher noch nicht gelesen oder die beste Orga-App noch nicht runtergeladen haben?

Aber ok: Mal angenommen, du kriegst es irgendwie hin* dass der Vater deines Kindes exakt die Hälfte (oder sogar mehr!) der Haus- und Betreuungsarbeit erledigt – nehmen wir mal an das ist bei euch tatsächlich so und fühlt sich nicht nur so an. Das war vermutlich ein harter Kampf und ist selbstverständlich nicht bedeutungslos, aber macht die Elternschaft noch nicht gerecht. Selbst wenn man Umverteilungsargumente** mal außer Acht lässt: Wie steht es um Gerechtigkeit bei der grundsätzlichen  Wahlfreiheit, wie man die eigene Elternschaft leben möchte? Wie steht es um einen Ausgleich für das viel zitierte biografische Risiko, das Kinderhaben für dich bedeutet und viel höher ist als für deinen Partner – körperlich und mental, Jobchancen, soziale Teilhabe, Gender Gap? Das finanzielle Risiko setzt ja noch nicht mal erst dann ein, wenn man tatsächlich ein Kind bekommt – es geht eigentlich schon in dem Moment los, wo eine Person als potentielle Mutter wahrgenommen wird, und zwar ganz egal ob sie jemals ein Kind haben wird oder überhaupt haben will. Bei potentiellen Vätern: not so much. Nicht so gerecht.

Wie steht es um einen Ausgleich der zu erwartenden Rentenlücke zwischen dir und deinem Partner? Wie steht es um einen Ausgleich des Einkommensverlusts, den du hast, weil du wegen Sorgearbeit in der Erwerbsarbeit eingeschränkt bist, z.B. während du Elterngeld beziehst? Und besonders spannend: Wie steht es um all das in dem (statistisch sehr wahrscheinlichen) Fall, dass eure Zweierbeziehung endet? Das Privileg der Ehe covert ein bisschen was davon, aber längst nicht automatisch und alles. Um das, was in der individuellen Konstellation an Gerechtigkeit hergestellt werden kann, zu erreichen, müsste dein Partner dir im Gegenzug für die Möglichkeit, mit dir/durch dich das Modell „Kinder haben“ zu leben, richtig viel von „seinem“ Geld abgeben. Bis an dein Lebensende, egal wie viel er hat und egal wie gut ihr euch versteht. Wie viele Typen sind dazu ohne wenn und aber freiwillig bereit? Wie viel Optimismus will man sich hier gönnen angesichts der Tatsache, dass drei Viertel (!) der getrennten Väter – ja, auch solche echt netten und voll unsexistischen Typen wie die, mit denen wir und unsere Freundinnen ihre Kinder haben – noch nicht mal ihren Kindern den pflichtmäßigen Unterhalt zahlen?

Dazu kommt, Hand auf’s Herz: Wie viele von uns wissen genau wie das mit Rente und anderen sozialen Absicherungsinstrumenten wirklich funktioniert, und Rente werden wir doch eh alle keine mehr kriegen [nervöses Lachen], also was soll’s, und wer hat schon die Energie und Zeit sich da reinzufuchsen und das alles lang und breit auszurechnen, gegen einander aufzuwiegen und festzuklopfen. Um am Ende dem Kindsvater ein Vertragswerk vorzulegen, das dieser einen Teufel tun wird zu unterzeichnen, kann er sich statistisch gesehen doch drauf freuen, nach der Trennung mehr Geld über zu haben als vorher. Beratung für Väter zum sich „Armrechnen“ zwecks Unterhaltsflucht gibt es übrigens en masse – Beratungsangebote zum Ausklamüsern von Ausgleichsmodellen zwischen Eltern gibt es sicher auch irgendwo, sind zumindest mir aber nicht bekannt.

Also solche Themen lieber außen vor lassen, sich auf sichereres Verhandlungsterrain begeben und sich bis zur Erschöpfung an 50:50-Diskussionen abarbeiten.

Wie steht es eigentlich um einen Ausgleich für die Bildungs- und Beziehungsarbeit, die du neben „deinem“ Anteil an Haushalt und Kinderbetreuung investieren musst(est), um deinem Partner das mit der Gerechtigkeit beizupulen, selbstverständlich ohne ihm den Spaß am Ganzen zu verderben…?

Ich vermute übrigens, dass der Fokus auf Aufgabenteilung im Haushalt weniger Appeal hat, desto weiter die ökonomischen Ressourcen beider Partner_innen aus einander klaffen. „Ja ich mach wahrscheinlich schon mehr im Haushalt und mit den Kindern als er, aber dafür bringt er halt auch die Kohle nach Hause.“ – fair enough, das muss kein per se schlechter Deal sein, vor allem für Frauen, denen der neoliberal-kapitalistische Arbeitsmarkt eher wenig Raum für Selbstverwirklichung und relative wirtschaftliche Unabhängigkeit bietet, sondern vor allem Ausbeutung unter miesen Bedingungen. Wichtig wäre, dass diese relative soziale Absicherung nicht nur gilt, so lange der Typ Lust drauf hat bzw. die fühlbaren Vorteile dieser Konstellation für ihn überwiegen. Wenn der materielle Ausgleich endet, sobald du ihn nicht mehr beflauschst, ist das keine gerechte Arbeitsteilung. (Der „Frauen sind ja auch bescheuert wenn sie sich heutzutage finanziell von ihrem Partner abhängig machen“-Diskurs wird btw auch gerne mal etwas unterkomplex und unsolidarisch geführt.)

Spätestens an sozioökonomischen Kriterien (vereinfach gesagt: beim Geld) wird dein legitimer Gerechtigkeitsanspruch in den allermeisten Fällen scheitern. Mit ums Kind kümmern und gelegentlich mal putzen und einkaufen, ok, bis hierhin werden noch viele Väter mitgehen. Alles weitere muss fast immer diskutiert, umkämpft und verhandelt werden. Wieviel Energie und Hoffnung jede in diesen Aushandlungsprozess investiert, liegt in der eigenen Verantwortung. So wie die Entscheidung, welche Handgriffe du letztlich doch „eben“ selbst macht, weil deine Energiebilanz so am Ende des Tages günstiger ausfällt als beim hundertsten behutsam gemanagten Konfliktgespräch. Düstere Prognose: Wenn es sich nicht durch einen überaus glücklichen Zufall so fügt, dass du und dein Partner in Sachen Repro- und Care-Arbeit von vorn herein kompatible Herangehensweisen habt, wirst du dich bis zum Sanktnimmerleinstag daran abarbeiten. Gerecht wird es trotzdem niemals zugehen. Welche Konsequenzen du daraus ziehst, ist eine andere Frage.


* Ich höre schon empörtes „Meinem Partner war das von Anfang an selber total wichtig“-Gemurmel. Ja sicher gibt es das, dass Typen auf eigene Initiative wirklich konstant und vollumfänglich Verantwortung übernehmen, brauchen wir hier aber aufgrund des Seltenheitswertes nicht groß drüber zu reden. Wenn das weit verbreitet wäre, müsste man viel weniger Gerechtigkeitsdebatten führen. Und ich bin überzeugt, dass in den allermeisten Heterobeziehungen die Frau für das Gerechtigkeits-Management zuständig ist.

** Pauschal gesagt wäre es unterm Strich gerechter wenn Frauen, vor allem nicht weiß positionierte Frauen, sich jetzt mal ein paar Jahrhunderte komplett aus der Reproduktionsarbeit und -verantwortung raushalten dürften. Man könnte auch über einen von white cishet dudes zu befüllenden Ausgleichsfonds für von Sexismus, Pink Tax und all dem Kram betroffene Menschen nachdenken, da hätten dann auch die Mütter was von, die ihre Haus- und Betreuungsarbeit ganz alleine klar kriegen müssen und von 50:50 nicht mal träumen können. An sich ganz gute Idee, diese Umverteilung, aber utopisch? Dann gebt doch das, was euch durch das Ehegattensplitting netto mehr bleibt, jemandem mit weniger sozialer Absicherung ab.

