Einträge mit dem Tag ‘Großbritannien’


Wer war… Mary Wollstonecraft?

27. April 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 12 von 31 der Serie Wer war eigentlich …

Mary Wollstonecraft wurde heute vor 251 Jahren geboren und verstarb 1797 mit 38 Jahren. Wollstonecraft war eine britische Schriftstellerin, Übersetzerin, Philosophin und Feministin. Sie war eine der ersten Frauenrechtlerinnen Englands. Als ihr bedeutendstes Werk gilt A Vindication of the Rights of Women (“Verteidigung der Rechte der Frau”), in dem sie sich für die soziale und rechtliche Gleichstellung der Frauen einsetzte.

© National Portrait Gallery, London

© National Portrait Gallery, London

Geboren als zweites von sechs Kindern in eine Familie, die nicht lange an einem Ort blieb, litt Marys Schulbildung unter den häufigen Umzügen, so dass sie begann, sich selbst zu bilden.

Mit 19 Jahren verließ Wollstonecraft ihre Familie und trat eine Stelle als Gesellschafterin an. 1780, zwei Jahre später, kehrte sie in ihr Elternhaus zurück, um die erkrankte Mutter zu pflegen, die noch im selben Jahr starb. In ihren Zwanzigern gründete Wollstonecraft zusammen mit ihrer Schwester Eliza und ihrer besten Freundin zwei Schulen, schrieb ihren ersten Roman, Mary, und zwei Jahre später folgte ihr berühmtes Werk A Vindication of the Rights of Woman.

Wollstonecraft glaubte an die aufklärerische Wirkung der Erziehung und scheute sie sich nicht, die westlich-liberale Ideologie des individuellen und rationalen Subjekts auch auf Frauen zu übertragen. Somit fand sie eines der stärksten Argumente gegen deren Unterordnung: Warum sollte das vermeintlich universell geltende Ideal der (Chancen-)Gleichheit nur für Männer gelten? Genauso radikal für ihre Zeit war die Forderung, dass der Staat die Frauen bilden müsse. Sie wären dann nicht nur bessere Frauen und Mütter, sondern auch gleichgestellte Bürgerinnen. Wollstonecraft argumentierte, dass Frauen angenehmere Gefährtinnen wären, wenn sie nur genügend Bildung, einen ausfüllende Tätigkeit, Unterstützung in der Heimarbeit und körperliche Ertüchtigung hätten. So würden Frauen aufhören, sich wie “eingesperrte Vögel” zu benehmen. Bildung wurde zum zentralen Punkt für Wollstonecraft, denn nur so könnten Frauen die notwendige Rationalität entwickeln, um in der “öffentlichen Sphäre” neben den Männern zu walten.

Wollstonecraft beging zwei Selbstmordversuche, u.a. wegen einer unglücklichen Liebe. Mit 35 Jahren brachte sie ihre erste Tochter zur Welt. Zwei Jahre später lernte sie den Philosophen und Schriftsteller William Godwin kennen. Wollstonecraft hatte sich vorgenommen, nie zu heiraten. Trotz ihrer Prinzipien heiratete das Paar im März 1797, als Wollstonecraft längst mit ihrem zweiten Kind schwanger war. Sie verstarb 1797 zehn Tage nach der Geburt ihrer zweiten Tochter.

Godwin veröffentlichte ein Jahr nach Wollstonecraft’s Tod die Memoirs of Mary Wollstonecraft.


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Wer war… Ada Lovelace?

24. März 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 11 von 31 der Serie Wer war eigentlich …

www.computerhistory.orgHeute ist der zweite Ada Lovelace Tag, an dem die herausragenden Leistungen von Frauen aus Technologie und Wissenschaft gefeiert und geehrt werden sollen. Dieser Tag wurde nach der ersten Programmiererin in der Geschichte, Ada King, Countess of Lovelace, benannt, die ebenfalls als Namensgeberin der Programmiersprache “Ada” gilt. Die 1815 in Middlesex (heute London) geborene und mit 36 Jahren an Krebs verstorbene Lovelace entwarf Konzepte zur Programmierung einer mechanischen Maschine, die zu ihrer Zeit technisch noch nicht realisierbar war.

Komm-mach-Mint beschreibt den Erfolg des zum zweiten Mal stattfindenden Ada Lovelace Tages wie folgt

Vergangenes Jahr beteiligten sich über 2000 Bloggerinnen, indem sie in Hunderten von Webblogs über erfolgreiche Technikerinnen oder ihre eigene Karriere als Wissenschaftlerin berichteten. Auch Unternehmen informierten über ihre Aktivitäten, für mehr Frauen in MINT-Berufen zu sorgen. Der Erfolg der Aktion war Grund dafür, den Ada Lovelace Tag in diesem Jahr erneut stattfinden zu lassen und das Web 2.0 dazu zu nutzen, international die zahlreichen und innovativen Beiträge von Frauen in MINT breitenwirksam sichtbar zu machen. In Zeiten des Fachkräftemangels und noch zu geringer Zahlen von Frauen in den klassischen MINT-Fächern wie der Elektrotechnik, der Informatik, der Physik und dem Maschinenbau unverzichtbar, um mehr Frauen für MINT zu gewinnen.

