Angela Merkel in der Emma

von Susanne

In der druckfrischen September-Emma hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Alice Schwarzer ein Interview gegeben. Darin spricht sie auch über die immer noch bestehende direkte Lohnungleichheit, die immer noch bei rund zehn Prozent liegt, und gibt Frauen einen Rat:

„Ich rate jeder Frau, die für die gleiche Arbeit weniger als ihr Kollege verdient, selbstbewusst zum Chef zu gehen und zu sagen: Da muss sich was ändern!“

Joah, gut, ein netter Tipp. Wären die Frauen da draußen vermutlich nicht allein drauf gekommen. Aber Ironie beiseite. Angela Merkel ist sich des Problems bewusst, will aber keine politischen Konsequenzen aus der Benachteiligung ihrer Geschlechtsgenossinnen ziehen. Sie lehnt im Interview staatliche Regelungen ab, fordert aber im gleichen Atemzug, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen – will aber auch dieses Ziel ausschließlich dadurch erreichen, dass

„[wir] von seiten der Politik immer wieder mahnen und Druck machen.“

Zu all dem fallen Alice Schwarzer leider keine wirklich kritischen Nachfragen ein; das Interview wirkt so kurz vor der Wahl vor allem wie ein schönes Wahlkampfgeschenk von Emma an Angela.

Angela Merkels einzige weibliche Konkurrenz, die grüne Spitzenkandidatin Renate Künast, sowie die bayrische FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger reagierten auch prompt auf das Interview:

Gleiche Löhne sind nach Meinung von FDP und den Grünen nicht nur eine Frage des Selbstbewusstseins: […] Leutheusser-Schnarrenberger sagte dem Tagesspiegel, die Ursachen für Lohnunterschiede seien „komplexer“ als von Merkel dargestellt. „Viel zu viele Frauen arbeiten in Teilzeit und in Minijobs, weil ausreichende Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder fehlen“, sagte die FDP-Politikerin. Zahlreiche Studien belegten, dass in „kaum einem anderen europäischen Land so wenige Mütter arbeiten wie in Deutschland“. […] Renate Künast, sagte, Merkel habe „keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit von Frauen“. Sie mache die Frauen zu „Bittstellerinnen, statt ihnen mit Gesetzen den Rücken zu stärken.“ Es sei „beschämend, dass Frauen immer noch fast ein Viertel weniger verdienen als Männer.“ Nötig sei ein Gleichstellungsgesetz für die Wirtschaft.




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Eintrag geschrieben: Montag, 31. August 2009 um 10:55 Uhr unter Medienkritik, Ökonomie. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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24 Kommentare

  1. Magda sagt:

    Frau Merkel&Frau Schwarzer, mein Lieblings-Duo (fehlt nur noch von der Leyen)…

    Ich finde es traurig, dass ein konservativer FDP oder CDU Feminismus, der sich lediglich um die ohnehin schon priviligierten Frauen kümmert (die es sich z.B. leisten können, dem Chef um eine Gehaltserhöhung anzuhauen) in Deutschland durch die EMMA immer größer wird. Und solch ein unkritisches Interview mit der CDU beweist mal wieder Schwarzer’s eindimensionale Handhabung der Dinge – hauptsache eine Frau ist im Amt! Danke für’s Posten!

  2. jj sagt:

    „Wahlkampfgeschenk von Emma an Angela.“

    Doch wohl eher ein Geschenk von Merkel an Schwarzer. So redet man immerhin mal wieder über Emma, Merkel dürfte dabei ja mal eher nicht soo viel zu gewinnen haben.

  3. Christine sagt:

    Weder die Kanzlerin braucht Emma noch umgekehrt. Was hier allerdings nicht steht, ist, dass Emma im aktuellen Heft allen Parteien wichtige Frauenfragen gestellt hat und diese tabellarisch miteinender vergleichbar macht. Das ist m.E. der wichtige Teil des Politik Schwerpunkts und nicht das ganz offensichtliche Promi2Promi-Interview.

  4. Susanne sagt:

    @ Christine: Für mich war es schon der wichtigste Teil. Weil ich Angela Merkels Apelle nicht mehr gut hören kann. Durch Apelle ändert sich nichts. Und gerade von jemandem mit so viel Lebenserfahrung und Einblick in die Politik wie Alice Schwarzer hätte ich mir schon gewünscht, dass da auch mal etwas kritischer nachgehakt und feministische Positionen verteidigt werden.