28 Kommentare zu „Lebenslüge 50:50 – Warum das Streben nach gerechter Arbeitsteilung scheitert

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  1. Leider ist die 50:50 Verteilung immer Utopie – den „echt gerechte“, also mathematisch-korrekt hälftige, Verteilung gibt es in keinem Lebensbereich. Eltern-Sein ist harte Arbeit und irgendwie nie gerecht. Selbst, wenn es die Partner*innen schaffen, sich die Aufgaben aufzuteilen, ist die Verteilung Mutter-Kind oder Vater-Kind NIE 50:50! Eine Tatsache, die hier im Artikel nicht berücksichtigt ist. Die Entscheidung sich gegenüber dem Menschen, für den man verantwortlich ist, einzuschränken und mehr zu geben hat man entweder bewusst getroffen, bevor das Kind da ist – ob per Geburt, Adoption, zur Pflege etc. – oder diese Tatsache trifft einen dann, wenn es da ist. Sie ist aber nicht von der Hand zu weisen und gehört zum Eltern-Sein und zur mathematischen Verteilung als Konstante dazu. Die ungerechte Verteilung zwischen Eltern und Kind bzw. zwischen den Partner*innen ist übrigens kein ausgewiesenes „Hetenproblem“. Auch in homosexuellen Beziehungen mit Kind sind Hierarchien und Ungleichgewicht (monetär, emotional, karrieretechnisch) an der Tagesordnung. Der Artikel ist zwar passend, um zu provozieren und die gesellschaftlichen Gegebenheiten aufs Korn zu nehmen, aber tut der Sache an sich natürlich keinen Gefallen. Man kann doch Frauen, die in allen Bereichen für Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und gegen Sexismus an jedem Tag kämpfen müssen, nicht einen solchen Artikel vorsetzen. Was bezweckt ein Text, der nicht bestärkend, sondern desillusionierend ist? Der sagt, Du kannst ja eh nichts machen, ist ja sowieso alles Quatsch, Gleichheit ist eine Utopie, versuch es dich gar nicht erst usw. Das ist nicht cool. Es kann nicht genug Artikel geben, die uns Mütter bestärkt gegenüber Arbeitgeber*innen oder Partner*innen immer weiter zu versuchen, eine gerechte Verteilung und Behandlung zu erkämpfen. Das ist ein Kampf, den ich nur zu gerne nicht an meine Tochter weitergeben will. Realistisch betrachtet wird sich die jetzt Einjährige jedoch wohl noch damit beschäftigen müssen, aber ich hoffe, wir könnten ihr schon gewisse Wege ebnen. Daher würde ich, sehr geehrte Autor*in und Mädchenmannschaft, obwohl ich mich stückweise amüsiert habe, lieber mehr Artikel lesen, die unseren Kampfgeist schüren und unsere Ideen anregen, Ungleichheiten zu bekämpfen. Für Frauen, für Mädchen und auch für Mütter… (gerne auch für Väter und alle, die es interessiert). Das wäre wichtig!
    Es grüßt Euch Annabelle P.S. Ich habe übrigens mit dem Kindsvater tatsächlich die Elternzeit 50:50 geteilt und wir haben kein Ehegattensplitting, sondern die gleiche Steuerklasse.

  2. Hallo Annabelle,

    ich bin nicht die Autorin des Texts, möchte aber trotzdem gern antworten. „Leider ist die 50:50 Verteilung immer Utopie“ schreibst du zu Beginn deines Kommentars und ja, genau das ist der Punkt von Anna-Sarahs Text. Du kritisierst, dass der Text nicht bestärkend, sondern desillusionierend sei. Ich denke, dass das eine Stärke des Texts ist. Ich halte diese „Desillusionierung“ für wichtig, sie sollte im besten Fall einen klare(re)n Blick verschaffen und eine neue Diskussion von Handlungsoptionen eröffnen. Ist es denn wirklich in der Praxis so viel erbauender, wenn Frauen in Hetenbeziehungen ständig gute Ratschläge und Hinweise vorgesetzt werden, die zu einer gerechten Aufteilung führen sollen, an denen die Frauen zwangsläufig – in unterschiedlichem Maße, sicher – scheitern müssen? Sie das dann aber als persönliches Versagen verbuchen können? (Anna-Sarah schreibt übrigens auch an keiner Stelle, dass man einfach alles sein lassen soll, sie weist nur darauf hin, dass man die persönlichen Aushandlungsversuche, wenn man sie in diesem etwas komplexeren Rahmen betrachtet, anders einordnen kann.) Die Schlussfolgerungen aus diesem Text könnten zu dem mannigfaltig sein – feministische Kämpfe aufgeben sehe ich als keine. Stattdessen könnte auch interpretiert werden: Energie in Kämpfe setzen, die gesellschaftliche Strukturen veränden – zum Beispiel gegen die Privilegierung der Ehe und der damit zementierten Ungleichgewichte, gegen Kapitalismus und Leistungsgesellschaft, für neue Modelle der Sorge. Oder auch sich persönlich fragen, warum ich in ein bestimmtes Beziehungskonzept auf eine bestimmte Art und Weise investiere.

    Ich finde es nicht besonders erstaunlich aber bezeichnend wie sehr eingeschränkt in der Vorstellungskraft Reaktionen (nicht nur deine) auf diesen Text sind. Denn natürlich gibt es bereits/immer ja auch Beziehungs- und Familienmodelle außerhalb der Heten-Zweier-Beziehung. Du suggerierst nun, dass in diesen quasi alles genauso wäre wie in Hetenbeziehungen: „Hierarchien und Ungleichgewicht (monetär, emotional, karrieretechnisch) an der Tagesordnung“. Ich denke, niemand behauptet hier, dass es Beziehungen ohne Ungleichgewichte gibt, aber deine Aussage verunsichtbart jeglichen Einfluss gesellschaftlicher Machtstrukturen, sie negiert, wie der Staat und die Gesellschaft Hetenbeziehungen (vor allem die in einer bestimmten Art und Weise gelebt werden) unterstüzt und formt, und ganz banal auch Sexismus. (Und ja ich spreche jetzt darüber, wie Beziehungen und Care Arbeit anhand von Geschlecht struktiert ist. Anna-Sarah hat ja auch in ihrem Dislaimer sehr deutlich gemacht, dass sie bestimmte Konstellationen diskutieren möchte – jene die auch in der Mainstreamdiskussion häufig im Mittelpunkt stehen.)

    Ich habe nun auch schon mehrfach gelesen, dass die 50-50-Kämpfe wichtig sind, damit die eigenen Kinder (vor allem Töchter!) diese sehen. Ich verstehe den Impetus. Aber ich kann nicht anders, als manchmal zu denken: Es ist also am wichtigsten, dass Töchter sieht, wie ihre Mütter sich aufreibt? Ich weiß ja nicht… Und wie gesagt, ich kann es kaum glauben, dass auf einem Blog wie diesem wiederholen zu müssen, dass heißt ja nicht alles hinschmeißen zu müssen – sondern einfach mal die Perspektive etwas zu drehen.

    Ich verstehe diesen Text als einen der zu Ideen anreget Ungleichheiten zu bekämpfen. Nur müssen dazu – und das ist offensichtlich sehr schwer – ersteinmal viele andere Ideen, Annahmen, Gewohnheiten, Denkmuster (gerade auch der heteronormativen Art)… aus dem Weg geräumt werden.

  3. Hallo Annabelle,

    da Charlott schon umfangreich auf deinen Kommentar geantwortet hat, konzentriere ich mich auf deinen „Homo-Verweis“.

    Immer dann, wenn heterosexuelle Praxen in der Kritik stehen, kontern Heten mit „bei den Homos ist es genau so“. Falsch. Zunächst haben schwule und lesbische Cis_Paare unterschiedliche Möglichkeiten mit Kindern zu leben/eine Familie zu gründen, die auch vom Staat unterschiedlich behandelt werden. Der Staat, der jegliche Beziehungs- und Familienkonstellationen heterosexueller (Kleinfamilien-)Art über andere privilegiert oder teilweise sogar als einzige anerkennt, der die Reproduktion (nicht nur biologische Elternschaft meinend) von Menschen, die nicht ins Bild des deutschen leistungsfähigen Volkskörpers passen, aktiv und mittelbar verhindert, erschwert, eine deutsche Gesellschaft, die auch im Jahr 2019 homophob, rassistisch, völkisch, trans-, inter- und behindertenfeindlich ist, erzwingt völlig andere Diskussionen und Perspektiven zu Elternschaft, Sorge- und Hausarbeit und Machtverteilungen in Paarbeziehungen, die Heten führen. Wenn Heten sie überhaupt führen. Die meisten „homosexuellen Paare“, die du hier als Projektionsfläche für deine Abwehr heran zitierst, machen sich 10.000 Mal mehr und zum Teil völlig andere Gedanken um diese Themen als jedes Hetenpaar – schlicht, weil sie müssen. Es gibt noch 100 andere Beispiele, die zeigen, dass sich heterosexuelle Lebensrealitäten rund um Carework und Elternschaft fundamental unterscheiden von queeren. Dein Kommentar zeugt von Ignoranz und Unwissen gegenüber den Un_Möglichkeiten queerer Beziehungs- und Familienkonstellationen sowie Care- und Reproduktionspolitik – wie die meisten Heten übrigens, die auch im Jahr 2019 immer noch allen Ernstes ironiefrei behaupten können, ihnen sei die Entscheidung zum Kind „abgenommen“ worden. Wer als erwachsener Mensch nicht mal Verhütung auf die Kette kriegt, sollte zu queeren Personen und wie diese ihre Beziehung gestalten (ob mit oder ohne Sorge für Kids), besser schweigen.

