Intime Einstellungsgespräche – bei der UN!

von Helga

Seit Anfang des Jahres arbeitet endlich UN Women für mehr Ge­schlechter­ge­rechtig­keit und weniger Diskriminierung auf der Welt. Wie jetzt.de heute berichtet, kann die Behörde dabei am besten bei den UN-eigenen Ein­stellungs­ver­fahren anfangen. Im Be­werbungs­ver­fahren gibt es nämlich eine Reihe an Fragen, die sich explizit an Frauen richten und von denen viele z.B. in Deutschland eigentlich ver­boten sind.

Ist Ihre Periode regelmäßig? Ist sie schmerzhaft? Müssen Sie während der Periode im Bett bleiben? Und wenn ja, wie lange? Und: Wann hatten Sie denn zuletzt Ihre Tage?

Begründet wird das mit nebulöse Aussagen, man wolle seine Mitarbeiterinnen schützen, wenn es z.B. um Einsätze in Gebieten mit schlechter Infrastruktur geht oder Impfungen, die etwa für Schwangere nicht geeignet sind. Doch anstatt diese Bedenken im Einzelfall zu klären, werden alle damit gelöchert, auch wer sich für reine Schreibtischjobs in New York oder Wien bewirbt. Wie es mit dem Daten­schutz aussieht, ist übrigens auch nicht geklärt. Mehr Ge­schlech­ter­ge­rechtigkeit und weniger Diskriminierung im 21. Jahrhundert sehen jedenfalls anders aus.

(via twitter.com/NiniaLaGrande: ‚“Die Frage nach der Pille dient ausschließlich dem Schutz ungeborenen Lebens.“ WTF?‘)




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 24. März 2011 um 9:31 Uhr unter Gewalt, Ökonomie. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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4 Kommentare

  1. Luna sagt:

    Sauerei deluxe.
    Zielt ja wohl einzig und alleine darauf ab, den Frauen dann weniger Gehalt zu zahlen.

    Gibt es Anzeigen oder sowas in der Richtung?

  2. Helga sagt:

    @Luna: Wie es darauf abzielt, Frauen weniger Gehalt zu zahlen, wenn man sie nach ihrer Periode befragt, erschließt sich mir leider nicht. Gehaltsdiskriminierung findet auch dort statt, wo das tatsächlich nicht gefragt wird.

  3. Nube sagt:

    Danke für den Hinweis! Das ist ja völlig inakzeptabel. Sonst soll frau sich doch auch eigenverantwortlich um ihren Zyklus kümmern. Aber in Bewerbungsunterlagen soll dieser dokumentiert werden?

    Ich würde gerne wissen, wie vorherige Bewerberinnen mit den Fragen umgegangen sind. Haben sie die Fragen beantwortet, oder nicht angekreuzt? Ich höre zum ersten Mal, dass die UN diese Fragen stellt. Gibt es noch weitere Institutionen, die solche Fragen stellen?

  4. Luna sagt:

    @Helga:
    Früheres Totschlagargument von Männern: Frau kriegt ihre Periode, kann sich angeblich nicht so auf die Arbeit konzentrieren, muss daheim bleiben, weil sie immer total starke Schmerzen hat… kann also nicht das Gleiche leisten –> weniger Gehalt.
    Dieses Argument hab ich übrigens vor Kurzem wieder mal gehört…(und nein, nicht mal am Stammtisch)