Vor einigen Tagen wurde Irans einzige feministische Frauenzeitschrift, Zanan, verboten. Dem Magazin wurde „wegen angeblicher Beleidigung der islamischen Werte“ die Lizenz entzogen, schreibt heute die Süddeutsche Zeitung auf ihrer Medienseite. Und weiter:
„Das Magazin […] war 1992 von Shahla Sherkat gegründet worden und konnte sich gegen erbitterten Widerstand des klerikalen Establishments all die Jahre halten. Was es vor allem auszeichnete: Hier fanden religiöse und weltlich argumentierende Frauenrechtlerinnen zusammen. Hier arbeiteten sie gemeinsam, um gegen das iranische Patriarchat für Frauenrechte zu kämpfen.“
Zusammen mit mit der liberalen Juristin Mehrangiz Kar klärte Shahla Sherkat 16 Jahre lang mit dem Magazin iranische Frauen über ihre Rechte auf, führte Kampagnen an und forderte eine Neuinterpretierung des islamischen Rechts. Kurz, sie versuchten, einen „Islamischen Feminismus“ zu begründen – nicht unangefeindet, von ihren Kritikern, die sagen, Islam und Feminismus könnten niemals zusammengehen.
124 Wissenschaftler und Publizisten, darunter Jürgen Habermas, Noam Chomsky und die Friedensnobelpreisträgerinnen Betty und Judy Williams haben jetzt in einem offenen Brief den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und Ali Chamenei, den geistlichen Führer des Irans, aufgefordert, Zanan die Lizenz zurückzugeben. Hier kannst du diesen Brief auch selbst unterschreiben und an Zanan schicken. (Hinweis: Klick auf „show/hide this post“)

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