Joghurt unser, der du uns regulierest

von Meredith

Preisfrage: Wer von euch kennt einen Mann, der regelmäßig Milchprodukte konsumiert?

Es ist schon so: Wenn es ein Produkt gibt, das offenbar ausschließlich für Frauen hergestellt wird und nichts mit primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen zu tun hat, dann ist das:

DER JOGHURT!

Wenn man fernsieht und bei der Werbung nicht wegzappt, könnte man glatt auf den Gedanken kommen, dass Joghurt nur für Frauen hergestellt und auch ausschließlich von ihnen konsumiert wird.

Vor allem das Danone-Produkt „Activia“ hat im letzten Jahr einen Siegeszug durch den weiblichen Verdauungstrakt angetreten. Ihr wisst schon: Einmal mit einer kreisförmigen Begwegung das Wämpli gestreichelt und alle im Chor: Hilft, die Verdauung auf natürliche Weise zu regulieren.

In Joghurtwerbungen kommen nur Frauen vor, meistens sind sie über dreißig, machen irgendwie Diät und klagen über ihre Verdauungsprobleme. Laut Werbung (und den Einkaufswägen der Frauen vor mir an der Kasse) sind wir das Quark-Sahne-Joghurt-Geschlecht. Und da komme ich zu Preisfrage Nummero 2:

Seit wann haben Männer eine bessere Verdauung als Frauen?? Mir persönlich ist ja noch nie eine Lady begegnet, die mit den Boys in Sachen Stundenlang-aufm-Klositzen-und-die-unausgewogene-Ernährung-rausdrücken mithalten konnte.

Dazu ein höchstamüsantes Video von unseren immer wieder witzigen Freunden auf der anderen Seite des Atlantiks:

Anschauen, liebe Leserinnen und Leser!

(Bild über fotos.g2ar.net)




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Eintrag geschrieben: Freitag, 16. Mai 2008 um 14:06 Uhr unter Körper. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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26 Kommentare

  1. Viktoria sagt:

    Nicht zu vergessen: „Optiwell Control“ – hilft weniger zu essen… (böh, das reimt sich ja!)

    Naja, eigentlich hast Du recht, da sind ja auch immer Frauen auf den Packungen drauf, in der Werbung.

    Aber es gibt so vieles, was auf unser erhabenes Geschlecht ausgerichtet ist: schau Dir mal die ganzen Putzmittel an: Sagrotan, Vanish, Cilit Bang, Meister Propper etc.

    Da doch lieber Yogurt.

  2. doro sagt:

    hach, das video ist schon klasse. das tragische (?!) ist: einige meiner freundinnen sind tatsächlich so. graue kapuzen-kuschel-jacken und hauptnahrungsmittel: joghurt!!! ergänzt durch salat und putenbruststreifen als beilage. willkommen im klischee!! :DD

    ps. mir persönlich ist ein gutes steak als hauptnahurngsmittel lieber. und ich mag auch keine yogurette (schreibt man die so?). ich mach aber auch niemals diät.

  3. ml sagt:

    muss ich mich – als männlich geprägtes wesen – jetzt schlecht fühlen, da ich regelmäßig Joghurt esse. Nicht den opti-kram, sondern einfach Joghurt – also 3,5% Fett ohne Geschmack? Selbst meine Lieblingseissorte ist mit Joghurt als einzigem Bestandteil gesetzt.

    Putenbruststreifen mag ich aber nicht :)

  4. Simon sagt:

    Lustiges Video, guter Beitrag. Mir fällt es jetzt erst auf, dass mir tatsächlich nur einen Joghurt einfällt, bei dem ein Mann und das Produkt in der Werbung in direkter Beziehung stehen. Dort werden Frauen aber dann sogar so joghurtabhängig dargestellt, dass Sie dem armen Tom immer das Zeug aus dem Büro-Kühlschrank klauen. Quasi eine Art Beschaffungskriminalität.

    Ich als Mann finde übrigens diesen ganzen Joghurtkrempel (der mehr können muss als nur gut schmecken) komplett unkaufbar. Ich will kein Produkt kaufen damit irgendwelche Milchkulturen in meinem Bauch anschließend eine Party feiern können. „Normalen“ Joghurt (sofern es den noch gibt) kaufe ich dagegen gerne.

