Na wunderbar, da haben wir’s mal wieder Schwarz auf Weiß: Die Familienpolitik der Großen Koalition ist nichts weiter, als ein Marketinggag. Alles wirkt wahnsinnig fortschrittlich, von der Leyen kommt als die große Retterin der Frauen daher, die es ihnen nun ermöglichen wird, Work und Life unter einen Hut zu bekommen. Doch all die Geschenke aus dem Hause vdL verdecken eine ganz bittere Wahrheit: Sie sind vor allem für Besserverdienende gedacht. Sie richten sich gar nicht an Hartz-IV-EmpfängerInnen (gut, kann man sagen: wozu, die haben ja auch Hartz IV), null an StudentInnen (die haben tatsächlich im schlimmsten Fall: gar nichts mehr, wenn das Elterngeld ausgezahlt ist; eine Kürzung um 50 Prozent im Vergleich zum vorigen Erziehungsgeld) und auch GeringverdienerInnen stehen eher schlecht da. Kinder in die AkademikerInnen-Familien! – Das war ja auch das Ziel. Der Rest: Äh, ja. Vielleicht: Gedöns. Haben wir halt gerade kein Geld für. Pech.
Wie schlimm aber die Lage für Mütter heutzutage tatsächlich ist, wird aus diesem Spiegel-Artikel erkenntlich. Man könnte – nimmt man die allgemeine Stimmungslage rund um die Familienpolitik der Großen Koalition wahr – ja glauben, dass alles besser würde. Nicht perfekt, klar, ein paar Baustellen bleiben über, aber hey: Es wird besser.
Pustekuchen: Tatsächlich arbeiten Mütter weniger, als früher. Je mehr Kinder, desto weniger Arbeitsstunden pro Woche leisten die Mütter. (Übrigens ein umgekehrtes Bild bei den Vätern, was aber auch logisch ist: irgendwoher muss das Geld ja kommen.) Die Schere zwischen Väter- und Mütterarbeitszeit, das aber wird deutlich, hat sich in den vergangenen Jahren vergrößert.
„Trotz größerer Integration in den Arbeitsmarkt gelangen viele Frauen noch nicht über eine Rolle als Hinzuverdienerin im Haushalt hinaus und bleiben damit finanziell abhängig vom Ehemann“, stellen die Verfasser der Studie fest. Von einer gleichberechtigten Arbeitsaufteilung zwischen den Geschlechtern sei Deutschland noch weit entfernt.“
Heißt es dazu und ich muss sagen, das ist wirklich eine ganz ganz miese, traurige, aber irgendwie gar nicht SO überraschende Bilanz. Feministinnen kritisieren seit Jahren, was auch die Arbeitsforscher mit ihrer Studie nun noch einmal auf den Tisch knallen:
„Auf der einen Seite solle mit dem Ausbau der Kinderbetreuung und des Elterngeldes die weibliche Beschäftigung gefördert werden. Auf der anderen Seite biete die Politik Anreize für eine geringe Frauenbeschäftigung, etwa durch die Subventionierung von Minijobs oder das Ehegattensplitting, das Paare mit ungleichem Einkommen steuerlich begünstigt.“

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