Ein schneller Programmtipp für heute 19:15 Uhr im Deutschlandfunk:
Unter den Effizienzrezepten, die Wirtschaftstheoretiker und -journalisten in rauen Mengen darbieten, verschwindet ein Vorschlag, wenn er denn auftaucht, umgehend: Die Spitzenbesetzung der Unternehmen zu quotieren – oder eben freiwillig mit mehr Frauen zu bestücken.
Nicht, weil die per se die besseren Menschen seien – und etwa beliebte Männergeschäftsrunden in Bordellen arg erschwerten – sondern weil ihre spezielle Erfahrung die männliche Sicht ergänzen, geraderücken kann. Bei der Entwicklung anwenderfreundlicher Spitzentechnologie ebenso wie bei der Motivierung von Eltern, Müttern wie Vätern, in der Belegschaft.
Qualifiziert genug sind die junge Frauen inzwischen längst, was ihnen fehlt, sind weibliche Netzwerke, die sie an die Spitze ziehen. In Deutschland entstehen gerade die ersten zarten Fäden. Kaum drei Prozent der Führungspositionen in der Wirtschaft sind weiblich besetzt. Drei Vorreiterinnen berichten aus ihrem Alltag.
So zum Beispiel Rosely Schweizer, die aus einem sehr bekannten Lebensmittelunternehmen stammt; Anke Domscheit, Director Government Relations bei Microsoft; die Professorin Martina Schraudner, die für die Fraunhofer Gesellschaft erforscht hat, wie in der Industrie neue Produkte EINSEITIG entwickelt werden, weil Ingenieurteams und Unternehmensspitzen einseitig männlich zusammengesetzt sind; Vera Gäde-Butzlaff, Vorstandsvorsitzende der Berliner Stadtreinigung, die erzählt, wie sie führt; und Ex-VW-Mitarbeiter Klaus-Joachim Gebauer und sein Anwalt Wolfgang Kubicki berichten, wie Entscheidungen getroffen werden, wenn die Jungs unter sich sind.
Eine etwas längere Version des Beitrags läuft am Samstag, 28. Februar, im Saarländischen Rundfunk, 2. Programm von 9:05 bis 10:00 Uhr.

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