Frauen und technische Geräte…

Den Trend, Geräte für Frauen einfach pink anzumalen, gibt es schon eine Weile. Große Erfolge scheint das nicht zu bringen, deswegen hatte die Firma McCullough eine ganz neue Idee:

Bohrmaschine von einer Frau für Frauen

Ein schnurloser Akkuschrauber, die immerhin von einer Frau für Frauen entworfen wurde – und mit einem Maniküre-Set kommt! Jetzt können wir endlich den Schminkspiegel an der Wand befestigen und danach die durch die ganze Arbeit ramponierten Fingernägel wieder in Form bringen. Endlich! Und es kommt noch besser:

Verkauft sich doch nicht so gut

Das Set gibt’s jetzt nämlich zum halben Preis. Weil es niemand kaufen wollte…

Folks, the guys at McCulloch had a great idea for ladies – ‘Lets [sic] make the cordless screwdriver kit and also include a ladies [sic] manicure kit.’ So they did and SURPRISE – it did not sell well, so now you can get this unique kit at about half the big box price!

Noch mehr Produkt „für sie“ und „für ihn“ gibt es bei Sociological Images.

(Via Twitter.)

17 Kommentare zu „Frauen und technische Geräte…

  1. So ein Schmarrn-Produkt! Gott sei dank hat sich das nicht gut verkauft.

    Es wäre doch viel schlauer mal eine Bohrmaschine (etc) zu entwerfen, die bei gleicher Leistung ein geringeres Gewicht hat. Ich tu mich oft manchmal schon schwer mit den schweren Geräten. Das könnte man ja mal als „Frauenwerkzeug“ vermarkten…

  2. Ich seh das Positiv: Die Popularität von (eigentlich VOLLKOMMEN sinnlosen) Frauenprodukten bedeutet ja somit auch, dass Frauen immer stärker zu einer zahlungsstarken Kundengruppe werden, die man umwerben kann/muss – also über ein eigenes starken Einkommen verfügen.

    Der Accuschrauber ist ein GANZ NORMALER minischrauber im Herzchenkoffer.

    PS Helga: Bohrmaschine? Probier doch mal einen Bohrer in den Accuschrauber einzuspannen – wenn du es schaffst lade ich dich auf ein Eis ein :-D ;-)

  3. @Cymaphore: Ich hätte erst Koffein zu mir nehmen und dann posten sollen, da war auch noch ein Rechtschreibfehler… Hab das mal geändert, danke.

  4. was ich jetzt nicht verstehe ist, wieso männer einen akku-schrauber unbedingt mit schnur, farbe egal, brauchen sollen. kann mir da wer ne schlüssig erklärung für liefern?

  5. ehrlich gesagt, fände ich es super, wenn es optisch aufgepeppte Werkzeuge mit geringerem Gewicht gäbe. Für die ganz normalen Werkarbeiten in der Wohnung, wie dem Anbringen von Regalen, Lampen etc. Es müsste auch nicht „unter schwersten Bedingungen“ arbeiten können, womit Werkzeughersteller gerne mal ihre Kunden anlocken. Aber Vielfalt im Design fänd ich toll. Und ich denke, dass sich da geschlechtsübergreifend Menschen für begeistern könnten.

    Akkuschrauber mit Nagelset zu verbinden ist natürlich vollkommener Schwachsinn!

  6. Also, das Aussehen von Werkzeugen ist mir relativ wurscht, aber es wäre toll, wenn es Werkzeuge usw. gäbe, die die tatsächlichen physischen Unterschiede nicht unbedingt nur zwischen Männern und Frauen, aber definitiv zwischen kleinen und großen Menschen mit berücksichtigten. Als Goldschmiedin und Archäologin habe ich schon mit allerhand Werkzeugen zu tun gehabt, von der Feile bis zur Schaufel, und da ich – wie doof von mir, dieses Stereotyp zu erfüllen! *g* – leider ziemlich klein und ‚zart‘ gebaut bin, hatte ich mit einigen Sachen richtig Schwierigkeiten. Zwei Beispiele:

    – Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen gibt es praktisch nicht in meiner Größe
    – die typische Goldschmiedefeile ist zu groß, als daß ich sie bequem in der Hand halten könnte, da sie – trotz der Dominanz von Frauen in dem Beruf heutzutage! – immer noch für große Männerhände gemacht ist.

    Na ja, und so weiter und so fort. Es wäre toll, wenn Werkzeughersteller und co. ein weniger mehr die Varianz menschlichen Körperbaus bedenken würden. Ich bin sicher, auch der gelegentlich sicher mal vorkommende 1,65 große Bauarbeiter wäre darüber froh…

  7. Mademoiselle Nocturne,

    bitte nicht. Werkzeug sollte ein möglichst zweckmäßiges Design haben. Wenn sich da der Designwahn weiter etabliert, dann geht das 100pro wieder auf Kosten der Zweckmäßigkeit und wird die Geräte nur unnötig verteuern, kennen wir ja von anderen Bereichen schon.

