Selbermach-Sonntag (20.9.09)

von Verena

Die Sonne scheint, aber ihr habt ja den ganzen Tag Zeit, eure Eindrücke der Woche beim Selbermach-Sonntag zu kommentieren.

Schönen Sonntag!




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Eintrag geschrieben: Sonntag, 20. September 2009 um 9:33 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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21 Kommentare

  1. Mondfee sagt:

    „Piratenpartei und „Junge Freiheit“
    Die Untiefen der Freiheit

    Das Interview mit der „Jungen Freiheit“ entlarvt die Piraten: Freiheit allein ist kein Parteiprogramm. Die Piratenpartei muss schleunigst ihren Freiheitsbegriff klären – und zwar ernsthaft. VON ALBRECHT VON LUCKE“
    http://www.taz.de/1/debatte/theorie/artikel/1/die-untiefen-der-freiheit/

    Wie blöd kann man sein? Und solche Leute wollen Politik machen…

  2. Mich hatte am Freitag der hier verlinkte Clip „Single Ladies“ von Beyoncé zu einem Artikel über sexy Getanze inspiriert. http://les-petits-plaisirs.blogspot.com/2009/09/sexy-dance.html

  3. Marcel sagt:

    Frauen in der Armee (kein Thema, das mich allzustark beschäftigt): 39 Prozent werfen das Handtuch

    http://www.blick.ch/news/schweiz/frauen-in-der-armee-untauglich-128985

  4. stadtpiratin sagt:

    netzbeschäftigung diese woche: nach der großen aufregung um das internetmanifest hat mir besonders das fazit von julia seeliger gefallen mit der forderung „bitte redet über geld“ – warum sich die kreative freiheit im web nicht ausschließlich über werbung finanzieren kann und sollte: http://julia-seeliger.de/bitte-redet-uber-geld/

    zum selben thema habe ich einen sehr interessanten artikel bei dasmagazin.ch wiederentdeckt: über das aussterben von tageszeitungen und zukunftsmodelle aus portugal, holland und schweden, die zeigen, dass es auch anders geht: http://dasmagazin.ch/index.php/sind-zeitungen-tot/

    in meinem blog: noch eine woche bis zur bundestagswahl, dazu mein text „mit suchendem blick“ (->http://stadtpiratin.blogspot.com/2009/09/mit-suchendem-blick.html), ein fazit über den asphaltgrauen wahlkampf, erwartungen und mängel in der frauenpolitik, bunte fetzen nur am rand.

  5. Zoe sagt:

    Hey,

    weil ja noch selbermach-Sonntag ist, und ich gerade auf etwas gestoßen bin, teile ich es hier einfach mal mit.

    Über den Kram mit der Piratenpartei bin ich nämlich auf die Blogs und Homepages der „Antifes“ gestoßen. Ich wusste bisher nicht, dass es so was gibt. Also, natürlich habe ich im Alltag und auch in feministischen Debatten immer mal wieder Leute getroffen, die auf unterschiedlichen Ebenen antifeministische Positionen vertreten haben. Und klar gibt es Männer wie Frauen, die „Emanze“ als Schimpfwort verwenden.

    Aber ich finde es ja doch interessant, auf welcher Ebene dort antifeministische Positionen vertreten werden – und vor allem, als wie stark, groß und böse der Gegner, die „Femi-Faschistinnen“, wahrgenommen werden. Feminisiert ist die Gesellschaft, die Frauen beherrschen längst die Welt und die Medien, schlagen und unterdrücken die Männer (denn erwiesenermaßen sind ja 2/3 der Opfer häuslicher Gewalt Männer, jaja) und bringen (zu allem Übel) im Jahr die Kinder von 100.000 leidenden Vätern um.

    Der Diskurs dort ist beherrscht von einer generellen Absage an jede politische Korrektheit (die ohnehin nur von den Feministinnen erfunden wurde), deswegen lesen sich schnell auch mal ausländerInnenfeindliche Äußerungen. Entsprechender Patriotismus (die Frauen machen nicht genug deutsche Kinder und verschandeln die deutsche Sprache durch Gendern) und Konservativismus (vor allem zu Abtreibung) sind an der Tagesordnung.

    Das Hauptleid dieser Antifes scheint zu sein, dass sie den ganzen Tag schufften, um Steuergelder zu erwirtschaften, während die Frauen „shoppen gehen“ und die Steuergelder im Haus sowie in Form von Stipendien und Frauenförderung einstreichen.

