Einträge mit dem Tag ‘Afghanistan’


Mit Highheels gegen das Patriarchat – die Neuigkeiten der Woche

20. Oktober 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 125 von 138 der Serie Kurz notiert

Am Wochenende war die Mädchenmannschaft beim Barcamp Frauen. Verena berichtete bereits für den Freitag und für uns. Auch in der tazim Vorwärts und der Seite der SPD gibt es jeweils einen Rückblick.

Männer mit Behinderungen sind stärker von sexueller Gewalt betroffen als Männer ohne Behinderungen, so die LA Times.

Die ukrainischen Femen waren und bleiben aktiv: “Mit Highheels und oben ohne gegen das Patriarchat.”

Heute hat die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ihren 65. Geburtstag. DieStandard hat ein Porträt von Jelinek.

Unter den 1.133 Kandidat_innen, die in das Parlament in den Oman wollten, waren 77 Frauen: eine davon hat es geschafft.

In Afghanistan ist die Frauenquote im Parlament zwar höher, beim Wiederaufbau sei die Situation der Frauen aber zu lange vernachlässigt worden. Nach inzwischen zehn Jahren internationalen Einsatzes sei es immer noch nicht zum Strategiewechsel, vom militärischen, hin zum zivilen Aufbau gekommen, so die Ärztezeitung.

Junge Männer möchten gerne aufmerksame Väter mit Zeit für ihre Kinder werden, so die Süddeutsche. Nach der Geburt ist dann aber doch wieder das traditionelle Familienmodell angesagt. Schuld daran: Der Gender Pay Gap. Denn wenn er mehr verdient als sie, begräbt der Kontostand alle guten Vorsätze.

Über die Schwierigkeiten von Transgendern im Libanon berichtet der Daily Star (und einem kleinen Happy End).

Die ING-DiBa spendet je 1.000 Euro an die beliebtesten 1.000 Vereine. Das Girls Rock Camp freut sich über deine Stimme! Bis zum 15. November könnt ihr noch voten.

Es hört nicht auf: In der taz wird wieder einmal das “post-gender”-Konzept der Piraten diskutiert.

Termine nach dem Klick:

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Ein schwules Dorf, Frauenradio und Afghanistan – kurz notiert

16. September 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 121 von 138 der Serie Kurz notiert

In Großbritannien ist eine Einschränkung der Abtreibungsgesetze erstmal vom Tisch. Freie Kliniken, die Abtreibungen durchführen, dürfen weiter Beratungsgespräche anbieten. Konservative Abgeordnete hatten das verbieten lassen wollen, um „unabhängige Berater_innen“ zu stärken – die allerdings oft von Abtreibungsgegnern finanziert werden, so der Guardian.

Gibt es einen typisch weiblichen Führungsstil? Nein, sagt eine neue Studie. Führungskompetenz ist eine Frage der Persönlichkeit, nicht des Geschlechts.

Ein Dorf nur für Schwule? Soll’s bald geben und zwar in Andalusien. Äußern soll sich das vor allem in rosa angestrichenen Häusern. Ähm ja. Die Frage ist ja eh, ob das wirklich ein schwules Dorf werden soll oder “gay” einfach nur mal wieder männlich übersetzt wurde. Aber wollen Lesben überhaupt ein eigenes Dorf? Und welche Farbe hätten die Häuser dort?

Bessere Nachrichten kommen aus Frankreich: Dort soll nun auch in Schulbüchern stehen, dass sexuelle Identität nicht nur durch die Biologie bestimmt wird.

“filia. die Frauenstiftung” bittet um Spenden für den ersten und bisher einzigen Frauenradiosender in Ägypten, die “Girls only Radio Station”. Am 28. September findet in Hamburg außerdem die Veranstaltung “Ägyptens Mädchen melden sich zu Wort” statt, ein Pressetermin mit Amani Eltunsi, Gründerin von “Girls Only Radio Station”.

