
Im Freitag berichtet die Guardian-Autorin Kira Cochrane von einer neuen Spezies Fashion-Bloggerin. Sie ist eine modebewusste Frau, die sich jedoch von der Mainstream-Modeindustrie ignoriert sieht – weil sie dick ist. Und die sich nicht damit abfinden will, dass für sie immer nur Säcke und flatternde Klamotten hergestellt werden, sondern ihr Recht auf guten Geschmack einfordert.
Das Wichtigste an der Haltung der Bloggerinnen: Ihnen ist wurscht, dass sie dick sind, sie wollen nicht, dass Mode sie dünner macht, sondern dass sie sie umwerfend aussehen lässt. So beschreibt es jedenfalls Christina Lewis, die das Blog Musings of a Fatshionista schreibt und sich selbstbewusst in ihrem Profil als „fat & as fancy as it gets, fashion obsessed“ beschreibt.
Auch die Blogs Young, Fat & Fabulous, Frocks & Frou Frou und Fat Girls Like Nice Clothes, too, Forays in Fatshion werden im Text vorgestellt. Interessant und bewundernswert finde ich vor allem, dass alle Bloggerinnen sich selbst auch ganz offen als fat bezeichnen. Denis, Autorin von Fat Girls Like Nice Clothes, too begründet das so: „Ich wollte direkt sein, mit dem Finger auf die Modewelt zeigen und sagen ‚Ja, ich bin dick. Na und?’“ Sie sagen lieber gleich direkt, dass sie nicht der Norm entsprechen, bevor jemand es ihnen als Makel vorwirft.
Interessanter Aspekt in Cochranes Artikel ist die Vermutung, dass Blogs wie die der Fatshionistas unsere (gestörte) Körperwahrnehmung verändern könnten, wie es Susie Orbach, Autorin von „Bodies“, vermutet:
Weil wir dauernd mit Fotos von sehr dünnen Frauen konfrontiert sind, von denen viele noch digital bearbeitet wurden, versuchen wir diesem unerreichbaren Ideal zu gleichen. „Würden wir andere Bilder sehen, nicht nur von dicken Frauen, sondern von Frauen jeglicher Statur, dann würden wir nicht dauernd unsere Figur verändern wollen“, meint Orbach. „Wir würden uns repräsentiert fühlen und könnten uns auf andere Aspekte unseres Lebens konzentrieren.“

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.