  5. Ute sagt:

    Ich würde mein Augenmerk auch in erster Linie auf den Klein-Wahlomat, also den Positionsvergleich der befragten Parteien in „Frauenfragen“ lenken.
    Aus dem Interview mit Merkel spricht ja vielmehr -das steht auch wörtlich drin- ihre Nicht-Identifikation mit der Neuen Frauenbewegung (nicht wertend gemeint), ihre Zögerlichkeit und ihr Kreisnavigieren wird kritisch herausgestellt. Ok, nicht auf die Michel-Friedmann-Schraubzwingen-Art, aber doch deutlich.

  6. Katharina sagt:

    Nachdem ich das Interview gestern gelesen habe, stimme ich Ute zu. Das Interview hatte für mich ein eindeutig negatives Ergebnis: Merkel überlässt die Frauen sich selbst. Und das hat Frau Schwarzer in der Einführung auch deutlich herausgestellt, auch ohne polemisch zu werden. Eine gute Interviewerin bringt ihr ‚Opfer‘ nicht zu sehr in Bedrängnis, damit die nicht zu vorsichtig wird. Hat funktioniert. Ich bin jedenfalls nicht mehr für Merkel (obwohl es so schön war, dass wir Kanzlerin waren…) und richte meine Sympathien in Zukunft voll auf Frau Künast. Vielleicht wird die ja als nächstes Kanzlerin.

  7. kerschtin sagt:

    Ich verstehe ganz ehrlich diese ständige Empörung nicht. Die weinerliche Frau Künast wirft Frau Merkel vor, die Lebenswirklichkeit von Frauen nicht zu kennen? Als eine Frau (dann auch noch aus dem Osten), die sich in einer konservativen Partei erst den Parteivorsitz und dann die Spitzenkandidatur erkämpft, weiß sie bestimmt überhaupt nicht, wie schwer es Frauen manchmal noch haben, ist klar. Wenn man sein Amt einer Quote und der nötigen Nörgeleinstellung verlangt, wie bei den Grünen, kann man natürlich herumtönen. An Betreuungsmöglichkeiten, wie Frau L.-S. fordert, arbeitet die CDU überraschenderweise ja schon, von heute auf morgen ist das schwer.
    Anscheinend fällt es Männern eben manchmal leichter, mit der nötigen Härte zu verhandeln, da helfen aber keine Quoten. Da müssen die Frauen Stärke zeigen und zwar durchaus mit dem nötigen politischen Rückhalt. Das hat mit Bittstellerei nichts zu tun, als solche gestaltet sich ja wohl eher die Mitleidsquote.

  8. Katharina sagt:

    „ihr Amt einer Quote verdankt“? Wo bin ich denn hier gelandet? Die Grünen besetzen ihre Ämter 50-50, du könntest also genausogut behaupten, dass diverse Männer in Grünen-Ämtern ihr Amt einer Quote verdanken. Davon abgesehen war Frau Künast eine äußerst erfolgreiche Landwirtschafts- und Verbraucherministerin, schon vergessen? Oder hat ihr da jemand unter die Arme gegriffen, weil sie das sonst nicht geschafft hätte? *kopfschüttel*

    Davon abgesehen konnte man im Interview deutlich nachlesen, dass Frau Merkel nicht die Absicht hat, den Frauen unter die Arme zu greifen. Also hat sie offensichtlich nicht die Probleme der Frauen (als gesellschaftliche Gruppe) verstanden, sondern sie geht noch immer davon aus, dass jede für ihre Probleme selbst verantwortlich ist. Naiv, aber nicht erstaunlich für eine Frau, die der Meinung ist, dass sie sich keine Sorgen machen muss, dass Macht sie verändert. Herrgott, natürlich wird man durch Macht verändert!! Schon allein die Tatsache, dass sie sich um einen Großteil ihres alltäglichen Krams nicht mehr kümmern muss, weil sie ihre Assistentinnen hat, bringt sie um ihre angebliche ‚Bodenhaftung‘. Wenn sie das nicht merkt, ist sie wirklich naiver, als ich dachte.