  4. Hi Annabelle,
     
    Charlott und Nadine haben ja schon geantwortet und alles Wichtige gesagt, aber weil ich den Text geschrieben habe, möchte ich trotzdem auch noch antworten.
     
    Ehrlich gesagt finde ich es ein bisschen frech, mir zu unterstellen, dass mein Fazit sei „Du kannst ja eh nichts machen, versuch es gar nicht erst“. Wo liest du das? Das hat nichts damit zu tun was ich hier sage. „Kampfgeist schüren“ wünschst du dir. Ja klar. Aber wie ich versucht habe deutlich zu machen, glaube ich dass es da gewinnbringendere Ansatzpunkte für gibt als die andauernde Auseinandersetzung mit dem eigenen Beziehungspartner. Charlott hat oben ja schon was dazu gesagt, welche Wege man da zum Bespiel noch so einschlagen könnte. Oder dass man sich überhaupt erst mal auf eine andere Perspektive auf Gerechtigkeit einlassen könnte und sie nicht direkt abwehrt, so wie du das in deinem Kommentar tust.

    A propos Abwehr: „Die ungerechte Verteilung zwischen Eltern und Kind bzw. zwischen den Partner*innen ist übrigens kein ausgewiesenes ‚Hetenproblem‘“ – doch, in der Konstellation, die ich hier beschreibe, ist sie genau das, der ganze Text handelt genau davon, und sie ist durchdrungen von Zuschreibungen und Norm(alität)en heteronormativer Theorie und Praxis. Als vermeintliches Gegenargument Ungerechtigkeiten in „homosexuellen Beziehungen“ heran zu ziehen, ist also extrem dreist. Warum, hat Nadine dankenswerterweise weiter oben erklärt.
     
    Ich finde es bezeichnend, wie man aus der These „50:50 gibt es nicht“ ableiten kann, ich würde für Resignation plädieren. Die Konstellation Vater, Mutter, Kind, gemeinsamer Haushalt, Karriere-Vereinbarkeit etc. pp. ist offenbar ein Horizont, über den es vielen Menschen schwer fällt hinaus zu denken. Anders kann ich mir die Schlussfolgerung „Ok ich soll also kampflos aufgeben und meinem Partner nichts mehr abverlangen?!“, die hier auf den Text projiziert wird, nicht erklären.
     
    Zum Thema „Wege ebnen“: Ich möchte meinem Kind nicht vorleben, dass Mutter sein bedeuten muss, sich permanent am eigenen Lebenspartner aufzureiben, und ebenso wenig, dass die hier skizzierte Lebensweise und Arbeitsteilung alternativlos (in unserer heteronormativen turbokapitalistischen und auf diverse weitere Weisen dysfunktionalen Welt sogar das begehrenswerte Ideal, nach dem wir streben sollten) ist. Schon gar nicht als feministisches Programm. Ich finde es eher deprimierend als ermutigend, wenn das meine politische Leitlinie sein soll. Ich würde mir wünschen, meinem Kind da einen weiteren Horizont an Handlungsoptionen eröffnen zu können. Und übrigens auch, es für Ungerechtigkeiten sensibilisieren zu können, die nicht in erster Linie relativ privilegierte Menschen betreffen. Die Dominanz von und Konzentration auf 50:50-Diskurse ist zum Beispiel super unsolidarisch gegenüber sogenannten alleinerziehenden Müttern, die von nicht mal von 70:30 träumen können. Und nebenbei bemerkt oft deutlich schlechter sozial abgesichert sind als berufstätige Mütter, die mit berufstätigen Männern zusammen leben. Aber auch hier werden sie, wenn überhaupt, dann eher als bemitleidenswerte Sonderfälle mitgedacht. Nicht als Position, an denen sich die eigenen politischen Forderungen und Kämpfe zentral mit ausrichten.
     
    A propos Träumen: Für mich ist 50:50 eben gerade nicht die „Utopie“, als die du es verstehst, das ist genau mein Punkt. 50:50 ist der Referenzrahmen, über den ich mir wünsche, dass feministische Familienpolitik hinausgeht. Das gilt übrigens auch für Vereinbarkeitsdiskurse, so wie sie hierzulande meistens geführt werden. Der Verweis auf mathematische Korrektheit ist natürlich, sorry, Quatsch, weil das mit meiner Argumentation gar nichts zu tun hat. Zu einer Utopie würden für mich Ansätze gehören, die Familienleben, Beziehungen, Arbeitsteilung und Gerechtigkeit so zusammen denken, dass a) nicht von vornherein Ausschlüsse produziert werden, beispielsweise wie Nadine sie hier dargelegt hat und b) ständige (private) Kämpfe unter ungleichen Machtstruktur-Vorzeichen obsolet werden. Und natürlich Strukturen, die diese Ansätze ermöglichen. Meine Utopie wäre, dass wir hier gemeinsam mehr Kraft reinstecken würden als immer wieder in unseren Kleinfamilien bei Null anzufangen. Und im best case selbstgerecht mit unserem voll fairen Putzplan, unseren gleichen Steuerklassen und unserem woken Schatzi hausieren zu gehen.

  5. „Wie steht es um einen Ausgleich der zu erwartenden Rentenlücke zwischen dir und deinem Partner?“

    Die Rente wird allerdings bei einer Scheidung bezüglich der in der Ehe angefallenen Rentenanwartschaften genau geteilt, über alle Versorgungsrechte. Und das als Pflichtverbundverfahren, also zwingend mit der Scheidung zusammen.
    Insofern leben sich da Eheleute mit reiner Hausfrauenehe beide mit einem erheblichen Risiko

  6. Ich bringe meinen Beitrag zur Debatte mal von FB hierher, da glaube ich auch auf mich Bezug genommen wird?

    Ich denke, ob es tatsächlich „aufreiben an einer eigentlich nicht Erfolg versprechenden Diskussion ist“, und ob dort Energie verschwendet wird, die anderswo besser angebracht wäre, ist wahrscheinlich individuelle Einschätzung. Nach meinem Verständnis und meiner Erfahrung (vierköpfige Familie, WGs) gehört das Aushandeln von Aufgaben im Haushalt zu jeder Form des menschlichen Zusammenlebens; die bestehende Gesellschaftsform mit ihren patriarchalischen Strukturen beeinflusst diese Verhandlung jedoch in vielen Hetero-Zweierbeziehungen nachteilig für die Frau/Mutter, darüber sind wir ja einig. Ich empfinde es persönlich eben als gutes Beispiel für meine Kinder, dass ich die traditionelle Rollenverteilung – die sie noch bei meinen Schwiegereltern im Extrem sehen können – nicht als gegeben hinnehme und ja, manchmal anstrengende Diskussionen mit meinem Mann führe. In gleicher Gewichtung als Feministin, die Sohn und Tochter zeigt: Es geht um das Zusammenleben von MENSCHEN, und die Aufgaben werden gerecht und nicht unterschiedlich nach Geschlecht verteilt; und als Mensch in einer Beziehung: Die Alternative könnte sein, die Beziehung zu beenden (bin nun mal Gray Ace hetero, poly oder homo kommt für mich einfach nicht in Frage), und sicher habe ich daran auch schon mal gedacht, aber: Ich mag den Typen davon unabhängig echt gerne, und eine langfristige Beziehung ist eben auch Arbeit. Das können jetzt andere als „sich aufreiben“ empfinden, das ist aber reine Fremdeinschätzung, die mit meiner Realität nichts zu tun hat. Mitgehen kann ich dabei, dass es den Frauen nicht als ihr Scheitern – als Mensch, als Frau, als Mutter oder als Feministin – angelastet werden sollte, wenn der Typ dann nicht mitmacht.

