Einträge mit dem Tag ‘Demo’


Widerstand organisieren – Juni ist Black Lives Matter Monat in Berlin

30. Mai 2017 von Charlott

Der gesamte Juni steht in Berlin ganz unter dem Motto #BlackLivesMatter. Fast jeden Tag gibt es Filmvorführungen, Workshops, Lesungen, Konzerte, den Black Lives Matter Marsch am 24. Juni und vieles mehr. Als Ziel des Monats benennen die Organisator_innen bereits bestehende Initiativen zu vernetzen: „Wir verbinden existierende Räume, Ressourcen und Kontakte, um uns gemeinsam im Widerstand zu organisieren. Die Demo und die Veranstaltungen sind als Auftakt für eine langfristige Zusammenarbeit und das Schaffen gemeinsamer Strukturen gedacht.“

Eingeleitet wird der Monat am Freitag mit einem Storytelling-Abend im Savvy Comtemporary, wo u.a. Furat Abdulle, Bino Byansi (African Refugee Humanity Matters), Musa Okwonga (Journalist, Autor, Lyriker), Peggy Piesche (ADEFRA) und SchwarzRund lesen werden. Das gesamte Programm des Monats findet sich auf der Webseite von Black Lives Matter Berlin. Hier ein paar der vielen Veranstaltungen, die sich explizit mit feministischen Perspektiven auseinandersetzen (die Beschreibungen sind Auszüge aus den längeren Texten auf der Webseite):

08.06.: Color Stories: Schwarze Frauen sprechen über Colorism/Shadeism*
Colorism ruft für viele von uns schmerzhafte Erinnerungen hervor und festigt verletzende Erfahrungen in unserem alltäglichen Leben und trotzdem gibt es wenige Räume wo wir offen über Colorism sprechen. Durch verschiedene Übungen möchten wir die Vielschichtigkeit des Themas ansprechen und uns mit Fragen über Macht auseinander setzten.

08.06.: AUDREAM – black feminist perspectives
Eine Veranstaltung von der in*vision crew im Rahmen des #BLMmonth2017. Vortrag und Gespräch über die Hör-und Sichtbarkeit Schwarzer feministischer Perspektiven. Mit Natasha A. Kelly, Tupoka Ogette, Chima Ugwuoke, Menina Ugwuoke

17.06.: Frauen im Kolonialismus – Stadtrundgang
Nirgendwo in der Hauptstadt lassen sich mehr Spuren des Kolonialismus finden als in Berlin-Mitte. Nahezu unsichtbar ist in diesem Zusammenhang die Rolle von Frauen. Die Tour erkundet wichtige Orte der brandenburgisch-preußischen und deutschen Kolonialgeschichte und stellt Bezüge zur Lebensrealität von Frauen im Kolonialismus her.

22.06.: Reflections Unheard | Screening & Talk
Through the personal stories of several former black female Civil Rights activists, Reflections Unheard: Black Women in Civil Rights unearths the lesser-known story of black women’s political marginalization between the male-dominated Black Power movement, and the predominantly white and middle class Feminist movement during the 1960s and 70s, as well as the resulting mobilization of black and other women of color into a united Feminist movement.

29.06.: Afrofeminismen – Wer ist da mitgedacht? | Panel
In unser heutiges Podium laden wir Schwarze Aktivistinnen* ein, um Fragen wie diese zu beantworten:
Wie positionieren wir uns als Feministinnen* mit sehr spezifischen Lebenskonzepten und „Afro“-Identitäten in Deutschland?
Welche Erfahrungen bringen wir in die Auseinandersetzung mit Kolonialismus ein?
Wie verbinden wir unsere Auseinandersetzungen mit unserem täglichen Leben?
Worauf freuen wir uns am meisten?