  9. Katharina sagt:

    Im übrigen musst du mal erklären, wo Frau Künast denn bitte weinerlich ist. Ich kenne sie nur kämpferisch. Aber die Grünen sind natürlich extrem nörglerisch. Die nörgeln seit Jahrzehnten rum, dass wir uns nicht um den Klimawandel kümmern! Wegen dem Ozonloch haben sie auch genörgelt. – Ist dir schon mal die Idee gekommen, dass wir das Ozonloch unter Kontrolle gekriegt haben, WEIL die Grünen rumgenörgelt haben?

    Und was die tollen Betreuungsplätze der CDU angeht: Es ist noch gar nicht lange her, da haben sie alles blockiert, was mit außerhäusiger Betreuung zu tun hatte. Klar, dass man seinen selbstgelegten Blockaden nicht so einfach aus dem Weg räumt.

  10. Andreas sagt:

    „“ihr Amt einer Quote verdankt”? Wo bin ich denn hier gelandet? Die Grünen besetzen ihre Ämter 50-50, du könntest also genausogut behaupten, dass diverse Männer in Grünen-Ämtern ihr Amt einer Quote verdanken.“:
    Hast du das Frauenstatut der Grünen gelesen? Da steht nichts von Männerquoten, sondern bloß von Frauenquoten. Und es wird explizit erwähnt, dass reine Frauenlisten möglich sind.
    Übrigens sind aktuell (siehe http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/mdb_zahlen/frauen.html) 29 Frauen für die Grünen im Bundestag, aber nur 22 Männer. Und das obwohl der Frauenanteil bei den Grünen nur 37,2% beträgt (sogar eine 50-50 Geschlechterquote (das wäre dann keine reine Frauenquote mehr) wäre also bei dieser Mitgliederzusammensetzung eine Diskriminierung von Männern).

  11. Lotte sagt:

    „Anscheinend fällt es Männern eben manchmal leichter, mit der nötigen Härte zu verhandeln, da helfen aber keine Quoten.“ (kerschtin)

    Meinst du damit Gehaltsverhandlungen?

    Das würde ja auch bedeuten, dass in sozialen Berufen weniger verdient wird, weil die Leute weniger Härte „beweisen“.
    Ich glaube, da musst du zugeben, dass da auch andere Faktoren mit reinspielen…

    Die Vorstellung, Frauen seien per se mit weniger Verhandlungsstärke ausgestatten und deshalb sei es eine natürliche Selbstverständlichkeit, dass sie auch weniger verdienen, ist für mein Verständis absurd. Oder habe ich deine Aussage mißverstanden?

  12. stine sagt:

    Wir haben das Ozonloch unter Kontrolle gekriegt? Das wäre mir aber neu, ich glaube nicht, dass eine deutsche grüne Partei so etwas bewerkstelligen könnte, wir sind ja nicht allein in der Welt.

    Es ging bei der angesprochenen „Härte“ um Gehaltsverhandlungen in einem Job, bei dem gleich qualifizierte Frauen weniger als Männer bezahlt werden, nicht um eine bestimmte Berufsgruppe.

    „Die Vorstellung, Frauen seien per se mit weniger Verhandlungsstärke ausgestatten und deshalb sei es eine natürliche Selbstverständlichkeit, dass sie auch weniger verdienen, ist für mein Verständis absurd. Oder habe ich deine Aussage mißverstanden?“

    Ja, da hast du mich missverstanden. Ich sprach von keiner natürlichen Selbstverständlichkeit oder Rechtfertigung, sondern davon, dass Frauen in Verhandlungen oft anders vorgehen als Männer. Das mag zwar nicht in manches Weltbild passen, ist aber meiner Erfahrung nach häufig der Fall. Ich sage ausdrücklich nicht, dass das so bleiben muss oder sollte.

  13. Lotte sagt:

    „Es ging bei der angesprochenen “Härte” um Gehaltsverhandlungen in einem Job, bei dem gleich qualifizierte Frauen weniger als Männer bezahlt werden, nicht um eine bestimmte Berufsgruppe.“

    Ich wollte dies auch nur ein wenig auf die Spitze treiben, da in klassischen Frauenberufen (bsp. soziale Berufe) generell weniger verdient wird!

    Ich stimme dir zu, dass einige Personen mehr Verhandlungsstärke beweisen als andere (meiner Erfahung nach nicht Geschlechtsabhängig). Bei den gezahlten Gehältern spielen aber auch andere Faktoren mit rein: was wird der Person zugetraut? Das klassische Modell der „Ernährer-Rolle“ usw.

