Alice Schwarzer vs. Bushido

… oder: wie man auf sexistische Bemerkungen meiner Meinung nach nicht reagieren sollte.
Bushido im Anzug In einem kürzlich veröffentlichten Interview über seinen neuen Film spricht Bushido darüber, warum er keine Lust hat, mit Alice Schwarzer in den Dialog zu treten. Er vermutet, dass Schwarzer gezielt seinen wunden Punkt treffen könnte, in dem sie ihn auf seine Mutter anspricht. In einem fiktiven Gespräch liefe dies Bushido nach so ab: Schwarzer würde ihn fragen „Hey, Bushido, wie waren denn die Titten damals von deiner Mutter, als du als kleiner Junge daran gesaugt hast?“, worauf Bushido antworten würde: „Ey, F***! Fick dich ins Knie!“

Auf diese offensichtlich sexistische Äußerung reagierte Alice Schwarzer dann mit einem öffentlichen Brief  „Antwort an den deutschen Rapper Nr. 1!„, in dem sie betont, dass Sie Bushido eigentlich nicht den Gefallen tun möchte, ihm Aufmerksamtkeit zu bescheren. Mit ihrer öffentlichen Antwort hat sie aber genau das erreicht. Im Folgenden lest ihr einige Ausschnitte aus dem Brief, welche ich neben ihrer legitimen Kritik an Bushido sexistischen Aussprüchen problematisch finde. Nichts neues: Alice Schwarzer Kritik-Style eben.

Hey Bushido (…)

Du bist irgendwie zerrissen. Zwischen dieser deutschen, ergebenen Mutter und diesem tunesischen, abwesenden Vater. Der war schwach – aber stark genug, deine Mutter regelmäßig zu verprügeln.

Indem sie die geprügelte Mutter mit dem Zusatz „ergeben“ versieht, konstruiert Schwarzer sie gekonnt einseitig als passives Opfer. Frauen, die bei ihren prügelnden Ehemännern bleiben, sind aber häufig nicht einfach nur demütig der Gewalt „ergeben“, sondern haben bei Androhung von Trennung mitunter Angst vor schlimmer Rache oder fühlen sich auf Grund von Kindern verpflichtet, beim Partner zu bleiben. So ist die Abwägung, vorerst den Partner nicht zu verlassen, nicht einfach so leichtfertig als passive Handlung zu interpretieren.

Indem Schwarzer die Herkunft der Eltern betont, schafft sie es auch implizit, Gewalt zu kulturalisieren. Gewagte Lesart? Dann bedenke folgendes: Würde Schwarzer beispielsweise folgenden Satz schreiben: „Zwischen dieser deutschen, ergebenen Mutter und diesem schweizerischen, abwesenden Vater.“? Ich glaube nicht.

Und welche Lehren hast du Muttersohn daraus gezogen? Die, gewalttätige Männer zu verachten? Nein, im Gegenteil: Du identifizierst dich mit dem Täter! Auch du verachtest die Frauen. Wir sind für dich nur Fotzen, die man von hinten fickt. Deine Idole sind gewalttätige, „echte“ Männer. Männer, wie Arafat Abou Chaker, nach deiner eigenen Aussage „einer der mächtigsten und berüchtigtsten Männer Berlins“. Das sieht die Polizei genauso. Dieser libanesische Clanchef hat dich vor sechs Jahren auf deine Bitte hin aus dem Knebel-Vertrag mit deiner alten Plattenfirma Aggro rausgehauen. Vermutlich auf seine Art. Jetzt bist du in seinem Label ersguterjunge GmbH sein Goldesel. Humor scheint er zu haben, dein Arafat.

Ich finde es absolut legitim, Bushido direkt mit seinem Sexismus und seiner Gewaltverherrlichung zu konfrontieren. Dennoch missfällt mir die Art und Weise, in der Schwarzer dies tut: „Muttersohn“ wird immer dann verwendet, wenn man auf die angebliche Schwäche eines Mannes hinweisen will, der sich offensichtlich eher an seiner Mutter orientiert und/oder sich gerne von ihr verhätscheln lässt. Ihn damit beleidigen zu wollen, zeigt nur, dass Schwarzer Bushido keine „unmännlichen“ Schwächen zugesteht. Ziemlich sexistisch irgendwie.

Und auch hier wieder ist die Wortwahl zu beachten, wenn Schwarzer Personen beschreibt: „Der libanesische Clanchef“. Menschen aus islamischen Ländern werden bei Schwarzer in diesem Text nur im Kontext von Gewalt und Illegalität zitiert. Kann Zufall sein… oder zeigt Schwarzer’s unreflektierte Vorurteile auf.

Mit [Arafat] bewohnst du jetzt samt Mama und vielen, vielen stiernackigen Bodyguards anscheinend eine Villa im biederen Lichterfelde. So heißt es in den Medien. Da grillst du, schneidest die Hecken und hörst Depeche Mode. Okay. Ich gönn es dir. Nur erzähl uns nichts vom Ghetto, von Verzweiflung und Ehre.

Wieso nicht? Bushido hat Gewalt in der Familie erlebt, Drogen konsumiert und ist nicht den von Schwarzer so beschworenen „gut-bürgerlichen“ Weg gegangen, in dem er das Gymnasium verließ und eine Ausbildung zum Maler und Lackierer machte. Darf er, obwohl es ihm jetzt finanziell besser geht, nicht darüber rappen?

