Einfach so, weil’s groovy ist

Beyoncé hat gestern Abend mit „Single Ladies“ bei den MTV Video Music Awards den Preis für das Musikvideo des Jahres gewonnen – völlig zu Recht. Und hier ist das Teil, das zeigt, was stark und sexy und super Musik ist. Auch wenn ich das mit den nicht vorhandenen Hosen nicht ganz kapiere.

34 Kommentare zu „Einfach so, weil’s groovy ist

  1. Das ist doch ganz schrecklich, das Video und das Lied. Was soll bitte der Text? Zum Beispiel „What I deserve is a man that makes me, then takes me, and delivers me to a destiny, to infinity and beyond!“ … kann sie das nicht auch ohne nen Typen? Und wenn er ihr nur nen Ring angesteckt hätte, dann hätte er sie, oder besser gesagt ‚es‘, sich wohl nehmen können!? Um ihre Unabhängigkeit zu beweisen muss sie sich gleich an den nächsten Ranschmeißen?! … und dazu immer schön mit dem Popo wackeln. Ich weiß ja nicht…

  2. Alles was ich aus ihren Lyrics immer wieder heraushören kann, ist irgendwelches klischeeverkorkstes Männer-Frauen-Verhältnis geblubber.

    Hach ja Beyoncé, das (Liebes-)Leben besteht wohl, wenn’s nach dir geht, ausschließlich aus bekloppten Psychospielchen. Und die Männer haben ja keine Ahnung, denn du würdest ja alles so viel besser machen, wenn du doch nur ein Kerl wärst.

  3. ich kann das Video nur ohne Ton ansehen, aber das sieht waaahnsinnig ungroovy aus. Eher wie Sportuntericht.
    Aber was ktinka zitiert hat reicht mir schon. :/ Zu den 1a-Schnecken würde ich Beyonce jedenfalls nicht zählen.

  4. Ich hab mir das Video extra auf YouTube rausgesucht, weil Kanye West das so toll fand. Kann ich leider nicht teilen, die Begeisterung. Drei Frauen vibrieren drei Minuten lang vor weißer Bühne. Das Lied ist auch nicht mein Ding, sollte ja aber für das Video nicht so wichtig sein.

    Das mit dem Ring anstecken (und den passenden Tanzgesten dazu) kommt erst danach.

  5. man sollte vielleicht die überschrift berücksichtigen: „einfach so, weils groovy ist“
    nunja, groovy finde ich frau knowles jetzt auch nicht unbedingt und der text klingt auch doof. frauen kommen dabei auch nicht gut weg. conservative dancing.

  6. also ich dachte auch jetzt kommt ne rüge von euch… ?
    ich find das absolut antifeministisch, auch wenn ich das lied an sich nicht schlecht finde
    aber man sollte den text und die aufmachung der damen auch nicht unkritisch betrachten….
    man kann den song natürlich trotzdem mögen, verbietet ja keiner, aber auf dieser seite… schimpft ihr doch sonst über sowas

  7. Also mir geht es ja so mit dem Video: Es gefällt mir sehr gut und ich finde, das die drei Ladies da eine Version von „sexy“ feiern, die fit ist und schön. sicherlich nicht subversiv oder so, aber mich spricht sie ästhetisch an, diese Mischung aus Old-School schwarz-weiß und 60er Jahre Frisuren und dazu halt dieser sehr sportliche Tanz. Und zu dem Inhalt – ja, klar, Beyoncé ist alles andere als eine feministische Musikerin. Aber wenn ich nur feministische Musik mögen würde, dann bliebe wenig übrig.- Abgesehen davon, dass sie in dem Lied doch eigentlich nur fordert, dass man auch dazu stehen soll und etwas dafür tun, wenn einem jemand gefällt, oder?

  8. die beyoncé geht mir schon länger auf die nerven: steht sie doch einerseits zu ihren immer größeren kurven (gemessen an vielen anderen sängerinnen), was ich gut finde, macht aber all das wieder mit ihrem ich-muß-immer-sexy-sein auftreten kaputt. in (fast) jedem video, wird geschminkt, gestylt, schmuckbehangen in die kamera gewackelt was das zeug hält, die hüfte ekstatisch gezuckt, der blick lasziv gesenkt oder gehoben etc…ich finde sinnlichkeit toll, wie auch tanzen, orientalischer tanz, hübsche frauen, lange haare, hüftschwung, fesselnde blicke, nur damit man mich nicht falsch versteht. aber in ihren videos geht es doch immer nur darum, sexy sein zu müssen. da geht es um das „naughty girl“ und den „baby boy“, um „sweet dreams“ und den „beautiful liar“…und eben immer um sexy sein. das ist eine total arme reduzierung auf diesen aspekt, den diese hübsche, talentierte sängerin eigentlich nicht nötig haben sollte…

    kurzum: ich kann mich also diesem unkritischen, neutralen artikel nicht anschliessen.

