In 23 Wochen zum Mann*

von Helga

Ein halbes Jahr aß Heather Cassils wie ein 190-Pfund-Mann, stemmte täglich zwei Stunden Gewichte und fotografierte sich. Rund acht Wochen nahm sie sogar Steroide zu sich. Das Ziel? Ihren Körper so maskulin wirken zu lassen wie möglich. Die Ergebnisse dokumentierte der/die Künstler_in im Projekt Cuts: A Traditional Sculpture, unter anderem im Zine LadyFace // ManBody und dem folgenden Video:

Wieviel hält ein Körper aus, wo liegen seine Grenzen? Und was wird von „weiblichen“ Körpern erwartet? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Cassils und bezog sich bei ihrem Projekt auf die feminstischen Projekte Carving: A Traditional Sculpture, 1972 von Eleanor Antin und Lynda Benglis’s 1974 Anzeige im Artforum Magazin. Mehr Hintergrundinformationen wurde, verriet sie in der Huffington Post und gegenüber Mae Ryan:




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 25. Juli 2012 um 9:29 Uhr unter Kultur. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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6 Kommentare

  1. Sabienes sagt:

    Na toll, früher hatten wir für solche Studien russische Kugelstoßerinnen.
    Die haben auch nicht viel besser ausgesehen.
    Interessant aber, dass ausgerechnet die linke Ärmelnaht gerissen ist ;-)
    Sabienes

  2. Helga sagt:

    @Sabienes: Zum einen ist es ein Unterschied, ob ein_e Künstler_in bewußt die Grenzen von Geschlechtlichkeit auslotet oder Sportler_innen Dopingmittel schlucken. Zum anderen ist die Bewertung ihres Aussehens als „schlecht“ bezeichnend. Was wäre denn „besser“? Weniger muskulös? Warum eigentlich? Oder „weiblicher“? Aber was wäre das?

  3. Skreee sagt:

    Sabienes: Du wirfst einer Künstlerin/einem Künstler, dessen erklärtes Ziel eines Kunstprojekts es war, männlicher auszusehen, vor, er/sie sehe weniger weiblich und „schlechter“ aus?

  4. Betti sagt:

    Kugelstoßerinnen sind Leistungssportlerinnen, deren Körper (@Helga: auch ohne Doping übrigens, ich versteh Deinen dahingehenden Einwurf nicht) eine entsprechende Formung haben – ob „russisch“, deutsch oder sonstwoher ist dafür auch mal herzlich egal. Diese herkunftsbezogene Zuordnung ist in diesem Zusammenhang genauso überflüssig und daneben, wie das Aufwerfen irgendwelcher kruder ästhetischer Maßstäbe, an denen die Körper von Sportlerinnen hier gemessen werden.

  5. Helga sagt:

    @Betti: Da Sabienes „früher“ schreibt, verstehe ich das als Anspielung auf die Zeit, als regelmäßig Dopingskandale in der Leichtathletik bekannt wurden und dabei stets bekannt wurde, dass „derartig vermännlichte Frauen“ ja dopen müssen. Das war auch eine Diskussion, die den „sauberen“ Westen vom „erfolgsgeilen, gedopten“ Ostblock unterschied.

    Dass die „Unweiblichkeit“ von Sportlerinnen darüber hinaus noch heute Thema ist, wurde gerade erst wieder mit Sarah Robles deutlich: http://www.buzzfeed.com/jtes/the-strongest-woman-in-america-lives-in-poverty

  6. Angelika sagt:

    das transactivations-video sah ich „zufällig“ vor ein paar monaten und find’s nachwievor total interessant.
    vllt. aktuell mit dem hintergrund „olympiade/olympics“ und generell/speziell u.a. thema body-diversity (auch im leistungs-/sport) und wie frauen* angehalten werden, medial da u.a. sog. heterosexualität zu performen (socimages u.a. berichten).

    was ich auch interessant finde, wie sportla versch. sportarten aussehen – hier z.b. fotos aus dem buch „The Athlete“ (Schartz u. Ornstein, 2002) – englisch :
    http://viz.cwrl.utexas.edu/content/athlete-howard-schatz-and-beverly-ornstein

    @Helga : ja, das aktuelle beispiel von Sarah Robles habe ich sehr aufmerksam wahrgenommen und habe mich ziemlich erschrocken bzw. bins immer noch.
    andrerseits kann ichs auch „trocken analysieren“ von wg. „ist halt nach wie vor herrschende kyriarchie“ …