In China ändert sich das Scheidungsrecht: Eine gemeinsame Wohnung wird jetzt nicht mehr zwischen den Partnern aufgeteilt, sondern soll an den registrierten Besitzer gehen. Das sind aber traditionell fast immer die Männer. Damit werden  junge Frauen zur neuen Immobilienverkaufszielgruppe und heiraten jetzt auch endlich alle nur noch aus Liebe und nicht mehr, um sich eine Wohnung zu erschleichen. Juhu!

Die Frauenfrage bei den Piraten, anlässlich der Berlinwahl mal wieder neu aufgerollt, diesmal von der taz.

Ebenfalls in der taz: Ein Interview mit der Aktivistin Noorjahan Akbar über die Situation von Frauen in Afghanistan und die Rolle und Verantwortung des Westens diesen gegenüber: “Da die westlichen Länder sich hier aber engagiert und den Frauen einige Freiheiten gebracht haben, können sie jetzt nicht so einfach gehen und alles wieder den Taliban überlassen.”

jezebel.com berichtet (auf Englisch) über die Suche von American Apparel nach einem so genannten “plus size model” und über Nancy, die sich als ein solches beworben hat. Mit guten Fotos und klugen Gedanken.

Die feministischen Parteien Europas wollen 2014 ins Europaparlament. Was die Vertreterinnen dieser Parteien bei ihrem Treffen Ende August sonst noch besprochen haben, steht bei dieStandard.

Sind Männer, die Frauen die Tür aufhalten Sexisten? Erika Lust kommentiert in ihrem Blog solche und andere Überlegungen.

Hugo Schwyzer im Gespräch mit dem Bitch Magazine über Männer unter Schönheitsdruck.

James Kaliardos ist “Makeup Artist” und ließ sich bei seinem letzten großen Job vom “afrikanischen Gesicht” inspirieren. Aha. Bei jezebel.com wurden wohl ebenfalls die Köpfe geschüttelt.

Termine gibts auch noch. Nach dem Klick:

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Fußball, Google+ und Philosophie: überall Frauen.

20. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 113 von 138 der Serie Kurz notiert

Das Bitch Magazine schreibt ausführlich zu “Homophobic Friends“, dem Videoprojekt von Tijana Mamula, die aus 10 Staffeln der bekannten US-Serie Friends Szenen herausschnitt und neu zusammensetzte, die homophobe, trans*phobe und/oder heterosexistische “Witze” enthielten. Heraus­gekommen ist eine “neue Folge Friends”, “Homophobic Friends”, eben.

J-Walk veröffentlicht DEN Hausfrauenguide anno 1955.

In New York darf frau übrigens oben ohne durch die Straßen gehen. Jordan Matter hat 80 Frauen dabei über Jahre fotografiert, berichtet der Bust Blog und verweist auf eine fotografische Vorschau zum Buch “Uncovered”.

Schwarz weißes Foto eines älteren Pärchens auf einem Motorrad. Er lenkt mit schwarzem Helm und Sonnenbrille, sie sitzt oben ohne dahinter.

Der “Gender and Digital Politics“-Report (PDF) meint, es gäbe wenig politische Bloggerinnen. Cath Elliott ist auf owni.eu anderer Meinung. Der Total Politics Award, im Report als Indiz angeführt, habe bisher eine Reihe an (feministischen) Bloggerinnen ignoriert, außerdem stelle sich mal wieder die Frage: „Warum entscheiden eigentlich immer Männer, was Politik ist und was nicht?“

Die indische Webseite Tehelka hat 11 bizarre Ver­gewaltigungs­ent­schuldigungen gesammelt.

Japan ist Fußballweltmeisterin! Gratulation! DieStandard.at fasst noch einmal die Berichterstattung zusammen. Nicole von der Mädchenmannschaft konstatiert für das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung, dass Frauenfußball mitnichten eine andere, besondere Spielart des Fußballs sei. Image- und Werbekampagnen versuchten im Vorfeld der WM dem Frauenfußball einen “weiblichen” Anstrich zu verpassen. Im Dietz Verlag erscheint bald der Bildband “Schuhgröße 37 – Frauenfußball in Ägypten, der Türkei, Palästina und Berlin“. Bis zum 27. August findet dazu u.a. im Kreuzberg Museum eine Ausstellung statt.

