Kurz verlinkt am Wochenausgang

von Katrin

Was für eine schöne und sonnige Woche! Doch auch wenn die Sonne die Menschen nach draußen zieht, war im Netz einiges los – und zwar das:

Einen sehr schönen Artikel über sogenannte „Tomboys“ – Kinder, die auf den ersten Blick nicht eindeutig als Junge oder Mädchen zu kategorisieren waren – und die Frage: Wo sind sie geblieben? – von Stephanie Theobald für den Guardian geschrieben, entdeckt auf freitag.de

Das hat uns doch gerade noch gefehlt, oder? Auf beinggirl.eu findet sich eine „Happy Island“ von der Binden und Slipeinlagen-Marke Always. Ein kleine Community für Frauen, die so verrückt sind, auf der „Always Happy Island“ zu „chatten, lachen, teilen“: Denn diese seltsame Insel lebt davon, dass die „beinggirls“ sich gegenseitig Räume dekorieren und Geschenke schicken – was bekanntermaßen ja alle Girls Happy macht. Ahoi!

Vielleicht habt ihr es mitbekommen: Nadja Benaissa wurde verhaftet. Ihr wird vorgeworfen, sie habe wissentlich ohne zu verhüten Sex mit einem Mann gehabt, den sie mit HIV ansteckte. Interessant ist dazu die Presseerklärung der Deutschen AIDS-Hilfe.

Ich möchte natürlich diesen Artikel niemandem vorenthalten: Der Spiegel berichtet auf seinem Online-Auftritt wieder einmal von Männern in der Sinnkrise und dem verlorenen Geschlecht. Ein Thema, das immer wieder auf dieser Seite zur Sprache kommt und sicherlich auch sehr wichtig ist. Jedoch sollte der Artikel kritischen Auges gelesen werden.

Waaahhhh! – Jetzt gibt es schon ferngesteuerte Models (oder ist das gar keine Neuigkeit?? – ja doch, androide Models, keine menschlichen, das ist wohl neu)!! Eine kleine feministische Einordnung dieser Tatsache sowie ein sehr skurriles Video findet sich beim Bitch Magazine.

Zum Abschluss ein Artikel aus der feministing-Community über Mutter-Kind-Literatur.




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Eintrag geschrieben: Freitag, 17. April 2009 um 13:26 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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28 Kommentare

  1. jj sagt:

    ad Nadia Benaissa – sie soll mit mindestens drei Männern ungeschützten Sex gehabt haben *ohne* diese über ihren ihr bekannten HIV-Status zu informieren. Einer davon soll sich angesteckt haben. Ich finde das öffentliche Vorgehen und die Anordnung von Untersuchungshaft wegen angeblicher Wiederholungsgefahr für derartig weit zurückliegende Fälle auch problematisch, aber man sollte hier auch nicht die Augen davor verschließen, daß es sich möglicherweise um schwere Körperverletzung in mehreren Fällen handelt. Wenn ein Hooligan drei Typen im Stadion umhaut, geht der auch in Untersuchungshaft.

  2. Patrick sagt:

    Ja, aber der Verprügelte hat dem Hooligan auch nicht gesagt, er dürfe ihn ruhig fester anpacken.

    Oder werden Männer in Gegenwart von Frau B. derart machtlos, dass sie gegen ihren Willen auf das Kondom verzichten müssen?

    Ganz davon ab, dass ein Faustschlag etwas schneller geht als Geschlechtsverkehr, sodass die „Schutzhaft“ (Im Knast, um weitere Männer zu schützen) doch eher grotesk ist.

  3. Judith sagt:

    wegen der tomboy-geschichte. irgendwo – nur wo??? – habe ich auch was darüber gelesen. wo irgendwie so ähnlich argumentiert wurde, dass heute mädels eben besser sowohl-alsauch, sich feminin kleiden und trotzdem in den bäumen klettern könne/dürfen, und nicht mehr auch äußerlich sich männlich geben müssen um (ehemals) männlich konnotierte dinge zu tun…
    fand ich ganz interessant.