Da bist du auf den Trichter mit dem Gangsta-Rap gekommen. Aber der Punkt ist: Du siehst nur so aus. Du spielst nur. Der einzige echte Gangsta in deiner Nähe ist vermutlich dein Beschützer Arafat.

Bushido „sieht nur so aus“ wie ein Gangsta-Rapper? Halb-Tunesier sehen also aus wie Gangsta-Rapper? Und wieder eine unglücklich gewählte Aussage.

Schwarzer sollte wissen, dass Worte nicht nur Bilder kreieren, sondern auch unhinterfragte Stereotype reproduzieren. Als eine der bekanntesten deutschen VertreterInnen des Feminismus, die Machtverhältnisse und dessen Produktion analysieren (sollte), müsste sie sich der Macht der Sprache bewusst sein. Auf sexistische Äußerungen mit derart problematischen Aussagen zu reagieren, nimmt der Kritik einfach die nötige Kraft und Glaubwürdigkeit.

50 Kommentare zu „Alice Schwarzer vs. Bushido

  1. Bushido hat AS den Gefallen getan, ihr als Original-Vertreter der Gruppe, die AS mit Vorliebe beschimpft (Schnittmenge aus männlich und muslimisch), vor die Flinte zu laufen. Nu werden sie sich ein bisschen öffentlich beharken, es wird kulturwissenschaftliche Proseminararbeiten zu der Auseinandersetzung geben, und irgendwann ist die Sau dann wieder raus ausm Dorf.

    Vielleicht meldet sich bei der Gelegenheit ja mal wieder Lady Bitch Ray, die ehemalige Frauenbeauftragte der Rap-Szene, zu Wort. Um die ist es leider sehr ruhig geworden.

  2. Schaute mir gestern, 09.02.2010 im ARD „Menchen bei Maischberger“ (22:45) an. Als „60-ziger-Jahre-Kind „erschrickt“ mich weder ein Bushido noch eine Alice Schwarzer (die nicht anwesend) – denn, meiner Ansicht nach haben beide Persönlichkeiten ein ungeheuerliches (wahrhaft ungeheuerlich) Darstellungsbedürfnis – aus Gründen, wie auch immer.
    Auch wenn ich die vielfältigen „Gassen-Artikulationen“ in den Texten von Bushido in keiner Art + Weise für erstrebens wert + kultiviert halte – doch was ist eigentlich kultiviert? Meist wird ein kultiviertes Verhalten mit dem moralistischen gleich gesetzt – finde ich es immer, trotz unseres immer wieder/noch reformbedürftigten Systems, auf das Neue für erstaunlich, dass in diesem System „gefallene Engel“ Karriere machen dürfen/können, vor allem männliche! Oder hat dies noch immer etwas mit unserer Vergangenheit zu tun? Ich lese gerade das Buch: „Die Tränen der Ahnen“, Opfer und Täter in der kollektiven Seele von Daan van Kampenhout. Um die „Diskussionen“, wie gestern bei Maischberger besser kapieren zu können, müsste diese Buch in den letzten Haupt-/Mittelschulklassen Pflichtlektüre sein/werden, denn, dann könnten die nachfolgenden Generationen sich auf das Wesentliche konzentrieren und es müssten nicht ALLE mehr Superstar werden, auch in den intellektuellen Bereichen!

  3. Ich nehme an, Alice Schwarzer hat den letzten, zitierten Satz nicht so gemeint. Sie wollte vermutlich eher sagen, auch wenn du dich so darstellst wie ein Gangsta-Rapper, du bist keiner, als auf sein südliches Aussehen anzuspielen. So offen rassistisch zu sein kann sie sich ja dann doch nicht leisten, oder?

    Der Brief scheint keine Meisterleistung zu sein, aber werden wir nicht alle mal wütend wegen eines Idioten wie Bushido? Grad letztens ist doch hier auch ein eher problematischer Brief aufgetaucht, als es um die Kürzung irgendwelcher Kulturgelder ging?

    Ich stehe jeder zu, einfach mal tierisch wütend zu werden ab dieser Welt. Und in diesem Moment ist es einfach praktisch unmöglich, diese Wut auch noch kultiviert und sachlich auszudrücken. Klar, sie hätte den Brief am nächsten Tag nochmals druchlesen sollen, aber wie viel schlimmer sind denn ihre Aussagen als die von Bushido? Wieso müssen „wir“ Feministinnen immer die besseren Menschen sein?

  4. Laura, meines Erachtens ist Schwarzer eine kluge Frau, die – gerade auch in ihrer Rolle als Publizistin – ganz genau weiß, was sie sagt und tut.

  5. Naja, bei Anerkennung all ihrer Verdienste hat sich Schwarzer in der Vergangenheit doch nicht nur durch Sachlichkeit ausgezeichnet. Ich erinnere mich zudem an ein Buch (dessen Titel mir gerade nicht präsent ist), in dem es um linken Antisemitismus ging und da erwiesen sich wohl ihre in den 70er Jahren getroffenen Aussagen als Fundgrube für Beispiele. So besehen wundert mich eine gewisse Fixierung auf muslimische Männer nicht. Zudem ist das Feindbild „muslimischer Mann“ sowieso gerade en vogue – sei es als Frauenunterdrücker, sei es als Terrorist.