  9. Aber warum zu 1a-Schnecken? Ich mein die anderen Frauen in der Kategorie sind wirklich toll, so gar nicht wie Beyonce!?!

    Und Hosen hin oder her, der Text, „if you liked it than you should have put a ring on it“. Horror, Eheringe, Patriarchat!

  10. Also bei mir erregt Beyoncé ein typisch feministisches schlechtes gewissen: ich liebe ihre Musik so sehr wie ich ihre Texte verabscheue. Dennoch würde ich bei jeder Fete mitsingen und tanzen. „Single lady“ ist zwar so ein typischer Power Song, aber genau darf man den lyrics nicht lauschen. Schlimmer ist’s noch bei „If I were a boy“. Trotzdem, wenn ich nur feministisch einwandfreie Musik hören würde, wäre mein Player ziemlich leer.

  11. musik zu hören, die einem musikalisch gefällt, deren texte man allerdings nicht unterstützt, finde ich in ordnung (es sei denn, sie sind ernsthaft kritisch und boykottierenswert). das argument aber, es bliebe kaum was übrig, wenn man bands auf ihre feministische aspekte hin untersucht, halte ich für vorgeschoben. das ist dann einfach eine bildungslücke. die frage, die sich dann eher stellt, ist, ob einem die musik, deren (feministische) texte man gut findet, auch musikalisch gefällt…

  12. meredith und magda: Man kann auch privat unter der Dusche Chris Brown trällern, aber postet man es deshalb nahezu unkommentiert auf einem (feministischen) Blog, ich weiß ja nicht.
    Ich denke jeder und jede hier hört sexistische Musik,ab und an, aber die wenigsten veröffentlichen dies dann noch. Wozu auch?

  13. christina, guck dir doch mal dieses video an:

    http://www.youtube.com/watch?v=ThFiWoQIUn8

    ich würde niemals behaupten, dass beyoncé eine feministische vorreiterin oder gar ikone sei – aber da geht sie doch schon ein bisschen aus den klischees heraus.
    ansonsten schließe ich mich magda an und zu miri: ich persönlich finde, dass die drei in diesem video völlig 1 A sind, und schnecken sind sie unbestreitbar auch.

  14. Ina: Weil’s Spaß macht. Und warum ich das gut finde und feiern möchte, habe ich schon begründet. Das ist ein rein subjektives Statement, es ist durchgedacht aber es müssen deswegen nicht alle meinen Geschmack teilen. Und Chris Brown ist nicht Beyoncé, entschuldige mal.

  15. meredith:
    ja, kenne ich. kann mich aber nicht vom gegenteil überzeugen. wenn ich mir die präsenz von pj harvey, björk, the gossip, mellissa auf der maur, mellissa etheridge etc anschaue, ist das dagegen doch noch immer recht klischeetreu.

  16. Musikalisch ist Beyoncé defintiv eine Künstlerin, die eine großartige Stimme und Bühnenpräsenz hat, und sicherlich sehr hart arbeitet.
    Ich kann sie aber aus dem Grund nicht leiden, weil sie sich als häuslich und zurückhaltend gibt, während ihre immerwährenden sexy Perfomances ihrer Bühnenidentität namens Sasha entsprängen – so ein absoluter Blödsinn! Damit hält sich das Heiligen-Huren-Prinzip auch im 21. Jahrhundert noch ganz wunderbar…

    Ich stimme aber auch Ina zu, dass ich selber total gerne HipHop höre, auch den bösen sexistischen eines Snoop Dog… also kann gute Musik oder Musik, die wir mögen, defintiv gegen unsere feministischen Prinzipien verstoßen…

  17. also ich seh da nur rotierende pussy. funktioniert für mich. xD

    aber man kann doch nicht Beyonce in einem feministischen blog „1a-schnecke“ betiteln! *pein*
    die ist doch sowas von regressiv unterwegs!

    ähm un Meredith – hab ich da irgendwas massiv falsch verstanden oder ist „if i were a boy“ nicht der sexistische oberubfuck überhaupt?

  18. hahah, „völlig zurecht“ my ass. MTV könnte auch gleich einen beyonce award einführen, den dann beyonce im jährlichen turnus abholen darf. dann könnten sie den preis für das beste video vielleicht wieder einem richtig guten video verleihen, anstatt sonnem ollen arschgewackel.

  19. Also Meredith die Argumente die du bringst um zu zeigen, dass das Video in diesem Blog richtig ist finde ich mehr als schwach.
    Weil sie 1A sind und Schnecken? WTF?
    Mittlerweile kenn ich auch den Text zu dem Video und schließe mich Ina an.