  5. Svenja sagt:

    Meine Schwester ist genau so ein Klischee wie Doro es beschrieben hat: kriegt ein Herzinfarkt wenn ich kein Joghurt im Kühlschrank hab (also quasi jedesmal wenn sie zu besuch ist). Mein Freund hingegen isst Joghurt. Auch die „plain“ Sorte, ohne Geschmack und sonstigem Schnickschnack.
    Komischerweise kenn ich eine Werbung aus Frankreich, indem tatsächlich ein bekannter Schauspieler Aktivia (oder sowas ähnliches) isst. Aber selbst da spielen sie mit dem Stereotyp: „ich bin ein männlicher Mann und esse es trotzdem“. Und was die verschiedenen Verdauungssyteme angeht: ich denk nicht dass Männer es weniger nötig haben als Frauen, auch nicht mehr, denn diese ganzen „Hilfsmittel“ sind eh Quatsch.
    Das Video ist große Klasse.

  6. Svenja sagt:

    P.S.: Viktoria muss ich auch Recht geben. Ich krieg echt Wutanfälle wenn ich mal genauer hinschau, wofür Frauen in der Werbung als Ansprechpartnerinnen oder Beispiele benutzt werden. Da ist Joghurt echt von der harmloseren Sorte.

  7. Rabenmutter sagt:

    Noch ein ganz ernsthafter Kommentar –
    es gibt massenweise Menschen, die nicht trotz sonder wegen Milchprodukten Verdauungsprobleme haben –
    ungefähr 80% der Weltbevölkerung sind laktoseintolerant. Auch immer mehr weisse Europäer, die die einzigen sind, die das Gen zum Laktosespalten im Erwachsenenalter haben.

    Durch alle möglichen Umstände, z. B. Antibiotika, kann der Darm die Fähigkeit verlieren, Laktose spalten zu können. Und dann ist jedes konsumierte Milchprodukt Gift – und führt zu Blähungen, Übelkeit, schlechten Leberwerten und wahlweise Durchfall oder dem Gegenteil.

    Also – Frauen und Männer – falls es trotz Joghurt schlecht geht, fragt Euren Gastroenterologen!!!!

    Zum Videoclip fällt mir ein – ich hab 1992 in den USA ein Praktikum gemacht. Damals wurden Medikamente gegen Scheidenpilze aus der Verschreibungspflicht genommen und stark beworben. Am Morgen im Frühstücksfernsehen, am Abend während Seinfeld oder was sonst so lief – „Oh, I have a yeast infection, what on earth can I do?“

    Es sind massenweise ältere Damen zu ihren Kindern, Nachbarn oder Apothekern gerannt und haben gefragt, ob sie vom Kuchenbacken „yeast infection“ bekommen können…

  8. Steffie sagt:

    @Rabenmutter: Ja, von der Laktoseintoleranz bin ich geplagt, daher kann ich mich mit joghurt-essenden Frauen nur wenig identifizieren.

    @Viktoria & Svenja: Finde es bei anderen Produkten auch schlimmer, wenn sie nur mit Frauen beworben werden. Putzmittel, Kockkrams etc. Aber auch ganz nervig bei Babyprodukten. Habt ihr da schon mal ’nen Mann drauf gesehen? Als könnten die nicht genauso gut den kleinen Babypopo pudern!

  9. Goofos sagt:

    „In Joghurtwerbungen kommen nur Frauen vor, meistens sind sie über dreißig, machen irgendwie Diät und klagen über ihre Verdauungsprobleme. Laut Werbung (und den Einkaufswägen der Frauen vor mir an der Kasse) sind wir das Quark-Sahne-Joghurt-Geschlecht.“

    Da muss wohl was dran sein wenn sie damit gezielt eine bestimmte und große Zielgruppe ansprechen wollen.

  10. Lune sagt:

    „Da muss wohl was dran sein wenn sie damit gezielt eine bestimmte und große Zielgruppe ansprechen wollen.“

    Oder sie werden einfach gezielt zur Zielgruppe gemacht durch die Werbung.
    Hat bei Slipeinlagen ja auch geklappt. (Was ich neben 1000 anderen Sachen für die Sinnloserfindung des Jahrtausends halte.)