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Trump im Weißen Haus und Hunderttausende auf den Straßen #WomensMarch

20. Januar 2017 von Magda

Heute steht die Amtseinführung des 45. Präsidenten der USA an, Donald J. Trump. Das sollte nicht das wichtigste Ereignis dieser Woche bleiben, denn nur einen Tag später – morgen! – am 21. Januar, finden der Women’s March in Washington D.C und über 600 so genannte Sister Marches statt, die weltweit Hunderttausende (vielleicht Millionen?) von Menschen auf die Straße bringen werden und genau jene menschenfeindlichen Positionen kritisieren, die Trump verkörpert. Am ersten Tag der neuen Regierung soll die klare Botschaft gesendet werden, „dass Frauenrechte Menschenrechte sind“, so das Organisationsteam. Auch in Deutschland formierten sich Gruppen (teilweise Facebook-Links):

Nach Kritiken an dem ursprünglichen Namen für die Veranstaltung (Million Women’s March und später March on Washington) sowie der Zusammensetzung der Organisationsgruppe (anfänglich ausschließlich weiße Frauen), findet sich heute sowohl im Team als auch innerhalb der politischen Forderungen ein intersektionaler Anspruch wider. Zu den Hauptorganisierenden gehören erfahrene Aktivistinnen, die sich gegen Polizeigewalt, Masseninhaftierungen und für Gewaltprävention und eine umfassende Gesundheitsversorgung einsetzen.

Die Zustimmung kommt aus den unterschiedlichsten Ecken: So unterstützen den Women’s March in den USA Künstler_innen wie Beyoncé, Harry Belafonte und Katy Perry; Schauspieler_innen und TV-Persönlichkeiten wie Scarlett Johansson, Uzo Aduba und Melissa Harris-Perry; Autor_innen und Wissenschaftler_innen wie Angela Davis und Janet Mock (mit einer Kritik an der gelöschten Solidaritätsbekundung für Sexarbeiter_innen) sowie zahlreiche Politiker_innen, Aktivist_innen und eine lange Reihe an Partnerorganisationen wie zum Beispiel Planned Parenthood.

Die politischen Forderungen berühren unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche: Gefordert wird ein Ende geschlechtsspezifischer Gewalt sowie Polizeigewalt und des Strafjustizsystems wie es heute existiert; reproduktive Rechte sowie HIV-Prävention und eine umfassende Sexualerziehung; körperliche Selbstbestimmung von LGBTQIA; Lohngleichheit, eine umfassende Gesundheitsversorgung, Mindestlöhne und die Möglichkeit zur gewerkschaftlichen Organisation für alle; uneingeschränktes Wahlrecht, Redefreiheit und ein Equal Rights Amendment zur US-amerikanischen Verfassung; Barrierefreiheit; Rechte für Einwanderer_innen und Geflüchtete; sowie Zugang zu sauberem Trinkwasser und Nutzung öffentlichen Landes für alle.

Die Demo ist nicht die einzige Aktion, die geplant ist: Bereits einen Tag später organisiert der Woman’s March mit einer ihrer Partnerorganisationen einen Workshop mit rund 500 Frauen, die selbst in die Politik gehen möchten, getreu dem Motto: „Don’t just march, run (for office)!“

Die Vorgeschichte der Demonstration, die politischen Konflikte darüber, welche Themen Teil der Forderungen sind (und welche nicht) sowie die politische Ausrichtung einiger Sister Marches, die beispielsweise antirassistische Perspektiven ignorieren bzw. gar verhindern – wie zum Beispiel im Zuge der Organisation des Women’s March in Portland, OR – generieren weiterhin öffentliche Kritik. Das gemeinsame Engagement für breite Allianzen mit klaren politischen Positionen, die die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen mitdenken, ist kein Automatismus, sondern bleibt Teil lokaler Aushandlungsprozesse.

Was bleibt, ist Protest,“ schrieb ich nach der US-amerikanischen Wahl im November des letzten Jahres. Mit dem Women’s March am 21. Januar 2017 wird der erste Massenprotest stattfinden, der in Trumps Amtzeit fällt. Es wird nicht der letzte sein.