Auf DRadioWissen erfahren wir ganz überraschenderweise, dass die “Karrierechancen von Männer und Frauen in der Forschung weiter ungleich verteilt” sind.

Mashable verweist darauf, dass das kürzlich gestartete Google-Network, Google+, männlich dominiert ist und bestätigt damit weiterhin die Ungleichverteilung der Geschlechter im Netz. Wo sind sie, die Frauen? Hier.

Apropos Google, Frauen, Wissenschaft: Bei der “Google Science Fair”, einer Art „Jugend forscht” finanziert von verschiedenen Firmen, haben dieses Jahr nur Mädchen gewonnen.

Die Taz stellt Kazim Erdogan vor, der Männern hilft, sich von Rollenbildern zu befreien.

Unique, das Hochschulmagazin der Uni Wien, schreibt zu Frauen in der europäischen Philosophiegeschichte: “Ein Blick auf Vergessene und Verdrängte, auf Mechanismen des Ausschließens und Mühsal wie Tücke der Rekonstruktion”

Reuters berichtete von einer Demo afghanischer Frauen, die so gegen sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit protestierten.


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Kein Spaß mehr auf afghanischen Hochzeiten

13. April 2011 von Helga

Wachstumsbranche Heiratsindustrie – Der Trend zu immer größeren Märchenfeiern ist nicht nur in den USA zu sehen. Hochzeiten in Afghanistan sind inzwischen so teuer, dass Familien sich dafür in Schulden stürzen. Dass gefällt der Regierung nicht, ihre Gegenmaßnahmen sind aber leider extrem paternalistisch, wie der Guardian berichtet. So sollen künftig nur noch 300 Gäste pro Feier erlaubt sein und vom Büffet bis zum Hochzeitskleid Preis-Höchstgrenzen gesetzlich vor­ge­schrie­ben werden.

Apropos Hochzeitskleider: Weil viele Afghaninnen diese schulterfrei und dekolltiert mögen, soll es auch hier neue, textillastige Vorgaben geben. Und damit auch wirklich jeder Anflug von Spaß im Keim erstickt wird, ist ein neues Religionspolizei Sittenkommitee geplant, die in bester Weddingcrasher-Tradition auf allen Hoch­zeiten auftauchen dürfen, um die Einhaltung der neuen Regeln und Ge­schlech­ter­trennung zu überwachen. Afghan_innen zeigten sich wenig begeistert und sehen es als weitere Zugeständnisse an die Taliban, die stärker an der Regierung be­teiligt werden sollen. Die letzten Maßnahmen hatten sich gegen die vermeintlich unmoralischen Frauenhäuser gewandt.


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Riot Grrrls, demonstrierende Frauen und Mütter in Gefahrenzonen – die Blogschau

5. März 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 98 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Anna von different needs ist die neue Gastbloggerin beim Missy Magazin, wo sie in ihrem aktuellen Posting den offenen Brief von Judith Holofernes an die BILD Zeitung thematisiert. Auf ihrem eigenen Blog hat sie kürzlich ein feines Riot Grrrrl-ABC zusammengestellt, in dem sie Bands, Zines und die Ideale der Riot Grrrl-Szene vorstellt.

Im Mama Blog des schweizerischen Tagesanzeigers beschäftigt sich die Autorin Michèle Binswanger im Kontext der Demonstrationen in Nordafrika mit “Müttern in Gefahrenzonen“. Anlass war die brutale Vergewaltigung der Reporterin und Mutter Lara Logan (Achtung: Trigger Warnung), die aus Ägypten berichtete und am Tag von Mubaraks Rücktritt während der nachfolgenden Freudenparty auf dem Tahrir Square von Schlägertrupps schwer misshandelt wurde. Die Reaktion der Medien war einfach nur ekelhaft: Sexistische Berichterstattung über die “schöne Reporterin”, die auch Mutter ist, und eine ordentliche Portion Victim Blaming (Schuldzuweisung an das Opfer). Auf dem Mama Blog wird nun die Frage verhandelt: “Wie viele Zugeständnisse verlangt die Elternrolle und wie viel persönliches Risiko verträgt sie?