  11. Goofos sagt:

    Bischen schwer vorstellbar wie gezielt irgendeine Zielgruppe für Slipeinlagen gemacht wird.

  12. Thomas sagt:

    Die Medien – insbesondere die Werbung – bedient einen Markt und eine Nachfrage. Nach Markteinführung dieser Produkte hat man wohl festgestellt daß dies ganz gut in den Wellness-Schlankheitsideal-Zeitgeist passt.

    Frauen achten wohl erfahrungsgemäß eher auf Ernährung und Gesundheit als Männer (Weichei?) und werden als natürlich körperbewußt akzeptiert. Daher werden Frauen scheinbar eher als interessante und kaufkräftige Zielgruppe für diese Produkte angesehen.

    Ich kaufe übrigens auch gern Joghurt, auch ohne Reklame.

  13. Miriam sagt:

    Goofos, wenn Jahrtausende lang die Frauen ohne Slipeinlagen (nicht zu verwechseln mit Monatsbinden…) ausgekommen sind und dann auf einmal die Werbung so tut, als wäre es das normalste von der Welt Slipeinlagen zu tragen, dann habe ich schon den Eindruck, dass da eine Zielgruppe künstlich geschaffen wurde. Aber vielleicht bin ich auch zu blöd, zu verstehen, wofür die Dinger gut sein sollen und Millionen von Frauen haben nur darauf gewartet (siehe Thread von Barbara)…

  14. Nils sagt:

    Ich dachte immer, Joghurt ist für Menschen mit Laktoseintoleranz noch gut verträglich? (Die Bakterien haben doch schon die Laktose umgewandelt?)

    Soweit ich weiß hat ein russischer Arzt anfang des 20. Jahrhunderts festgestellt, daß Joghurt das Immunsystem enorm stärkt (bei der Suche nach einer Erklärung für die hohe Lebenserwartung der Bulgaren) – Und seitdem gab es bei uns einen Joghurt – Boom.

    Wenn Joghurt als Gesundheitsmittel gilt, dann erscheint mir die weibliche Zielgruppe fast plausibel. Ich denke, es gibt neben dem Schlankheitswahn noch ein anderes Motiv.

    Richtige Männer sind niemals Krank und essen nur Steaks. Da sie allesamt den frühen Heldentod sterben, brauchen sie ihre Gesundheit nicht zu schonen ;)

    Nee, ich hätte wirklich nichts dagegen, wenn auch mal Männer als Zielgruppe für Joghurt ausgemacht würden.

    Natürlich schwatzt die Werbung den Konsumenten haufenweise Müll auf, den sie gar nicht brauchen. Neben Slipeinlagen z.B. Joghurts, die eher aus Vitaminefressendem (und Dickmachendem) Zucker und Plastikaromastoffen bestehen. Mit nur 0,1% Fett..

  15. m1k0r sagt:

    joghurt mit cornflakes!
    nachdenken madame

  16. Neeva sagt:

    Also ich kenne drei Männer, die regelmäßig Joghurt essen. (Einer davon sogar Aktivia :-)
    Einer allerdings hauptsächlich den dicken türkischen Joghurt, der nicht viel mit dem beworbenen halbflüssigen, „cremigen“, milden Zeug zu tun hat. Den aber mit Begeisterung als Grundnahrungsmittel.

    Die Geschichte mit den Zielgruppen:
    Schreibt es euch hinter die Ohren: Marktkräfte funktionieren in beide Richtungen. Wenn es möglich ist, die Nachfrage zu kontrollieren, kann man das Angebot beeinflussen. Wenn man das Angebot kontrolliert, kann man die Nachfrage beeinflussen.
    Preisfrage: Zweifelt jemand daran, dass Konzerne wie Nestle das Angebot an (Fertig)Lebensmitteln zu nicht unerheblichen Teilen kontrollieren können?

  17. Goofos sagt:

    @Miriam, für Slipeinlagen gibt es nur Frauen als Zielgruppe, da muss man nichts künstlich erschaffen. Ob jetzt Frauen jahrhundertelang ohne Slipeinlagen leben konnten, heisst immernoch nicht, dass sie es nicht brauchen könnten. Produkte entwickelt man halt nunmal so nach dem Prinzip das könnte jemand brauchen. Ansonsten brauchst du auch kein Handy, Auto, Modische Accessoires, Kühlschrank, Radio, Seife usw.