    @Laura
    Es kann schon sein, dass Schwarzer wütend war. Und natürlich müssen Feministinnen nicht die besseren Menschen sein. Sie müssen lediglich ebenfalls der Kritik zugänglich sein. In Schwarzers Fall kommt hinzu, dass sie m. E. in der Öffentlichkeit immernoch als Sprachrohr „der“ deutschen Frauenbewegung und „des“ deutschen Feminismus wahrgenommen wird. Daher steht sie auch in der Verantwortung, im Zweifelsfall vorsichtiger zu formulieren.

  6. Gut finde ich, dass endlich direkt angesprochen wird, was für ein sexistischer Depp Bushido wirklich ist- anstatt es immer nur so am Rande zu erwähnen: es ist ziemlich ekelerregend, wenn alle nur davon reden, was für ein toller, mittlerweile seriöser junger Mann er ist. Da hört meine Freude aber schon auf.

    Ich finde es ein bisschen peinlich, dass Schwarzer nichts Besseres dazu einfällt als das mittlerweile übliche, niveaulose Islamgepläkel inkl. Erwähnung ihrer ach so entwürdigenden „Lieblingsstellung“ (von hinten). Aber eine wirkliche Überraschung ist das auch nicht mehr, leider. Wenn ich in Zukunft erklären muss, warum AS für mich eine Enttäuschung ist, kann ich jetzt einfach diesen Brief zur Hand nehmen- praktisch. Danke, Frau Schwarzer.

  7. Ich verstehe nicht so ganz, warum das jetzt „von hinten“ aufgerollt wird (haha). Klar, ist der Brief kein Meisterwerk, aber im Angesicht der momentanen Arschkriecherei, die in Bezug auf diesen Volidioten statt findet, finde ich es durchaus legitim einmal zu zeigen, welche Stereotype er nun mal SELBST kreiert, auch für sich als Person!
    Ich könnte kotzen, wenn ich diesen schmierig-harten Typen in seinem dämlichen Anzu sehen und sämtliche TV-Sternchen plötzlich sagen höre, „Der ist ja eigentlich ein ganz netter“. Ist er nicht. Er ist ein Sexist, der darüber rappt, dass man den Schlampen Schwänze in Mund, Arsch und Fotze stecken soll.
    Bitte fangt hier nicht auch noch an, diesen Idioten in Schutz zu nehmen.

  8. ja, die kritik an schwarzers brief ist hier wohl wirklich berechtigt.

    aber zu bushido: mich ärgert oft, wie er in den medien hofiert wird. letztens war er im orf in der nachrichten(!)sendung zib24 zu gast und erzählte von seinen plänen, politiker zu werden. mich schockiert manchmal einfach, wie salonfähig sexismus / frauenfeindlichkeit geworden ist. auf youtube ist auch die johannes b. kerner sendung zu sehen, in der er zu gast war. da wird er auf seine „bösen texte“ angesprochen, die doch so gewaltätig wären. und dann kommt mal der nebensatz „und gegen frauen auch nicht so nett“ und bushido sagt so etwas in der art wie „das sind einfach billige schlampen, die da nach nem konzert auf mich warten, was soll ich machen“ – und das bleibt unkommentiert im raum stehen.

    bitte: keine verteidigung von bushido!

  9. Auch ich habe Bushido gestern bei Maischberger gesehen und mich SEHR darüber geärgert, dass seine Aussage „Meine Texte sind nicht frauenverletzend“ nur von Ulrike Kriener damit gekontert wurde: „Da habe ich aber eine andere Meinung“, während von Moderatorin und anwesenden Männern gar nichts kam.

    Und das blieb dann so stehen. Hallo? Da kann frau schon mal wütend werden und sich im Ton vergreifen…

    rialobell hat völlig recht mit den letzten beiden Sätzen.

  10. Auch finde es bedenklich, wie einer wie Bushido, sogar von großen, renommierten Produzenten und Medien gefördert wird. Anfangs konnte ich es gar nicht glauben. Im Kontext mit der Polanski-Geschichte der letzten Monate wirft das ein sehr unangenehmes Bild auf „unsere“ Medien- und Filmlandschaft, da der Sexismus nicht mehr nur wie in US-Amerika als reaktionäre Unterhaltung mehr oder weniger gut verpackt wird, sondern ganz offen salonfähig ist.

    mich schockiert manchmal einfach, wie salonfähig sexismus / frauenfeindlichkeit geworden ist

    Anzumerken ist dabei allerdings:
    nicht „geworden“, sondern „nur“ wieder offensichtlicher. Derzeit schaue ich die Serie „Mad Men“ an, die Anfang der 1960er spielt. Ein sehr gutes Beispiel für ganz alltäglichen Sexismus, der da(mals) noch sehr offen zu Tage treten darf/durfte, so dass durch das Sehen eigentlich nur noch einmal deutlicher wird, wie viel sich seitdem zwar verändert hat – und gleichermaßen die Sinne für vergleichbare Situationen im Heute, die zumeist natürlich viel subtiler ablaufen als 1960, geschärft werden können.
    ((Eine Serie, die deshalb hier durchaus auch mal diskutiert werden könnte.))

