Einträge mit dem Tag ‘Marokko’


Slutwalk in Münster, vorehelicher Sex und die Frauenquote – kurz verlinkt

16. August 2012 von der Mädchenmannschaft

Am 22. September feiern wir in Berlin unseren 5. Geburtstag! Wenn ihr einen Workshop anbieten wollt, eine Spoken Word Performance oder ein Gedicht vortragen möchtet, eure Zines auslegen wollt oder als Tontechnikerin unsere Live-Acts abmischen könnt, lasst es uns wissen:
veranstaltung [at] maedchenmannschaft.net

Das Imperium schlägt zurück: Die Schlecker-Frauen Mitarbeiter_innen organisieren sich. Dazu ein Bericht in der taz.

Dafuq? Die spanische Regierung will Abtreibungen verbieten.

Gesehen auf Südostschweiz: Zwei Lesben haben sich in Taiwan vor einer Buddha-Statue das ja-Wort gegeben.

Während sich Mädchen relativ einfach „jungenhaft“ verhalten dürfen, ist es umgekehrt sehr schwierig. Die New York Times über Eltern, deren Söhne „geschlechtsuntypische“ Kleidung mögen und Verhalten zeigen. Ebenfalls in der New York Times aber eher eine Gruselgeschichte: Auf der Straße angehalten und durchsucht zu werden, ist noch nie eine besonders erfolgsversprechende (dafür aber rassistische) Polizeitaktik gewesen. Werden Frauen durchsucht, kann es für sie noch einmal extra erniedrigend sein.

Sehr lesenswert, sehr desillusionierend: Heim & Herd: Eine Selbsttäuschung.

Nicht hundertprozentig das gelbe vom Ei (Aua-Formulierungen wie „homosexuelle Prägung“ sind enthalten), aber hey, kann mensch lesen: Der Fall des Streits einer lesbischen Erzieherin mit einem Kindergarten, bei der Süddeutschen.

In Marokko ist eine große gesellschaftliche Debatte um vorehelichen Sex ausgebrochen, nachdem ein Zeitungsredakteur sich öffentlich dafür ausgesprochen hatte. Bisher sind vor- und außereheliche sexuelle Aktivitäten verboten bzw. tabuisiert, berichtet die BBC.

Im taz-Montagsinterview erzählt die Berlinerin Dagmar Yu-Dembski von ihrer Suche nach den chinesischen Einflüssen auf die deutsche Hauptstadt.

Ziemlich harter Tobak, nichts für schwache Nerven: I Wish My Mother Had Aborted Me.

Mal wieder ‘ne Moderatorin bei der Präsidentschaftsdebatte, nachzulesen auf womensmediacenter.

Die Frauenquote kommt: In Südafrika.

Und die Termine: (mehr …)


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Blick zurück für den Blick nach vorn – Frauen im Mittleren Osten

23. Januar 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 59 von 89 der Serie Die Feministische Bibliothek

Rotes Buchcover mit einem Bild auf dem ca. 20 Mädchen und junge Frauen zu sehen sind.Mit den Revolutionen in Tunesien und Ägypten vor knapp einem Jahr ist auch eine weitere Frage immer wieder aufgetaucht: Wie steht es um die Frauen in Nordafrika, bzw. dem Mittleren Osten? Das Buch “Women and the Family in the Middle East” beleuchtet historische Entwicklungen, von den zwanziger Jahren bis in die Achtziger. Betrachtet werden zehn Länder, vom Irak über Ägypten bis zum Sudan, sowie die Palästinensischen Autonomiegebiete. Außen vor bleiben die Länder “ohne westlichen Einfluß” und Kolonialzeit, der Jemen und Saudi-Arabien, trotzdem ist dies schon ein weites Feld. Darüberhinaus werden die Themen Familie, Arbeit, Religion, Krieg & Revolutionen, Identität und Gesundheit & Erziehung betrachtet – eine umfassende Analyse gibt es daher nicht.