  4. Miriam sagt:

    @ jj: Wie die Aids-Hilfe schon schreibt: Zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr gehören immer zwei und deshalb finde ich es durchaus auch problematisch, welche Botschaft da gerade durch die sehr medienwirksame Verhaftung transportiert wird.
    Wenn eine Frau mit ihrem Chef im angetrunkenen Zustand nach Hause geht und dort von ihm vergewaltigt und fast getötet wird, dann hat sie fahrlässig gehandelt, wenn man diese Argumentation auf den Fall Benaissa anwendet, dann hat der von ihr infizierte Mann ja wohl mindestens genauso fahrlässig gehandelt…

  5. Zum Spiegel-Artikel: Viele Männer sind, wenn wir ganz ehrlich sein wollen (nicht suggestiv gemeint!) genauso in einer Art Sinnkrise, wie viele Frauen- nur stehen will niemand dazu. Woran liegt es eigentlich, dass wir in unserer westlichen Kultur immer weniger Schwäche zeigen können (oder dürfen)? Das tut doch der Stärke keinen Abbruch- ganz im Gegenteil! Wirklich stark ist nur der- oder diejenige, die auch Schwäche zeigen können. Die anderen sind bestenfalls hart geworden- aber nicht stark.

  6. Judith sagt:

    wegen nadia benaissa. unschuldsvermutung. bitte. da war doch was.

    patrick, naja. die argumentation klingt mir ein bisschen nach victim-blaming. natürlich sollte man IMMER ein kondom verwenden. aber damit rechnen, dass dich jemand wissentlich oder sogar willentlich in kauf nimmt dich mit mit einem virus anzustecken?

    außerdem: HIV nichtgleich AIDS nichtgleich TOD. wollt ich nur gesagt haben.

  7. jj sagt:

    Patrick,

    Ich finde das ja auch grotesk. Zumal die Pressereaktion sicher die bessere Vorsorge bringt. Aber Dein Vergleich hinkt trotzdem –

    „Oder werden Männer in Gegenwart von Frau B. derart machtlos, dass sie gegen ihren Willen auf das Kondom verzichten müssen?“

    denn es geht ja nicht darum, daß die Männer auf das Kondom hätten verzichten müssen, sondern, daß B. sie nicht über ihren Serostatus informiert haben soll, warum auch immer, so daß ihre Sexualpartner ihre Entscheidung, mit ihr Sex zu haben, nicht in Kenntnis aller relevanten Informationen treffen konnten.

    Selbst bei einem angenommenen (theoretischen, statistischen) Pro-Akt-Infektionsrisiko von vielleicht 1/200 (kann mich gerade an die Quelle nicht erinnern) von der Frau zum Mann bei ungeschützer vaginaler Penetration ist das ein signifikantes Weglassen von relevanten Informationen und vermutlich strafrechtlich relevant.

  8. Rahab sagt:

    @jj: oiwawoi! jungs sind jetzt also körperlich gewalttätig und und mädchen sexuell…oder wie ist dieser mehr als hinkende vergleich zu verstehen?!
    ansonsten: könnte es sein, dass wir gerade eine art „talibanisierung“ in der deutschen justiz beobachten können? mir kommt es so vor, als werde da so etwas wie das shi’itische ehegesetz aus Afghanistan praktiziert. frau hatte ‚unautorisierten‘ sexuellen kontakt und wird dafür nachträglich in untersuchungshaft genommen… wie das mit den gründen für untersuchungshaft zu vereinbaren sein soll, ist mir schleierhaft! fluchtgefahr? verdunkelungsgefahr? wiederholungsgefahr? will mir alles nicht so recht einleuchten, weshalb ich mich frage: was ging in dem richterlichen kopf vor, dessen träger/in den haftantrag unterschrieb?
    und was sich die pressestelle der staatsanwaltschaft gedacht haben mag?

  9. jj sagt:

    Miriam,

    klar ist das fahrlässig. Aber darum geht’s doch nicht. Wenn er sie auf Schmerzensgeld verklagen sollte, dann wird das sicher auch eine Rolle spielen. Aber genausowenig wie das strafbare Verhalten des Vergewaltigers von der Tatsache abhängt, daß eine Frau mitgeht, war ihr potentiell strafbares Verhalten davon abhängig, daß der Typ (offenbar in UNKENNTNIS ihres Serostatus) auf ein Kondom verzichtet hat.

