Applaus für Megan Fox! Wo? Bei mir zuhause. Denn nachdem die Presse spitz gekriegt hat, dass die Schauspielerin nicht nur ihre Kurven sondern auch ihr Mundwerk in Szene zu setzen weiß, erschlafft der Hype. Sätze, in denen Fox die Macht ihrer Vagina preist oder die weibliche Sexualität demonstrativ in Szene setzt verstört die Welt nun mal mehr als dass sie sie verführt. So fragt sich spiegel.de, ob Hollywood überhaupt so viel Sex verträgt und im Rolling Stone wird überlegt, was diese Frau eigentlich will.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de
Ein freches Mundwerk mag man noch durchgehen lassen, in Verbindung mit einem sexuellen Selbstbewusstsein aber wohl lieber nicht.
Wenn man in dieser Stadt {Hollywood} eine Vagina und eine Haltung hat, dann ist das eine tödliche Kombination,
wußte schon Sharon Stone zu berichten und die Schriftstellerin Margaret Atwood ergänzt um den Hinweis:
Es ist eine irgendwie freudianische Haltung,nehme ich an: Frauen, die zu aktiv oder zu intelligent sind, sollten sich nicht auch noch ausziehen, weil Männer sonst Teile ihres Körpers verlieren
Atwood spielt damit auf Sigmund Freuds Idee der gezähnten Vagina an, die wohl auch im 21. Jahrhundert nicht an Beißpotential verloren hat. Um so beängstigender, dass Megan Fox in ihrer aktuellen Rolle in „Jennifer’s Body“ eine männerverschlingende Vampirin spielt. Zum Entsetzen von spiegel.de Autor Lars-Olav Beier:
In „Jennifer’s Body“ verführt sie die Männer nach Strich und Faden – doch statt dann mit ihnen zu schlafen, frisst sie sie auf. Fürs männliche Publikum ist das ein frustrierender Coitus interruptus exitus. {…} Selten wurde ein Film so gänzlich am Publikum vorbeikonzipiert wie „Jennifer’s Body“. Die Frauen kann sie mit diesem Film von vornherein nicht gewinnen; und Männer fühlen sich übel getäuscht.
Warum sich Frauen mit diesem Film nicht gewinnen lassen, sieht der Autor so begründet:

Diese Sinnlichkeit, die Fox nach eigenem Bekunden „aus jeder Pore verströmt“, macht Männer zu ihren glühenden Verehrern und Frauen zu ihren Feindinnen. Fox verkörpert genau jene Schlampe, die einer anderen Frau in null Komma nichts den Mann wegschnappt – und sei es nur, um zu beweisen, dass sie mehr Sex-Appeal hat. Deshalb hat es Megan Fox beim weiblichen Publikum so schwer. Wer geht schon ins Kino, um seinem Freund dabei zuzusehen, wie er erregt auf die Leinwand stiert?
Als ob die Welt immer aus rasend eifersüchtigen Frauen bestände… um ehrlich zu sein, ich wäre selber so damit beschäftigt, auf die Leinwand zu starren – was interessiert mich da mein Freund? Noch besser gefällt mir aber die Argumentation von SZ-Autorin Ulrike Bretz, die in Megan Fox weniger eine Gefahr für Männer oder einen Grund für Eifersuchtsszenarien sieht. Vielmehr findet sie Megan Fox nur sympathisch solange sie Sätze sagt, wie „Man kann nicht 24 Stunden am Tag ein Sexsymbol sein“, oder zugibt, eine Phobie vor den eigenen Fotos zu haben. Denn sexy aussehen reicht ja für die Titelblätter. Bloß bitte nicht drüber reden. Auch im 21. Jahrhundert nicht. Höchstens, um zu sagen, das frau privat ganz anders sei, schüchtern und so. Warum? Aus Gründen der Vorbildfunktion:
Nur leider hat Fox nicht daran gedacht, dass auch sie eine Vorbildfunktion hat – vor allem für all die anderen Mädchen aus der Provinz, die bei Talentshows ihr Glück suchen. Und bei denen kommt nun vor allem eine Botschaft an: Es ist egal, wenn Frauen nicht viel können – so lange sie dabei nur gut aussehen.
Ich lache mich schlapp. Ein „Ich finde mich gar nicht sexy, lasse mich bloß so fotografieren oder spiele das auf der Leinwand“, ist nach wie vor der Satz, den Frauen wie Männer von wilden Mädchen hören wollen. Dass Megan Fox dem bewusst widerspricht und dafür journalistische Schelte in Kauf nimmt, verdient meinen Beifall.

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