    Ich bin schockiert. Aber irgendwie auch schon wieder ein bisschen amüsiert. Leider weiß ich nicht so richtig, was ich damit anfangen soll und wie ich das wahrnehmen soll. Sind das viele? Anscheinend habe sie zumindest keineN einzigeN TheoretikerIn, auf den/die sie sich beziehen können und auch sonst nicht besonders viel intellektuellen Hintergrund.

    Trotzdem frag ich mich grade, was die für eine Rolle spielen, ob sie einfach Teil des allgemeinen Backlashs sind oder ob es da auch welche gibt, die auf theoretischer Ebene irgendwie ernst zu nehmen sind? Und ob sich die Auseinandersetzung mit dem Mist lohnt? Vielleicht kennt sich ja jemand besser aus – vermutlich bin ich auch nicht die erste, die darauf gestoßen ist ^^.

    Liebe Grüße

  6. Mondfee sagt:

    Hallo Zoe,
    „Trotzdem frag ich mich grade, was die für eine Rolle spielen, ob sie einfach Teil des allgemeinen Backlashs sind oder ob es da auch welche gibt, die auf theoretischer Ebene irgendwie ernst zu nehmen sind? Und ob sich die Auseinandersetzung mit dem Mist lohnt?“
    Ernstnehmen: nein, Auseinandersetzung mit solchen Leuten: auch nein- da rede lieber mit einer Wand, die hat mehr intellektuellen Hintergrund!;D

  7. Emily sagt:

    „Das Hauptleid dieser Antifes scheint zu sein, dass sie den ganzen Tag schufften, um Steuergelder zu erwirtschaften, während die Frauen “shoppen gehen”“

    Vielleicht sollte denen dann jemand mal sagen, dass man bei Shoppen auch Steuern erwirtschaftet: nämlich Mehrwertsteuern… ^^

    Es wird halt immer Idioten geben…

  8. jj sagt:

    Zoe,

    das Problem ist aus meiner Sicht, daß da korrekte Ansätze, Paranoia und Frustration durcheinandergeraten. Das ist ja nicht anders als im Feminismus, besonders in der zweiten Welle. Und dazu kommt eben, daß es als Mann extrem schwierig ist, in den Geschlechterdiskurs einzusteigen und Probleme für Männer zu identifizieren, ohne sowohl von Männern *als auch von Frauen* als schwach identifiziert zu werden, was bedeutet, daß viele, die das vielleicht gerne mal ernsthaft diskuieren würden, das nie tun werden und viele derer, die das dann doch tun, eben nicht mal mehr ihren Selbstrespekt zu verlieren haben. Dabei kommt dan nicht selten etwas wirres Zeug raus und das ist natürlich wieder ein Problem, denn solange das so ist, muß man das Thema ja auch nicht ernst nehmen, was dann wiederum dazu führt, daß die, die es ernsthaft diskutieren wollen oder können, das sein lassen.

    Immerhin, selbst die taz schreibt mittlerweile – „So manches Einzelthema ist diskussionswürdig“ – und – „Weniger privilegierte Geschlechtsgenossen sehen sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert, die Frauen in vergleichbaren Situationen haben.“ Wobei letzteres natürlich so nicht korrekt ist, denn im Gegensatz zu Frauen, haben die nicht „hegemonialen“ Männer das Problem, daß die hegemonialen immer noch das standard-Beuteschema der meisten Frauen ist.

    Und fairerweise muß man halt auch sagen, daß es für mit ihrer Situation auf dem Geschlechtertableau frustrierte Männer im Gegensatz zu Frauen eben keine als gerech angesehene Bewegung gibt, sondern nur MIßachtung. Von Männern und von Frauen – ein wunderschönes Beispiel für letzteres stammt von der Mädchenmannschaft selbst.

  9. jobaneu sagt:

    @Zoe
    Ob und in wie fern die „Männerbewegten“ ernst zu nehmen sind?
    Selber lesen macht schlau.
    Von einer der AutorInnen des Buches „Befreiungsbewegung für Männer“:

    http://www.karin-jaeckel.de/anthologien/Werbeblatt_BM.pdf

    Danach selbst entscheiden.
    Denn weder die taz noch gar Markus Klaue verkünden die reine Wahrheit.
    Im Gegenteil.