    Judith,

    deswegen lautet die Anklage ja auch auf (schwere?) Körperverletzung, wenn ich das richtig verfolgt habe. Zur Unschuldsvermutung. Völlig korrekt, ich finde das Vorgehen der Justiz skandalös, aber das bedeutet ja nicht, daß man die Tatvorwürfe nicht diskutieren kann, wenn sie nun mal öffentlich geworden sind.

  10. jj sagt:

    Rahab,

    der Vergleich bezog sich nur auf den Tatvorwurf der Körperverletzung. Und ja, ich kann die Vorgehensweise der Justiz in diesem Fall auch nicht nachvollziehen.

  11. Rahab sagt:

    je nun @jj, vielleicht ist ja auch körperverletzung mit körperverletzung nicht so einfach vergleichbar. immerhin wird zwischen einfacher, schwerer, gefährlicher körperverletzung unterschieden, zwischen einfach eine runterhauen, einem gezielten faustschlag, einem faustschlag mit sandgefülltem handschuh-bewehrt um nur mal ein paar abstufungsmöglichkeiten zu nennen. die sich erweitern ließen um den schlag durch ein kind und den schlag durch einen durchtrainierten erwachsenen und den schlag durch eine/n profi-boxer/in. obwohl natürlich auch die backpfeife des kindes ungeahnte folgen (bis hin zum tod) haben kann, die der profi-boxerin aber nicht mehr als ein blaues auge… ich könnte mir durchaus eine situation vorstellen, in der ich als richterin den hinweis gäbe (geben müßte), dass hier auch eine verurteilung wegen einfacher körperverletzung in betracht kommt – oder den beteiligten einen vorschlag zur verfahrenseinstellung machte. alles denkbar. zuweilen, so meine erfahrung, bleibt von einem anfänglichen tatvorwurf und dessen rechtlicher würdigung durch eine STA nicht viel übrig.
    aber soweit ist das verfahren ja noch nicht mal! sondern gerade mal da, wo nach erlaß eines haftbefehls der haftprüfungstermin ansteht. der allerdings dringend!

  12. Ariane sagt:

    Die ganze Geschichte regt mich tierisch auf!! Wurde denn schon ein Mann angeklagt, der sich über seine Eigenschaft als Chlamydien-Überträger im Klaren war und die Frauen nicht informierte und Sex ohne Gummi verlangte?
    Die Typen sind doch selbst schuld. Wirklich ein Verschulden für Nadja würde ja bestehen, wenn sie explizit auf Sex ohne Gummi bestanden hätte und dabei die Fehlinformation geliefert hätte, sie sei kürzlich negativ getestet worden. Dann vielleicht.

  13. flawed sagt:

    Wurde denn schon ein Mann angeklagt, der sich über seine Eigenschaft als Chlamydien-Überträger im Klaren war und die Frauen nicht informierte und Sex ohne Gummi verlangte?

    Weiß ich nicht, aber Männer, die ihre Partnerinnen wissentlich mit HIV infiziert haben, wurden schon angeklagt und zu vier bis acht Jahren Haft verurteilt.

  14. keeper sagt:

    @ariane
    z.b.
    http://www.focus.de/panorama/welt/wuerzburg_aid_122884.html

    zuerst nicht auf schwere körperverletzung sondern gleich auf versuchten Totschlags

    Ergebniss: 5,5 Jahre Knast.

  15. Noomi sagt:

    Zum Thema „schwere vs. gefährliche Körperverletzung“
    Ich habe gerade erst – im Zusammenhang mit dem konkreten Fall im TV – den Unterschied erfahren. Und der ist nicht so, wie man vielleicht erst denkt. Gefährlich klingt ja irgendwie erstmal „schlimmer“ als schwer…

    Gefährlich bedeutet (sehr laienhaft ausgedrückt) dass durch die Handlung die _Gefahr_ besteht, dass die tatsächliche Körperverletzung eintritt, also hier die Infektion.
    Schwer (oder ebenso bei „einfach“?), wenn die Körperverletzung tatsächlich unmittelbar zugefügt wurde.

    Meine Meinung zur „Schuld“ in diesem Fall ist eigentlich ziemlich eindeutig, und ausnahmsweise mal etwas abweichend von den hier zuletzt geäußerten: Ich finde, jede(r) muss für _ihr/sein_ Handeln ggf. die Verantwortung tragen, damit meine ich explizit sowohl Nadia, als auch die Männer, die nicht auf dem Kondom bestanden haben / dagegen waren.