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Antifeminismus sabotieren! Für körperliche Selbstbestimmung in Berlin demonstrieren

7. September 2015 von Magda

Seit Beginn der feministischen (Gegen-)Demonstrationen gegen die so genannten »Märsche für das Leben« oder »1.000 Kreuze für das Leben« berichtet die Mädchenmannschaft über die jährlich stattfinden Ansammlungen so genannter „Lebensschützer“, die mit ihren rechtskonservativ-völkischen und heteronormativen Parolen immer mehr öffentlichen Raum einnehmen. Im letzten Jahr schrieb accalmie einen bilderreichen Bericht zur Demo 2014 und fasste zusammen:

Ei­nes der Pla­ka­te, das „Le­bens­schützer_innen“ [sic] am ver­gangenen Sams­tag mit sich trugen, fasste die Zielsetzung jener Bewegung prägnant zusammen: „Selbstbestimmung hat Grenzen“ – prak­ti­scher­wei­se genau dort, wo die „Le­bens­schützer_innen“ über die Kör­per an­der­er Men­schen verfügen wollen.

Auch in der Berliner Politik kommen die Demonstrationen zunehmend auf die Agenda. Auf der diesjährigen Festveranstaltung von DIE LINKE anlässlich des Internationalen Frauenkampftages hielt ich einen Redebeitrag zu den queer-feministischen Gegendemonstrationen und ihren politischen Botschaften.

Am 19. September 2015 ist es wieder so weit.

Auch in diesem Jahr rufen antifaschistische und queer-feministische Gruppen in Berlin zum Gegenprotest auf. Mit dabei ist das WHAT THE FUCK?!-Bündnis, das im Vorfeld spannende Veranstaltungen und Konzerte z.B. in Berlin, Frankfurt/Main, Bremen oder Leipzig organisiert. Treffpunkt: 19. September, 11 Uhr, S Anhalter Bahnhof.

Auch das Bündnis für Sexuelle Selbstbestimmung ruft unter dem Motto „Leben und Lieben ohne Bevormundung“ am Brandenburger Tor und Umgebung zu Gegenprotesten auf.

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Plakat auf der feministischen Gegendemo 2014: „Lesbenschutz statt Lebensschutz!“

Weiterführende Links und Ressourcen aus unserem Archiv:


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EU-Abschottungspolitik und Proteste dagegen – kurz verlinkt

22. April 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 279 von 365 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachig

Innerhalb der letzten Woche starben wieder sehr viele Menschen im Mittelmeer und nicht nur wird diesen Personen (und ihren Freund_innen und Familien) kaum gedacht, sondern es wird zynisch über schnellere Asylablehnungen und die wahren Bösen (= Schlepper) diskutiert. Bei der Süddeutschen stellt Heribert Prantl fest: „Wo aber Gefahr ist, schrieb Hölderlin, wächst das Rettende auch. Doch das stimmt nicht, nicht in der Europäischen Union des Jahres 2015. Das Rettende wächst mitnichten; es verschwindet, weil die EU es verschwinden lässt.“

ak – analyse & kritik hat bundesweite Termine für Demonstrationen/ Mahnwachen gegen die europäische Abschottungspolitik, sowie unterstützenswerte Initiativen und Aktionen zusammengetragen. (FB-Link)

Die Lesbenberatung Berlin e.V. und LesMigraS haben eine „Stellungnahme zur Situation von asylsuchenden LSBTIQ in Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften in Berlin“ veröffentlicht.

Derzeitig findet in Berlin die Veranstaltungsreihe „Männlich Weiß Hetero“ statt. Eine Publikation dazu lässt sich auch online durchblättern.

In Winterthur organisiert ein Verein seit 1997 Frauenstadtrundgänge, die sich mit wechselnden Foki den historischen Lebensrealitäten von Frauen widmen. Der Landbote stellt die Arbeit vor.

Streiterin wider die Dominanzkultur“ – Birigit Rommelspacher ist diese Woche verstorben und die taz widmet ihr einen Nachruf.

Trans*Männer bekommen immer wieder Fragen und Kommentare zu hören, die Grenzen überschreiten – zum Beispiel nach dem besten Stück. Mit dem Sketch „10 Dinge, die du nicht tun solltest…“ zeigt nun eine Gruppe junger Trans*Männer auf humorvolle Art: So geht’s nicht!

