Das Bonner „Center of Excellence Women and Science“ hat ein Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten veröffentlicht. Das Ergebnis: Keine einzige deutsche Hochschule hat es in die Spitzengruppe der Forscher geschafft. Soll heißen: Der Anteil an Frauen an den Promotionen, Habilitationen und Professuren lässt extrem zu wünschen übrig. Am besten schneiden die Freie Universität Berlin ab, dahinter die Universitäten in Göttingen, Osnabrück und Trier und die Technischen Universität München. Den letzten Platz belegte im Punktesystem der Forscher die Katholische Universität Eichstätt – mit nur 4 von 14 Punkten.
Welches Mädchen sich jetzt gerade Gedanken über ihre Universitätslaufbahn macht, der seien folgende Details aus der Studie mit auf den Weg gegeben: Besonders gute Chancen auf eine Promotion haben Frauen in Oestrich-Winkel, an der Kölner Sporthochschule, an der WHU in Vallendar, an der Uni Ulm und an der TU München; die größten Chancen für eine Habilitation haben Frauen an der Uni Karlsruhe. Die höchste Professorinnen-Quote in Deutschland hat die PH Ludwigsburg mit 33,3 Prozent – allerdings sind hier auch 78,6 Prozent der Studierenden weiblich.
Der Universitätsbetrieb ist in Deutschland immer noch eine Männerdomäne, die nur durch radikale Gleichstellungsmaßnahmen aufgemischt werden kann, wie es auch die Soziologin Jutta Allmendinger mal in einem Interview mit der Zeit formulierte. Die Hochschulen müssen Quoten einführen, wenn sie es nicht von allein schaffen, dass mehr Frauen in Wissenschaft und Forschung Fuß fassen können. Jutta Allmendinger selbst ging übrigens den Weg über die USA, weil es einem dort als Frau viel leichter gemacht werde, die Hochschulkarriere nicht nur in Angriff zu nehmen, sondern auch mit der Familie zu vereinbaren. Also Girls, vielleicht bei der Hochschulauswahl auch gleich ein paar Semester in den Staaten mit einplanen.

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