Wir lassen uns aufregen: Blogschau zum Wochenende

von Nicole
Dieser Text ist Teil 99 von 295 der Serie Die Blogschau


Die Honigsüße Welt fragt sich und ihre Leser_innen: „Woher kommt diese ‚Tradition‘, dass es für Frauen selbstverständlich ist zum Frauenarzt zu gehen, aber Männer gehen nicht zum Männerarzt?

Beim Mädchenblog spricht Blanca Dole vom feministischen Kollektiv der Uni-Frauen (so denke ich mir das zumindest mit meinem Urlaubsspanisch) über das Verbot der Notfallverhütung („Pille danach“) im April 2009 und dessen Folgen.

Und noch ein Blick über Deutschland und Europa hinaus: Bei L-Talk gibt es aus aktuellem Anlass – den Protesten und der Staatskrise in Tunesien – einen schon etwas älteren Text über die Situation von lesbischen Frauen im Land.

Die Denkwerkstatt berichtet über eine Veranstaltung mit Monika Hauser (Gynäkologin, Gründerin von Medica Mondiale, Trägerin des s.g. „Alternativen Nobelpreises“ 2008 und Kämpferin gegen sexualisierte Gewalt).

Ebenfalls beim Mädchenblog hat Leonie offenbar die Quotenintervention von Ursula von der Leyen (wir berichteten) vorausgeahnt und fragt schon mal „Warum eigentlich nicht gleich 50%?“

annalist verlinkt den Vortrag von Seda Gürses beim letztjährigen Kongress des Chaos Computer Clubs 27c3 über Privatsphäre, Datenschutz und Überwachung und legt ihn gerade Nicht-Informatiker_innen ans Herz (oder den Kopf).

Franziska Heine hat gelesen und gezählt, nämlich wie sich Frauen in der deutschen Blogosphäre selbst bezeichnen: Mädchen, Fräulein, Frau?

Bei words on a watch schreibt die Schriftstellerin Katharina Schultens über schlechte PR-Texte und gelangt auf kleinen Umwegen schließlich auch zum Auszählen – in diesem Fall der Repräsentation von Lyrikerinnen und Lyrikern.

Beim Feministischen Institut Hamburg gibt es eine ausführliche, persönliche und zugleich nüchtern-distanzierte Einzelfallstudie zum Umgang mit sexistischen Situationen: Was sage ich? Wie sage ich es? Wie reagiert er/sie und wie geht’s weiter?

Das Nuf könnte sich aufregen und tut es. Und zwar über einen Artikel im Nido (oder in der Nido anscheinend, sorry!), der das Schicksal von Mittelschichtsfamilien beklagt, die nach dem Kinderkriegen sparen müssen: „Man kann nicht mehr vier Mal in der Woche ausgehen, für den Jahresurlaub muss man sparen.“ Das Nuf rät: Jedes Kind nur ein Pony.

Eine elegante Überleitung zu einem kurzen Blick in die öffentlich-rechtliche Onlinewelt: rbb-Redakteurin Su Holder schrieb einen sogenannten „offenen“ – und bösen – Brief an die schwangere Kristina Schröder. Verletzung der Persönlichkeitsrechte fand ihr Arbeitgeber, der Sender Fritz, und nahm den Text von der Website.

Und zum Abschluss gibt’s noch einen Termin: Gestern starteten in Bielefeld bereits zum vierten Mal die „Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie“. Organisiert werden sie vom AStA der Fachhochschule Bielefeld, dem AStA der Universität Bielefeld sowie dem Frauencafé Anaconda, der Fachschaft Gender Studies und dem Autonomen Schwulen Referat (SchwuR) an der Uni Bielefeld. Bis zum 28.01.2011 gibt es noch zahlreiche Veranstaltungen, das ausführliche Programm hier.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.




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Eintrag geschrieben: Samstag, 22. Januar 2011 um 11:09 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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6 Kommentare

  1. bubi zitrone sagt:

    gibt es den nun nicht mehr „offenen brief“ noch irgendwo zu lesen?

  2. captain sagt:

    @ bubi zitrone: Über den ersten Kommentar auf der Fritz-Website lässt sich ein Screenshot ausfindig machen.
    http://blog.pantoffelpunk.de/wp-content/uploads/2011/01/offener-brief-fritz-schroeder.jpg

  3. captain sagt:

    …huch, da war wohl eine schneller als ich. Hätte ich vorm Posten mal den Refresh-Button benutzt. ;-)

  4. wildes Huhn sagt:

    ich habe mich über die Fotostrecke von BRIGITTE über schwangere Politikerinnen aufgeregt – bzw. über den Text dazu. http://wp.me/p1dYaO-4F
    wildes (kein Mädchen) Huhn

  5. bubi zitrone sagt:

    besten dank!! tatsächlich ist das vielmehr ein kurzer kommentar denn ein brief, aber warum er wieder rausgenommen wurde ist mir unklar. allerdings: hat bietet das ja die chance, den brief nochmal ausführlicher zu formulieren und an anderer stelle (die vermutlich leider nicht so viel aufmerksamkeit wie fritz/rbb bringt) zu publizieren. denn inhaltlich bin kann ich su holder durchaus beipflichten.