Auf Frauen-Informatik-Geschichte heißt es zu Lovelace’s mathematischen Talent

Ada Lovelaces mathematisches Verständnis zeichnete sich durch außerordentliches Vorstellungsvermögen aus. Sie war davon überzeugt, dass eine Maschine eines Tages dafür genutzt werden könne, komplexe Musikstücke zu komponieren und Graphiken zu erstellen, und sowohl wissenschaftliche wie praktische Anwendung finden werde. Sie sollte Recht behalten.

Die Zahlenzauberin kürt Emmy Noether zu ihrer “Tech Heroine” und auch das Piratenweib und Helga auf Drop the Thought machen auf den Tag aufmerksam. In unserer Reihe “Wer war eigentlich…?” berichteten wir im Januar über die russische Mathematikerin Sofja Kowalewskaja.

© www.sidneypadua.com

Comic Geeks, aufgepasst: Auf sydneypadua gibt es außerdem ein Comic, welches zeigt, wie sehr Ada Lovelace ihrer Zeit voraus war.


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Linksammlung

9. März 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 77 von 152 der Serie Kurz notiert

In ihrer ersten Gleichstellungsrede macht die CDU-Frauenministerin Kristina Schröder (ehemalige Köhler) laut der taz deutlich, was sie von Quoten hält: so wenig wie von Cortison.

Die Debatten um die fortbestehenden geschlechterspezifischen Ungleichheiten in der Gesellschaft werden von zwei Begriffen geprägt, die scheinbar in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen: “Patriarchat” und “heteronormative Matrix”. In der Jungle World kann man zwei Positionen nachlesen: “Kampf dem strukturellen Patriarchat!” und “Kampf der heteronormativen Matrix!

Das bis dahin nach dem brandenburgischen Kolonialherren Otto Friedrich von der Groeben benannte Gröbenufer im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wurde in May-Ayim-Ufer umgenannt. May Ayim war eine Dichterin und Aktivistin der afrodeutschen Bewegung.

Auf DieStandard.at wird von einer Studie aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogota berichtet, die ergab, dass sich 21% der Freier in die Prostituierte verlieben, mit der sie sich eingelassen haben und 23% immer wieder diese eine Frau aufsuchen. Umgekehrt gaben 50% der Prostituierten an, sie hätten sich bereits einmal in einen Freier verliebt.

Auf Sociological Images werden gerade Stereotype thematisiert, die in vielen (westlichen) Ländern über asiatische Frauen (als vermeintlich kulturell homogene Gruppe) herrschen: “The Submissive Asian Sterotype“.

Der Spiegel berichtet: Im Skandal um den sexuellen Missbrauch von Kindern in katholischen Einrichtungen gibt es jetzt auch Vorwürfe gegen ein Kinderheim der Berliner Hedwigschwestern. Ein Opfer sagte im ZDF: “Man hört immer nur von den Priestern, dabei waren’s doch die Nonnen genauso.” Im Selbermach-Sonntag verlinkte Ben das zugehörige ZDF-Video.

Seit Donnerstag können in Mexiko-City gleichgeschlechtliche Paare den Bund fürs Leben schließen, so die Washington Post. Die Stadt kann ihre eigenen Gesetze erlassen und hat im ansonsten streng katholischen Mexiko mit liberalen Entscheidungen für Kontroversen gesorgt. So wurden Abtreibungen im ersten Trimester erlaubt und die Scheidung ohne Schuldfrage eingeführt. Mit 50% der Einwohner_innen sind die Befürworter_innen der gleichgeschlechtlichen Ehe auch deutlich mehr als die Gegner_innen (38%). Bisher waren nur eingetragene Partnerschaften erlaubt.

Eine britische DJane rockt gerade die französische Party-SzeneRuth Flowers ist 69 Jahre alt!

Im britischen TV lässt die Repräsentation von Frauen zu wünschen übrig. Der Guardian berichtete von einer Studie, nach der Männer 65% aller Auftritte auf den Kanälen bestreiten. In Soap Operas ist das Verhältnis noch ausgeglichen, in den Nachrichtensendungen sind dagegen deutlich weniger Frauen zu sehen. Und wenn, dann meist zu den „weichen” Themen Gesundheit oder Kultur.

Auf broadsheet@salon schreibt Judy Mandelbaum über polnische Abtreibungsgegner_innen, die Abtreibung mit Faschismus gleichsetzen. In Poznan steht auf einem riesigen Plakat neben dem Gesicht von Hitler zu lesen: “Abtreibung für polnische Frauen wurde am 9. März 1943 von Hitler eingeführt.”


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Gebloggtes aus der deutschen Websphäre

6. März 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 78 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Letzte Woche leider durch die Lappen gegangen, aber absolut lesenswert: “Die Pille danach – ein Erlebnisbericht” auf dem mädchenblog. Auch things that hurt berichtet von ihren Erfahrungen mit der Pille danach.

