Selbermach-Sonntag (2.11.08)

von Susanne

Also, was war diese Woche los? Schreib’s auf.




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Eintrag geschrieben: Sonntag, 2. November 2008 um 9:06 Uhr unter Uncategorized. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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7 Kommentare

  1. Juli_K sagt:

    Einfach nur schrecklich:

    Drei Männer hatten sie vergewaltigt, sie wollte ihre Peiniger anzeigen – doch die Justiz der somalischen Stadt Kismayo sah den Fall anders. Das 13-jährige Mädchen wurde wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs zum Tod durch Steinigung verurteilt.

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,587905,00.html

  2. Johannes sagt:

    Ich habe mich gefreut über jenen Artikel aus der Süddeutschen:

    http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/leben/879/315767/text/

    Endlich mal ein Artikel, der die ganze Geschlechterdebatte aus der einer Sicht beschreibt, in der ich mich wiederfinde.

  3. jj sagt:

    Ad Somalia. Unerträglich. Da weiß man wieder mal warum jeder Euro bei AI gut angelegt ist.

    Ad Väterdingens. Ich finde es echt interessant, daß auch in dem Artikel wieder nur die ökonomische Perspektive Beachtung findet und weibliche Attraktionsschemata bei der Paarfindung außen vor gelassen werden.

  4. jj sagt:

    Über Feministing.com: In Dallas hat eine (anscheinend feministische) Organisation namens „family place“ Anzeigen gegen häusliche Gewalt geschaltet, die jetzt anscheinend einen Protest von Männerrechtlern hervorgerufen haben. Die Anzeigen zeigen entweder einen kleinen Jungen neben der Überschrift „When I grow up, I will beat my wife“ und ein kleines Mädchen neben der Überschrift „One day my husband will kill me.“

    Die Story –
    http://www.dallasnews.com/sharedcontent/APStories/stories/D9434SI80.html

    Die Anzeigen –

    http://www.glennsacks.com/dart/

    Was denkt ihr? Stereotyp? Angemessen? Over the top?

    Ich persönlich finde das wieder einmal ein Beispiel für eine propagandistisch unangemessene Einseitigkeit, die so unfair wird – „all men are wife-beaters“ und alle kleinen Jungs sind „zukünftige“ Wife-beaters.

    Die Kommentare in dem von feministig verlinkten Beitrag sind auch höchst interessant…

    http://www.womanist-musings.com/2008/10/mra-glenn-sacks-applies-pressure-to.html

  5. Miriam sagt:

    In der aktuellen Emma (nur in der Printausgabe) hat Alice Schwarzer mal wieder das Thema „Prostitution“ entdeckt. Anlass dafür waren die Bücher zweier Studentinnen, die ihr Studium mit Sexarbeit finanzieren. Das Buch von Laura D. habe ich nicht gelesen, scheint aber dem Artikel nach zu urteilen, Frau Schwarzers Vorurteile gegenüber Sexarbeit zu bestätigen. Die Schilderungen Sonia Rossis hingegen stellen die Sexarbeit nicht ganz so abstoßend dar, wie Frau Schwarzer sie sich vorstellt und dementsprechend fällt dann auch die Buchbesprechung aus. Dabei gibt es 2 Punkte, die mir sehr negativ aufgefallen sind:
    1. Scheinbar um die psychischen Probleme, die die Autorin ja haben muss, wenn sie sich „prostituiert“, etwas zu dramatisieren, werden von der Autorin in ihrem Buch geschilderte Episoden von Frau Schwarzer verdreht und falsch wiedergegeben. Auch ihre Spekulationen, ob Frau Rossi nicht vielleicht Osteuropäerin anstatt Italienerin, wie im Buch angegeben, sei, halte ich für überflüssig und scheinen nur dem Zweck zu dienen, die Autorin noch ein bisschen unglaubwürdiger dastehen zu lassen (von dem latenten Fremdenhass, der da mal wieder mitschwingt, ganz zu schweigen).
    2. Dieses Buch stellt die Sexarbeit gar nicht so positiv dar, wie Frau Schwarzer uns versucht glauben zu machen. Aber eben auch nicht als so abstoßend wie es sich Frau Schwarzer vorstellt. Dabei verkennt sie in altgewohnten Manier, dass es unzählige Sexarbeiterinnen gibt, die sich freiwillig und ohne finanziellen Zwang zu diesem Job entschieden haben und ihn auch noch gerne machen (interessante Initiative in diesem Zusammenhang: Fair Pay Sex). In ihrem blinden Wahn im Kampf gegen die Prostitution wird Frau Schwarzer auch nicht müde, immer wieder, wie auch in diesem Artikel, zu betonen, dass durch das neue Prostitutionsgesetz der Polizei die Möglichkeit genommen sei, gegen Zuhälterei vorzugehen. Das ist schlichtweg falsch, Zuhälterei ist nach wie vor strafbar und dass jährlich unzählige Razzien in Bordellen stattfinden, kann man bei Dona Carmen nachlesen.
    Interessant fand ich den Effekt, dass ich mich beim Lesen dieses Artikels, die ich nie Sex gegen Geld getauscht habe, persönlich beleidigt gefühlt habe. Und nicht etwa, weil sie in jeder Frau eine potentielle „Prostituierte“ sieht, sondern weil ich auch noch so blöd war, mein Studium mit Bafög und Hiwi-Jobs an der Uni zu finanzieren anstatt anschaffen zu gehen, denn das hätte ja Frau Schwarzer zufolge dem aktuellen Zeitgeist entsprochen.
    Im Prinzip wusste ich ja schon immer, dass die „Emma“ nichts für mich ist, denn dort wird häufig ein Frauenbild vermittelt, bei dem von Selbstbestimmung und weiblicher Eigenständigkeit keine Rede sein kann. Dieser Artikel ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass die Emmas nur ihre eigenen Wahrheiten akzeptieren und alle Frauen, die anders denken, nach Strich und Faden beleidigt werden können (andere Beispiele: die Kontroverse um gattinnen-im-netz.de und natürlich der Kreuzzug gegen den „neuen“ Feminismus)
    PS: Mein Beitrag im Emma-Forum dazu wartet seit über 2 Tagen darauf, freigeschaltet zu werden, ich gehe davon aus, dass dies nicht mehr passieren wird…

  6. jj sagt:

    PS: Mein Beitrag im Emma-Forum dazu wartet seit über 2 Tagen darauf, freigeschaltet zu werden, ich gehe davon aus, dass dies nicht mehr passieren wird…

    lol

  7. Juli_K sagt:

    Letzte Woche auch noch eine spannende Reportage gesehen, die mich ganz optimistisch gestimmt hat und die man auch online anschauen kann:

    http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697660,CmC=2261822,scheduleId=2252864.html

    „In einem Dorf im Südwesten Marokkos verlässt Arbia el Kasri um sechs Uhr morgens das Haus. Vor fünf Jahren war es für eine Frau unvorstellbar außerhalb des Hauses Arbeit zu finden. Doch nun sind es einige Hundert, die sich täglich in kleinen selbst gegründeten Kooperativen einfinden. Hier produzieren die Frauen Arganöl – eine Kunst, die Marokkanerinnen bereits seit Jahrhunderten beherrschen.“