  18. anni sagt:

    He, was ist denn mit Tom von Birgit und Tom aus der „Bauer“-Werbung? Aber ich glaube, dessen Joghurt wird immer von Birgit weggefressen… also ist er wohl auch nur ein Statist :D

  19. Miriam sagt:

    Goofos: Warum eigentlich keine Slipeinlagen für Männer, der letzte Tropfen geht doch angeblich immer in die Hose, da wäre doch so eine Slipeinlage total praktisch… Von daher ist es Quatsch, dass nur Frauen die Zielgruppe für Slipeinlagen sein können

  20. Rabenmutter sagt:

    @Nils –
    Nein, Joghurt enthält noch Laktose, genau wie alle Käse. Er enthält zwar weniger Laktose als Milch, aber für Menschen mit schwerer Laktoseintoleranz (LI) reicht das schon.

    Hier ein Link mit ein paar Zahlen:
    http://www.nahrungsmittel-intoleranz.com/Laktose/Laktosegehalt-verschiedener-Lebensmittel.html

    Wenn man LI ist und es nicht weiss, kann man dadurch eine Milcheiweissallergie erwerben, die einem zusätzlich Probleme macht. Eine absolute Milchkarenz ist dann angesagt, zumindest für einige Zeit. Danach kann man oder frau dann wieder in kleinen Mengen Milchprodukte probieren.

  21. Susanne sagt:

    Joghurt gehört verhöhnt. So wie Miss Platnum das macht, das macht mich immer sehr fröhlich:

    (…)
    You know people say women should only eat yogurt
    And strawberries
    HAHAHAHA
    They say a lot of things
    But you know
    I don’t care
    What people say about my weight
    So if you want
    To take me out for a date
    Make sure that this big love don’t food on my weight
    and maybe I let you get a taste of my cake
    HA!
    (…)

  22. Judith sagt:

    also der joghurt, den ich am liebsten mag hat, hat mehr kalorien als vanilleeis mit schlagsahne. ich liiiebe joghurt. und mir tun eher die männer leid, dass man sie nicht einbezieht in die werbung. wär ja traurig, wenn männer sich die joghurt-freuden entgehen lassen, weil sie’s für unmännlich halten. im idealfall ist joghurt frisch, bisschen süß, schön säuerlich, nicht zu cremig nicht zu fest. mit heidelbeeren oder mit zitrone. hmmmm. oder joghurt zum deftigen essen wie in der türkei. oder kennt ihr ayran, das türkische salzige joghurt getränk, das trinkt mein mann zu jeder tag- und nachtzeit. oder raita in indien. oder mangolassi. zum dahinschmelzen..auch toll die verwandten wie kefir und co..
    warum männer lieber fettige sehnige fleischklumpen runterwürgen sollen? schleierhaft. „richtiges essen“ für männer. die armen.
    bin ich froh, dass blutwurst und kutteln nicht mit dem weiblichkeits-siegel beworben werben.

  23. Susanne sagt:

    @ Judith: Der sahnige, schön fett-zuckrige Joghurt ist aber in der Werbung die absolute Ausnahme, oder?! Über 1,5% Fettanteil geht da ja nix.

    Mir fällt ein: Bei „Zott Sahnejoghurt“ spielt in der Werbung dann nicht mehr die junge, schlanke Frau die Hauptrolle, sondern eine glückliche Kleinfamilie. (Weil Kinder ja doch noch ein kleines bisschen mehr Fett vertragen können als Frauen…)

  24. daniel sagt:

    hallo,

    kurz mal als verspäteten zwischenruf: die ganzen übernkamm-kategorien „die männer“ und „die frauen“ – das ist doch spätestens seit butler eh hinfällig. lasst uns die leute doch lieber als individuen behandeln.
    ich ess gern fleisch, und zum nachtisch gern nen joghurt.
    ;-)

  25. paula sagt:

    ich hasse joghurt! paul ist tonnenweise joghurt. ick versteh dit nich!

  26. paula sagt:

    isst