    Man kann doch nicht Nadias _wissentliche_ Gefährdung der Männer durch nicht auf Kondom bestehen/nicht wollen nicht dadurch relativieren, dass auch der Mann dagegen gewesen sein könnte/nicht drauf bestanden hat!!
    Umgekehrt natürlich genauso: Die jeweiligen Männer haben in meinen Augen tatsächlich „fahrlässig“ gehandelt (im Gegensatz zu der vergewaltigten Frau!).

    Aber das könnte doch dann nur bei einer Zivilklage (Schmerzensgeld?) relevant werden. Das schwächt doch nicht _ihre_ Schuld ab!?!
    (Bin etwas entsetzt über die derart klingenden Kommentare hier….)

    Und übrigens: Sie hätte sich deswegen ja noch nicht mal den Männern gegenüber outen müssen. Sie hätte ganz einfach auf Kondom bestehen können, wie man das heutzutage halt machen sollte…

    Nichts destotrotz finde ich die Untersuchungshaft und das öffentliche Vorgehen der Staatsanwaltschaft ziemlich daneben.
    Es soll übrigens tatsächlich „Wiederholungsgefahr“ der Grund für die U-Haft sein… Tse, tse…

  16. flawed sagt:

    Eine gefährliche Körperverletzung ist nicht nur die bloße Gefahr einer Körperverletzung. Der Mann ist infiziert, die Körperverletzung ist eingetreten. (Die Frage, ob der Sex mit N. im konkreten Fall tatsächlich ursächlich war, mal aussen vor gelassen.)

    Eine gefährliche Körperverletzung (§224 StGB) ist eine Körperverletzung, die schärfer bestraft wird, weil sie auf eine besonders gefährliche Weise begangen wurde.
    Das klassische Beispiel ist eine Körperverletzung mit einer Waffe (auch wenn dem Opfer nur ein Kratzer zugefügt wird), aber auch mit Gift oder mit „anderen gesundheitsschädlichen Stoffen“ (§224 (1)), und darunter fallen auch Krankheitserreger wie HIV.

    Die Schwere Körperverletzung ist dann tatsächlich nochmal „schlimmer“, jedenfalls schärfer bestraft, und wird dadurch bestimmt, dass das Opfer besonders schwere Schäden davongetragen hat.

  17. Noomi sagt:

    Nun, dass der Mann sich infizieren würde, _wusste_ Nadia ja aber in dem Moment noch nicht. Sie hat „nur“ die Gefahr darauf heraufbeschworen.
    Die unmittelbare Verletzung z.B. mit einer Waffe hat der Typ eindeutig gegenübergestellt als mögliche „schwere“ Körperverletzung.

    Und abgesehen davon wurde das in der Art und Weise von einem Juristen erklärt. Entweder hab ich ihn dann falsch verstanden / wiedergegeben, oder der Mann hat sich (trotz seiner Profession) falsch ausgedrückt…

  18. Ariane sagt:

    Das Übertragungsrisiko von Mann zu Frau ist ja höher als umgekehrt, das wird wohl auch noch berücksichtigt.
    Solche HIV-Geschichten werden breitgetreten, da Übertragung meistens eben durch Sex erfolgt uns sex sells.
    Gibt es, mal eine Frage an die juristisch bewandten, Beispiele mit andern, nicht sexuell übertragbaren Krankheiten? Kann eine Tuberkulosekranker, der den ganzen Bus vollhustet auch wegen gefährlcher Körperverletzung angeklagt werden?

  19. Bjoern sagt:

    Erstmal danke an Noomi für den Beitrag, dem ich ohne wenn und aber zustimmen kann.

    Und dann noch an Ariane: Tuberkulose ist eine behandlungspflichtige Erkrankung, d.h. man kann sich nicht aussuchen ob man behandelt wird. Verweigert man die Behandlung begeht man eine Straftat und kann im extremsten Fall inhaftiert und zwangstherapiert werden. d.h. ein Tuberkulosekranker der weiß, dass er diese Krankheit hat, kriegt gar nicht erst die Möglichkeit den ganzen Bus vollzuhusten. Schafft er es doch, ohne Behandlung zu „entkommen“, hat er schon alleine dadurch, dass er sich nicht behandeln lässt, eine Straftat begangen.

