Wenn ich das Wort „Arbeit“ höre, denke ich zuerst an meinen Bürojob. Da sitze ich eine bestimmte Anzahl an Stunden in der Woche und hoffe dann, dass mein Lohn rechtzeitig überwiesen wird, damit die Miete vom Konto abgehen kann. Als Feministin fängt mensch schnell an, Begrifflichkeiten wie „Arbeit“ zu hinterfragen, weil die meisten Menschen darunter Lohnarbeit verstehen und andere Formen von Arbeit komplett unsichtbar gemacht werden – Politarbeit, zum Beispiel. Oder – und das mit besonders gravierenden Auswirkungen – die Sorgearbeit, wie auch dieser Comic illustriert. Wer Zeit ihres Lebens überwiegend Sorgearbeit geleistet hat, merkt spätestens bei der Rente, wie wenig wert dieser Arbeit beigemessen wird (im wahrsten Sinne des Wortes).
Während ich also von meinem Brotjob komme, diesen Text hier in aller Ruhe tippe und nachher die Beine hochlege mit einem Roman meiner Wahl, wird woanders geputzt, gefüttert, sauber gemacht, vorgelesen… Davon berichten auch zwei Bloggerinnen in ihren Texten: „Das ist doch keine Arbeit” von glücklich scheitern und „Ich nenne es Arbeit. Ein 24 Stunden Protokoll“ von feministmum.
Eine gute Lektüre für alle, die gerne sagen: „Nee, sie arbeitet nicht. Sie passt nur auf die Kinder auf.“

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