es gibt immer mal wieder situationen in diesem kleinfamilienkosmos, die mich – gelinde gesagt – überfordern. neulich wieder: ich war bei einem befreundeten heteropärchen zu besuch. bei kaffee und kuchen erzählte sie mir, im 5. monat schwanger, dass es vermutlich ein mädchen würde.
einige sätze später sagte der vater in spe so was wie: „und wenn die kleine mir mal mit nem jungen nach hause kommt, DER kann was erleben!“ irgendwas mit baselballschläger, der für diese fälle angeschafft würde und kreuzverhören folgte. und: er war nicht der erste mädchenvater, den ich so reden hörte.
was soll das? ich höre aus solchen sätzen folgendes:
– der vater glaubt, dass mädchen wird definitiv (sexuelles) interesse an jungs haben
– der vater glaubt auch, dass der junge irgendeine gefahr darstellt. für das mädchen? für ihn?
– der vater glaubt auch, dass das mädchen nicht mit jungs umgehen kann, bzw. dass das mädchen sich zu sachen überreden ließe, die es nicht tun sollte
ich frage mich:
– glaubt der vater, dass jungs böswillig und rücksichtslos handeln und mädchen zu dingen überreden, die sie nicht tun wollen? wenn ja: warum?
– glaubt der vater, dass ’sein mädchen‘ rein und unschuldig bleiben müsste und keine eigenen körperlichen bedürfnisse habe, die es artikulieren darf?
bitte, erklärt es mir, liebe mädchenväter! und
ich wünschte mir:
– dass menschen mit erziehungsauftrag, seien es väter oder sonst wer, mädchen in ihrem selbstbewusstsein stärken.
– dass sie ihnen erklären, dass sie nichts tun müssen, um irgendwem zu gefallen oder geliebt zu werden.
– dass sie ihnen vermitteln, dass ihre sexuellen bedürfnisse ok sind (sofern sie welche haben), egal ob sie sich auf andere mädchen oder jungen richten.
– dass jungenväter ihren söhnen klar machen, dass sie nichts gegen den willen ihrer flirt-/knutsch-/sexpart_ner_innen tun sollen!

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