    Dass Bushido von CSU-Leuten hofiert wird, ist erschreckend, aber nicht verwunderlich, oder? Bestätigt leider nur deren politische Haltung. Was dagegen in Talkshows passiert (ich habe die zugegeben nicht gesehen), ist wirklich umso problematischer.
    Es gibt viel zu wenig Kritik an Bushido etc, und ich frage mich, ob das damit zu tun hat, dass man sich nicht traut, die Erfolgreichen zu kritisieren – oder ob nach Mediendebatten z.B. über Eminem u.ä. die Sache für die Medienleute „durch“ ist…? ((Wobei ich im übrigen durchaus der Meinung bin, dass Eminem ein bisschen klüger und doppelbödiger als Bushido vorgeht, wie sich damals nach den ersten Aufregungen ja gezeigt hat.))

  11. >>>Ich verstehe nicht so ganz, warum das jetzt “von hinten” aufgerollt wird (haha). Klar, ist der Brief kein Meisterwerk, aber im Angesicht der momentanen Arschkriecherei, die in Bezug auf diesen Volidioten statt findet, finde ich es durchaus legitim einmal zu zeigen, welche Stereotype er nun mal SELBST kreiert, auch für sich als Person!
    Ich könnte kotzen, wenn ich diesen schmierig-harten Typen in seinem dämlichen Anzu sehen und sämtliche TV-Sternchen plötzlich sagen höre, “Der ist ja eigentlich ein ganz netter”. Ist er nicht. Er ist ein Sexist, der darüber rappt, dass man den Schlampen Schwänze in Mund, Arsch und Fotze stecken soll.
    Bitte fangt hier nicht auch noch an, diesen Idioten in Schutz zu nehmen.>>>

    Danke, rialobell, für diesen Deinen Kommentar!

  12. mal davon abgesehen, dass die schwarzer erst einen auf „blablabla – den gefallen tue ich dir nicht“ macht und es ja eigentlich doch macht.

    naja – öffentlichkeitsarbeit für beide…

  13. Dass Bushidos Äußerungen ausgesprochen sexistisch sind, steht mehrfach im Text!

    Mit seiner Aussage von gestern bei Maischberger „wer verletzt werden wolle, nehme seine Äußerungen/Lieder halt so auf“ zeigt Bushido auchsehr deutlich, dass er sich nicht von seinen Inhalten distanzieren wird. Geschweige denn, in Kampagnen gegen Gewalt oder Sexismus aufzutreten. Die Ausrede „ich mach hier was aber bin nicht dafür verantwortlich, wie die anderen damit umgehen“ ist im Moment leider in vielen Bereichen gerade Mode.

    Aber so platt und ausländerfeindlich wie Alice Schwarzer das kritisiert, ist niemandem geholfen.

  14. @ijb: da hast du natürlich recht, zur schau gestellten sexismus gab es in den medien schon immer… aber für mich ist dieser frauenverachtende rap eine spezifische qualität von sexismus. in texten von bushido, sido und co geht es oft um sexuelle gewalt und erniedrigung von frauen – das regt kaum noch jemanden auf. wenn sich diese verbale gewalt gegen eine andere gruppe (z.b. eine ethnische) richten würde, würde es vermutlich deutlich mehr reaktionen geben. das ist für mich ein indikator dafür, dass hier ein gewisser grad der „normalisierung“ stattgefunden hat.

  15. @riaobell und mondfee
    Ich weiss nicht, wo ihr hier eine Verteidigung von Bushido findet. Ich denke, dass der Typ ein geistiger Tiefflieger und sexistischer Vollpfosten (deutlichere Aussagen verbieten mir, fürchte ich, die Netiquette) ist, dürfte zumindest hier herrschende Meinung sein.

    Aber egal wie sexistisch Bushido ist, ist das noch lange keine Rechtfertigung dafür, dass sich Schwarzer in Sexismus und Xenophobie ergeht. Wenn sie das will, soll sie das tun, aber dann muss sie mit der Kritik leben. Und ich denke jeder, der ein wenig für Geschlechterfragen sensibilisiert ist, sollte sich von derlei Ausbrüchen distanzieren. Aufgrund ihrer prominenten Stellung schadet sie der Sache nur.

  16. @Ben:
    >>>Und ich denke jeder, der ein wenig für Geschlechterfragen sensibilisiert ist, sollte sich von derlei Ausbrüchen distanzieren. Aufgrund ihrer prominenten Stellung schadet sie der Sache nur.<<<

    Sehe ich anders: Zum Glück ist AS so prominent, daß ihre berechtigte Kritik auch Gehör findet. Und ich finde es gut, daß sie eben _keine_ "falsche Toleranz" übt- daß sie dafür als angeblich ausländerfeindlich kritisiert wird, ist ja nichts Neues. (Da sollte eigentlich ein Link hin, anscheinend ist die Emma-Seite aber momentan überlastet.)
    Und jetzt ausgerechnet Bushido als Opfer von Sexismus und Xenophobie (das ist es u.a., was ich als Verteidigung im Text ansehe) zu sehen, das ist schon…wie soll ich sagen…äußerst seltsam.

  17. @denkwerkstatt: letzteres, denke ich. Beim Lesen des Briefes konnte ich mir jedenfalls ein Lächeln nicht verkneifen, weil ich dank des Stiles immer an eine rappende Alice Schwarzer denken mußte…;)

  18. @Mondfee: Ne, Bushido ist nicht das Opfer von Sexismus, aber Schwarzer benutzt xenophobisches Vokabular. Und das ist auch nicht richtig.