Stattdessen gleicht das Buch einem Puzzle, in dem sich wissenschaftliche Abhandlungen, persönliche Berichte und Fiktion in Form von Gedichten und Geschichten abwechseln. Die einzelnen Texte sind, so verschieden sie auch sind, stets gut zu lesen und verständlich. Der Versuch, das Buch in einem Rutsch zu lesen, muss an der Vielfalt der Themen allerdings scheitern. Umso mehr Sinn macht es, sich einzelne Texte herauszusuchen und mit dem heutigen Stand zu vergleichen. So wurde etwa in Libyen die radikale Gleichstellung von Männern und Frauen geplant. Dass es dazu niemals kam, zeigt nicht zuletzt die aktuelle Situation.

The problem with “starting from reality” is that, without a clear policy of change, one tends to get stuck there. (Das Problem mit dem „Beginn in der Realität“ ist, dass man ohne klare Vorgaben zur Veränderung stecken bleibt.) (mehr …)


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Mitlesen und mitmachen – kurz Notiertes in dieser Woche

28. Oktober 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 128 von 260 der Serie Kurz notiert

CNN hat Apple’s neue iPhone-Stimme Siri zum Anlass genommen, Computer­stimmen zu untersuchen. Interessantes Detail: Geht es um autorität-vermittelnde Stimmen, klingen sie meist männlich, assistierende Stimmen dagegen weiblich.

Welche Halloween feiern und sich dazu verkleiden möchte, denke bitte an die goldene Regel: Hauptsache sexy.

Passend zu Halloween und einigen unsäglich rassistischen Kostümen, die wieder auf uns warten werden: Eine Kampagne von “Students Teaching About Racism in Society” (Studierende die über Rassismus in der Gesellschaft aufklären).

Nach der Lingerie Football League (Frauen spielen Football in Unterwäsche, haha, sex sells, und werden dafür nicht mal anständig bezahlt) gibt es jetzt eine Youth Lingerie Football League. Da sind die Mädchen zwar angezogen, sollen aber das lustige Leben in sexy Lingerie trainieren. Worst idea ever, wie jezebel kommentiert und hat mit Sport auch nix zu tun.

Bei xojane beschreibt eine Frau, was in ihr vor sich ging, als der Mann, der sie vor Jahren vergewaltigt hatte,  sie bei facebook fand. Schade nur, dass am Ende der Eindruck erweckt wird, als wäre sie ein bisschen selbst schuld gewesen: Hätte sie doch nur deutlicher gesagt, dass sie das nicht will…! (Danke an David für den Link).

In Österreich wurden vier Abtreibungsgegner_innen wegen Stalkings verurteilt, berichtet dieStandard.

Jamie vom Rookie Mag hat erst spät Bekanntschaft mit Masturbation gemacht. Trotzdem hat sie ein paar Fragen dazu beantwortet, jeweils mit der Anekdote einer Real-Live-Person aufgepeppt. Das hätte auch Cyndi Lauper gefallen:

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Twilight, Feminismus in Marokko und Comic-Ladys

3. Februar 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 94 von 260 der Serie Kurz notiert

Twilight-Fans und Nicht-Fans aufgepasst: GeekMom erklärt, wie man mit Hilfe von Twilight eine Diskussion über Beziehungen, Sex und Liebe initiieren kann.

Bereits im Oktober schrieben wir über die Massenvergewaltigungen im Kongo. DieStandard.at berichtet von erneuten Massenvergewaltigungen. Der mutmaßliche Auftraggeber war ein hochrangiger Armeeoffizier, der seinen Soldaten befohlen haben soll, den Tod eines Kameraden in dieser Weise zu „rächen“.

Schüler_innen der King City Public School in Toronto planten, am Opposite Gender Dayin Kleidung des jeweils anderen Geschlechts zu kommen. So sollte jede_r sich besser in das Leben der anderen einfühlen und sich mit Geschlechterrollen auseinandersetzen. Nachdem Eltern darüber aufgebracht reagierten, wurde die Aktion abgeblasen so milkboys. Unter Aktivist_innen sind solche Tage ebenfalls umstritten, hier lautet die Kritik aber, dass Transphobie verstärkt werden könnte.