Sandra sucht für ihr Fotoprojekt noch immer Menschen, die eine queere Beziehung führen (wir berichteten). Auf ihrem Blog erfahrt ihr, wo sie gerade unterwegs ist und fotografiert bzw. wie ihr mit Sandra Kontakt treten könnt.

Die Denkwerkstatt führte anlässlich des 100. Internationalen Frauentags zum Thema Frauenbewegung in Österreich ein Interview mit Maria Mesner, Historikerin und wissenschaftliche Leiterin des Bruno-Kreisky-Archivs – Teil eins und Teil zwei. Außerdem auf der Denkwerkstatt ein Beitrag in Bildern: In Wien machten ein paar Dutzend Frauen schon mal auf die große Demo “20.000 Frauen am 19. März aufmerksam

Auf Afrika Wissen Schaft stellt Charlott eine wissenschaftliche Arbeit von ihr zum Thema “Männlichkeitskonzeptionen und der Staat unter Idi Amin” (Uganda) zur Verfügung.

Tanja Gabler ärgert sich auf ihrem Blog über die 100% Männerquote auf der Online Marketing Rockstars in Hamburg.

Das Mädchenblog hat ein Update zu der Situation von afghanischen Frauenhäusern: So wie es aussieht, werden die afghanischen Frauenhäuser nun doch nicht, wie ursprünglich geplant, unter staatliche Kontrolle gestellt (wir berichteten).

Ebenfalls auf dem Mädchenblog ein Aufruf: Die nächste femalepressure Radiosendung des freien Wiener Radiosenders ORANGE fällt genau auf den 8. März. Anlässlich zum Internationalen Frauentag suchen die Macher_innen der Sendung Statements und Sounds, die sich um Feminismus und Emanzipation im Musikgeschäft drehen.

Antje Schrupp schreibt – passend zur Jahreszeit – über die Erfinderin des Karnevals: die brasilianische Komponistin Francesca (alias Chiquinha) Gonzaga.

Für eine bessere Vernetzung der (queer/feministischen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Keine Hilfe, nur Demütigungen für afghanische Frauen

17. Februar 2011 von Helga

Nach den Kontroversen um afghanische Frauenhäuser hat die Regierung nun beschlossen „aufzuräumen“. Die unabhängigen Frauenhäuser werden unter die Obhut des Frauenministeriums gestellt, außerdem gibt es einige neue Regeln, wie UN Dispatch berichtet.

So müssen die Frauen künftig dubiose Untersuchungen über sich ergehen lassen, die belegen sollen, dass sie keine Prostituierten sind oder Ehebruch begangen haben. Über den Einzug endgültig entscheiden soll dann jeweils eine Kommission, der die Betroffenen ihre Geschichte erzählen müssen. Wobei die Frauenhäuser künftig quasi Gefängnisse werden: Wer einmal eingezogen ist, darf das Haus nicht mehr ohne offizielle Genehmigung verlassen. Außer, die Familie verlangt ihre Rückkehr, dann müssen die Betroffenen umgehend „zurückgegeben“ werden. Wobei in den meisten Fällen Gewalt und Missbrauch durch Familienmitglieder der Grund sind, ins Frauenhaus zu ziehen. Statt ihre Rechte anzuerkennen, werden afghanische Frauen so künftig vielfach gedemütigt und mehr als Gebrauchsgegenstand, denn als Mensch behandelt.