    Deine Aussage passt genau zu den vorherrschenden gesellschaftlichen Strukturen, die diese Ungleichheiten zementieren: Frauen haben aufgrund ihres „geschlechts-typischen-Verhalten“ in der Berufswelt geringere Chancen /Verdienstmöglichkeiten.

    Schade, wenn Frauen selbst noch an diesen Gedanken festhalten.

    „Ich sage ausdrücklich nicht, dass das so bleiben muss oder sollte.“ Was schlägst du vor?

  14. Katharina sagt:

    Nein, natürlich haben die Grünen das Ozonloch nicht höchstpersönlich zugenäht. Aber ohne die Grünen wäre das Thema (und alle anderen Umweltthemen) noch viel stiefmütterlicher behandelt worden als sowieso schon. Wenn ihr das als ‚Nörgeln‘ bezeichnen wollt, bitte… aber beschwert euch dann nicht ausgerechnet bei den Grünen, dass wir immer noch keinen Atomausstieg haben und der Klimawandel von der Finanzkrise an den Katzentisch verdrängt worden ist. Aber vielleicht ist euch ja der Klimawandel egal und ihr sucht euch einfach einen anderen Planeten, wenn dieser hier kaputt ist. Viel Glück.

  15. Marcel sagt:

    10 Prozent Lohndifferenz.

    Sehr nahe an der Realität.

    Sehr nahe.

    Bravo: Nun ist die soziale Wirklichkeit auch bei Euch angekommen!

    Nach meinen Berechnungen haben wir es mit etwa 6 Prozent zu tun und auch die werden noch verschwinden! Ganz bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Lohnschere zwischen Mann und Frau sozusagen paralell zum Alter der Frauen verläuft.

    Bei den jüngsten berufstätigen Frauen sind das derzeit noch gute 2 Prozent, bei den Ältesten sind es über 20. Dass sie bei den jüngsten Frauen so tief liegt- und umgekehrt bei den Ältesten bei über 20, liegt wohl hauptsächlich an der Ausbildung: Die Jüngeren sind einfach besser ausgebildet (häufiger mit tertiärem Abschluss). Die Quote der Frauen ohne Bildungsabschluss ist bei den älteren Frauen heute gut doppelt so hoch, wie bei den Jüngsten. Das erklärt alles: Und das ist ein messbares Resultat der Frauenbewegung!

    Nimmt man jetzt die drastisch gesunkenen Lohnungleichheit bei den Jüngsten im Vergleich zu jener der Ältesten als Massstab, dann darf das durchaus als eine Art Indikator für zukünftige Entwicklungen betrachtet werden: In Zukunft wird es folglich keine Lohnungleichheit mehr geben!

    Sehr guter Beitrag!

  16. Katharina sagt:

    „Bei den jüngsten berufstätigen Frauen sind das derzeit noch gute 2 Prozent“

    Wo hast du denn diese Zahlen her?

  17. Marcel sagt:

    @Katharina: Abbildung 3, Kapitel 11, Seite 10

    Erstaunlich finde ich eigentlich, dass das in der Öffentlichkeit noch nicht angekommen ist!

    Der Zeitgeist macht’s möglich!

  18. Cymaphore sagt:

    Ich habs ja kommen gesehen.

    EMMA zeigt schon seit längerem diese Tendenzen, CDU-Positionen unwiderfragt zu übernehmen. Ich war dort längere Zeit im Forum unterwegs, dort stößt man aber vor allem auf schlechte Diskussionskultur (das Forum unterliegt sehr starker Zensur, was eine objektive gleichberechtigte Diskussion erschwert) und das permanente Wiederholen der selben Parolen.

    Noch dazu erfolgt von EMMA eine permanente einseitige Kritisierung linker Parteien, allen Voran den Grünen. Am amüsantesten fand ich da noch Schwarzer’s Aufbrausen über Cohn-Bendit’s Wahlerfolg, dessen einziger echter Sachinhalt war, dass er ihr nicht auf Post antwortet :-)

    Interessant war auch die jüngste Reaktion von EMMA auf Kritik der Grünen:
    http://cymaphore.net/journal/entry/21/200908181956/Wie_man_mit_Kritik_umgeht

    Mein sehr langer Erfahrungsbericht über Online-EMMA und deren Forum:
    http://cymaphore.net/journal/entry/6/200907102210/Gef%C3%A4hrlicher_Generationenkonflikt_-_EMMA_und_die_Community

  19. Mich wundert dieser Schmusekurs von Schwarzer/Emma mit der CDU auch. Versteht das jemand von Euch? Es gibt doch keine ernstzumehmende Partei, die den Zielen des Feminismus mehr entgegensteht, als CDU/CSU. Oder wie seht ihr das?

