„Rechtsstaat zieh Leine“, Widerstand, Feminismus und was heißt hier politisch korrekt? – Die Blogschau

von Sabine
Dieser Text ist Teil 175 von 295 der Serie Die Blogschau

Nele Tabler buchstabiert auf Karnele ein Wort, dass so einfach, eindeutig wie einprägsam ist: Nein. Trotzdem scheint es Unklarheiten zu geben, sie versucht es mit Beispielsätzen.

Wir leben in einer Rape Culture, schreibt Marlen_e. Die Bedeutung von „Nein, ich will keinen Sex“ wurde mit dem gerichtlichen Urteil in Marl ad absurdum geführt. Warum werden Rassismus, Sexismus und Rape Culture und generell *Ismen hingenommen, fragt sie auf ihrem Blog. Marlen_e reicht es, die Kotztüten sind voll, sie erzählt ihre Geschichte und hat eine Forderung.

Wer eignet sich welche Begriffe an? Wie werden Sexualität, Normierungen und Klasse zusammenhängend gemacht? Was hat das mit dem Sl*t Walk in Berlin zu tun und warum klappen bestimmte Umdeutungen (z.B. Sl*t) nicht? Clara Rosa hat es analysiert und sagt warum sie sich nicht so bezeichnet.

Charlott hat einen Brief auf Afrika Wissen Schaft veröffentlicht: „Soliaktion für Prozesskosten postkoloniale Straßenumbenennung“. Die Aktivist_innen Kwesi Aikins und Rosa Hoppe haben ihre Erfahrungen um die politische Vorgänge bei der Umbenennung des May-Ayim-Ufers (Berlin), die Bedeutung von kolonialen Straßennamen sowie die verschiedenen Dimensionen postkolonialer Erinnerung in einem Artikel beschrieben. Eine Fußnote hat zu einem gerichtlichen Verfahren geführt. Was passierte, wie ihr unterstützen könnt steht im Brief der beiden.

Katrin Auer schreibt für das Migrazine, weshalb „Political Correctness im deutschen Sprachraum nie etwas mit anitdiskriminatorischer Sprachpolitik zu tun hatte“, kontextualisiert den Begriff und zeichnet die Tücken auf.

Das CRE, ein deutschsprachiges populäres Podcast, hat sich dem Thema Feminismus (CRE 196) angenommen und ist bislang auch das längste in dieser Reihe. Welche Geschichten werden im CRE 196 erzählt, vernommen und warum werden intersektionale und heteronormativitätskritische Perspektiven ausgeblendet, fragt Kathrin Ganz. Ihr Text „Geschichte wird gemacht“ reflektiert die jahrelange innerfeministischen Auseinandersetzungen_Narrativen und zeigt warum die CRE-Folge ein Beispiel für eine Geschichtsschreibung ist, „die dominante gesellschaftliche Positionen reproduziert und andere unsichtbar werden lässt.“

Wie Feminist_innen in Argentinien seit Monaten Chicas Bondi zu bekämpfen versuchen steht auf britona. Chicas Bondi ist eine Seite, die regelmäßig und anonym Fotos von Frauen* postet und auf sozialen Netzwerken verbreitet. Sie sind inzwischen so erfolgreich, dass sie kurz vor dem Umzug auf eine eigene Domain stehen.

Zwar ist der Gastbeitrag von Julia Probst auf Leidmedien in erster Linie an „Medienschaffende“ gerichtet, aber wenn sie schreibt „Gehörlose sind nicht stumm“ und erklärt welche Bezeichnungen (nicht) gehen, sollten wir es alle lesen.

Wo es Unterdrückung gibt, da gibt es Widerstand – teile Deinen. Der Name Crowdsourcing Resistance ist Programm, hier finden sich Geschichten alltäglicher Gewalt und des Widerstands wieder. Schaut rein.

Last but not least, unsere Nadia betreibt seit kurzem ein Eigenheim „Shehadistan“ (!) und hat schon einiges an Lesestoff drauf. Für diejenigen, die bereits beim Wort Feminismus diffus zucken hat sie sogar ein Handout – mit den besten Gründen gegen den Feminismus- angefertigt.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!




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Eintrag geschrieben: Samstag, 15. September 2012 um 16:30 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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Ein Kommentar

  1. Niklas sagt:

    Super, dass CRE sich dem Thema widmet; die Kommentare sind teilweise kriminell…
    „Warum reden meist Frauen ohne Kinder über das Thema ?
    Meines erachtens wird eine Frau erst zu einer Frau wenn Sie ein Kind erzogen hat. Vorher sind das keine Frauen sondern Mädchen oder Fräuleins. Das ist nicht böse oder abwertend!
    Das Frau sein wird erst nach der Geburt richtig gefestigt.
    Genauso wie ein Mann erst ein Mann wird, wenn er erfolgreich ein Kind ge/erzeugt und in einer ehrlichen, gleichberechtigten Partnerschaft erzogen/erlebt/gelebt hat. => vorher sind das auch nur Jungs ;)“
    ….Wo laufen denn solche Menschen rum?
    Aber danke für den Hinweis auf CRE.