Feminismus ist für alle!

Dieser Text ist Teil 60 von 137 der Serie Die Feministische Bibliothek

Sandra Laczny wurde in den Siebzigern in einer Klein­stadt in der Nähe von Aachen geboren und machte eine Ausbildung als Notar­fach­angestellte. Später arbeitete sie in Anwalts­kanzleien für u.a. Asyl­recht, Familien­recht und wurde auf die rechtlichen Probleme von trans* auf­merksam. Heute schreibt sie auf ihrem anti*istisches empörungsblog. Sandra hatte noch nie viel Ver­ständnis für „klassische“ Geschlechter­rollen, hat aber erst vor knapp zwei Jahren bewusst angefangen, sich mit Feminismus zu beschäftigen. So stellt sie uns heute ein Buch der US-amerikanischen feministischen und rassismuskritischen Literatur­wissen­schaftlerin bell hooks vor.

“Feminism is for Everybody: Passionate Politics” von bell hooks, erschienen im Jahre 2000, ist eine kurze (120 Seiten), aber umfassende Ein­führung zu feministischer Politik.

Dieses Buch beantwortet die Frage, was für bell hooks Feminismus sei, behandelt feministische Theorie zu race und Gender, Männlichkeiten, Schönheits­standards, Klassen­kampf, Liebe und die Zusammen­hänge zwischen Sexismus und Gewalt in einem System, das Dominanz belohnt. Dieses Buch erklärt auch, warum Feminismus immer politisch ist und ohne Berück­sichtigung der Intersektionalität (Über­schneidung) von Diskriminierungs­formen – Sexismus, Hetero­sexismus, Rassismus, Klassismus… – nicht funktioniert.

Die Autorin legt dar, dass Feminismus zwar nicht bedeutet, für Abtreibung sein zu müssen, dass man in einer Bewegung, die sich gegen sexistische Unter­drückung richtet, aber nicht Anti-Choice (gegen die Wahlfreiheit) sein kann. Weiter zeigt sie Rassismus und Über­legenheits­denken auf, wo Genital­ver­stümmelung problematisiert und Mager­sucht über­sehen wird.

“Lifestyle feminism” nennt die Autorin den ver­breiteten reformistischen Feminismus, den Frauen, egal ob konservativ oder liberal, ohne große Heraus­forderungen und ohne ihre politischen Ansichten anpassen zu müssen, in ihren bestehenden Lebens­stil integrieren können. Einen Feminismus, der sich einfügt in die weiß-männlich-patriarchal-kapitalistische Hegemonie (Herrschaft), und nicht viel mehr als die Gleich­stellung von Frauen mit Männern der eigenen Schicht und race zum Ziel hat.

Sie kritisiert “lifestyle feminism” als Gegensatz zum radikalen, gesell­schafts­kritischen, revolutionären Feminismus, der davon ausgeht, dass es echte Gleichstellung in diesem System nicht geben kann. Sie beschreibt, wie privilegierte “Feministinnen” ihre Gleich­stellung und Klassen­mobilität (also den Aufstieg in eine höhere Gesellschafts­schicht) über die Aus­beutung schlechter gestellter Frauen – unterbezahlter Putzfrauen, Haushaltshilfen, Kinderbetreuung etc. – verwirklichen, und eigentlich nur ihre eigene Frei­heit maximieren. Mit diesem Buch stellt hooks klar, dass Frauen, die ihren eigenen Sexismus gegenüber anderen Frauen, Rassismus und/oder Klassen­elitismus, nicht adressieren, keine Feministinnen sind.

Dieses Buch ist für Leute, die glauben, dass Feminismus links ist, und für solche, die anderer Meinung sind. Also für alle. Wie Feminismus.

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2 Kommentare zu „Feminismus ist für alle!

  1. Ich wäre an Bücher interessiert die auch schon (Klein)Kinder an das Thema Feminismus heranbringen. Habt ihr Ideen? Macht weiter so mit Eurem tollen Blog.

  2. @ Kati

    Ich werde bald meine Rezension zu „Unsa Haus“ hier auf der Mädchenmannschaft vorstellen. Das kann ich schon mal weiterempfehlen.

    Und: Danke für das liebe Lob!

Kommentare sind geschlossen.

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