    Ich möchte mich gerne nur dagegen verwehren, dass die Entscheidung, nun gerade *auch diese* Diskussion im Privaten zu führen, bedeuten könnte, dass man keine andere feministische Arbeit leisten würde, als ginge nur das eine und sonst nichts. Und dass das Leben in einer herkömmlichen Heten-Zweierbeziehung bedeutet, die Kinder wüssten auch von sonst nichts. Diese Diskussionen um Aufgabenverteilung im Haushalt sind ja nicht das einzige Gesprächsthema in der Familie, sondern nur ein Bestandteil des Zusammenlebens von vielen. Vorleben kann ich ihnen ehrlicherweise nichts anderes, da ich nun mal präferentiell so gepolt bin und schlecht der feministischen Erziehung meiner Kinder zuliebe in einer anderen Form mein romantisch/erotisches Leben gestalten kann. Aber Kinder lernen ja durchaus nicht nur durch das, was ihre Eltern selbst machen, sondern auch das, was sie sagen/untersagen oder was sie nicht sagen/untersagen. Wenn ich darf, würde ich in diesem Zusammenhang gerne auf einen Text verweisen, den ich für Feminismus im Pott letztes Jahr geschrieben habe: „Erschöpft, aber nicht erledigt – mein Feminismus als Mutter“ (http://feminismus-im-pott.de/2018/08/mein-feminismus-als-mutter/) – in dem es mit keinem Wort um die utopische 50:50-Verteilung geht, das Streben danach ich aber, wenn ich mir die Gestaltung vieler Familien in unserem extrem durchschnittlichen Umfeld ansehe, schon fast als „alternative Lebensform“ geltend machen wollen würde. Bei vielen Müttern, denen ich in Kindergarten und Schule begegne, wäre es schon eine feministische Revolution, überhaupt darüber nachzudenken, dass es nicht natürlicherweise so sein muss, dass Jungs und Mädchen so unterschiedlich behandelt werden (das Wissen um die feministische Theorie und Praxis, alternative Lebensweisen und Möglichkeiten der Strukturveränderung ist ein Bildungsprivileg, das mir immer wieder schmerzlich bewusst wird). In dem Text habe ich im Prinzip formuliert, wie Feminismus (intersektionell, auch wenn ich eine weiße cis-hetero-Frau bin) in der Erziehung meiner Kinder zum Ausdruck kommt und das feministische Mutter-Sein in den bestehenden Strukturen durchaus als politische Arbeit gelten darf.

  7. @christian

    Insofern leben sich da Eheleute mit reiner Hausfrauenehe beide mit einem erheblichen Risiko

    Was genau ist das Risiko des Typens? Ich könnte jetzt lang und breit ausführen, warum das eben nicht das gleiche „Risiko“ ist. Aber jetzt erstmal nur so viel: Nope.

  8. Hallo Leena,

    ich stelle in dem Text MEHRMALS fest, dass selbstredend jede ihre Umgänge finden muss. Was du nun tust, ist, die deinigen relativ ausführlich zu beschreiben, zu begründen und zu rechtfertigen. Darin sehe ich keinerlei Gegenargument zu meinen Positionen. Du musst dich mir gegenüber nicht erklären, weil du mit deinem Partner zusammen bleibst. Ich habe auch nicht so viel Lust, auf Strohpuppenargumente einzugehen wie das, auf dem basically der komplette zweite Teil deines Kommentars beruht, in dem ich ebenfalls nur Projektionen und Abwehr lese. „Ich möchte mich gerne nur dagegen verwehren, dass die Entscheidung, nun gerade *auch diese* Diskussion im Privaten zu führen, bedeuten könnte, dass man keine andere feministische Arbeit leisten würde, als ginge nur das eine und sonst nichts. Und dass das Leben in einer herkömmlichen Heten-Zweierbeziehung bedeutet, die Kinder wüssten auch von sonst nichts.“ – wow, wo und wann habe ich das jemals gesagt? Ich würde gerne inhaltlich über die Positionen diskutieren, die ich hier aufmache, aber nicht so gerne über irgendwas das ich nie geschrieben habe.

    Ich finde es interessant, dass der Text bei einigen Menschen – so wie auch bei dir – offensichtlich ein starkes Bedürfnis auslöst, sich zu erklären, zu rechtfertigen, mir ausführlich darzulegen wie sie leben und warum sie welche Diskussionen zu Hause führen (auch fast so als wüsste ich nicht wovon ich hier überhaupt spreche). Was ich in diesen Äußerungen nicht sehe, ist die Bereitschaft, sich mal auf eine andere Kontextualisierung dieser Auseinandersetzungen, eine andere Perspektive auf Gerechtigkeit einzulassen. Oder auch, dass tatsächlich mal eine praktische Erfahrung geteilt würde, wie man materielle Umverteilung bzw. Ausgleiche in der eigenen Zweierbeziehung hergestellt hat. Stattdessen ein mehr oder weniger trotzig vorgetragenes Beharren auf dem Standpunkt, dass die eigenen Kämpfe politisch total bedeutsam (habe ich nie bestritten, bitte Text noch mal lesen) und außerdem alternativlos sind. Vielleicht sind sie das für dich ganz persönlich in deiner aktuellen Lebenssituation, oder vielleicht werden sie es ewig sein. Das entkräftet doch aber die Feststellung, dass es keine gerechte Reproduktionsarbeitsteilung zwischen Hetenelternpaaren gibt, in keinster Weise.

  9. Wow, ein sehr beeindruckender Text und ein angenehmes Pendant zu den gängigen Erzählungen wie “ So lebt ihr gleichberechtigter“, die oftmals ausser Acht lassen, dass all die tollen Tipps und Utopien nur umgesetzt werden können, wenn Beide daran arbeiten wollen.
    Ich lebe ebenfalls in einer Hetenbeziehung. Wir gehen beide Vollzeit arbeiten und sind kinderlos – was uns den Luxus erlaubt unsere Freizeit nach vollkommen persönlichen Wünschen zu gestalten.
    Aber auch wir geraten zum Thema Care – Arbeit immer wieder aneinander. Die Standardhaushaltstätigkeiten kann man ja noch 50:50 schriftlich aufteilen.
    Als wesentlich unangenehmer empfinde ich die zu leistenden Moralarbeit..
    Partner möchte für die gemeinsame Wohnung neue Möbel im Internet bestellen. Finde ich aus Gründen der Nachhaltigkeit und des unnötigen CO2 Verbrauches ganz furchtbar. Sobald ich das thematisiere und Alternativen Vorschläge, heisst es “ Mir doch egal ob wir den Planeten zerstören, wenn dir das wichtig ist, dann kümmere Du dich darum“ Und schon hat man sich Arbeit aufgebürgt.

    Manchmal vermute ich sogar, dass es Ausreden gibt, die von Generation zu Generation an die männlichen * Stammhalter der Familie weitergegeben werden. Lächerliche, sofort durchschaubare Mechanismen, die Frauen* an den Rand des Wahnsinns treiben. Hier meine Favoriten :

    1. Der Gefallen, der keiner ist

    “ Schatz, ich habe dir China-Essen von der Arbeit mitgebracht, damit wir gemeinsam essen können. Bin ich nicht totaaaaal lieb? Achja, und das Staubsaugen schaffe ich zeitlich nicht mehr, da ich noch xyz machen muss. Doch sieh nur wie toll ich bin, hier dein Essen“
    Und meistens trifft das Essen nicht mal den eigenen Geschmack, der Partner*hat vergessen, dass man glutamatfrei/vegetarisch/vegan/zuckerfrei… lebt und man muss noch saugen, da am nächsten Tag Besuch kommt.

    2.Pseudo-Blindheit

    Obwohl Du das Gefühl hast auf der Müllkippe zu leben und bereits erste Freundschaften zu den Wollmäusen geschlossen hast, sieht dein Partner* keinen Dreck. Dann wird das unterschiedliche Hygieneempfinden vorgeschlagen, um die Faulheit zu stützen. Vor lauter Ekel putzt man dann selbst. Oder lässt seine Aggressionen am Partner* raus…

    3. Das Ich-kann-das-nicht-Paradoxon

    Eine Strategie, die häufig Frauen* unterstellt wird (und vermutlich auch zutrifft insbesondere bei der klassischen Pinkifizierung und extrem archetypisch weiblichen Erziehung), die aber auch Männer* für sich nutzen. Zwar ist er* in der Lage Autos zu reparieren/ Netzwerke zu konfigurieren/Häuser zu restaurieren/komplexe mathematische Probleme zu definieren, aber wie die Waschmaschine funktioniert, begreift er* auch nach dem dritten Erklärungsversuch nicht. Tja, wer sich dumm stellt, hat bessere Chancen darauf jemanden zu finden, der solche Dinge übernimmt.

    Das klingt jetzt alles recht sarkastisch und fies, doch im Grunde mache ich mir einen Spaß daraus bestimmte Verhaltensweisen zu durchschauen. Letztlich sitzen wir Frauen* immer am längeren Hebel – wir müssen nur unser Potential erkennen und die Zügel der Beziehung selbst in die Hand nehmen. Dies soll kein Allheilmittel darstellen, sondern nur aufzeigen, dass es mir als Individuum geholfen hat und vielleicht auch andere Frauen ermutigt sich mit starker Brust in den Weg zu stellen, wenn Mann* seine Pflichten verweigert.
    Und ganz besonders möchte ich noch erwähnen, dass meine Darstellung von Mann/Frau nicht auf das biologische Geschlecht gemünzt ist und keinen Menschen aufgrund seines Geschlechts einer Schublade zuweisen soll.