  19. Als Schwarzer mal Maischberger vertreten hat in deren Sendung, da war auch Bushido eingeladen, er kam aber nicht. Schwarzer kommentierte das mit einem süffisanten „er hatte nicht die Eier, wie man das glaube ich nennt in diese Kreisen“. Dieser Satz wurde von Jan Delay in einem Interview später als „harter Diss“ bezeichnet.
    Das fand ich damals sehr gut, es war eine kleine, feine und anscheinend (wenn man der Wertung von Delay folgt) treffende Spitze.

    Aber weiter als so sollte sich niemand auf die Ebene von Bushido begeben. Ich war noch nie ein Fan von „gleiches mit gleichem…“. Und gerade weil sich die seriösen Medien gerade so an Bushido heran wanzen, wäre es mE sinnvoller gewesen, sich diese in wohl gesetzten Worten zur Brust zu nehmen.

  20. Dennoch scheint allen anderen dieses Thema einfach unbequem zu sein. Alle sind ganz brav wenn der Buschido zu Besuch kommt und nehmen ihn ganz ernst und die Maxi lässt ihn von einer Achjährigen interviewen und die Neon schickt eine kleinen Roadie mit auf die Bums-Tour und der Pocher rollt sich fast ein vor ihm auf dem Boden und die Liste geht unendlich lang weiter.
    In der Tat ist der Text von AS ziemlich kontrovers und auch ich denke, dass sie ihm da mit seiner eigenen Sprache antworten möchte. Sie stellt ihn genau so stereotyp dar, wie er Frauen und auch sich selbst nun einmal darstellt. Und wenn es das erfordert damit sich ein paar Leute mehr mal mit diesem pervertierten Mainstreem-Sexismus zu befassen, dann ist mir das durchaus recht.
    Sicherlich, „two wrongs don’t make one right“. Einige Aussagen hätten nicht sein müssen und dürfen, aber die erste kritische Diskssion, die ich seit längerem zum Thema Herrn B. verfolgen darf beleuchtet seine „Angreiferin“ und das finde ich nun mal skurril.

  21. „…seriösen Medien gerade so an Bushido heran wanzen, wäre es mE sinnvoller gewesen, sich diese in wohl gesetzten Worten zur Brust zu nehmen.“

    Da stimme ich aber auf jeden Fall zu! Vielleicht tut das ja mal einer!

  22. Liebe KommentatorInnen,

    ich verteidige in diesem Beitrag weder Bushido noch kritisiere ich Schwarzer für ihre (wie ich betone!) legitime Kritik an Bushido’s Gehaltverherrlichung und offensichtlichen Sexismus.

    Die wahre Kunst des Kritisieren besteht jedoch darin, Menschen sachlich und konstruktiv entgegenzutreten, was Schwarzer in nur wenigen Stellen des Briefes schafft. Nur dann ist Kritik kraftvoll und kann effektiv sein. Wenn man in Sarkasmus oder emotionale Wut verfällt, ist das stilistisch legitim (und manchmal sogar sehr wirksam); jedoch sollte man dann aufpassen, nicht in andere rhetorisch problematische Fallen zu treten.

    Auf Sexismus mit Xenophobie zu antworten kann m.E. nie richtig sein, denn wir wollen ja nicht Sexismus mit Ausländerfeindlichkeit bekämpfen oder gar austauschen. Im Idealfall sollte beides aufs Schärfste verurteilt werden. In der Art und Weise, in der Schwarzer hier kritisiert, macht sie sich in ihrem absolut ehrenwerten Kampf für Geschlechtergerechtigkeit angreifbar, da sie selber der Falle einer diskriminierenden Rhetorik erlegen ist. Ausländerfeindlichkeit und Sexismus können nicht beliebig gegeneinander ausgespielt werden. Ich kritisiere xenophobe FeministInnen genauso wie anti-rassistische KämpferInnen, die sich anti-feministischer Rhetorik bedienen.

    Bushido ist und bleibt ein sexistischer Künstler mit gewaltverherrlichenden Texten. Ihn allerdings mit seinen eigenen schwachen Argumenten zu bekämpfen, nimmt der Kritik, wie schon im Text gesagt, (leider, leider) die nötige Kraft und Glaubwürdigkeit

  23. Wäre es dann nicht mal eine Idee, einen eignen Brief zu schreiben, ohne diese ganze xenophobe Zeug? Dann bleibt Alice Schwarzer nicht das einzige (xenophobe) „Sprachrohr des dt. Feminismus“.

  24. @ Lori: YES! Schreibt eine Kritik an Bushido und lasst uns davon wissen!

    Wenn wir viele gute zusammenbekommen, werde ich diese in einem Posting zusammenfassen. Gute Idee?

  25. Hm. Tschuldigung, aber ich weiß nicht, was ihr habt.

    Ich mag den Brief. Ich finde es eher ein bisschen seltsam, ausgerechnet in Bushido ein Opfer von Sexismus zu sehen. Und über „xenophobes“ Vokabular kann man sich streiten, das finde ich nicht allzu auffällig (wenn auch, das geb ich zu, Alice Schwarzer durchaus eine gewisse Feindseligkeit gegenüber muslimischen Männern nachgesagt werden kann…).

