
Der Inhalt und die Aufmachung erinnern sehr an den großen Bruder. Keine seitenlangen Tabellen oder Spielerinnenzeugnisse, sondern Aktuelles aus Deutschland und der Welt, Bilder und Geschichten aus der Fußballgeschichte und ein Interview mit Simone Laudehr. Sie wird kurioserweise gefragt, ob sie schon mal einen Heiratsantrag von einem Fan bekommen habe. Glücklicherweise ist das mit den (immerhin für Fußballer auch immer häufiger) obligatorischen Fragen zum Sexsymbolstatus nur der kleinste Teil des ansonsten lesenswerten Interviews. Der Look ist ein wenig bunter, ohne den Eindruck von rosa Lala-Wohlfühlland zu vermitteln. Wer auf Bilderstrecken der “heißesten Spielerinnen” oder ähnliches gehofft hat, liegt ebenfalls falsch. Die Bilder sind einfach schön, interessant und passend.
Kleine Dinge fallen dennoch auf: In beiden Zeitschriften gibt es „das besondere Bild” – diese Rubrik wird einmal „Magnum” genannt und einmal „Laufsteg”. In der 11 Freundinnen gibt es jeweils einen Bericht zum Thema „Gleichberechtigung – Männer im Frauenfußball”. Der vorgestellte Herr ist jedoch nicht der einzige im Heft, die einzige Frauenseite dagegen in 11 Freunde (von 130 Seiten insgesamt) ist die ganzseitige Werbung für die TV-Serie „Sex and the City”. Kritisch bleibt dabei wieder einmal die Auslagerung von Frauenthemen in einen eigenen Bereich. Die Botschaft: So schön der Frauenfußball ist, ein Teil der allgemeinen Fußballkultur ist er nicht.

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