Im Januar berichteten wir über die neue Frauenorganisation „UN Women”. Wie der Guardian nun schreibt, steht das Budget der Organisation allerdings noch in den Sternen und die Besetzung ist bisher noch sehr schmal. Die Verpflichtung der Vereinten Nationen, sich mehr um die Belange von Mädchen und Frauen zu kümmern, muss noch in die Tat umgesetzt werden.

Der Transmann TQ spricht auf Racialicious über Körper, Sex und Sexualität.

Jungle World: Marokkanische Feministinnen engagieren sich für die Gleichstellung von Frauen und gegen patriarchale Strukturen. Unter ihnen gibt es Frauenrechtlerinnen, die nach einem Weg suchen, der feministische Ansätze mit der Ethik des Islam vereinen soll.

Kopftücher sind so unterschiedlich wie ihre Trägerinnen. Eine 65jährige Tschetschenin erzählt auf daStandard.at, wie ihre Landsfrauen das Gebot der “Bedeckung” auslegen.

Das Blog 500 Photographers stellt jede fünf Fotograf_innen vor, darunter die iranische Künstlerin und Journalistin Newsha Tavakolian. Deutschen Leser_innen ist sie vielleicht aus dem Stern bekannt; Sie widmet sich besonders Frauenrechten.

Ladies Making Comics weist auf den Black History Month hin, besonders auf die Schwarzen Frauen in der Comic-Szene und bittet um Mithilfe: Bis zum Ende des Februar sollen alle im Women in Comics Wiki gelisteten Künstlerinnen einen eigenen Eintrag haben. Hier gibt’s noch mehr zum Black History Month.

Stellenagebot: LesMigraS, der Antidiskriminierungs- und Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin, sucht zum 15. Mai 2011 eine_n Mitarbeiter_in für die Antidiskriminierungs- und Antigewaltarbeit.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für Februar, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder queer/feministische Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen… Veranstaltungshinweise könnt ihr über unser Kontaktformular an uns senden, auf unsere Facebook-Wall posten oder per Twitter an @grrrls_team schicken.


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Lady Gaga, Konvertitinnen, Disney, Abtreibung, Rassismus, Menschenrechte, Burka und Persönliches

2. Juni 2010 von der Mädchenmannschaft

Die Times stellt Britinnen vor, die zum Islam konvertierten.

Ebenfalls in der Times: Lady Gaga über Feminismus. Noch nicht genug? Noch mehr Lady Gaga.

Es gibt eine Petition des Bundesverbandes deutscher Psycholog_innen, die auf den Weg bringen soll, “dass im Einwanderungsland Deutschland Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund muttersprachliche, kultur- und gendersensible Psychotherapie als Sozialleistung – insbesondere auch als Regelleistung im Krankenversicherungssystem – finanziert bekommen” (via).

Zwei Bilder, die uns etwas über Frauen und Männer lehren – Disney sei Dank.

Bikyamasr berichtet über eine Abtreibungskonferenz in Marokko, wo Abtreibung generell verboten ist, es sei denn, das Leben der Mutter ist in Gefahr.

Human Rights and Homosexuality – Past, Present, Future“ heißt die Konferenz, die die Hirschfeld-Eddy-Stiftung zusammen mit der lettischen LGBT-Organisation Mozaika und dem Latvian Human Rights Centre am 4. und 5. Juni 2010 in Riga veranstaltet.

Es geht ein Gespenst um in Europa: Als erste Stadt Spaniens hat nun auch das katalanische Lleida (Lerida) am Freitag ein Verbot von Vollschleiern beschlossen.

Die taz meldet sich laut DerBrauneMob mal wieder mit satirisch gemeintem Rassismus zu Wort.

“The Personal is Political”: Courtney von feministing berichtet über ihren neuen Freund, der ordentlicher ist als sie und gerne bei ihr putzt. Ein wenig schlechtes Gewissen inklusive.

„filia.die frauenstiftung“ gibt eine Projektparty, auf der die serbischen Menschenrechtlerinnen Biljana Stankovic von der Novi Sad Lesbian Organisation und Tijana Popivoda vom Autonomen Frauenzentrum zu Gast sind. Anmeldung für die Projektparty in Hamburg bis 5. Juni. Mehr Infos gibt es hier (PDF).