    Bin schon gespannt auf die Vorstellung der feministischen Aspekte der Wahlprogramme von CDU und CSU.

  20. Cymaphore sagt:

    Schwarzer hat ein Problem mit dem eigenen Altern und spielt kaum mehr eine Rolle heute. Die Zeiten sind vorbei, wo man noch groß für die Befreiung der Frau pushen kann. Sie Pusht immernoch mit den selben 30-jahre alten Themen. Gleichzeitig macht sie irrsinnige Sachen (wiederholte Werbung für BILD, Schmähung junger Feministinnen) und lässt sich auf persönliche Konflikte ein.

    Denkt doch mal an die ganze „Es gibt keinen Generationenkonflikt“ Kampagne.

    Traurigerweise verpasst sie damit die heutige Kernproblematik der Frauenfragen und verbeisst sich auf viele Themen, die heute komplett weltfremd sind.

  21. Rahab, Kanaan sagt:

    meine güte! die frauenbewegung hat doch nicht nur aus Alice Schwarzer und Emma bestanden!
    gut – A.S. hat ne zeitung gemacht. die gibt es heute noch – im unterschied zu anderen, die es als aktuelle nicht mehr gibt. A.S. hat auch ein paar bücher geschrieben – fixluja aber auch! das haben andere frauen auch getan! und einige dieser von anderen frauen geschriebenen bücher haben die frauenbewegung weiter vorangebracht als A.S. Emma und bücher zusammengenommen. (wer mag, kann ja mal an der HU im fachbereich kulturwissenschaften in der Sophienstrasse in die bibliothek gucken, was da an literatur zu frauenfragen und geschlechterverhältnissen zusammengetragen wurde. oder in einer anderen bibliothek zu gender-studies oder ähnlichem. und kann sich dann die frage vorlegen, welchen anteil A.S. an all dem wirklich hat/te)

    wenn heute A.S. eine cdu-kanzlerin halbherzig interviewt, dann buche ich das unter petitessen ab. das ist – und bestimmt nicht nur für mich – wahrhaftig nicht wahlentscheidend. mich reißt das interview nicht vom hocker. und zwar in keiner hinsicht nicht!

  22. Katharina sagt:

    Ich fand das Interview sehr interessant und überhaupt nicht ’schmusig‘.

    Und die Emma hat den großen Vorteil, dass man damit seine Kollegen schockieren kann, wenn man sie bei der Arbeit auf den Tisch legt (‚Hör mal! Die dreht man doch zumindest auf den Rücken! Ist dir das nicht peinlich?‘). Mit nem Blog geht das nicht so leicht….

    Im Ernst: Alice Schwarzer hat eine Menge Scheiß von sich gegeben, aber auch eine Menge guter Sachen. Was davon was ist, das ist wie immer Ansichtssache. Was sie auf jeden Fall getan hat, ist sich vorne hinzustellen, das Maul aufzureißen und die ganze miese, hinterhältige, erniedrigende Machoscheiße auf sich zu fokussieren. Ihr ganzes Leben lang, und zu Zeiten, die noch nicht so aufgeklärt und nett für uns Feministinnen waren. Ich finde den Konfrontationskurs, den sie auf euch fährt, nicht gut, aber die Bemerkungen, die ihr über sie macht, die finde ich auch nicht gut.

    So. Das wollte ich nur mal gesagt haben.

  23. John Dean sagt:

    Emma ist sowieso ein langweiliges und neokonservativ gewendetes Blättchen ohne Tiefgang. Da ist Merkel bestens aufgehoben, auch darf natürlich Werbung für die BILD gemacht werden, unreflektierte und die Gesellschaft vergiftende Hetze gegen Muslime gilt als Pflicht, und der übrige neokonservative Einheitsbrei bis hin zur Wirtschafts- und Sozialpolitik ist inklusive. Mich würde nicht einmal wundern, wenn Shavan und Leyen dort kritiklos abgefeiert wurde. Emma ist einfach überflüssig – im Vergleich zu dem Magazin, dass es in den 70er und 80er Jahren gegeben hat.