  20. Sonnenschein sagt:

    Nadja Benaissa ist und war sicher nicht verantwortungsbewusst im Umgang mit ihren Sexpartnern, doch gleich an ihr solch ein Exempel zu statuieren, bestätigt meine Ansicht wieder von Neuem, dass wir Frauen immer noch und immer wieder für die vielfältigen, nicht aufgearbeiteten Komplexe der Männer auf unserem Planeten – trotz – oder gerade wegen der vielen Angebote und Möglichkeiten, bestraft werden und zahlen müssen!
    Die Ansteckungen mit den bekannten Geschlechtskrankheiten – auch den angeblich ausgerotteten – durch Männer war und ist immer in der Mehrheit gewesen, nahm und nimmt wieder enorm zu.
    Die Verursacher werden nicht bestraft, da die Angesteckten – meist Frauen – aus Scham diese nicht anzeigen, und kein Mann käme deswegen in Untersuchungshaft, geschweige in’s Gefängnis!

    Ich fordere eine sofortige Freilassung von Nadja Benaissa, wie eine solidarische Haltung ihr gegenüber.
    Keinewegs akzeptiere ich ihr unverantwortliches Verhalten, doch die Zeiten der Hexenverbren-nungen mit den „zeitgemäßen Ausführungen“ müssen massivst unterbunden, angeprangert, wie öffentlich gemacht werden.
    Hier wäre es von uns Frauen angebracht, das homophile Verhalten der Männer untereinander, im Kampf gegen die fortwährende und andauernde Unterdrückung, zumindest zeitweilig zu übernehmen, bis es uns in Fleisch und Blut übergegangen ist.

  21. Anna sagt:

    Sonnenschein, doch, auch Männer wurden in vergleichbaren Fällen schon verhaftet und verurteilt (ein Fall wurde weiter oben verlinkt).
    Ich selber habe große Schwierigkeiten damit, über diesen Fall zu diskutieren, da mir da zu viel zu spekulativ und vom Boulevard hysterisch hochgeschrieben ist.
    Aber: Auch Frauen stecken Männer mit allen Arten von Geschlechtskrankheiten an, genauso wie Männer das mit Frauen machen. Keines der beiden Geschlechter ist per se das „bessere“ oder „moralischere“ und obwohl es viele Fälle gibt, in denen ich durchaus für Frauensolidarität bin, erscheint sie mir in diesem Fall zum jetzigen Zeitpunkt unangemessen und nicht vertret- oder begründbar.

    Ich möchte übrigens hinzufügen, dass ich ein paar Probleme mit deinem Post habe, mit gefällt der generelle „wir guten Frauen müssen uns gegen die bösen Männer erheben“ Unterton nicht. Und ich bin auch nicht der Meinung, dass hier wirklich ein Platz für solche Ansichten ist, denn sie sind kein Beitrag zu der Art von konstruktiver Diskussion über modernen Feminismus, wie wir sie hier führen möchen.

  22. flawed sagt:

    Bjoern, die Frage kann man sich auch mit Grippe statt Tuberkulose stellen, dann hat man die ganzen Sonderregelungen für Tuberkulose nicht, und kann sich ganz auf die Körperverletzung konzentrieren.

  23. Hanna 2 sagt:

    Ich finde Anna hat mir ihren Hinweisen recht!

    Vorsicht mit Urteilsbilungen in diesem Fall. Wir wissen fast nichts ueber die Details! Und von Unterstuetzungsbekundungen nur weil sie eine Frau ist, halte ich auch nichts. Wie schwierig dieser Fall ist, zeigt dieser Spiegel Artikel:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,619197,00.html

  24. Sonnenschein sagt:

    @ Anna: Musste beim Durchlesen Deiner Post laut lachen, denn schon seit meiner Schulzeit, agiere ich gegen das – nicht sonderlich geradlinige Verhalten unseres Geschlechtes miteinander/untereinander, d.h. aber nicht, dass dieses dennoch nicht massivst unterdrückt wird oder gerade deshalb?
    Von weichspülenden Ansichten/Diskussionen halte und hielt ich noch nie sehr viel, da diese rein gar nichts verändern, verändern werden.