    Denk mal an Hochglanznotebooks. Da bezahlt man jetzt extra für die aufgestockte Designabteilung, dafür, dass man eigentlich ein schlechteres Produkt bekommt – Hochglanzgeräte schränken massiv ein wo man überall das Ding benutzen kann, viel „hübsches“ Design geht auf Kosten der Robustheit und Langliebigkeit der Geräte ;-(

    Da lob ich mir mein Notebook, ein ThinkPad T-61:
    http://www.dginformatica.it/public/catalog/images/Prodotti/nb_lenovo_t61.jpg

    :-)

  8. Ich habe ähnliche Probleme wie Christina, auch bei mir sind die guten Werkzeuge, in meinem Fall Kameras, für Männer konzipiert. Eine high-end Kamera mit langem Tele dran wiegt gern rund 2 kg, und die kann ich bei langen Belichtungszeiten einfach nicht ruhig halten, bzw. mir tun nach zwei Minuten die Handgelenke weh. Das bedeutet, dass ich die Kamera, die ich eigentlich für meinen Job bräuchte, gar nicht kaufen kann, weil ich sie nicht tatsächlich einsetzten könnte.
    Das ist aber natürlich jetzt Jammern auf hohem Niveau, im Handwerk gibt es ja ernsthafte Sicherheitsrisiken, wenn man ein schweres Werkzeug nicht ordentlich greifen oder halten, und damit nicht mehr vernünftig beherrschen kann.

  9. @Christiane : Sicherheitsschuhe habe ich einmal speziell für Frauen besorgt, da diese bei uns elektrostatisch nach EN 345 ableitfähig sein müssen.

    Da gab es auch Schuhe für Frauen, Modell „Elodie“, das jedoch nicht angenommen wurde. Letztendlich lief es darauf hinaus, daß die Frauen dieselben Schuhe benutzen wie die Männer und sich damit wohlfühlen.

    Die Reaktion fand ich eigentlich gut.

    Da ich ja für das Thema etwas sensibilisiert bin, stieß ich auf eine Auffälligkeit in der Branche :

    http://www.namur.de/start/vorstand/

    und hier :

    http://www.namur.de/start/geschaeftsstelle/

    Woran liegt das? Präferenzen? Alte Gewohnheiten? Und warum greift hier nicht Diversity?

    Mangelndes Interesse vieler Frauen aus Angst vor der Vereinsamungsfalle, in die erfolgreiche Frauen fallen, da scheinbar noch zu viele Menschen an der Partnerwahl Althergebrachtes verinnerlicht haben und kein Wertewandel stattgefunden hat?

    Dabei empfinde ich Frauen in Chemieunternehmen als Normalität.

    Gibt es Lösungsansätze?

  10. @Thomas: Wenn diese Frauen Schuhe in größeren Größen tragen konnten: schön für sie. Mein Problem war nicht, daß ich unbedingt spezielle Frauensicherheitsschuhe haben wollte, sondern daß ich Schuhe in Größe 37 oder 38 brauche und die waren – zumindest im Laden – ganz einfach nicht zu finden. So mußte ich dann, da es leider dringend war, mit Größe 39 oder so vorlieb nehmen, was natürlich zum Laufen und Arbeiten alles andere als ideal ist. (Ich weiß nicht mehr, was die exakten Größen waren, da es englische Größen waren; ich gebe hier nur die deutschen Äquivalente für „paßt mir“ und „ist mir zu groß“ an, weil ich die besser im Kopf habe.)

  11. @Christina : Die Größen 37/38 sind nicht immer ganz einfach zu bedienen. Das stimmt.

    Wie ich hörte, sind einige Schuhhersteller in den vergangenen Jahren auf das Segment Sicherheitsschuhe gegangen, da dort die Preise und Margen besser sind.

    Ich denke, die gängigen Hersteller sollten etwas anbieten können, hier ein Beispiel :

    http://www.ixkes.de/Sicherheitsschuhe/HKS-Sicherheitsschuhe/Damen-Sicherheitsschuhe:::164_37_76.html

    Diese o.ä. Schuhe über einen gängigen Händler zu beschaffen sollte für den Arbeitgeber problemlos möglich sein.

  12. Danke, aber ich brauche mittlerweile keine mehr. *g*

    Bestellen über den „Arbeitgeber“ war übrigens keine Option; es ging um eine Uni-Ausgrabung ohne Bezahlung usw., und Schuhe wurden einfach als vorhanden vorausgesetzt, d.h. die Studenten und Studentinnen mußten sie selbst kaufen. Ich hab mir schon gedacht, daß man wahrscheinlich beim Großhandel oder direkt bei Herstellern evtl. auch etwas leichter ‚Sondergrößen‘ kriegen könnte, aber ich hatte für die Anschaffung halt nur ein paar Tage und mußte daher mit dem normalen Handwerkerbedarfsladen vorlieb nehmen. Und da gab’s eben nichts in „Damengrößen“. Und da hab ich mich halt gefragt, ob das deren Geschäftsbilanz wirklich so schädigen würde, wenn sie vielleicht auch ein oder zwei Paare davon vorrätig halten würden. Kosten ja kein Vermögen, und fressen kein Brot, und werden auch nicht schlecht bzw. kommen nicht aus der Mode. Man könnte sie also zur Not auch ein paar Jahre ins Lager stellen, wenn keine Kundin/kein Kunde mit kleinen Füßen vorbeikommt. Ich verstehe, daß bei geringer Nachfrage keine große Menge vorgehalten werden kann, aber ein oder zwei Paar sollten doch vielleicht gehen?

    Aber ich will mich auch gar nicht an den Schuhen festbeißen, die waren echt nur ein Beispiel. Viel dringender ist das Problem, daß wirklich die allermeisten Werkzeuge so gestaltet sind, daß man sie mit kleineren Händen nicht richtig sicher halten kann. Das ist auch nicht bloß eine Frage der Stärke; in meinen besten Zeiten hatte ich ziemlich Kraft in den Händen, aber eine Feile (mein Lieblingsbeispiel, weil es da besonders auffallend war), die man ja sehr exakt führen muß, muß eben richtig in der Hand liegen, damit man die optimale Kontrolle über sie hat.

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