Das Handelsblatt schreibt Überraschendes:
Die Sozialdemokraten wollen Frauen in der Arbeitswelt stärker fördern. Dazu setzt die Partei im Wahlkampf auf eine gesetzliche Quote in Aufsichtsräten und ein Gleichstellungsgesetz. Auch die ungleiche Entlohnung von Männern und Frauen ist der Partei ein Dorn im Auge.
Diese Nachricht ist der Moment, ab dem ich mich auf den Wahlkampf freue. Vor allem auf das Geschrei der Quoten-Gegner. In Norwegen konnte man das ja schon sehr unterhaltend verfolgen. Ist anscheinend überall das Gleiche. (Das verlinkte ZEIT-Video ist extrem sehenswert!) Vielleicht mag jemand ein nettes Quoten-Gegner-BINGO entwerfen?
Die SPD reagierte mit dieser Mitteilung auf den heutigen Termin ihres Chefs Franz Müntefering, der weibliche Führungskräfte aus der Wirtschaft treffen wird. Diese werden ihm die so genannte Nürnberger Resolution überreichen. Die Resolution kommt also anscheinend keinen Tag zu früh, wenn die SPD schon vor dem Treffen den Forderungen der Frauen zustimmt. Und der Zeitpunkt ist ja auch perfekt: In der großen Krise steigen die Chancen von Frauen, nach vorn gelassen zu werden. Das sieht vielleicht auch die SPD so, denn
(…) bereits Anfang März hatte die Bundestagsfraktion bereits eine Frauenquote wie in Norwegen verlangt, wo 40 Prozent der Aufsichtsräte weiblich sein müssen. „In Deutschland sollten wir uns das auch trauen“, sagt Hans-Peter Bartels, Mitglied der SPD-Grundwertekommission. „Vielleicht mit einer Übergangsfrist von zehn Jahren.“
Wenn sie aus den zehn Jahren fünf machen, kann ich das Ganze dann auch als Wahlkampf ernst nehmen.

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.