Die Aktivist_innen aus den Frauenhäusern wehren sich allerdings dagegen. Das Afghanische Frauennetzwerk hat dazu einen offenen Brief herausgegeben. Es fordert von der Regierung, gegen Korruption und Amtsmissbrauch vorzugehen, die viele Fälle von Gewalt gegen Frauen überschatten und die neuen Regeln zu überdenken. Denn für die Rechte der Schwachen zu kämpfen und ihnen Schutz zu bieten, sei eine alte afghanische Tradition.

Von den westlichen Regierungen, die den Kampf für Frauenrechte in Afghanistan vor Jahren hochgehalten haben, ist dagegen bisher kaum ein Wort zu hören. Wo bleibt der Aufschrei?


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Kurz notiert: Mädchenbildung in Afghanistan und Proteste in Tunesien

19. Januar 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 62 von 138 der Serie Kurz notiert

Die Taliban sollen in Afghanistan wieder an der Regierung beteiligt werden – im Zuge der Gespräche gaben hochrangige Vertreter an, Mädchenbildung künftig nicht mehr im Wege zu stehen. Gegenüber der BBC zeigen sich weibliche afghanische Abgeordnete aber skeptisch, denn bisher gibt es in den Taliban-dominierten Gebieten immer noch keine Mädchenschulen.

Ob wir Menschen als männlich oder weiblich einschätzen, hängt auch vom Fingerspitzengefühl habt. Wer weiche Dinge hält oder besonders sanft schreibt, ordnet danach Gesichter androgyner Testpersonen als weiblich ein. Harte Gegenstände lassen die Gesichter dagegen männlich erscheinen, berichtet LizzyNet über eine Studie der Tufts University.

In der katalanischen Stadt Lleida ist das Tragen einer Burka oder eines Niqab in öffentlichen Einrichtungen vorläufig wieder gestattet, wie dieStandard.at berichtet.

Auf Zeit.de ist der Kurzfilm “zwischen welten” von Dorothea Carl verlinkt, der dokumentiert, wie Migrantinnen mit den unterschiedlichen Erwartungen in ihrer alten Heimat und in Deutschland umgehen.

Auf MuslimahMediaWatch beleuchtet Tasnim die Rolle der Frauen in Tunesiens Revolution und ob bzw. wie diese von den Medien dargestellt werden. Es fällt auf: Anders als etwa bei den Protesten, die z.B. im Iran stattgefunden haben, werden Frauen in Tunesien nicht als Symbolfiguren des Widerstands hochstilisiert.

Chally von feministe ärgert sich in ihrem Artike “Can’t We Just Be Friends?”, dass Erwachsene spielende Kinder automatisch als Freund und Freundin sehen. Ein Junge und ein Mädchen mögen sich als Spielgefährt_innen und wollen einfach nur befreundet sein? Nein, nein: ein niedliches Paar sind sie, die Kleinen!!

Die türkische Schriftstellerin, studierte Soziologin („Zum Mann gehätschelt – zum Mann gedrillt“) und Menschenrechtsaktivistin Pinar Selek, derzeit Stipendiatin im Writers-in-Exile-Programm des deutschen P.E.N.-Zentrums, droht die Wiederaufnahme eines Verfahrens, welches ihr schon in den 1990ern wahrscheinlich völlig zu Unrecht angehängt wurde. Wenn ihr Pinar Selek unterstützen möchten, genügt eine E-Mail an christaschuenke[at]mac[punkt]com. Direkt online unterschreiben könnt ihr unter www.ps-signup.de.

Susanne Baer, ab dem 1. Februar 2011 Richterin am Bundesverfassungsgericht, beschäftigt sich mit den Fragen: „Wie steht es verfassungsrechtlich um Datenschutz, informationelle Selbstbestimmung, Netzzugang und Netzneutralität? Braucht das Grundgesetz ein Update?“ (Ein passende Video war schon im November bei der Opalkatze auf …Kaffee bei mir verlinkt.)

Queer/feministische Termine für diese und nächste Woche findet ihr in unserer Übersicht für Januar, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen, etc. mit herrschaftskritischem und emanzipatorischem Anspruch. Veranstaltungshinweise bitte mit Link an post[ät]maedchenmannschaft[punkt]net, auf unsere Facebook-Wall oder per Twitter an @grrrls_team.