    Schönen Gruß und viel Freude im Leben

  10. Hallo Sophie,

    schön, dass dir der Text gefallen hat. Wenn ich mir den Rest deines Kommentars anschaue, überrascht mich das aber ehrlich gesagt. Erstes Missverständnis: „dass all die tollen Tipps und Utopien nur umgesetzt werden können, wenn Beide daran arbeiten wollen.“ – also… nein. meine Utopie ist eben nicht „beide(tm) teilen sich den Haushalt 50:50“. Sie geht weit darüber hinaus, und selbst wenn „beide daran arbeiten wollen“ kommt nicht die Gerechtigkeit dabei heraus, die oftmals beschworen wird. Genau darum geht lang und breit mein Text und auch schon in den Kommentaren oben. Wie du in diesem Kontext das kryptische Fazit „Letztlich sitzen wir Frauen* immer am längeren Hebel – wir müssen nur unser Potential erkennen und die Zügel der Beziehung selbst in die Hand nehmen“ aus dem Hut zaubern kannst, verblüfft mich daher sogar fast mehr als dass es mich (trotz roundabout 25 Jahren Feminismus-Erfahrung) ärgert.

    Wie auch schon bei den vorigen Kommentaren: Woher kommt der Drang, hier en detail über die Beziehung mit deinem Partner zu erzählen? Was tragen diese Informationen zum Thema bei? Ja, es sind dieselben Diskussionen und Abläufe wie in unzähligen Hetenbeziehungen. Ich kenne sowas schon. That’s basically my point here. Wir beide haben hier einfach komplett unterschiedliche Brillen auf: Dir geht es um ein individuell zu lösendes und unterm Strich eher harmloses Problem, mir um eine strukturelle Einbettung fundamentaler gesellschaftlicher Ungleichgewichte.

  11. Hallo Anna-Sarah,

    ohje, ich habe das Gefühl hier kocht allmählich etwas hoch.
    Zunächst einmal vermute ich es ist für viele Beitragschreiber*Innen ( so zumindest für mich ) mal ganz erlösend die Erfahrungen mit der eigenen Beziehung zu reflektieren und aufzuschreiben. Natürlich kann man dies ganz für sich alleine in irgendein Notizbuch schreiben, doch dies eben nach Außen zu tragen, erreicht einen neuen Stellenwert und trägt die Thematik stärker in die Realität hinaus.

    Ich habe verstanden, dass es Dir nicht darum geht alles 50:50 zu teilen. Zunächst empfand ich deine zuletzt getätigte Aussage, dass „vor allem nicht weiß positionierte Frauen, sich jetzt mal ein paar Jahrhunderte komplett aus der Reproduktionsarbeit und -verantwortung raushalten dürften“ als großartig und total gerechtfertigt.
    Doch je länger und intensiver ich darüber nachdenke, desto mehr fühlt es sich nach Rache an.
    Ja, die letzten Jahrhunderte waren geradezu ekelerregend. Doch wollen wir wirklich die Füße auf die selbe Weise hochlegen wie es zuvor die Männer* getan haben ? Wollen wir solange diese Ungerechtigkeit ans andere Geschlecht abdrücken bis die Unterdrückung und auferlegte Arbeit die Männer* in denselben Grauen treibt wie es bei den Frauen der Fall war und ist ?
    Meiner Meinung nach ist nichts dadurch gewonnen, dass wir anderen die Lasten aufs Auge drücken, die wir selbst zu lange ertragen mussten.

    Außerdem verstehe ich nicht den Frust und Ärger, der mein Fazit bei dir auslöst.
    Früher habe ich mich durch Manipulation und die Mechanismen unserer patriarchalen Gesellschaft als minderwertiges Opfer gesehen und mich stets devot verhalten. Doch ich bin mit mir selbst ins Reine gekommen und erkenne die Kraft der Frauen.
    Ich bin meines eigenen Glückes Schmied*In und tue die Dinge, die mir eben gut tun.
    Wenn mein Partner* oder sonst irgendein menschliches Wesen mich mit Arbeit allein lässt, enttäuscht, verletzt, meinen Wert nicht anerkennt oder sonstiges, dann hat dieser Mensch keinen Stellenwert in meinem Leben.
    Ein Partner, der seine Pflichten nicht wahrnimmt und mir meine Lasten (in fairem Maße) nicht abnimmt und nur dabei zusieht wie ich unter immer mehr Arbeit zerdrückt werde, hat mich nicht verdient. PUNKT. „Wahre Liebe“ sieht dann eben anders aus. Das sage ich jederzeit ganz frei heraus und das Resultat dessen ist eben, dass sich meinen Mitmenschen dadurch Grenzen offenbaren.

    Ich sage jedem potentiellen Partner zuvor worauf er sich mit mir einlässt. Ehrliche Kommunikation und eben auch der Rückzug, wenn meine Grenzen missachtet werden. Ist der Partner* nicht bereit sich auf eine feministische, gleichberechtigte und aufgabenverteilende Beziehung einzulassen, dann ziehe ich mich zurück, denn das tut mir dann nicht gut. Wenn er sich dann trennt, ok, dann ist er eben nicht in der Lage meinen Glanz zu sehen. Ich beschneide meine Wünsche nicht für einen Partner*.

    Dein Bemühen um „eine strukturelle Einbettung fundamentaler gesellschaftlicher Ungleichgewichte“ ist sehr lobenswert und es bedarf solcher Menschen, damit sich etwas verändert und entwickelt. Doch gerade die Tugend der Geduld ist hier angebracht. Ja, wir Frauen wurden zu lange den Grausamkeiten dieser Gesellschaftsordnung ausgesetzt und das muss sich ändern. Doch jede Frau*, die Partei für sich selbst ergreift, die mit ihrem Partner* ebendiese Diskussionen daheim führt , trägt zur Verbesserung der Welt und der Position aller Frauen* bei.

    Um also nochmal kurz die Antwort zusammenzufassen : Ja, dieses Aufzählen der ewigen Diskussionen in individuellen Hetenbeziehungen mag nervig sein, dient aber jedem Beitragschreiber*In der Selbstreflektion, die immer nötig ist, um Entwicklung in Gang zu setzen.
    Nein, eine Rache am anderen Geschlecht ist für mein Empfinden moralisch nicht korrekt. Wieso muss mein 6- jähriger, hochsensibler Neffe zukünftig jegliche Reproduktionsarbeit leisten ? Was kann er denn für all die Verbrechen, die in der Vergangenheit geschehen sind ?

    Und ja, es ist bemerkenswert an welchen gesamtgesellschaftlichen Umbrüchen Du arbeitest und in welchem großen Zusammenhang Du die Dinge betrachtest, doch es fühlt sich für mich auch alles sehr verbissen an.

    Liebe Grüße

  12. Als schwarz „positionierte“ cis-Frau in einer Heten-Ehe und Mutter von zwei Kindern muss ich hier einmal einwerfen, dass genau diese Art von Berichten es schwer macht sich in der Gesellschaft als Feministin zu präsentieren, um nicht mit dieser Art der 3rd wave pseudofeministischen Machtspielchen in einen Topf geworfen zu werden.
    Der extreme Zynismus und die Verbitterung mit der dieser Bericht geschrieben wurde zusammen mit den extremen Klischees an denen sich die Autorin hier abarbeitet zeigen, dass sie genau das getan hat was sie zuvor angekündigt hat: einen unkonstruktiven, sarkastischen Kommentar abzulassen. Hippe, coole Ideen, wie nice gelayoutete Putzplan-Apps, Ausgleichsfonds von white cishet dudes und generalisiertes Hetenpärchen bashing unterstreichen das nur.
    Aber wenigstens haben wir ja was dabei gelernt. Gerechtigkeit in Hetenbeziehungen gibt es nicht und ihre „Überzeugung“, dass in den allermeisten Heterobeziehungen die Frau für das Gerechtigkeits-Management zuständig ist. Wow. Applaus, Applaus.
    Also ist das jetzt eigentlich Hetzte oder ist das schon Propaganda?
    Dennoch danke nochmal für die Erklärung wie unterdrückt und was für Opfer die Frauen in meiner Familie meine Freundinnen und ich doch sind und was für Monster unsere „Dudes und Väter“ und die Gesellschaft die sie ganz alleine erschaffen haben!
    P.s. Was soll eigentlich das Bullying der anderen Kommentatoren hier? Annabelle, Leena und Sophie haben versucht hier mal etwas nuancierte Sichtweisen und eigene Erfahrungen beizusteuern und werden direkt von euch derart extrem angegangen. Ganz nach dem Motto wer eine andere Meinung hat, hat es einfach nicht verstanden. Na ja, wenn keiner der Kommentatoren den Bericht verstanden hat, dann sollte die Autorin vielleicht nochmal über ihren Bericht nachdenken.

  13. @Sophie
    I give up. Ernsthaft, wir argumentieren von verschiedenen Planeten aus. Würde unseren Austausch dann jetzt denke ich auch beenden wollen.