  26. Sorry Morjanne, aber sexistische Beleidigungen wie z.B. Muttersöhnchen treffen, wenn sie öffentlich vorgetragen werden, eben nicht nur den gemeinten, sondern alle. Es geht nicht darum ob er es verdient oder nicht, sondern darum dass diese Beleidigungen Sexismus „hoffähig“ machen. Weiterhin ist nicht nur B. selbst betroffen sondern auch seine Mutter…

    Das eigentliche Problem, mit dem man sich meiner Meinung nach beschäftigen sollte ist nicht B. selbst, sondern die Art wie mit ihm in den Medien umgegangen wird. Das ist ja hier auch schon angeklungen. Ich kenne ihn nicht persönlich, aber ich vermute nicht dass er für Argumente offen ist. Und die wichtige Sache sollte eben sein zu erörtern wieso er, wo, wann und unter welchen Bedingungen mediale Aufmerksamkeit bekommt.

  27. >>>Sorry Morjanne, aber sexistische Beleidigungen wie z.B. Muttersöhnchen treffen, wenn sie öffentlich vorgetragen werden, eben nicht nur den gemeinten, sondern alle. Es geht nicht darum ob er es verdient oder nicht, sondern darum dass diese Beleidigungen Sexismus “hoffähig” machen. <<<

    Ja, der arme Bushido, der Opfer von Sexismus ist…/Zynismus off

  28. @ Mondfee & Morjanne

    Bushido tut mir auch nicht wirklich leid. Und ob er sich persönlich angegriffen fühlt, kann mir auch egal sein. Viel wichtiger ist die Außenwirkung von Schwarzers Brief – und inwiefern dieser Brief andere diskriminierende Stereotype reproduziert. Es geht weniger um Bushido als Person, sondern darum, dass Sexismus/Xenophobie nicht besser oder legitimer wird, nur weil es einen nervigen und sexistischen Bushido trifft.

    Schwarzer signalisiert mit ihrem Text, dass es ok sei, auf Bushidos unbestritten qualitativ wenig wertvolle Arbeit mit einer nicht so wirklich gehaltvollen Kritik zu antworten. Schwarzer hat eine öffentliche Präsenz und demnach die Aufgabe, nicht nur journalistisch wertvolle Arbeit abzulieferen sondern als Advokatin für Frauenrechte darüber hinaus gegen Diskriminierungen vorzugehen – und das nicht nur bei offensichtlich sexistischen Verstößen.

    Ich bin ja auch nicht dafür, dass man gewalttätige Menschen selbst mit Gewalt bestraft. Gleiches mit Gleichem missfällt mir einfach.

  29. Der Künstler Bushido insziniert sich als Gangster, einer der keine Regeln kennt und Gewalt und Sexismus propagandiert. Das ist sein Image und seine Rolle. Diese steht den Werten der Gesellschaft natürlich entgegen, allerdings muss man sich fragen, welche Kunstformen sonst noch so sind. Horrorfilme zeigen Gewalt gegen Menschen, manche Maler leben Sexvorstellungen in ihren Bildern aus. Das ist nicht schick. Aber kann man deswegen sagen, dass der herstellende Künstler ein Schwein ist? Ein Muttersöhnchen mit Komplexen wegen seinem Migrationshintergrund? Diese Argumenation ist mir zu billig. Kritik an dieser Kunstform ist berechtigt, ich kann zum Beispiel nicht nachzollziehen, wie diese Darstellungen in Kindersendungen und Jugendzeitschriften ausgeschlachtet werden. Aber Schuld ist in diesem Fall nicht der Künstler, sondern die Medien, die diese Darstellungen in die Öffentlichkeit transportieren. Siehe Beispiel Horrorfilme, die landen nicht in der Bravo oder werden bei Kerner in Ausschnitten gezeigt. Bei aller berechtigten Kritik, Objektivität muss gewahrt bleiben. Und was Schwarzer da macht ist das blanke Gegenteil, sie verurteilt Sexismus indem sie fremdenfeindlich und beleidigend schreibt. Tolle Doppelmoral.

    PS: Eine Frau, die als Informationsquelle ausschließlich die BILD-Zeitung angibt, kann ich nicht ernstnehmen.

  30. @Magda:
    wir haben halt einfach eine andere Lesart von dem Brief.
    Für mich geht es hauptsächlich um Bushido als Person bzw. als „Künstler“. Und was ist so schlimm daran, die Tatsachen seiner Herkunft zu benennen? Sorry, aber da kann ich nichts Fremdenfeindliches sehen.
    Nur ein Beispiel:
    >>[AS:] Da bist du auf den Trichter mit dem Gangsta-Rap gekommen. Aber der Punkt ist: Du siehst nur so aus. Du spielst nur. Der einzige echte Gangsta in deiner Nähe ist vermutlich dein Beschützer Arafat.

    [Magde:]Bushido “sieht nur so aus” wie ein Gangsta-Rapper? Halb-Tunesier sehen also aus wie Gangsta-Rapper? Und wieder eine unglücklich gewählte Aussage.<<>>Schwarzer hat eine öffentliche Präsenz und demnach die Aufgabe, nicht nur journalistisch wertvolle Arbeit abzulieferen sondern als Advokatin für Frauenrechte darüber hinaus gegen Diskriminierungen vorzugehen – und das nicht nur bei offensichtlich sexistischen Verstößen.<<>>Aber Schuld ist in diesem Fall nicht der Künstler, sondern die Medien, die diese Darstellungen in die Öffentlichkeit transportieren.<<<
    Klar ist es auch ein Problem, wie die (Mainstream-)Medien Bushido hofieren. Aber der Urheber seiner "Kunst" ist immer noch er selber, also ist _er_ auch das Hauptproblem.