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“Schweden ist das Saudi Arabien des Feminismus” – Neujahrsnews

6. Januar 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 60 von 138 der Serie Kurz notiert

Aktuelle feministische Veranstaltungen, Proteste, Filme, Ladyfest-Treffen und Austellungen im Januar findet ihr hier. Ihr könnt immer noch unser Bloggermädchen 2010 wählen und wer unsere liebreizenden Stimmen hören möchte, checkt unseren Femcast “In bed with Mädchenmannschaft“.

Nach dem Erdbeben in Haiti vor fast einem Jahr ist die Zahl der Vergewaltigungen in dem Inselstaat massiv gestiegen, berichtet Spiegel Online.

Geraldine Doyle, die dank eines Posters zu einer Symbolfigur des Feminismus in den USA wurde, ist verstorben.

Geraldine Doyle, die dank eines Posters zu einer Symbolfigur des Feminismus in den USA wurde, ist verstorben.

Das Aus für das Interdisziplinäre Instituts für Frauen und Geschlechterstudien (IZFG) in Greifswald? Nein: In letzter Minute sprang das Rektorat ein. Es geht (vorerst) weiter.

Fabelhafte Frauen: Der Freitag hat ein Portrait über Emma Ihrer, die “Arbeiterinnen-Führerin”. Bitch Magazine schreibt über die US-amerikanische Dichterin Maya Angelou.

Gegen Hacker-Stereotype: Auf wired.com gibt es ein Portrait über die Haecksen, eine Hackerinnen-Gruppe, die sich auch auf dem Chaos Computer Club (CCC) Congress traf.

Auf dem US-amerikanischen MTV lief eine Sendung über Abtreibung mit dem Titel “No Easy Decision” – Jessica Valenti und Shelby Knox urteilten: Eine überraschend gute Sendung!

Schon eine Woche alt, aber doch noch einen Lacher wert: Julian Assange befindet, dass “Schweden das Saudi Arabien des Feminismus” und er ein “Opfer vom revolutionärem Feminismus” sei. Mehr auf Feministing.


CNN berichtet über eine neue Sendung im afghanischen Fernsehen. Dort erzählen Frauen über die weit verbreitete Gewalt und den Missbrauch, die sie erfahren haben – geschützt durch eine Maske.

Laut Bikya Masr wehren sich ugandische Frauen gegen neue Sicherheitsvorschriften. Aus Angst vor Bomben und Terroristinnen, sollen BH’s und damit die Brüste besonders abgetastet werden. Aktivistinnen werten das als Belästigung und verlangen stattdessen mehr Metall- und Bombendetektoren in öffentlichen Gebäuden.

Ebenfalls auf Bikya Masr: Nachdem sogar das irakische Frauenministerium von einem Mann geleitet werden soll, wollen Politikerinnen mehr Druck auf ihre Parteien ausüben, weitere Kandidatinnen für Ministerposten vorzuschlagen. Neun Posten sind im Kabniett von Nuri al-Maliki noch unbesetzt. Er habe auf Kandidatinnen gedrungen, von den politischen Gruppen aber nur einen Vorschlag bekommen, zitierte ihn n-tv.

Ach ja: Frauen liiiieben Salat.


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Neuer Kampf um afghanische Frauenhäuser

4. Januar 2011 von Helga

Frauenhäuser sehen sich in Afghanistan einem neuen und unerwarteten Feind gegenüber: dem Fernsehen. Ein konservativer Moderator erklärte in einer TV-Kampagne die Unterkünfte für misshandelte Frauen seien im Wahrheit Bordelle, beherbergten Drogenabhängige und förderten „unmoralisches“ Verhalten. Auch Waisenhäuser stehen auf der Schwarzliste von Nasto Naderi, der im September bei der Präsidentschaftswahl antrat. Besucht hat er allerdings keines der insgesamt 17 offiziellen Frauenhäuser, die über 1400 Frauen aufgenommen haben, fand das Wall Street Journal heraus.