Englischsprachig

„At this point, it became clear to me that while this was not technically abstinence-only sex education, it was terror-based sex education.“ Alice Dreger wohnte einer Stunde „sex education“ in der Klasse ihres Sones bei und war schockiert, ihre begleitenden Tweets aber wurden schnell weit verbreitet und glücklicherweise in einem Storify archiviert. Außerdem schrieb sie einen Text für The Stranger.

Der 9. April wurde in Boston zum Riot Grrrl Day ausgerufen. Francesca Lewis nimmt dies bei Curve als Anlass für eine (auch kritische) Rückschau auf die Bewegung.

Diese Woche wurden der Pulitzer Preis verliehen. In der Kategorie „Public Service“ gewann The Post and Courier mir folgender Begründung: „Awarded to The Post and Courier, Charleston, SC, for „Till Death Do Us Part,“ a riveting series that probed why South Carolina is among the deadliest states in the union for women and put the issue of what to do about it on the state’s agenda.“ Die Reportage könnt ihr immer noch online lesen/ ansehen.

Termine in Berlin, Bremen, Halle, Hamburg und Rostock

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Rechts gegen Rechts, #shirtstorm, Schnulzen gegen Ebola – kurz verlinkt

19. November 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 262 von 365 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die Aktion „Rechts gegen rechts“ in Wunsiedel. „Lachen ist Macht“, Gewalt aber auch: Im bisherigen Jahr 2014 wurden in Deutschland bereits mehr Angriffe gegen Geflüchtete verübt als in den beiden Jahren zuvor – und zwar zusammen gerechnet.

Beim kulturradio des RBB kann nun auch online die Sendung „Alltagsrassismus in Deutschland“ nachgehört werden, wo unter anderem Sharon Dodua Otoo und Kübra Gümüşay sich zu Wort melden. Es geht es unter anderem um die vermeintlich harmlosen Fragen wie „Woher kommst du wirklich?“, Auswirkungen von politischen Debatten über Asyl, die Kinderbuchdebatte und #schauhin. (Inhaltshinweis: N-Wort ausgesprochen)

„Für mich fehlt dieser Gesellschaft die Bereitschaft, Differenzen stehen zu lassen.“, sagt Lann Hornscheidt in der FAZ in einem Artikel über Sprachformen, Geschlecht und gewaltvolle Reaktionen. (Inhaltshinweis: Reproduktion vieler Hasskommentare, Gewaltandrohungen etc.)

englischsprachige Links

Bei Race Traitor schrieb Tamara K. Nopper einen offenen Brief an „weiße Antirassist_innen“ und erklärt, warum diese Selbstbezeichnung ein Widerspruch in sich ist.

Johnetta Elzie berichet bei Ebony über die traumatisierenden Erlebnisse während der fortdauernden Proteste gegen rassistische Polizeigewalt im US-amerikanischen Ferguson, denen die Polizei dort extrem martialisch und gewaltvoll begegnet: „When I close my eyes at night, I see people running from tear gas in their own neighborhood. […] I didn’t expect to go from a peaceful protester trying to attend a vigil for a young teen gunned down, to a modern day freedom rider. But I am prepared to stay the course and fight as long as we must.“

Dr. Matt Taylor, einer der European Space Agency (ESA)-Wissenschaftler_innen des Rosetta-Projekts, löste mit einem sexistischen Hemd, das er zunächst bei der Live-Übertragung der Landung trug, Kritik aus. STEM Women schrieben zum „#shirtstorm“ und zu alltäglichem Sexismus in MINT-Bereichen.

„Where Are Our Elders?“ – Anlässlich des Todes von Leslie Feinberg fragt sich Sunny Drake, wie viel Platz in aktivistischen Communities eigentlich für ältere und alternde Menschen, für die Vorgänger_innen ist.

Es ist wieder mal so weit: Bob Geldorf hat seine Showbiz-Freund_innen angerufen und rettet jetzt Afrika. Denn was hilft besser gegen Ebola (und alles andere Leid) als Singen und CD-Verkäufe?  Wirklich nichts dazugelernt?, fragt AfricaIsACountry.