  25. Schnatterinchen sagt:

    Wenn hier jemand geradlinig geschrieben hat, Sonnenschein, dann war es Anna. Mit Weichspülung hat das nichts zu tun. Ganz im Gegenteil.

  26. Anna sagt:

    Sonnenschein, ob ich einen Menschen, sein Verhalten für unterstützenswert oder nicht erachte, entscheide ich anhand der Inhalte, anhand dessen, was derjenige tut und sagt. Und nicht daran, was für ein Geschlecht er hat. Dies ist meine persönliche Meinung und vor allem eine der wichtigen Grundlagen für diesen Blog!
    Was daran weichgespült sein soll, erschließt sich mir nicht. Ich finde es im Gegenteil wesentlich anstrengender, mich immer wieder neu mit Menschen und ihren Ansichten auseinandersetzen zu müssen – ich finde, mit einem „wir gut – die böse“ macht man es sich mehr als einfach und trägt vor allem nur zu verhärteten Fronten und mitnichten zu den auch von dir geforderten strukturellen Veränderungen bei.

    Um es nochmal deutlich zu sagen: Geschlechterdiskriminierung ist hier unerwünscht. Bitte halte auch du dich daran. Danke.

  27. Ariane sagt:

    @ Sonnenschein
    Männer sind deswegen schon ins Gefängnis gekommen.
    Obwohl der Fall einige Fragen aufwirft, kann man sich die fragen, ob er überhaupt genderspezifisch ist oder wenn zwei Männer involiviert wären, es nicht auf das Gleiche hinauslaufen würden.
    Unter Umständen könnte man einräumen, Frauen würden sich, wenn sie sich durch ein aktives Sexleben mit wechselnden Partnern angesteckt haben, würden aus Scham eher dazu neigen, die Sache nicht jedem auf die Nase zu binden.
    Ergänzend könnte man fragen (sorry, steht sicher irgendwo, ich mag aber diese Boulevardmeldungen nicht bis ins Detail durchlesen) bei wem sich Nadja angesteckt hat und ob der Mann mit Konsequenzen zu rechnen hat.
    Am Ende spielt hier wohl Nadjas Stellung als Promi eine Rolle. Wäre sie nicht so bekannt, könnte der Infizierte wohl nur raten, bei welcher der 20 Frauen mit denen er in den letzten zwei Jahren ungeschützten Verkehr hatte, er sich angesteckt hat.

  28. Rahab sagt:

    zur frage der strafbarkeit verlinke ich mal auf ein rechtsgutachten für die aids-hilfe Österreich (im dortigen strafgesetzbuch hat körperverletzung pp eine andere hausnummer, aber die rechtsdogmatischen fragen/probleme, die abgehandelt werden, unterscheiden sich nicht sehr von denen nach dem deutschen strafgesetzbuch) und auf einen klausur-fall von der fu-berlin. beides etwas lesearbeit, aber so ist das nun mal… wenn es darum geht, sich und anderen klarzumachen, dass es falsch ist, im strafrecht nur von einem ergebnis (ich bin jetzt infiziert – das muß die gewesen sein) her zu denken, dann muß ich fragen, ob und wie ich ein verhalten (einer person oder auch mehrerer personen miteinander) unter eine strafrechtsnorm subsumieren kann.

    http://www.rklambda.at/dokumente/news_2003/News-SafeSex-GutachtenProfHinterhofer-2002.pdf

    http://www.jura.fu-berlin.de/einrichtungen/we2/professoren/ls_geppert/veranstaltungen/0304ss/ag_strafrecht/Fall_8.html

    für die praxis bedeutet das, dass die staatsanwaltschaft Darmstadt es sich mit ihrem haftantrag möglicherweise etwas zu sehr ‚zu einfach‘ gemacht hat und der richter/die richterin, welche ihn antragsgemäß erließ, auch. wenn ich böse bin, sage ich dazu: da hat wer versucht, ganz ‚billig‘ ebenfalls prominent zu werden (was auch immer prominent bedeuten mag). was ausgesprochen schade ist, denn für die aids/HIV-präventionsarbeit macht eine solche ‚affäre‘ die arbeit erst mal nicht leichter. schließlich schürt so etwas alle möglichen ängste – ausgenommen die vor ungeschütztem sex.