Stattdessen zeigte er Bilder von wartenden Frauen in einem Waisenheim und erklärte, es handele sich um ein unregistriertes Frauenhaus und Frauen, die zur Prostitution gezwungen wurden. Beweise blieb er allerdings schuldig. Den Kampf führt er inzwischen aber nicht mehr alleine. Religiöse Gruppen fürchten ganz offen, die Frauenhäuser verleiteten „alle Frauen“, ihr Heim zu verlassen, wenn es viele Probleme gäbe.

So wächst nun in der Bevölkerung der Eindruck, die Frauenhäuser leisteten unislamische Arbeit und seien eine Bedrohung. Deren Mitarbeiter_innen fürchten Repressalien und Angriffe, seit ihre Gesichter im Fernsehen gezeigt wurden. Außerdem schwinden die internationalen Hilfsgelder, so dass die Zukunft der Häuser ungewiß ist. Eine weitere Gefahr erwächst auch aus der derzeitigen Politik, so The Daily Beast:

“Our government wants to talk with the Taliban about peace and no one is talking about women’s rights,” said Maria Bashir, the country’s only female chief prosecutor. “If the Taliban comes to government and peace is successful, then they will close those shelters.”

„Unsere Regierung will mit den Taliban über Frieden reden und niemand redet über Frauenrechte,“ sagte Maria Bashir, die einzige Staatsanwältin im Land. „Wenn die Taliban an der Regierung beteiligt werden und Frieden kommt, dann werden sie die Frauenhäuser schließen.“

So bleibt rund fünf Monate nach dem ikonischen Time-Titelbild wieder einmal ein bitterer Geschmack. Frauenrechte taugen für Kriege und Aufmacherstories, danach geraten sie in Vergessenheit oder werden anderen politischen Zwecken geopfert.


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Einsatz für Mutter und Kind – Hebammen in aller Welt

28. Dezember 2010 von Helga

In Deutschland hat sich die Situation für Hebammen in diesem Jahr deutlich verschlechtert, die versprochene Hilfe des Gesundheitsministeriums lässt weiter auf sich warten. Doch wie sieht es in anderen Ländern dieser Welt aus?

Die afghanische Pionierin Pashtoon Azfar haben wir bereits vorgestellt. Inzwischen ist ihr Projekt der Hebammenausbildung in den Nachbarländern kopiert worden, berichtete Gender Across Borders. Auch npr berichtete von den Fortschritten (hier das Transkript zum Nachlesen):

In den USA ist es in mehreren Bundesstaaten den examinierten Hebammen verboten, Hausgeburten zu begleiten. Werdende Mütter, die eine Hausgeburt bevorzugen, müssen diese entweder ohne qualifizierte Hilfe angehen oder die Hebamme riskiert den Verlust ihrer Lizenz. RH Reality Check stellte im Rahmen der Nationalen Hebammen-Woche im Oktober verschiedene Organisationen vor, die sich für eine Änderung der Gesetze einsetzen.

Auch in Ruhiira, Uganda, gibt es seit 2007 ein Programm, um Hebammen auszubilden. Sie leisten wichtige Arbeit, um Schwangere über HIV aufzuklären und die Übertragung auf die Neugeborenen zu verhindern, sowie den Frauen Mittel zur Familienplanung an die Hand zu geben. Besonders die Verringerung der Müttersterblichkeit während der Geburt ist auch einer der Punkte der Milleniumsziele der Vereinten Nationen, die bis 2015 erreicht werden sollen.

Schließlich gibt es im Women’s Media Center ein Porträt der palästinensischen Hebamme Feeza Shraim, die allen Widrigkeiten zum Trotz ihrer Arbeit nachgeht. Dafür wurde sie sogar mit einem Internationalen Award für die Gesundheit und Menschenwürde der Frauen ausgezeichnet.


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