Auf drei hälften konstatiert die Autorin: Der Feminismus ist tot! Anhand von verschiedenen Beispielen zählt sie auf, warum der Feminismus dennoch dringend gebraucht wird.

Die Zahlenzauberin ärgert sich über ihren Arzt, der sie wegen einer Grippe untersuchen soll und wegen ihres Gewichts ermahnt - “aber in zwanzig Jahren…” Dabei ist ihr Selbstbewusstsein in jahrelanger Arbeit erkämpft.

Antje Schrupp fragt auf twitter: “Maskulinisten kündigen an, einen Vortrag von mir per Flashmob zu stören. Was würdet Ihr machen?”

In Großbritannien wird demnächst einer der letzten Unterschiede zwischen Ehe und gleichgeschlechtlichen eingetragenen Partnerschaften fallen, denn am Dienstag beschloss das House Lords mit 95 zu 21 Stimmen die “Equality Bill” – queernews berichtete.

Auf zwischengeschlecht gibt es einen Verweis auf die Petition der Organisation Intersex International (OII) gegen Diskriminierung von Zwittern durch das Internationale Olympische Komitee (IOC).

Auf Aviva Berlin wird das Buch “Migration als Ressource. Zur Pendelmigration polnischer Frauen in Privathaushalte der Bundesrepublik” von Sigrid Metz-Göckel, Dobrochna Kalwa und Senganata Münst besprochen.

Zusammen mit anderen Kolleginnen aus der Mädchenarbeit entstand die Idee, im August mit einem Vernetzungstreffen in Marburg den Grundstein für einen bundesweiten Austausch junger feministischer Sozialpädagoginnen zu legen, wie auf beziehungsweise weiterdenken berichtet wird.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.


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Vergewaltigt und “selbst schuld”?

19. Februar 2010 von Magda

Eine kürzlich veröffentlichte Studie (pdf) von Opinion Matters zum Thema Vergewaltigung erhält in den Medien gerade wegen ihrer teilweise schockierenden Ergebnisse enorme AufmerksamkeitIn dieser Studie wurden 1061 Menschen aus London im Alter von 18 bis 50 Jahren unter anderem nach bestimmten Situationen gefragt, in denen der/die Vergewaltigte selbst Verantwortung für das ihr oder ihm angetane Unrecht übernehmen soll.

Dazu befand die Mehrheit, dass Opfer sexueller Gewalt mitverantwortlich seien, wenn der/die Missbrauchte bereits eine sexuelle Handlung mit dem Täter oder der Täterin durchgeführt hat (73%) oder das Opfer bereits im gleichen Bett mit der Person lag, bevor ein Missbrauch stattfand (66%). Unter anderem wurde noch Alkoholmissbrauch (64%), provokante Kleidung (28%) und flirten (21%) angeführt.

Besonders auffällig: Mehr Frauen als Männer und Jüngere eher als Ältere folgten der oben dargestellten Argumentation, es gäbe bestimmte Situationen, die eine Vergewaltigung auf irgendeine Art und Weise “nachvollziehbar” mache.

Ganz davon abgesehen, dass viele Menschen völlig unreflektierte Vorstellungen zu scheinen haben, wie Frauen sich zu verhalten hätten (übermäßiger Alkohol und provokante Kleidung im Kontext Vergewaltigung wurde in den Medien bisher grundsätzlich als weibliches Problem diskutiert), bin ich hoffentlich nicht die Einzige, die es fragwürdig findet, dass die Tatsache, dass ich mit jemanden in einem Bett liege und/oder betrunken bin und/oder einen kurzen Rock trage, auch nur im Entferntesten einem Menschen erlaubt, mit mir ungewollt zu schlafen.

Ich gebe mein Recht auf ein “Nein” doch nicht ab, nur weil ich vier Bier intus habe und ein enges Shirt trage. (weiterlesen …)


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Briten bringen ernste Seite des Sex ins TV

27. März 2009 von Susanne

Ab sofort dürfen in Großbritannien Abtreibungskliniken Werbung im Fernsehen und Radio machen und Werbung für Kondome darf nun auch vor 21 Uhr ausgestrahlt werden. Beide Neuerungen sollen ein Schritt gegen die vielen Teenagerschwangerschaften im Land sein. Dass letzteres, die Kondomwerbung nicht schon lange rund-um-die-Uhr erlaubt ist, fand ich fast schon skurril. Hierzulande wächst man ja quasi mit Werbung für Safer Sex auf. (Oder?)

“Die Pläne resultieren aus der ersten großen Prüfung der britischen Werberichtlinien in 50 Jahren. Abtreibungsgegner wie die ‘Society for the Protection of Unborn Children’ protestieren bereits”, steht in der Süddeutsche Zeitung heute dazu. Großbritannien ist das Land mit den meisten Teenagerschwangerschaften in Europa.


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