  10. Matze sagt:

    Zoe: Es gibt viele Trottel unter den Antifeministen, es gibt aber auch Leute, die sich einfach kritisch mit Aussagen des Feminismus auseinandersetzen und zu der feststellung kommen, dass sich diese Aussagen in keinster Weise mit ihrer Erfahrung decken.

    Und dann lesen sie irgendwo, dass diese Dissonanz daher kommt, dass sie gegenüber ihren eigenen Privilegien/ihrem eigenen Verhalten stellenweise blind sind, sie sich selbst und ihre Umwelt durch eine verzerrende Brille wahrnehmen. Vielleicht fragen sie dann, wie sich Feministinnen sicher sein können, dass deren Wahrnehmung nicht ebenfalls verzerrt ist. Die Antworten darauf sind dann oftmals nicht sonderlich überzeugend (i.A. Verweis auf feministische Autoritäten). Und diese Einstellung empfinden sie dann als dogmatisch …

    Was die fehlende Theorie von Feminismus-Kritikern angeht: Man braucht keine alternative Theorie, um eine bestehende zu kritisieren oder zu widerlegen. Galileo widerlegte die Theorie von den Kristallsphären, ohne dass er eine Erklärung angab, wieso die Gestirne nicht herunterfallen, wenn sie nirgendwo festgemacht sind.

    BTW: Meinem Eindruck nach sind die „Antife“-Webseiten echt schlimm und ähnlich dogmatisch wie der radikalste Feminismus. Gesitteter geht es zum Beispiel auf http://feministcritics.org/ zu.

  11. Mondfee sagt:

    @Zoe:
    Amendt und die Männer von Manndat gehören eindeutig zur Maskulistenfraktion; dachte ich mir schon, daß „Fans“ hier auftauchen, kennt man ja leider aus anderen feministischen Internet-Angeboten.
    Meine Empfehlung: bleib beim Ignorieren, spart Zeit und Nerven.
    P.S.: Falls Du dennoch neugierig bist, lies einfach hier:
    http://maskinfo.tripod.com/
    „Maskulisten sind meist rechtskonservative, anachronistische Männer, die einfach die Zeit zurückdrehen wollen, wo Frauen praktisch keine Möglichkeit hatten Heim und Herd zu verlassen. Viele Maskulisten haben ein unglaubliches Gewaltpotential, mit dem sie noch prahlen, während sie andere Frauen und Männer in scheinbar anonymer Umgebung (Internet) bedrohen und beleidigen. Und sie sind Zeitdiebe. Ja, Sie haben richtig gehört, Maskulisten stehlen Zeit. Versuchen Sie sich einmal in einer Diskussion mit einem oder mehreren Maskulisten. In Kürze hat der Maskulist keine Argumente mehr, falls er überhaupt jemals welche gehabt haben sollte. Dann beginnt er zu beleidigen oder drohen. Er wird versuchen jede noch konstruktive Diskussion zu zerstören, er wird seinen Haß gegen Sie richten. Während Sie sich noch über einen beschränkten Horizont sondergleichen ärgern, merken Sie, wieviel Zeit Sie verschwendet haben.

    Wenn Sie sich schnell über Maskulisten informieren wollen, blättern Sie einfach durch diese Seiten. Frau sagt dann vielleicht „Das kann doch nicht sein!“ und versucht nach Spuren von Menschlichkeit oder Vernunft zu suchen. Viel Glück! Eigene Erfahrungen sind oft die besten.“

  12. Marcel Zufferey sagt:

    In Männerfragen differenziert argumentierende Wissenschaftler wie Walter Holstein sind den Maskulisten eindeutig vorzuziehen. Wie über sie trotzdem vom Leder gezogen wird, sieht man hier:

    http://www.faz.net/s/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468/Doc~E7599C0E0E4154C9D8ACB3C6936A08B26~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Das macht das Vertreten von Männeranliegen umso schwerer- wenn schon der wissenschaftliche Teil der Männerbewegung nicht nur zum Vornherein verurteilt- sondern auch gleich noch abgeurteilt wird. Und Walter Hollstein ist ja nicht irgendwer, sondern ein allgemein anerkannter Wissenschaftler. Das hat zum Beispiel die Mädchenmannschaft bemerkt- und ihm sogar eine Rezension gewidmet- doch bei den allermeisten Medien ist man schon untendurch, wenn man nur schon das Wort Männerrechte in den Mund nimmt. Wobei der Feminismus nicht auch noch für die Wahrnehmung seinerselbst in den Medien zur Verantwortung gezogen werden darf: Das sind zwei völlig unterschiedliche Wahrnehmunsgebenen.