  31. Ohwei, da wurde was verschluckt, also alles nochmal:

    @Magda:
    wir haben halt einfach eine andere Lesart von dem Brief:
    Für mich geht es hauptsächlich um Bushido als Person bzw. als “Künstler”. Und was ist so schlimm daran, die Tatsachen seiner Herkunft zu benennen? Sorry, aber da kann ich nichts Fremdenfeindliches sehen.

    Nur ein Beispiel:
    „[AS:] Da bist du auf den Trichter mit dem Gangsta-Rap gekommen. Aber der Punkt ist: Du siehst nur so aus. Du spielst nur. Der einzige echte Gangsta in deiner Nähe ist vermutlich dein Beschützer Arafat.

    [Magda:]Bushido “sieht nur so aus” wie ein Gangsta-Rapper? Halb-Tunesier sehen also aus wie Gangsta-Rapper? Und wieder eine unglücklich gewählte Aussage.“

    Da will sie nur darauf hinaus, daß er sich zwar als „Gangsta-Rapper“ darstellt, in Wirklichkeit aber eine ganz arme Figur ist. So what?

    „Schwarzer hat eine öffentliche Präsenz und demnach die Aufgabe, nicht nur journalistisch wertvolle Arbeit abzulieferen sondern als Advokatin für Frauenrechte darüber hinaus gegen Diskriminierungen vorzugehen – und das nicht nur bei offensichtlich sexistischen Verstößen.“

    Wer hat ihr diese Aufgabe denn gegeben? Ich finde es gerade gut, daß sie sich _nur_ auf Frauenrechte konzentriert und deswegen nicht gezwungen p.c. sein muß. Leute, die Kreide gefressen haben, wenn es um Frauenrechte in anderen Kulturen geht, gibt es leider genug…

    @steve:
    „Aber Schuld ist in diesem Fall nicht der Künstler, sondern die Medien, die diese Darstellungen in die Öffentlichkeit transportieren.“

    Klar ist es auch ein Problem, wie die (Mainstream-)Medien Bushido hofieren. Aber der Urheber seiner „Kunst“ ist immer noch er selber, also ist _er_ auch das Hauptproblem.

  32. Das ist je eben der Punkt, daß Alice Schwarzer nicht Bushido als Person angreift (oder genauer: nicht nur), nicht (nur) seine Texte kritisiert, sondern, quasi en passant, rassistisch oder sexistisch zu deutende (Ich gestehe Alice Schwarzer in dubio pro reo zu) Versatzstücke mit herein nimmt.

    Wenn ich über Alice Schwarzer schreibe:

    He, Du Frau!
    He, Wuppertalerin!
    He, Du wurdest an Gerlindes Namenstag geboren!

    Dann ist das kein Angriff auf ihre Person. Ein Angriff auf ihre Person wäre so etwas wie:

    He, Du Rassistin!
    He, Du konservativer Dolch im Rücken des Feminismus!
    He, Du „Ich-kann-nichts-anderes-als-polemisieren“-Person!

    Ob das zutreffende Behauptungen sind ist die andere Frage. Daß alle drei Behauptungen hier arg disputabel sind und nur bedingt für persönliche Angriffe geeignet, steht auf einem anderen Blatt.

    Punkt ist: Wenn ich versuchte, sie in abwertender Absicht als Frau oder Wuppertalerin oder Gerlindesnamenstaggeborene zu bezeichnen, dann hätte ich nur Recht, wenn diese drei schlechte Dinge wären.
    Was also bedeutet, daß ich die drei implizit als schlecht darstelle, und daß ich darüberhinaus Frau Schwarzer nur auf ihr biologisches Geschlecht, ihren Geburtsort und den Tag ihrer Geburt beschränke.

    Ebenso ist es bei ihrer Bushidokritik, und das ist ja auch der Angelpunkt an Magdas Schwarzerkritik. Anstatt zu schreiben: Bushido, Du bist ein Sexist und Misogynist; bringt sie unterschwellig das tunesische Element, und die in einem Kommentar erwähnte Position beim Geschlechtsverkehr (ein klitzekleiner Punkt nur, aber vermutlich hat Alice Schwarzer es so gemeint), und Bushidos Zuneigung zu seiner Mutter mit hinein.

    Das könnte jetzt eine aufs äußerste geschickte Spitze um drei Ecken sein, in der Art:

    Bushido, dadurch daß ich hier Deinen Habitus übernehme setze ich einen ironischen Rahmen, der auch die Richtung der Deutung des Inhaltes vorgibt; dementsprechend kritisiert ironisch verschlüsselt mein Hinweis auf die Herkunft Deines Vaters Deinen Rassismus, und mein Gebrauch des Wortes ‚Muttersohn‘, dessen Absurdität dadurch offenbar wird daß Ich als bekennende Feministin eine positive Beziehung zur Mutter niemals in einen abwertenden Zusammenhang stellen würde, kritisiert Dein Männlichkeits und Frauenbild.