  20. Was zum Geier. Tolles Video! Da lasse ich doch jede Kritik abperlen. Wenn man das noch auf die Bühne so gelackt hinbekommt…

  21. ach kommt. für mich ist beyonce zu recht ne absolute 1A schnecke. klar ist sie sehr sexy, aber das auf ne art, die mir sehr gut gefällt. nämlich selbstbewusst, intelligent und mit viel power. ihre botschaft ist eher: „klar bin ich sexy, so what, kommt damit klar“. das ist kein unterwürfiges betteln um aufmerksamkeit als porno-fantasie. aus dem gleichen grund gefällt mir auch das getanze von shakira (die musik ist panne). ich glaube ja, dass solche frauen rückwärtsgewante männer eher einschüchtern.

  22. Ich möchte mehrere Punkte einbringen:

    1)Was ist sexy? Was wir als sexy aufgetischt bekommen, ist das, was man in dem Video über 3 Minuten pausenlos sieht: Knapp bekleidete Frauen, die lasziv mit den Hüften kreisen, sich schlängeln, den Bauch rein, die Brust raus, ihre allzu weiblichen Attribute scheinbar selbstbewusst präsentieren. Eine Choreographie an den Tag legen, die schon 12-jährige Mädchen vor dem Fernseher, vor dem Spiegel nachahmen werden um sie später in der Disco genau so abliefern zu können, denn mit diesen einfachen Körperlichkeiten werden sie sexy sein und die Jungs in ihren Bann ziehen.
    Genau so könnte hier auch das neuste Shakira-Video zu sehen sein. Selbe Art und Weise Sexyness zu präsentieren.

    2) Wenn das sexy ist, ist dann nur das sexy? Bestimmt nicht, aber wir werden es so lernen. Ich habe es so gelernt, als Teenager. Und für mich bemerkt, dass Hüftkreisen und Brust rauspressen irgendwie nicht mein Medium sind. Wenn ich diese Art des Tanzes sehe, dann habe ich das Gefühl, einem Vorspiel beizuwohnen. Dass die Attribute einfach best möglich präsentiert werden, um Geschlechtspartner anzulocken. Das will ich nicht. Das ist für mich nicht tanzen.

    Leider wird Tanz davon bestimmt, wenn man anfängt, zu Pop-Musik zu tanzen, in Discos geht, schaut, wie es die anderen machen. Beyoncé und Shakira im Fernseher sieht. Oder auch Britney und Christina. Die großen Idole kleiner Dancing-Queens. Tanzen besteht also für Mädels darin, das Becken kreisen zu lassen, die Brüste gekonnt in den Vordergrund zu stellen, im näckischen Wechselspiel mit dem Hintern.

    Ich musste Tanzen vollkommen neu lernen. Meinen Körper so zu bewegen, wie ich es wollte, nicht wie es zu imitieren einlud. Wie die Musik es mir abverlangte. Die Musik! Für diese tanze ich. Sie macht mich glücklich, wenn mein Körper mit ihr spielen kann, auf ihren Beats treibt. Wenn ich tanze, will ich nicht sexy sein, sondern mich ausleben können. Ob ich dabei dann doch sexy aussehe – es würde mich freuen, wenn meine Authentizität mich sexy macht und nicht die Nachahmungsfreude.

    3) Beyoncé so tanzen zu sehen, wirkt auf mich sexy, weil es meinen Trieb anspricht. Ich mag ihren Körper, ihr Gesicht und sie setzt beides gekonnt ins Rampenlicht. Aber es ist auch einstudiert. Klar, steckt ja auch eine Choreographie hinter. Doch nicht nur das. Jede Bewegung zielt darauf ab, beim Betrachter eine Wirkung zu erzielen. Sei es Lust, Neid oder Bewunderung. Sie wird nicht um ihrerselbst Willen vollzogen.

    4) Wirklich sexy finde ich Amanda Palmer, die Sängerin der Dresden Dolls. Amanda Palmer, mit ihrer Achsel- und Beinbehaarung, mit ihrer normalsterblichen Figur. Sie ist sexy, weil sie sie selbst ist. Weil sie sich wirklich gehen lässt, auf der Bühne und auch in Videoclips kommt sie so authentisch rüber. Sie ist ordinär, wenn es treffend ist, sie ist laut, sie ist so herrlich aufgedreht und aufgekratzt und wirkt auch manchmal etwas kirre. Und das alles, macht diese Frau so wahnsinnig attraktiv für mich. Weil sie keine Beyoncé-Choreographien liefert, sondern sich immer zu bewegen und zu geben scheint, wie ihr eben danach ist. Und die Spielchen und bescheuerten Stereotypen der Geschlechter in ihren Songs so schön sarkastisch thematisiert.

  23. Sorry, wenn noch einer in die gleiche Kerbe haut – aber ein so demonstrativ vielleicht nicht anti- aber doch UNfeministisches Video auf ein sehr wohl feministisches Blog zu stellen, geht gar nicht.

    Natürlich kann jeder gutfinden, was er will, meine eigene Musiksammlung ist definitiv nicht frei von sexistischer Musik, und auf einem persönlichen Blog kann man sowas auch reinstellen – aber wie gesagt, nicht wenn dieses unter einem Thema steht, dem das Video nicht gerecht wird…

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