Nach fast drei Jahren des Bloggens verkündete letzte Woche Julia Probst (auch bekannt als @EinAugenschmaus) fürs Erste damit aufzuhören. Ihre Arbeit sei nicht beendet, ganz im Gegenteil:
Es gibt sovieles, worüber ich mich aufregen könnte und blogtechnisch verwursten könnte, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass sich in Deutschland nichts in Sachen Inklusion und Barrierefreiheit ändern wird in absehbarer Zeit.
So stieg z.B. der Anteil an Untertitelungen im deutschen Fernsehen von gerade einmal 10,6 auf 12,6 Prozent. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ist der Anteil etwas höher, aber mit z.B. 37 Prozent bei der ARD immer noch ein Armutszeugnis. Oft sind es nur verkürzte Untertitel und die Mediathek bleibt eh untertitelfreie Zone. Dennoch sollen Gerhörlose ab 2013 nicht mehr von der GEZ-Gebühr befreit werden. Doch nicht nur dies frustriert. So beschreibt Probst, wie sie in der Betroffenheitsfalle gelandet ist:
Mit meiner Art zu bloggen und Internetpräsenz habe ich mir einen kleinen Bekanntheitsgrad geschaffen, aber warum in Gottes Namen […] muss man erst sich erst mal einen Namen verschaffen, um gehört oder eher erhört zu werden von der Politik, die ihre Hausaufgaben einfach nicht macht?
Einen Ausblick aber gibt es noch:
Aber vielleicht sieht man sich ja im Fernsehen? Ich habe nämlich die Redaktionen von „Hartaberfair“, „Jauch“, „Anne Will“ und „Markus Lanz“ angeschrieben, ob die nicht mal über Barrierefreiheit und Inklusion von Menschen mit Behinderungen reden wollen mit mir als Studiogast?
Bisher kam von den Redaktionen leider nur warme Worte und keine Zusagen. Dabei bekleckert man sich im Bundetag derzeit mit noch weniger Ruhm als sonst, wenn es um Barrierefreiheit geht. Dringend Zeit also, das Thema auch ins Fernsehen zu holen und auch als Nicht-Betroffene deutlich zu machen, dass es so nicht weiter geht.

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