Immer stärker gerät die Geschlechtertrennung im öffentlichen Raum in Israel auf die Tagesordnung. Auf der einen Seite wurde der staatliche, orthodoxe Radiosender „Kol Barama“ gezwungen, künftig auch Frauenstimmen zu senden – allerdings soll das laut Senderangaben auf eine Sendung pro Woche und „Notfälle“ beschränkt werden. Selbst Sendungen die sich an Hörerinnen richten, werden von Männern moderiert und Anrufe von Frauen nicht gesendet, berichtete DRadio Wissen.
In der taz gibt es außerdem einen Bericht über einen Wirtschaftskongreß der orthodoxen Zeitung Hamodia, der ohne weibliche Beteiligung abgehalten wurde.
Die unerträgliche Leichtigkeit, mit der es den Männern gelingt, unter sich zu bleiben, überrascht insofern, als es häufig die orthodoxen Frauen sind, die die Familie ernähren müssen, während sich ihre Männer dem Studium der Thora widmen. Gerade in den letzten Jahren initiierte das Wirtschaftsministerium in Jerusalem zahlreiche staatliche Programme, die auf die Integration der ultraorthodoxen Frauen in den Arbeitsmarkt abzielen.
Dem liberalen Wirtschaftsblatt The Marker sei dies nicht geheuer, da der verstärkte Einfluss der Ultraorthodoxen zunehmend zu Benachteiligung von Frauen führen würde.
Eine hoffnungsvolle Geschichte hat immerhin noch die FAZ: Dort gibt es ein Porträt der Israelin Ilana Hammerman. Sie schmuggelt Palästinenserinnen für Ausflüge nach Tel Aviv und besucht mit ihnen den Zoo oder am Strand.

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