    Hat sie es so gemeint? Hm, Ich wüßte es zu gerne. Man hat ja doch eher den Eindruck, daß sie der Kanonen-auf-Spatzen-Typ ist. Aber um sie auch einmal zu verteidigen:

    >>“Muttersohn” wird immer dann verwendet, wenn man auf die angebliche Schwäche eines Mannes hinweisen will, der sich offensichtlich eher an seiner Mutter orientiert und/oder sich gerne von ihr verhätscheln lässt. Ihn damit beleidigen zu wollen, zeigt nur, dass Schwarzer Bushido keine “unmännlichen” Schwächen zugesteht. Ziemlich sexistisch irgendwie.<<

    Hier stimme Ich nicht zu. Sie benutzt das Wort nämlich im Gegensatz zu der Gewalt seines Vaters, an der Bushido sich eher zu orientieren scheint. Damit will sie die Feststellung unterstreichen, daß er, die Wahl zwischen zwei Wegen (durch Mutter und Vater personifiziert) habend, sich für den offensichtlich schlechteren entschieden hat, der Leid über seine Mutter und sich gebracht hat. Hier klingt das Wort in meinen Ohren also vielmehr spöttisch (auf eine um-die-Ecke-Weise):

    He, Bushido, Du tust so als seist Du jemand, der seine Mutter gern hat, der eine enge Beziehung zu seiner Mutter hat. Das wäre etwas Gutes. Aber daß Du durchweg frauenverachtend bist zeigt, daß das gelogen ist. Deine Selbstdarstellung als 'Muttersohn' in positiver Bedeutung ist scheinheilig und falsch. Ha, schmecke meinen tiefen Hohn, Du sogenannter Muttersohn.

    (Und sogar ein schöner Reim geworden!) Ich denke wirklich daß es hier so gemeint war, so wie Ich etwa einen CSU-Menschling ironisch 'Feminist' nennen würde, wenn er sich der Unterdrückung der Frau wegen für ein Kopftuchverbot ausspricht, wo er bekanntermaßen auch sonst immer für Frauenrechte ist.

    Sollen wir abstimmen, wie Alice Schwarzer es gemeint hat? Ich stimme, Pessimismus meine Zweifel überwindend, dafür daß sie tatsächlich eine von Ernst bestimmte Polemik geschrieben hat. Leider.

  33. hm, die verbindung libanon & tunesien -> islam, die machst du, nicht alice schwarzer. wenn man was in den brief reinlesen will, dann einen unterschwelligen rassismus (der mir übrigens auch ungut aufgestoßen ist), aber vom islam hat sie nichts gesagt.
    das vorurteil über die verbindung orientalen – gewalt gegen frauen – islam ist eben doch schneller zur hand, als man es so merkt…

  34. Also das ist ja irgendwie fast schon putzig, Alice Schwarzer Sexismus, Xenophobie oder gar Rassismus (und überhaupt: ist Islam eine Rasse??) zu unterstellen…
    Als kleine Diskussionsgrundlage hier mal ein Link (sind Links erlaubt?) zum Thema Feminismus versus Islamismus. Einfach, damit ihr mal hören könnt, um was es Schwarzer geht…

  35. @ Barbara

    Vielen Dank für den Link. Das Video bestärkt mich in meiner Argumentation.

    (Und nebenbei gesagt finde ich Schwarzer in diesem Video anmaßend und beleidigend. Ina Freudenschuss hingegen ist stark.)

  36. @ Magda
    Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe den Eindruck, sie hat keinerlei Interesse an einem Dialog und ist bloß da, um sich selbst reden zu hören.

  37. Es wäre vollkommen legitim, wenn Bushido sich zu Wort melden würde, sollte er sich denn beleidigt fühlen durch die bloße Nennung der Herkunft seines Vaters und dessen Gewalttätigkeit – beides bekannte Tatsachen.
    Notice: diese Tatsachen wurden von Schwarzer nicht interpretiert, kommentiert oder bewertet.

    Bei stellvertretend Beleidigten ist immer die Frage interessant, mit welchem tieferliegenden Interesse man sich zum Anwalt Dritter berufen fühlt und ob nicht diese \“Beleidigung\“ nur ein konstruiertes Strohmann-Argument darstellt.

  38. @ mission
    das tieferliegende interesse ist, dass der feminismus in deutschland leider nach wie vor durch die person alice schwarzer repräsentiert wird – zumindest für die öffentlichkeit – daher müssen sich andersdenkende feministinnen jedes mal zu wort melden, damit ihre (frau schwarzers) aussagen nicht später als aussagen des feminismus in deutschland gelten.

  39. Danke Erna.
    Es geht also in Wahrheit gar nicht um eine Diskriminierung von Bushido oder Muslimen oder Tunesiern.

  40. Hallo erna und mission,
    wir möchten darum bitten, den Text und seine Inhalte sachlich zu diskutieren und Spekulationen und Interpretationen darüber, worum es angeblich eigentlich geht, zu unterlassen (oder sie an anderer Stelle loszuwerden).

    Danke & Gruß
    Anna

  41. Aber Anna,

    Spekulationen und Interpretationen über versteckte Botschaften, Implikationen, bewusste und unbewusste Absicht, beabsichtige und unbeabsichtige Wirkung eines Artikels oder einer öffentlichen Wortmeldung gehören doch ganz unmittelbar zu dessen differenzierten Betrachtung dazu!?!

    Macht ihr es nicht in der feministischen Analyse genauso, und sollte es nicht auch genau so immer so sein, damit die Dinge endlich vollständig wahrgenommen werden können?

    Hilfreich, dabei immer dieses „cui bono“ im Hinterkopf zu haben meint
    Barbara

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