Das TIME Magazine lässt über Wörter abstimmen, die für das Jahr 2015 verboten gehören. Mit auf der Liste: Feminismus. Nun haben sie sich entschuldigt (aber auch nichts an der Liste geändert). Bust schreibt über den Vorfall.

Termine in Berlin

Kein Platz für Rassismus – Anti-Geflüchteten-Demos stören in Buch und Berlin-Marzahn:

Vom 26.11. bis 29.11. findet das Festiwalla 2014 statt, eine Programmübersicht findet Ihr hier.

Die MIND THE GAP-Ausstellung mit Arbeiten der Schweizer-Jüdischen Künstlerin Elianna Renner wird am 21.11.2014 eröffnet.

Der Film ID-Without Colors wird am 20.11. um 19 Uhr (OmU) bei Frauenkreise Berlin gezeigt, Choriner Straße 10, 10119 Berlin. Im Anschluss gibt es eine Diskussion.


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Auf zum Trans*March in Berlin!

13. Oktober 2014 von Magda

Am 19. Oktober findet in Berlin ab 15 Uhr ein Trans*March statt. Im Aufruf heißt es:

Gemeinsam für: mehr Sichtbarkeit, Solidarität, Selbst­bestimmung, Respekt, gemeinsames, verantwortungs­volles Handeln und Kämpfen, freie geschlechtliche Selbst­definition,…

Gemeinsam gegen: Trans*Diskriminierung, Rassismus, Dis_Ableismus, Alters­diskriminierung, Kriminalisierung von Sexwork, Behinderungs­diskriminierung, (Psycho)Pathologisierung, Migratismus, Sexismus, Genderismus, Inter(*)Diskriminierung, (Homo)Nationalismus.

Wie auch immer du dich identifizierst, wenn du dies unterstützt, bist du willkommen!

Bitte keine Partei-, oder Nationalfahnen; keine Militär, oder Polizei­uniformen auf der Demo.

Die Route wird wie folgt aussehen: Jannowitzbrücke – Brückenstrasse – Heinrich-Heine Straße – Dresdenerstrasse – Oranienplatz – Oranienstrasse – Mariannenstrasse – Mariannenplatz.

Trans*March Berlin Screenshot

Den Aufruf findet ihr auf deutsch, französisch, englisch, spanisch und arabisch auf transmarchberlin.wordpress.com. Es gibt auch ein Facebook-Event. Falls ihr Fragen habt, könnt ihr transmarch.berlin[at]riseup.net kontaktieren.


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Rassistische Gesetze, „gleichgeschlechtliche“ Ehe, Nobelpreisgewinnerinnen – kurz verlinkt

8. Oktober 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 257 von 365 der Serie Kurz notiert

Heute feiern wir die 250. Ausgabe unserer wöchentlichen Reihe „Kurz Verlinkt“ – Glitzerkonfetti :)!!!

deutschsprachige Links

Was machen Frauen auf der Bühne? Ganz klar: lieben! Um dann meistens ruckzuck zu sterben (Drama) oder zu heiraten (Komödie), während es anderen überlassen bleibt, sich an der Welt aufzureiben. Warum eigentlich? Die Debüt-­
Arbeiten von drei Nachwuchsregisseurinnen geben scheppernde Antworten auf die dröhnende Frage, wer warum welche Rolle spielt – nicht nur im Theater. Am 18., 20., 21. und 22. Oktober 2014 in Berlin im Ballhaus Naunynstraße.

Das Rollstuhlfräulein sucht im Bereich Social Media einen Job in einem Unternehmen in Bochum und Umgebung, das barrierefrei ist.

Angsichts der jüngst bekannt gewordenen Gewalttaten gegen Geflüchtete stellt die taz fest: „Das Bürgertum führt die Situationen herbei, in denen Gewalt ausgeübt wird, und zeigt dann auf die, die es zu diesem Zweck rekrutiert“.

Hendrik Cremer legt anhand von Rechtsnormen und Gesetzen in der BRD dar, warum verdachtsunabhängige Personenkontrollen nicht nur rassistische Polizeipraxis nach sich ziehen (racial profiling) und Rassismus gesamtgesellschaftlich stabilisieren, sondern auch bereits ihre festgeschriebene gesetzliche Legitimation im Kern rassistisch ist.

