Ist ein Coming-Out als lesbisch, schwul oder bisexuell wirklich für jede_n eine erstrebenswerte Sache? Wissenschaftler_innen der University of Rochester sind der Frage auf den Grund gegangen. Tatsächlich können die positiven Effekte deutlich stärker sein als bisher angenommen – wenn das Umfeld mitspielt. Bei verurteilenden, negativen Reaktionen können die förderlichen Effekte, wie Authentizität und ein positives Selbstbild wieder aufgehoben werden. Manchmal ging es den Betroffenen nach dem Coming-Out sogar schlechter als vorher.
Die Forscher_innen bezogen die Angaben auf verschiedene Umgebungen: kirchliches Umfeld, Familie, Freund_innen und Arbeit. Dabei fiel auch auf, dass ein Coming-Out z.B. vor Freunden nicht zwangsläufig mit einem Coming-Out bei der Arbeit einherging. (Den Gedanken, dass ein Coming-Out nicht immer und überall gilt, beschrieb vor kurzem sehr eindrücklich Veroinca Rhodes von ParentDish in Coming Out Again and Again.) Abhängig machten die Proband_innen das von der Einstellung des jeweiligen Umfelds. So hatte sich über die Hälfte nicht in ihrer Kirche geoutet, aber die überwiegende Mehrheit gegenüber Freund_innen. Solch „partielles“ Outing führte nicht zu psychologischen Problemen.

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