  13. Katrin sagt:

    und wir hier haben natürlich ein Herz für Männer

  14. jobaneu sagt:

    @Marcel
    In meinen Augen ist Walter Hollstein Maskulist, wenn man darunter einen Männerrechtler versteht, genauso wie z.B. Warren Farrell oder Steve Biddulph.
    Astrid von Friesen sagt von sich, sie sei Feministin, die immer häufiger maskulistische Positionen vertrete, um der Gerechtigkeit willen.

    Der Begriff „Maskulismus“ ist markenrechtlich nicht geschützt, jeder Idiot kann sich Maskulist nennen, genauso wie sich jede Idiotin Feministin nennen darf.

  15. Marcel sagt:

    …und ich seh gerade, dass ich wieder einmal vergessen habe, sämtliche Browser, auf denen ich surfe, neu zu justieren.

    A propos: Ich frage mich manchmal ernsthaft, ob eine Männerbewegung überhaupt Sinn macht. Ich stelle nämlich immer wieder fest, dass auch hier von z. T. kreuzverkehrten Prämissen ausgegangen wird. Dieselbe Frage stelle ich mir übrigens auch beim Feminismus.

    Und wenn ich mir da so vorstelle, dass die Männerbewegung auf eine eigene Männerpolitik pocht- da hätten wir dann also eine Frauen und eine Männerpolitik, getrennt voneinander, wie die Klosetthäuschen. Ob das wirklich Sinn macht?

  16. jobaneu sagt:

    Wenn Politik sich herausgefordert fühlt, spezifische Nachteile von Frauen zu beseitigen durch Fördermaßnahmen/Steuergelder und das dann Frauenpolitik nennt, bedarf es auch einer Männerpolitik, die spezifische Nachteile der Männer (Zwangsdienste nur für Männer, Bildungssituation von Jungen, Lebenserwartung, Suizidraten – 3 X mehr Männer als Frauen, Obdachlosigkeit – 90% Männer, Gewaltopfer – fast 70% Männer usw.) beseitigen hilft, sonst endet die reale Frauenpolitik, die wir bereits haben, in realer Männerdiskriminierung, die wir auch bereits haben.

  17. Yve sagt:

    hey leute ich wollte mal fragen ob ihr den neusten aufhänger vom focus nachrichtenmagazin gelesen habt:

    „im zweifel gegen den mann“

    also ich hab den artikel gelesen und habe mich total geärgert, die ewige leier wir seien ja längst schon gleichberechtigt und frauen würden männer in der bildung ja total abhängen usw.

    ich frage mich was soll das? jetzt sind frauen mal erfolgreicher und um gottes willen das kann ja nicht mit rechten dingen zugehen oder was? sobald frauen etwas für sich erarbeitet haben wird es direkt madig gemacht oder etwas ist faul an der sache. ich versteh das nicht. mir kommt der artikel wenig argumentativ vor, es wird mit irgendwelchen statistika rumgeworfen die im endeffekt nichts aussagen (die wahrscheinlich eh nur stimmungsmache sind) und die pösen pösen feministinnen bekommen den hals nicht voll…

    der artikel dient wahrscheinlich wieder nur als marketinggag um die verkaufszahlen zu erhöhen…

    -.-“

    hat den jem gelesen? eure meinung?

  18. Zoe sagt:

    Vielen Dank ganz ganz im Nachhinein für die vielen Beiträge, die mich auf jeden Fall weiter gebracht haben.

    Ich persönlich find’s schade, wie’s läuft. Ich find nämlich Männer meistens ganz nett ;) und spreche ihnen auch nicht das Recht ab, Feministen sein zu dürfen. Natürlich klingt der Feminismus-Begriff nach einem Kampfbegriff, dem irgendwie ein Maskulismus entgegen zu setzen sei – aber so ein Quatsch!

    Ich persönlich hätte verdammt keinen Bock auf die Männerrolle in der Gesellschaft, kein Bock drauf, auf ein Penis-Tier reduziert zu werden und nicht weinen zu dürfen usw. usf. Warum nicht zusammen gegen den Mist „kämpfen“? Bzw. wie wär’s mit „Kritischer Männlichkeitsforschung“ o.ä.?

    Naja, vielleicht wird das ja alles irgendwann was.