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Sport, Glaube, Gay Magazine, Gewalt gegen Frauen, neue Männer, Photoshop-Disaster und Feminist Rapper

23. April 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 82 von 260 der Serie Kurz notiert

DieStandard.at: “Sexuelle Ausbeutung wird als Waffe in allen bewaffneten Konflikten eingesetzt.”

Spiegel: Bruder bittet Mo’Nique um Vergebung für sexuellen Missbrauch.

BBC: Bergsteigerinnen, die die 14 höchsten Berge bezwingen.

MsMagazine: Dorothy Height, aktiv in der amerikanischen Bürger_innenrechtsbewegung, ist verstorben.

TheF-Bomb: Feminismus und christlicher Glaube schließen sich nicht aus.

Gefühlskonserve: “Ich bin ein echter Mann und mich nerven die Eigenschaften, die diese Gesellschaft für mein Geschlecht vorsieht.”

Schwulissimo: Marokkos erstes Gay Magazin wird vielleicht verboten.

MsMagazine: Eine kritische Analyse zum Trend unretuschierter Fotos von Stars und Models.

Bitchmagazine: Feminist Rapper, Teil drei! (Teil zwei leider verpasst, gibt es hier)


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Scheidung auf Marrokanisch

16. Dezember 2008 von Susanne

Marokkos König Mohammed VI. ist bei vielen seiner Untertanen beliebt wie ein Popstar. Als er 1999 den Thron bestieg, begann er vieles ganz anders zu machen als sein Vater – und versuchte, sein Land zu modernisieren. Während er den Staatsapparat selbst kaum von Korruption und verkrusteten Strukturen befreien kann, gelang ihm mit der Reform des marrokanischen Familienrechts der große Wurf. Der Autor Dietrich Alexander wirft einen Blick in die Familiengerichtssäle eines Landes aus 1001 Nacht:

Der König begreift das seit Februar 2004 geltende reformierte Familienrecht, die Mudauwana, als Kern seiner Vorstellung von einer toleranten, modernen, an die globale Entwicklung assimilierten arabischen Gesellschaft. “Wie kann”, so fragte der Monarch vor vier Jahren sein Parlament, “eine Gesellschaft auf Fortschritt und Wohlstand hoffen, wenn die Hälfte von ihr, die Frauen, Opfer von Ungerechtigkeit, Gewalt und Marginalisierung wird?” Die Antwort gab er kurz darauf selbst und verkündete eine radikale Reform der Familiengesetzgebung. Vorbei waren die Zeiten, da es einem Mann erlaubt war, mit der dreifachen Wiederholung des Wortes “talaq” (Scheidung) seine Frau ins Elend zu stoßen: rechtlos und als Nicht-Jungfrau für den Rest ihres Lebens dazu verdammt, allein zu bleiben. Vorbei die tribalen Gesetzmäßigkeiten gehorchende Zwangsverheiratung junger Mädchen mit deutlich älteren Männern. Und vorbei auch die vollkommen unkontrollierte Polygamie.

Vor allem die Frauen in seinem Land verehren Mohammed VI. Denn er hat ihr Leben radikal verändert. Zum Beispiel bei einer Scheidung:

Richter Fadli verkündet: “Die Ehe wird mit sofortiger Wirkung geschieden, das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter wird der Mutter übertragen, die während der Ehe angehäuften Güter werden geteilt.” Akte geschlossen, nächster Fall. Ein scheues Lächeln huscht über das Gesicht der Frau mit dem blond gefärbten Haar, das sie offen trägt. Ihre schlanken Beine stecken in engen Jeans, darüber fällt eine gemusterte, dreiviertellange Lederjacke. Man sieht ihr den Triumph an, den sie über die Gesetzmäßigkeiten einer patriarchalischen Gesellschaft errungen hat: Nicht nur konnte sie die Scheidung erwirken, es gelang ihr obendrein noch, das Sorgerecht für ihre Tochter durchzusetzen. Weder das eine noch das andere wäre vor fünf Jahren denkbar gewesen.


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