Burka- und Sexverbote: Die Woche im Rückblick

von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 101 von 358 der Serie Kurz notiert

Laut jetzt.de plant Hessen, die Vollverschleierung im öffentlichen Dienst zu untersagen. Auslöser dafür ist eine Angestellte der Stadt Frankfurt, die mit Vollverschleierung im Bürgeramt arbeiten wollte, mittlerweile aufgrund der Restriktionen das Arbeitsverhältnis beendet hat.

Die pakistanische Schauspielerin Veena Malik kämpft unterdessen für das Recht muslimischer Frauen, die Kleidung zu tragen, die sie tragen wollen – ob Burka oder Jeans. Sie selbst wurde schon beschimpft, nachdem sie sich in Shorts öffentlich zeigte, so die Daily Mail.

Jessica Valenti, eine der Gründerinnen von feministing.com, verabschiedet sich von Feministing und wird sich in Zukunft um andere Projekte kümmern.

Auf ichschwoersdir findet ihr ein interessantes Video zum ökonomischen Ist-Zustand von Frauen weltweit.

Queer.de berichtet von einem menschenverachtenden Gerichtsurteil in Großbritannien, welches einem 41-Jährigen aufgrund eines „zu niedrigen“ Intelligenzquotienten Sex verbietet. Daraufhin musste er eine Beziehung zu einem anderen Mann beenden. Das Gericht erlaubte dem Verurteilten in zwei Zimmern seiner Sozialwohnung zu onanieren.

Das Bitch Magazine ließ uns in der vergangenen Woche unsere Vorstellungen über Porno und Körper überdenken und ermutigt, sich einen sogenannten Fat Porn anzusehen. Warum? Weil dicke Menschen selten mit den Attributen erotisch und sexy assoziiert werden.

Amira El Ahl beleuchtet für die Welt die Arbeit der ägyptischen Frauen während der Proteste gegen das Mubarak-Regime: „An den Zugängen zum Tahrir-Platz lässt sich die resolute Art der ägyptischen Frau wunderbar beobachten. Angst scheinen die Frauen hier nicht zu kennen. Hausfrauen, Studentinnen und Intellektuelle, Verschleierte und Unverschleierte stehen Wache und schrecken vor keiner Handgreiflichkeit und lautstarken Auseinandersetzung zurück, um für Ordnung und Sicherheit auf dem Platz zu sorgen.“

Auf prospect.org wird eine neue Initiative vorgestellt, die erstmalig Zahlen zusammenträgt, in welchem Umfang sich Transgender Diskriminierung ausgesetzt sehen.

Ebenfalls auf prospect.org stellt Autorin Ann Friedmann die Frage, warum wir rechtliche Abstufungen im Hinblick auf Vergewaltigungen nicht akzeptieren, die im Bereich von Abtreibungen hingegen schon.

Sonia Sotomayor, die erste Latina im US-amerikanischen Supreme Court (wir berichteten), sprach auf einer Veranstaltung in der University of Chicago über ihre Arbeit gegen Diskriminierung und ihre Rolle als Repräsentantin der sogenannten Triple Oppression von Race, Class und Gender.

News.at berichtet vom Fall einer 27-Jährigen aus Nigeria, die nach jahrelanger Zwangsprostitution in Österreich in ihr Heimatland abgeschoben wurde. Die Täter sind weiterhin auf freiem Fuß.

Geschlechtersegregation im Internet: „Der digitale Graben verläuft auch zwischen Männern und Frauen, viele Kommentarbereiche im Netz sind in Männerhand. Für Projekte zur Mitbestimmung ist das ein Problem“, konstatiert die ZEIT.

Das Satire-Magazin Extra 3 hat sich in die Niederungen des Frankfurter Bankenviertels begeben und Banker zur Frauenquote befragt.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für Februar, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder queer/feministische Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen… Veranstaltungshinweise könnt ihr über unser Kontaktformular an uns senden, auf unsere Facebook-Wall posten oder per Twitter an @grrrls_team schicken.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 9. Februar 2011 um 12:10 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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3 Kommentare

  1. Stephanie sagt:

    Eine Ergänzung zu Frauen in Ägypten:

    Helke Sander richtet sich in einem offenen Brief an die deutschen Medien mit der Bitte ägyptischen Frauen mehr Aufmerksamkeit zu zollen.

    Luise F. Pusch äußert sich zur Präsenz von Frauen in Ägypten.

    128 Bilder zu Frauen in der ägyptischen Revolution.

  2. Estrella sagt:

    Texte unterschiedlicher Qualität gibt es unter anderem hier, ich hoffe es ist kein Problem, dass ich das vom IPhone aus mache (Kompliment übrigens zu Eurer einfachen aber übersichtlichen Mobilseite):

    http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/29/0,3672,8210973,00.html

    http://mobil.welt.de/article.do?id=%2Fpolitik%2Fausland%2Farticle12461599%2FAegyptens-zornige-Frauen-und-die-Revolution.html

    http://www.swr.de/nachrichten/-/id=396/nid=396/did=7607290/29nxma/

    http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/die-toechter-der-revolution

    In der taz schreibt täglich auch die Studentin Nora Mbagathi, seit den ersten Drohungen gegen westliche JournalistInnen allerdings gibt es die Kolumne nur noch im Print. Über Google findet man dennoch die meisten, zB die hier:

    ttp://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/proteste-fuer-alle/

  3. Jules sagt:

    Ach, schon bei den ersten Kommentaren, die unter dem Zeit-Artikel zum digitalen Graben stehen, hab ich schon wieder keinen Bock, mich da einzumischen, weil gleich vom ersten Kommentator das Niveau nach unten gehängt wird. Die Erfahrung im Netz sagt mir, dass Online-Diskussionen mit der Zeit nicht unbedingt angenehmer und anspruchsvoller werden… Extrem schade, weil mich eigentlich das Thema sehr interessiert und ich mich auch in meinem Studium damit beschäftigt habe. Aber wenn man eh schon weiß, dass man sich die ganzen gut ausformulierten Argumente sparen kann, weil die anderen eh nicht in der „Stimmung“ sind, diese ernsthaft zu diskutieren, kann mans ja auch gleich lassen.
    Ich diskutiere gerne online irgendwo mit, wenn der Umgang respektvoll ist und man sachliche Argumente austauschen kann. Aber sorry, für so eine Kinderkacke, wo es nur um virtuellen Schwanzvergleich (eine andere Metapher finde ich dafür beim besten Willen nicht) geht, ist mir meine Zeit einfach zu schade. Im richtigen Leben hab ich ja auch keinen Bock, mit irgendwelchen Leuten zu reden, die nur blöde rumprollen.