Hartz IV: 15 Euro im Monat für Gesundheitspflege. Das heißt, 15 Euro für die Praxisgebühr, Medikamente, Zuzahlungen und … Verhütung. Mit diesem Budget auszukommen, ist schon fast ein Vollzeitjob für sich. In der taz standen vor kurzem die Ergebnisse einer, zugegebenermaßen kleinen, pro familia-Studie.
Seit der Einführung von Hartz IV 2005 sank die Quote derjenigen, die immer verhüten, von zwei Drittel auf ein Drittel. Die Anzahl derjenigen, die nie verhüten, stieg hingegen von 6 auf 16 Prozent. Und das, obwohl keine der befragten Frauen einen Kinderwunsch hatte.
Dass sonst niemand dazu geforscht hat, spricht natürlich ebenfalls Bände. Trotzdem meint die Bundesregierung, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen schlechterer finanzieller Lage und mehr Schwangerschaftsabbrüchen. Bei letzterem springen dann wieder die Länder ein.
Statt sich über Kindergeld ein schönes Leben zu machen, ist ein weiteres Kind für die meisten Frauen tatsächlich ein weiterer Schritt in die dauerhafte Armut. Und oft genug stellen Mütter ihre eigenen Bedürfnisse hinter denen ihrer Kinder zurück.
„Ganz typisch war, dass Frauen Geld für die Pillenpackung zurückgelegt hatten und das Kind in der Schule plötzlich ein Buch oder einen Ausflug bezahlen musste. Dann stand die Verhütung zurück“, sagt Simone Hartig, Leiterin von pro familia in Flensburg.
Einige Kommentator_innen schrieben dann gleich, im Internet gäbe es Kondome doch billiger. Vergessen dabei aber, dass Geld für Computer und Internetzugang in den Hartz IV-Sätzen explizit nicht vorgesehen ist. Eigentlich soll mit Hartz IV die Erfüllung der Grundbedürfnisse sein, aber wenn es um Sex geht, bleibt anscheinend kaum eine andere Wahl als darauf zu verzichten.

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