Am 3. Oktober wurden zwei Kneipen und deren Besucher_innen in Bonn von extrem rechten „Fußballfans“ angegriffen.

#FergusonIsEverywhere: Jamie Schearer, Julius Franklin und Tahir Della von der ISD haben mit dem Freitag über Racial Profiling und alltägliche Diskriminierung in Deutschland gesprochen.

Die Süddeutsche berichtet aus den USA: Über­ra­schend hat es der Su­preme Court ab­ge­lehnt, über die Recht­mäßig­keit sog. gleich­ge­schlecht­licher Ehen in fünf US-Bundes­staaten zu ent­scheiden – da­durch blei­ben die Gesetze und somit die bestehenden Ehe(möglichkeite)n dort in Kraft.

Über die ak­tuel­le Aus­stel­lung der süd­afri­kani­schen Foto­grafin_Akti­vi­stin_Profes­sor­in Za­ne­le Mu­ho­li be­rich­tet (in ei­nem mittel­guten Ar­ti­kel) die Augs­bur­ger All­gemei­ne – siehe auch weiter unten unsere Termine.

In der Jungle World stellen Eike Sanders, Ulli Jentsch und Felix Hansen, Mitarbeiter des Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums Berlin (apabiz), ihr neues Buch „Deutschland treibt sich ab“ vor und geben Antworten zur Bewegung der antifeministischen „Lebensschützer_innen“.

„Eine gerechte Gesellschaft sollte anders aussehen“: der Bayrische Rundfunk interviewt Anne Wizorek zu ihrem Buch „Weil ein #Aufschrei nicht reicht.“

Frauen helfen Frauen e.V. sammeln in Mecklenburg-Vorpommern gerade Unterschriften für einen „Zugang für alle!“ zum Beratungs- und Hilfenetz in Fällen häuslicher und sexualisierter Gewalt.  3.000 Unterschriften werden noch gebraucht. Am 25.11.2014 ist eine Demo dazu in Schwerin geplant – siehe weiter unten bei den Terminen.

englischsprachige Links

Wie US-Bundes­staats­ge­setze konsti­tu­tio­nel­le Ab­trei­bungs­rech­te aus­he­beln, berichtet Andrew Rosenthal in der New York Times.

Die Sängerin Mary Lambert schreibt auf ihrer Website über grenzüberschreitende Fans und Interviewer_innen, eigene (sexualisierte) Gewalterfahrungen und Retraumatisierung.

„A Her­story of the #BlackLivesMatter Move­ment“ und über die Ver­ein­nah­mung von Theorie­bil­dung und Akti­vis­mus schreibt Ali­cia Gar­za bei The Femi­nist Wire.

Buzzfeed porträtiert die chinesisch-US-amerikanische Schauspielerin Anna May Wong. So fähig sie in ihrem Beruf war, so häufig wurde sie nur als „exotische Lotusblume“ besetzt, und selbst dann konkurrierte sie mit weißen Schauspielerinnen in Yellowface.

Kein Nobelpreis ist für besonders hohe Frauenanteile bekannt, aber um den Nobelpreis für Physik ist es besonders schlecht gestellt. In den letzten 50 Jahren gewann keine einzige Frau. Slate stellt einige vor, die es verdient hätten.

Termine in Berlin, München, Ulm und Schwerin (mehr …)


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Marsch für das Leben?! What the fuck! Demo für Selbstbestimmungs- und Abtreibungsrechte in Berlin

8. September 2014 von Magda

Manche Traditionen sind unschön: Jedes Jahr demonstrieren in Berlin aus der ganzen Republik anreisende rechtskonservative und antifeministische GegnerInnen der körperlichen Selbstbestimmung gegen Schwangerschaftsabbrüche. 

Und manche Traditionen sind schön: Jedes Jahr formiert sich ein Bündnis aus queeren und feministischen Antifaschist_innen und demonstriert mit Trillerpfeifen, Konfetti, Sprechchören und viel Bildungsarbeit für das Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung.

