Das US-amerikanische Repräsentantenhaus hat vor zwei Wochen zu Gunsten des so genannten Stupak-Pitts abortion ban entschieden, welches das (bereits bestehende) Verbot der Verwendung von Bundesmitteln für Abtreibung bestätigte. Der Stupak-Pitts Zusatz hat nicht nur zur Folge, dass Abtreibung nun nicht mehr Teil der umfassenden Gesundheitsreform ist, sondern verhindert in der Konsequenz auch, dass jene privaten Krankenkassen, die Teil des neuen Gesundheitssystems werden, weiterhin die Kosten für eine Abtreibung übernehmen. Der Abbruch ungewollter Schwangerschaften bleibt demnach privat, teuer und der Zugang wird zudem erschwert.
In der Konsequenz hat sich enormer Widerstand entwickelt. Nachdem NARAL Pro-Choice America dem Kapitol in Washington 97.000 Unterschriften überreichte (gesammelt in nur 72 Stunden!), werden außerdem alle UnterstützerInnen dazu aufgefordert, jene SenatorInnen zu kontaktieren, die den so genannten swing voters angehören und von denen die Entscheidung der Reform im Senat abhängen könnte.
Auch das Center for Reproductive Rights hat sich eine Kampagne in ungewöhnlicher Kulisse überlegt und vor wenigen Tagen folgendes Video veröffentlicht:
Die Komödiantin Cory Kahaney erzählt ihrem Publikum von zwei PatientInnen, die jeweils eine Brustverkleinung auf Grund von Rückenschmerzen und eine Nasen-OP auf Grund von Atemproblem bekommen und dies selbstverständlich von der Krankenkasse übernommen wird. Das Publikum lacht. Sie erzählt dann von einer dritten Patientin, die in der elften Woche schwanger ist und ihren Arzt/ihre Ärztin fragt, ob sie eine Abtreibung bezahlt bekommt, da sie gerade herausgefunden hat, dass ihr Kind schwer behindert und kaum lebensfähig auf die Welt käme. Hier lautet die Anwort „Nein“. Das Publikum schweigt und ist bedrückt: Denn diese Tatsache wird mehr und mehr Realität.
Der Clip endet mit dem Satz:
“Don’t let Congress ban abortion coverage millions of women already have.”
(Verhindere, dass der Kongress Abtreibungsschutz verbietet, den Millionen von Frauen bereits haben.)

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