Geeks aus der ganzen Welt tragen heute ihre Fankleidung zu Star Wars und in einer Grundschule in Evanstan, Illinois in den USA ist “Proud To Be Me Day” – der „Stolz, ich zu sein“-Tag. Wie das zusammenhängt? Der Grund ist Katie, eine 7-jährige Schülerin, deren Liebe zu Star Wars große Wellen schlug, bis auf cnn.com.
Zum Beginn des Schuljahres hatte die Erstklässlerin, passend zu ihrem Star Wars-Schulranzen eine Star Wars-Wasserflasche bekommen. Nach den ersten Wochen Begeisterung tauschte sie die Flasche eines Tages gegen eine rosafarbene ein. Auf Nachfragen ihrer Mutter erklärte sie schließlich unter Tränen, dass die Jungen in ihrer Klasse sie hänselten, denn „Star Wars sei nur für Jungen“.
Katies Mutter versuchte zuerst, ihr Mut zu machen, nicht alle Mädchen müssten aus rosa Flaschen trinken. Doch als adoptiertes Kind, noch dazu mit Brille und Augenpflaster sei sie schon anders genug, befand Katie. Ganz Bloggerin schrieb ihre Mutter darüber im Internet und suchte nach weiblichen Star Wars-Fans, die Katie ein Vorbild sein könnten. Ein Blogeintrag der sich mit Lichtgeschwindigkeit in den nerdigen Quadranten der Blogosphäre verbreitete!
Am Ende meldeten sich unzählige Star Wars Fans, Nerds und Geeks und zeigten ihre Unterstützung, auf Twitter etwa mit dem Hashtag #maytheforcebewithkatie (Möge die Macht mit Dir sein Katie). Auch die Sprecher_innen der Cartoon-Serie „Star Wars: The Clone Wars“ wurden auf die Aktion aufmerksam, begleiteten Katie ins Kino und schenkten ihr Fan-Shirts. An ihrer Schule wird nun an einem Anti-Mobbing-Programm gearbeitet, Eltern und Lehrer_innen setzen sich mit den Schüler_innen über „Anders sein“ auseinander.
Mit ihren gerade einmal 7 Jahren erfuhr Katie bereits den unheimlichen Druck nach gutem Aussehen, heiler Familie und den passenden Hobbies, der in der Gesellschaft herrscht. Wer genau ihren Peinigern mitgab, Star Wars sei nur für Jungen, wird sich kaum klären lassen, vermutlich spielen Sprüche und Meinungen aus Medien, Kaufhäusern, Familie und Freundeskreis zusammen. Die Auswirkungen ihrer Sprüche erfassen die Jungen sicher auch nicht, die meisten von ihnen spielen gerne mit Katie. Doch hier werden die Grundsteine gelegt für ein Klima, in dem schon Kinder unglücklich sind, weil sie gesellschaftliche Vorgaben einfach nicht erfüllen können und zwischen Hänseleien oder Aufgabe ihrer Indiviualität wählen müssen.
Für Nachwuchsnerdin Katie entspann sich zum Glück eine schöne Geschichte – sie dient gleichzeitig als Erinnerung, dass schon Erstklässler_innen Diskriminierung ausgesetzt sind und wir alle daran arbeiten müssen, wenn wir eine gerechtere Welt wollen.

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