    Es ist mir schleierhaft, wie man einen KOMPLETTEN Artikel darüber, warum man NICHT (!) den Fokus auf 50:50-Debatten legen will, schreiben kann, damit dann Leute ankommen, die UNBEDINGT über ihre 50:50-Debatten reden wollen – noch dazu während sie meiner These noch nicht mal, z. B. durch eigene Beispiele erfolgreich umverteilter Ressourcen, was entgegen setzen, sondern mein Argument konstanter häuslicher Schieflagen in ihren eigenen Ausführungen permanent bestätigen. What the hell. Das gesamte feministische Internet ist voll mit dem Thema 50:50, ganz bestimmt ist auch hier im Blog schon mal was dazu geschrieben worden – es wird ventiliert, es werden Excellisten ausgetauscht, es werden Ratgeber empfohlen, es wird diskutiert. Macht eure „Selbstreflektion“ doch einfach dort. An dieser Stelle ist doch ganz offensichtlich nicht der Raum dafür.

  14. @ Charlott

    Was genau ist das Risiko des Typens? Ich könnte jetzt lang und breit ausführen, warum das eben nicht das gleiche „Risiko“ ist. Aber jetzt erstmal nur so viel: Nope.

    Natürlich bedeutet es für den Mann ein erhöhtes Risiko, wenn die Ehe scheitert und seine Ex-Frau viel weniger verdient als er.
    Schon Mal was von nachehelichem Ehegatten-Unterhalt gehört.

  15. So noch ein eher resignierendes Statement zum Abschluss :
    Hier – so nahm ich an- würde Raum für konstruktive Kritik bestehen und lebendiger Austausch stattfinden, doch das war wohl eine fehlerhafte Einschätzung meinerseits.
    Schade, dass Du weder auf meine Anmerkungen bzgl der Rache, noch auf die Notwendigkeit des Bewusstwerdens einer jeden Frau* eingehst.

    Du möchtest scheinbar etwas bewegen und verändern und dazu benötigt man möglichst viele Verbündete.Glaubst Du es gelingt Dir gerade die Menschen zu überzeugen, die sich bislang noch gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben, wenn Du verbissen, auf Deine Ansichten beharrend erwartest, dass nun das andere Geschlecht „bestraft“ wird?

    Vielleicht magst Du mal darüber sinnieren welche Lehrer*Innen dich damals am meisten von einem Fach überzeugen konnten und wodurch sie das taten.

    Bin leider aktuell enttäuscht von diesem Kommentarfaden. Hatte wohl zu optimistische Erwartungen.

    Gruß

  16. @alle:

    Ich gehe jetzt nicht auf jedes Detail ein, aber ich möchte doch noch einmal auf einiges antworten. Ich bin natürlich nicht Anna-Sarah, schreibe also über meine Lesart ihres Texts und meine Wahrnehmung der Diskussion.

    Hetenbeziehungsdetails: Ich sehe, dass hier relativ große Verwunderung darüber herrscht (gelinde ausgedrückt), dass die ellenbreiten Darlegungen der Aushandlungen oder Modelle in der eigenen Hetenbeziehung, nicht begeistert als Denkanstoß oder Diskussionsbeitrag angenommen werden. Nun, wenn ich mir Annas Text angucke, dann entnehme ich ihm folgende Aussagen: 1. Es gibt einen dominanten Diskurs zu „Gerechtigkeit bei Care-Arbeit“. 2. Dieser Diskurs ist eh erst einmal nur für eine bestimmte Gruppe von Personen irgendwie relevant (Personen, die von eher weniger gesellschaftlichen Ausschlüssen betroffen sind…). 3. Aber selbst, wenn man nur diese Gruppe und die Diskussion betrachtet, lässt sich feststellen, dass es ein Problem gibt: Die Diskussion suggeriert die Möglichkeit Gerechtigkeit herzustellen, wo dies – höchstens unter extremen Maßnahmen und dann sehr individualisiert – machbar ist. Alle Beiträge, die nun breit über Staubsaugen und Müll rausbringen sprechen möchten, machen nichts als eben weiter den kritisierten Diskurs darzulegen. Dieser Austausch zu den stark individualisierten Umgängen ohne Debatte weiterer Ungleichgewichte kann an unendlich vielen Orten im Netz geführt werden – und wird auch geführt. Es gibt so viel Raum dafür. Denn – erste These des Texts – dieser Diskurs ist dominant. Der Artikel ist eine Intervention dazu. Dann hier genau die gleichen Diskussionen führen zu wollen wie überall anders, wird natürlich mit Irritation aufgenommen. So wie die Kommentardiskussion verläuft, tut sie vor allem eines: Der dominante Diskurs wird reproduziert (und damit auch eine ganze Reihe von Ausschlüssen, btw) und ganz bestimmte Lebensmodelle werden weiterhin in der Diskussion zentralgesetzt. Das ist neben vielen Dingen auch ziemlich unsolidarisch.

    Rache: Ich finde es persönlich etwas befremdlich, wie Ideen zur radikaleren Umverteilung oder auch nur die Forderung, dass Carearbeit übernommen wird, als „Rache“ verstanden werden. Und ja klar, natürlich wäre es ungerecht, wenn alle Diskriminierungsverhältnisse eigentlich überkommen wären und dann wird eine einzelne Gruppe dazu verpflichtet bestimmte Aufgaben zu machen. Nur, um dieses Szenario geht es weder jetzt noch wird es das – aller Voraussicht nach – in zwanzig Jahren. Wir sprechen als über Ausgleichen diskriminierender Strukturen (während daran gearbeitet wird diese abzuschaffen). Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Risiko: Ein Mann, der von einer Hausfauenehe beispielsweise ja auch sehr profitiert hat, und dann Geld bezahlen muss um einen (wie im Text eben auch beschrieben nicht mal ansatzweise tatsächlich fairen) Ausgleich herzustellen, verstehe ich nicht als Person, mit großem Risiko.

    „verbittert“ und „verbissen“: Was für eine Diskussion wird erwartet, wenn die Autorin/ ihr Text mit solchen (ja auch eher anti-feministischen und misogynen) Zuschreibungen bedacht wird. Strukturkritik ist verbissen? Das Patriarchat wird ohne Freude beschreiben? Ja, okay.

  17. Nachdem auf meinen Kommentar schon mehrere Antworten waren und ich nun auch (endlich) dazu gekommen bin, diese und alle anderen Beiträge nochmals in Ruhe zu lesen, bin ich von der harschen Tonart doch überrascht. Natürlich muss in Diskurs und Debatten auch mal Ironie, Sarkasmus und zynische Interventionen ausgehalten werden, aber die Heftigkeit, in der hier zurück „geschlagen“ wird, verstehe ich nicht. Im Grunde sind wir doch alle auf derselben Seite, oder? Daher bedanke ich mich bei Dir, Anna-Sarah, für den Beitrag. Die Intensität der Diskussion muss Dir ja zeigen, dass du den „Nerv“ getroffen hast. Dann Danke auch an alle weiteren Diksutant*innen, denn durch Sophie und Imani habe ich nochmals andere Zugänge erfahren.

    Wie oben schon beschrieben, bin ich doch über folgende Punkte verwundert: Warum ist es überraschend, dass Menschen, angeregt durch den Beitrag, ihre Sichtweise und ihren persönlichen Umgang mit 50:50 oder eben nur 60:40 erzählen? Wo es doch ein sehr persönliches Thema ist…
    Was ist zudem daran verwerflich, zu glauben, hier eine Plattform für eine Diskussion finden zu können? Oder möglicherweise auch Ratschläge oder Inspiration, wie man es besser machen könnte, ohne sich ganz „aufzureiben“? Ist das nicht die Idee einer „Mädchenmannschaft“, also Vernetzung, Austausch, Diskussion…?!
    Warum darf ich dann als Leser*in nicht sagen, dass ich mir etwas mehr „Yes, we can“ und Bestärkung wünsche?
    Als letztes wollte ich noch einmal die (eigenständige) Person des Kindes und deren Rolle mit in die Debatte aufnehmen. Denn egal, wie wunderbar man sich mit seinen Partner*innen arrangiert, sind die kleinen Wesen immer eine überraschender Faktor. Der schließlich alle Berechnungen und Vorsätze aushebelt, einen aber auch immer wieder an die Utopie glauben lässt. Und das ist gut so!