Am 20. September 2014 heisst es also wieder: AbtreibungsgegnerInnen blockieren, ärgern, kritisieren. Aufgerufen zum Demonstrieren haben u.a. das What The Fuck-Bündnis und Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung. Im Vorfeld wird es in Berlin, Leipzig und Dresden Veranstaltungen zum Thema geben, die hier und hier aufgelistet sind.

What the Fuck - Marsch für das Leben

Demo: 11.30 Uhr | U-Bhf. Kochstraße (U6 / M29)
Kreativer Protest: 13 Uhr | Willy-Brandt-Straße vom what the fuck!Bündnis
Protestkundgebung: 13 Uhr | Brandenburger Tor vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung


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Essen, Fußball, Horrortussis – kurz verlinkt

25. Juni 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 246 von 365 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Die behindert und verrückt feiern Pride Parade Berlin ist nicht parteien- oder institutionsgebunden. Wir benötigen daher Unterstützung finanzieller Art, um die Parade und die begleitende Kampagne durchzuführen.“ – so der Aufruf der Organisierenden.

Die politischen Dimensionen des Essens werden derzeit an der Uni Erfurt im Projekt „Das Essende Subjekt“ erforscht. Radio F.R.E.I. hat mit der Amerikanistin Nina Mackert über die politischen Dimensionen von Körper und Essen und den damit verbundenen gesellschaftlichen Vorstellungen gesprochen.

Der Deutschlandfunk sendete einen Beitrag über den zunehmenden Antisemitismus deutscher Intellektueller.

[Inhaltshinweis: Antisemitismus, Rassismus] Erst vor kurzem schrieb Charlott unter anderem über den Zusammenhang von Fussball und Nationalismus; beim WM-Spiel der deutschen gegen die ghanaische Mannschaft gab es dann kein Halten mehr: „Sixt“ schaltete eine rassistische Werbeanzeige, deutsche Fußballfans zeigten sich in Blackface, und auf Twitter gab es einige rassistische Äußerungen. Der DFB überklebte währenddessen lieber erneut ein Anti-Rassismus-Plakat in einem Stadion. Das Time Magazine kontextualisiert die Vorfälle (auf Englisch).

Die lesbische Künstlerin und visuelle Aktivistin Zanele Muholi aus Südafrika spricht im Interview mit dem Freitag über ihren Aktivismus, ihre Kunst und über rassistische und hetero_sexistische Gewalt.

Meredith Haaf analysiert in ihrem Essay sehr treffend die verfehlte Feminismusdebatte (TM) und die Erfindung der „Horrortussi„. Den feministischen Debatten in der Öffentlichkeit fehlt es an Radikalität.

Die aktuelle Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung Mittelweg 36 ist draussen – mit einem Schwerpunkt zu der 2012 verstorbenen Feministin Sulamith Firestone, inklusive eines Nachrufs von Susan Faludi.

Im Tagesspiegel wird Maria Wersigs Buch zum Ehegattensplitting besprochen, und einige der sich um eben jenes rankenden Mythen (wie beispielsweise, dass es bei der Einführung eben dem Zeitgeist entsprochen hätte) werden als eben solche entlarvt.

Die Frankfurter Rundschau berichtet über die Flüchtlingsfrauenkonferenz und die Probleme, vor die geflüchtete Frauen oftmals gestellt sind.

englischsprachige Links

Warum die Darstellung unterschiedlicher Körper(formen) in den Medien wichtig ist – und Orange Is The New Black vorbildlich voran geht, wird in der Huffington Post besprochen.

Lindsey Dennis ärgert sich bei Feminspire über die heteronormativ-androzentrisch verengte Perspektive, die sehr oft auf das Thema Safe(r) Sex gerichtet wird.

[Inhaltswarnung: Cis-Sexismus, Gewalt, Folter, Mord] Es gab wieder einen Mord an einer trans* Frau of Color.

„Hör auf mich zu unterbrechen.“ „Das habe ich gerade gesagt.“ „Das braucht keine Erklärung“: Diese drei Sätze sollten alle Frauen lernen, schreibt Role Reboot.

