
So schwieg Khar jahrelang zum Fall Mukhtaran Mai. Im Frühjahr diesen Jahres waren fünf ihrer sechs ursprünglich zum Tode verurteilten Vergewaltiger freigesprochen worden. Den Mangel an Beweisen sah Mai in der schlampigen Arbeit der Polizei begründet, die sie stets nicht ernst genommen hätte. Ein Vorwurf, den viele Betroffene und Frauenrechtler_innen bereits erhoben haben. Khar war zu diesem Zeitpunkt bereits im Kabinett, äußerte sich aber nicht. Im Juni nun wurden Teile des Frauenschutzgesetzes (Women’s Protection Bill) außer Kraft gesetzt. Erst 2006 eingeführt, sollte es verhindern, dass Vergewaltigungsopfer bei einer Anzeige selbst verhaftet und wegen Unzucht oder Ehebruch angeklagt werden. Auch dazu hätte es keine Reaktion von Khar gegeben, beklagt Zakaria. Tatsächlich habe sie sich noch kein einziges Mal für die pakistanischen Bürgerinnen eingesetzt.
Weiterer Kritikpunkt: Khar entstammt einer Feudalfamilie, die den Süden der Provinz Punjab weiter fest im Griff hat und seine Entwicklung behindert. Am Ende aber, so Zakria, ist Khar nicht die schlechteste Wahl. Während sie sich einfach nicht um sie kümmert, gäbe es schließlich genügend Politiker_innen, die nach Art der Taliban Frauenrechte radikal einstampfen würden.

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