Dieses Mal sollte es also richtig zur Sache gehen: „Porno für Mädchen“, auch bekannt als das Jungsheft, stand auf dem Plan. Und ich muss sagen, ich habe mich schon einige Wochen auf den Erwerb des Heftchens gefreut, über das ich nun schon ziemlich viel in den Medien gelesen hatte. Am Freitag war es dann so weit: Im „Kaufhaus der Berliner“, vertrauensvoller Dealer dieser kleinen Schlüpfrigkeit, erstand ich das aktuellste, gerade frisch eingetroffene Exemplar des Jungsheft (und ein Giddyheft – also Porno für Jungs – gleich mit, es sollen hier zu Hause ja alle Geschlechter auf ihre Kosten kommen!). Und so sieht es aus:
Neben den Fotoreihen nackter Jungs („Lecker Jungs“) wurde das Problem Blasenentzündung samt möglicher Heilmethoden beleuchtet, es wurde die Band „The Teenagers“ interviewt (sie waren leicht verwirrt von dem Blättchen, in dem sie erscheinen würden, aber das nur nebenbei), eine Bordellmanagerin berichte über ihre Lebenserfahrung und ihren außergewöhnlichen Beruf, daneben gab es einen Kalender für 2009 (mit „lecker Jungs“ drauf) und dann noch eine Anleitung zum Vagina-Lesen: Was also sagt uns die äußerliche Form unserer Genitalien über unseren Charakter. Nun, man sieht schnell: Eigentlich geht es doch in erster Linie um die nackigen Jungs. Der Rest ist zwar nettes Beiwerk, aber weder intellektuell noch stilistisch noch sonst irgendwie groß bewegend oder tiefgründig. Macht auch nix.
Die „lecker Jungs“ sind wirklich ganz lecker, also einer zumindest, die anderen waren leider nicht so recht mein Fall, aber gut. Das ist wohl Geschmacksfrage. Ich habe im Kalender gesehen, dass in der Vergangenheit wohl schon auch leckerere (also eher meinem Geschmack entsprechende) Jungs dabei waren. Insgesamt aber ist das Konzept sehr angenehm, da vor allem ganz normale Jungs, und zwar die, die sich freiwillig dort melden, Jungs, die uns im Supermarkt über den Weg laufen könnten, ohne großen fotografischen Schnickschnack und erst recht ohne Photoshop abgebildet werden. Das ist wahnsinnig sympathisch und tut sehr gut. Das Giddyheft verfolgt das gleiche Prinzip.
Also: Keine große feministische Meisterleistung im Sinne von: „Oh, wie wahnsinnig politisch und intellektuell“ aber sehr wohl eine gute Idee, angenehm anzusehen und natürlich. Deswegen, und weil das Giddyheft auch einen Anhänger gefunden hat, werde ich wohl nicht das letzte Mal im „Kaufhaus der Berliner“ gewesen sein.
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