  18. Hi Anna-Sarah,
    Das würde ich normalerweise nicht kommentieren, aber unter den gegebenen Umständen…
    Ich finde deinen Text super. Ich finde da die Worte nicht so und werde schon vorher hart sarkastisch (durchaus berechtigt finde ich).
    Warum ich also auf die (in meinem Alter permanente) Frage, ob ich Kinder will, grad gerne antworte „Also Vater würde ich schon sehr gerne werden…“
    Viele Grüße,
    Sofia

  19. hallo alle. ich schreibe kurz etwas, was sich „nur“ auf care-haushaltsarbeit bezieht.
    also in den kreisen (heteronormative nicht feministischen beziehungen) in denen ich mich bewege geht es schlicht und er greifend erst einmal darum das mütter überhaupt erst einmal checken in welchen situationen sie sich befinden. viele denken immer noch es sei ihre alleinige aufgabe, dies und das zutun für die familie. das heißt es bedarf ersteinmal, zu erkennen das sie care-arbeit etc. nicht allein machen müssen und ja, sollten die väter das auch sehen. warum sehen sie es nicht? weil eben auch sie väter-vorbilder hatten die genauso wenig mitgeholfen und mitgedacht haben. wir befinden uns ja ersteinmal oder immernoch in befreiungen von unserer eltern-generation. (und denen davor) das heißt ich merke sehr oft wie viel „vorsprung“ ich in vielen dingen habe und wie wenig „der typ“ davon erlebt hat. das soll kein „inschutznehmen“ sein, es ist einfach fakt. sie checken es leider erst dann wenn wir es ansprechen und das ist selbstverständlich nicht unsere aufgabe.
    da wir aber wissen das wir uns immer noch von jahrundertalten (bsp. jean-jaques rousseau „emile“) rollenbildern befreien müssen und das diese zum großteil immer noch gelebt werden, braucht es enorm viel zeit und jahre bis wir gewisse themen überwunden haben oder sensibler damit umgehen. deshalb führe ich solche gespräche die mir zwar energie nehmen, aber wenn ich nichts sage, kann ich auch nicht gehört oder verstanden werden. es kann nerven, tierisch nerven aber es gehört zur befreeiung dazu. es ist ein prozess und ja es ist noch viel zutun, auf mehreren ebenen und in mehreren instanzen! ich kämpfe dafür…in meiner speakerinnen-arbeit ist es momentan erst einmal wichtig überhaupt dafür zu sensibilisieren und das ist sehr befriedigend!

  20. Hallo, mein Name ist Jörn, ich bin mit einer Frau verheiratet und wir haben ein gemeinsames Kind.

    Ich habe schon jetzt das Gefühl, dass ich mich total lächerlich machen werde, mit dem was ich schreibe, aber sei’s drum. Ich weiß nicht was „#notallmen me“ bedeutet, fürchte aber sowas wie: „Ich bin nicht so ein Typ.“ Genau das würde ich dann jetzt aber machen wollen. Wenn ihr darauf keinen Bock habt, müsst ihr das ja gar nicht weiterlesen. Ich werde auch keine umfangreichen Details meiner Beziehung hier ausführen, um zu zeigen, was ich für ein toller Hecht bin, keine Sorge. Warum schreibe ich denn nun? 1. weil ich mich ungerecht behandelt fühle (das ist aber eigentlich auch egal, aber da es ohnehin zwischen den Zeilen durchklingt, kann ich das ja auch einfach direkt sagen); 2. weil ich vielleicht nicht alles verstanden habe und daher mglw. tatsächlich noch was lernen kann (das meine ich ernst).

    Wo ich noch was lernen kann / wo ich ggf. 50:50 missverstehe:

    a) Meine Frau und ich arbeiten beide im öffentlichen Dienst, im gleichen Tarifvertrag auf der gleichen Erfahrungsstufe, erfahren also kein Gender Pay Gap. Unsere beiden Gehälter (die aufgrund unterschiedlicher Arbeitsumfänge, die durch die Arbeitgeber*innen gegeben sind) fließen auf ein gemeinsames Konto, von dem wir alle gemeinsamen Kosten bestreiten. Für unsere privaten Ausgaben (Hobbies, Parteien, Vereine, Süßigkeiten) zahlen wir uns jeweils ein gleich hohes Taschengeld. Soweit alles 50:50.

    b) Im Haushalt sprechen wir uns bei den Aufgaben ab und teilen uns die. Wir kaufen gemeinsam ein oder schreiben uns Einkaufslisten. Wir führen darüber kein Buch, daher kann ich das nicht genau sagen, vermute aber auch hier 50:50.

    c) Da meine Frau eine halbe Stelle hat und ich 80% arbeite, kümmert sie sich an drei Werktagen nach der Kita um unsere Tochter, ich an zwei. An den Wochenenden sprechen wir uns ab. Das ist nicht 50:50, aber die Arbeitsverträge sehen nun mal bestimmte Stundenumfänge vor. Hier also kein 50:50, aber dagegen können wir aktuell nichts tun. Derzeit bewirbt sich meine Frau auf Vollzeitstellen, ich auch.

    Wo ich was gelernt habe:
    Was das Thema „Rente“ anbetrifft: das finde ich interessant. Sobald ich auch nur einen annähernden Rentenanspruch erworben habe, werde ich diesen Bereich in Angriff nehmen.

    Worüber ich mich ärgere:
    Bei uns gab es nie Diskussionen darüber, dass wir uns Kind, Haushalt, Katze teilen. Ich kenne mehrere Paare, bei denen das so ist. Ich finde die „isso“-Rhetorik, in der diese Vermutung im Text formuliert wird, unangemessen. Ich könnte das mit einem Achselzucken abtun, finde aber, dass es ungerecht gegenüber jenen Paaren ist, die gemeinsam große Anstrengungen unternehmen, eine egalitäre Partner- und Elternschaft zu führen.

    In unserem Fall war die Aufgabenteilung nie Grund für Diskussionen. Das

  21. Hi Franziska,
    dass die Kämpfe um gleiche Aufgabenverteilung nicht irrelevant sind, finde ich wie gesagt auf jeden Fall auch. Mein Punkt wäre, dass zusammen mit dem Thema Aufgabenteilung weitere „Kampfzonen“ mitgedacht und damit verknüpft werden müssen. Ich bin daher nicht so optimistisch, dass die Auseinandersetzungen um 50:50 irgendwann einmal in wirklicher Gerechtigkeit münden. Zumal ich auch glaube, dass die mangelnde Care-Beteiligung nicht nur auf veralteten Vorbildern beruht, sondern sich wunderbar mit dem Leben in Deutschland 2019 vereinbaren lässt, weil sie – wenn natürlich auch anders als sagen wir mal in den 50ern – strukturell eher gefördert als bekämpft wird.

  22. Ein Aspekt dabei, der hier jetzt noch nicht zur Sprache kam, den ich aber wichtig finde: Wie hart können Mütter die Kämpfe um gerecht geteilte Zuständigkeiten in ihrer Familie überhaupt ausfechten? Wenn Kinder im Spiel sind, um deren Bedürfnisse es geht, kann man nicht aus gerechtigkeitspädagogischen oder Protest-Gründen „einfach“ die Arbeit niederlegen und sich ihr so lange verweigern, bis der Typ den Bedarf sieht und sich kümmert. Mit überquellenden Mülleimern, ohne Salz im Vorratsschrank oder mit Mahnungen wegen der nicht bezahlten Telefonrechnung kann man sich vermutlich ein Weilchen arrangieren. Kindliche Bedürfnisse, vor allem wenn wir über sehr junge Kinder sprechen, wollen im hier und jetzt, oft: sofort, befriedigt werden. Eine Minute länger Quengeln aushalten, damit der Vater aufwacht, bevor man selbst aufspringt – mit Herzschmerz vielleicht noch ok. Das Baby die halbe Nacht schreien lassen, weil nun mal ausgemacht war, dass ich heute nicht mit füttern dran bin? Sicher nicht. Riskiere ich, mein Kind unabgeholt vor der KiTa stehen zu lassen, weil der Vater sich verbindlichen Absprachen verweigert oder ich damit rechnen muss dass er die Zeit verpeilt? Oder dass es den Geburtstag der besten Freundin verpasst, weil Papa den nicht auf dem Schirm hat? Dass es nicht mit auf den Schulausflug mitgenommen wird, weil Papa den Unkostenbeitrag verbaselt hat? Wir tragen die Konflikte mit den Vätern nicht auf dem Rücken unserer Kinder aus. Und auch deswegen bleibt vieles unsichtbar.