Eine Studie hat herausgefunden, dass Richter, die mindestens eine Tochter haben, häufiger dazu tendieren ihre Entscheidungen an Frauenrechten zu orientieren. Es gibt viele Erklärungsfaktoren für diese Wahl, aber am plausibelsten erscheint, das sich die Lebensrealitäten von Frauen, den eigenen Töchtern, und der gesellschaftlichen Ungleichbehandlung ihre Wahrnehmungen prägen.

Discover Football organisiert die international Kampagne Moving Perspectives zu Frauenfußball und Empowerment zur WM in Brasilien. Sie werden im Zeitraum vom 25. Juni- 13. Juli in Rio de Janeiro vor Ort sein und vom 3.Juli bis 7. Juli von Fußball- und Menschenrechtaktivistinnen, sowie Journalistinnen aus Argentinien, Brasilien, Ghana, Iran, Kamerun, Kanada, Mexiko, Nigeria und Uruguay unterstützt. Dazu gibt es auch ein Blog.

#BringBackOurGirls: Boko Haram entführte nun dutzende weitere junge Frauen – Al Jazeera berichtet.

Termine in Berlin, Freiburg, Münster, Wien

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Ein „menschlicher Zoo“ in Norwegen, Erinnern an den Holocaust und queere Kunst in Armenien – kurz verlinkt

30. April 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 240 von 365 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Das Programm für die diesjährige Frauen*FrühlingsUni (F*FU14) ist nun online und die Anmeldung eröffnet! Programm, Anmeldung und weitere Infos findet ihr hier.

Auf dem Oranienplatz in Berlin protestieren immer noch Geflüchtete. Dieser Protest sollte wegen des anstehenden Myfest geräumt werden… Doch nun gibt es doch eine Einigung, berichtet die taz.

englischsprachige Links

Am 27. April jährten sich in Südafrika die ersten Wahlen nach dem Ende der Apartheid zum 20. Mal. In einer Woche, am 07. Mai, werden die nächsten Wahlen stattfinden. Mail&Guardian hat genauer hingesehen, was einige der größeren/ bekannteren Parteien auf dem Papier zu Gender/Frauenrechten/LGBTI-Rechten etc. verkünden – und wie sich diese Themen in sonstiger Rhetorik oder Taten ausdrücken.

Can a misogynistic country have a female president? Brazil proves that the answer is yes.„, schreibt und beschreibt die brasilianische Journalistin Vanessa Barbara bei der New York Times. [Inhaltshinweis: Misogynie, body policing und rape culture]

Im nächsten Monat wird in Norwegen ein „menschlicher Zoo“ eröffnen. Bitte was?! Ja, laut den Künstlern soll diese Aktion – ein Re-Enactment kolonialer Ausstellungsformen – Diskussionen zu Rassismus und dem kolonialen Erbe initiieren. Bwesigye bwa Mwesigire analysiert auf This Is Africa wie diese Aktion rassistische Stereotypen stattdessen re_produziert und in einer weiterhin rassistisch strukturierten Gesellschaft nicht funktionieren kann, sondern nur mehr Gewalt ausübt.

Barbara Eder interviewte das Künstler_innen- und Aktivist_innenkollektiv Queering Yerevan über ihre Aktionen, die Zurückeroberung des öffentlichen Raums und den Begriff „Queer“ im armenischen Kontext.

Zum noch immer unklaren Verbleib der 243 von „Boko Haram“ entführten Schülerinnen in Nigeria schrieb allAfrica.com. Auf Twitter werden unter den hashtags #BringBackOurDaughters und #BringBackOurGirls weitere Informationen und Aktionen kommuniziert. [Inhaltshinweis: Misogynie, Gewalt und rape culture]

In einem Fotoprojekt stellen Schwarze Mädchen Porträts von Frauen nach, die als Vorbilder fungieren – von Audre Lorde bis Gabby Douglas.

Anlässlich des Yom HaShoah (Holocaust Tags) in Israel schreibt The Mamafesto über ihre Familiengeschichte und die Bedeutung von Erinnerung.

Termine in Berlin, Bremen, Frankfurt a.M., München:

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