  23. Hey Jörn,
    zunächst ein kurzer Lesetipp zum Gender Gap: In unserem Dossier zu feministischer Ökonomiekritik hatte Nadine erklärt, wie sich dieser zusammen setzt und auch noch mal ein paar weitere Lesetipps verlinkt. Ist zwar ein paar Jahre alt, im Kern aber nach wie vor aktuell. (Die Tatsache, dass du 80% arbeitest und deine Frau 50%, hängt damit übrigens zusammen, auch wenn es in der individuellen Konstellation fast immer nachvollziehbare Gründe für diese oder ähnliche Aufteilung gibt, das ist ja gerade das spannende an Strukturen ;) )

    Dass mein Text bei nicht wenigen Menschen unangenehme Gefühle auslöst, überrascht mich nicht, ich möchte diese Gefühle aber ungern ins Zentrum dieser Diskussion stellen. Denn dass es generell Schieflagen bei der Verteilung von Zuständigkeiten, Verantwortungsübernahme und Arbeitsverteilung zwischen Männern und Frauen gibt, ist ja unbestreitbar (und wenn man es grundsätzlich bestreiten wollte, würde man sich dafür sinnvollerweise nicht ein feministisches Blog aussuchen). „In unserem Fall war die Aufgabenteilung nie Grund für Diskussionen“, schreibst du – gehe ich einmal davon aus, dass das daran liegt dass deine Partnerin und du euch auf diesem Gebiet einig seid, dann bestätigst du ja meine These, dass diese Aufgabenteilung wenn dann nur in den Fällen funktioniert, wo von Anfang an weitgehend Einigkeit herrscht. Auch wenn ich glaube, dass der Fall, dass beide Partner_innen sich alles teilen wollen, häufiger ist als dass sie es wirklich tun, aber das jetzt mal nur nebenbei. Ich sehe also keinen Widerspruch zu den Punkten, die ich hier aufgemacht habe.

    Du sagst, du findest meine Überlegungen „ungerecht gegenüber jenen Paaren (…), die gemeinsam große Anstrengungen unternehmen, eine egalitäre Partner- und Elternschaft zu führen“. Da scheint für mich durch (wie ich es auch schon weiter oben bei anderen Kommentaren wahrnehme), dass du offenbar vermutest ich würde meine Überlegungen quasi als Unbeteiligte anstellen. Als würde ich solche Paare nicht kennen, oder als könnte ich selbst nicht Teil eines solchen Paares sein oder es jemals gewesen sein. Finde ich schwierig. Abgesehen davon denke ich, dass der Text für Paare, die ihren Anspruch an faire Verteilung ernst nehmen und Lust haben, Gerechtigkeit in einem etwas größeren Kontext zu denken, mehr Anregungen enthält, als dass er sie fatalistisch ausbremst. Jedenfalls wenn sie sich nicht ihren Abwehrreflexen überlassen.

  24. Hey,
    danke für deine Antwort.
    Die 50% bzw. 80% liegen allein darin begründet, dass ich promoviert bin und ein Post-Doc Projekt verfolge und meine Frau noch Doktorandin ist. Die (Un-)Gerechtigkeit solcher Unterscheidungen steht auf einem anderen Blatt.

    Abgesehen davon hast du Recht. Meine Vorbehalte sind nicht wirklich sinnvoll. Eigentlich habe ich mich am Ton gestoßen (und tue es immer noch), in dem du deinen Text geschrieben hast. Daraus lässt sich auch beim besten Unwillen jedoch kein Dissens in der Sache konstruieren. Insofern danke ich dir murrend über den Ton für die Bestärkung darin, als Typ meine Privilegien zu checken und näher zu kommen, als nur die belanglosen Selbstverständlichkeiten (einkaufen, abwachsen, diesdas) zu erfüllen.

    Viele Grüße

  25. Weil ich vermute/hoffe, dass es vielleicht nicht komplett verlorene Liebesmüh ist, nehme ich mir mal kurz die Zeit:

    Guck mal, Jörn, was das jetzt wieder mal für ein wundervolles Beispiel für einen – wenn auch nicht den zentralen – Punkt in dem Text ist: Deine „nicht sinnvollen Vorbehalte“ bzw. Dein „Murren“ über einen Text, das bei näherem Drübernachdenken eigentlich nur eine Stilkritik und ein Gefühl des davon Angegriffenseins ist und das – wie Du selbst sagst – eigentlich keinerlei wirklich nennenswerten inhaltlichen Dissens enthält, wird hier von der Autorin abgeholt, die Autorin setzt sich damit auseinander, erklärt, pipapo, und am Ende kommt raus, dass eigentlich eben nur der Ton Dich persönlich stört und dass es Dir aber geholfen hat, weiterzukommen in Sachen Privilegiencheck und so.

    Unter einem Text auf einem feministischen Blog, der u.a. die These aufmacht, dass das Gerechtigkeitsmanagement in Hetero-Beziehungen in erster Linie die Sache von Nicht-Typen ist, auf deren energetischen, finanziellen, emotionalen etc. Ressourcen geht etc. und nachdem auch schon eine offenbar für alle Seiten nicht unanstrengende Diskussion gelaufen ist usw.

    Wie gesagt: schön, dass Du Dich jetzt weiter bestärkt darin fühlst, auch irgendwie noch persönlich weiterzukkommen und so, aber so von außen betrachten als Mitleserin finde ich diesen Vorgang irgendwie schon ziemlich bezeichnend und q.e.d.-mäßig. Nur mal so kurz von außen eingeworfen in Sachen „Privilegien checken“ und Ressourcenverteilung beim Gerechtigkeitsmanagement und 50:50 und so…

  26. Soweit so gut die empfundene Situation (mir wäre wohler mit handfesten Studien als mit „wie wir alle wissen“. ). Ich kann mich der Beschreibung an vielen Stellen grade der Diskursbeschreibung anschließen. Was mir fehlt ist der konkrete Schlachtplan eine konkrete Beschreibung oder zumindest der Vision des „wie sollte der Zielzustand des Zusammenlebens sein“. Also konkreter als Schlagwörter.
    Und eine Frage wirft der Text natuerlich auf (und da kann ich nicht anders als polemisch werden): wenn das so kacke ist, warum führt ihr dann so Beziehungen? Warum lasst ihr euch freiwillig von Kerlen so kacke behandeln? Und komm mir keiner mit der Erklärung „ja, das System zwingt mich“. Nein. Ob mensch eine Beziehung führt entscheidet jede*r fuer sich. Ich glaube: solange Typen ne Frau abbekommen die das mitmacht, ändert sich nix. Und das strukturelle Problem? Mansplaining: Keine Revolution wurde je ohne persoenliche Opfer und massiven Druck gewonnen. Kein Wahlrecht, keine Gewerkschaft, keine Krankenversicherung. Ich hoffe deswegen inständig das am 8. März der Frauenstreik die Republik erschüttert und wir endlich rauskommen aus dem Irrglaube das Twitterwellen, FB Aktionen und Symposien Dinge verändern.

  27. Moin Mjkw,

    womit mir wohler wäre: mal kurz überlegen, warum du nach zig Jahrzehnten Feminismus und roundabout 20 Jahren Internet von jedem einzelnen Beitrag zum Thema Verteilung von Care Work zwischen Männern und Frauen die erneute konsumfreundliche Präsentation von „handfesten Studien“ (lol) erwartest. Hier ist jede Suchmaschine deine Freundin. Übrigens auch der Suchschlitz hier im Blog. Bisschen witzig finde ich es auch, der „Diskursbeschreibung“ zuzustimmen, aber dennoch „Studien“ zur Validierung zu fordern. Weil die ganzen Frauen die (seit forever) Ungerechtigkeiten in ihren Beziehungen thematisieren, erst mal objektiv eingeordnet werden müssen, weil die können ja viel erzählen? Aber gut, ist schon alles passiert, wie gesagt. Da muss ich nicht noch mal losgehen und Literaturverweise ausbuddeln, damit Leute, die ganz ironiefrei den Disclaimer „Mansplaining“ in einen lupenreinen Mansplaining-Kommentar packen, sich „wohler“ fühlen. Lustigerweise dann gerade auch noch mit einem Text, der thematisiert, wieviel auch emotionale Arbeit Frauen in die Gerechtigkeitsdebatten mit Typen stecken, siehe auch den Kommentar von B. eins weiter oben.

    Einen „konkreten Schlachtplan“ vermisst du. Wie konkret hättest du es denn gerne? Der Text und vor allem auch unser Podcast zum Thema macht durchaus recht konkrete Perspektiven auf. Mit denen kann mensch ja eigenverantwortlich und kontextbezogen umgehen.

    A Propos Podcast, da gehen wir u.a. auf die Frage „Warum führen Frauen solche Beziehungen?“ ein, aber du hast anscheinend relativ klare Vorstellungen davon, was legitime Interventionen sind und was nur irgendwelcher Quatschkram, in sofern weiß ich nicht ob du dir sowas überhaupt anhörst. Da du „ihr“ sagst, nehme ich mal an, dass die Frage auch an mich persönlich gerichtet ist. Könnte ich jetzt natürlich einiges zu sagen (auch wenn du Frauen dazu offenbar nur ein unterkomplexes Statement wie „Das System zwingt mich“ zutraust), aber nur so viel: Ich mach das nicht mehr. Danke aber noch mal für den Hinweis, dass es für viele Veränderungen massiven Druck und eigene Opfer braucht, ich dachte bisher, lieb fragen hilft.

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