Erinnert ihr euch noch an die “Rosies”? Die Mathematikerinnen, die während des Zweiten Weltkriegs zunächst für die US-amerikanische Armee arbeiteten und später die ersten Computer programmierten? Tatsächlich war Programmieren lange ein Frauenberuf (in Malaysia ist das auch heute so). Leser Christian hat uns dazu auf einen schönen Artikel verwiesen. Das Blog von Fog Creek hat nicht nur ein paar Zahlen ausgegraben (1987 waren 42% der US-amerikanischen Softwareentwickler Frauen), sondern auch einen alten Artikel der Cosmopolitan. Danach war Programmieren ein echter Frauenberuf, da es die gleichen Qualitäten erfordere wie ein Abendessen zu planen: Vorausschauend planen, geduldig sein und auf Details achten.
Ab den Achtzigern sank die Zahl der Programmiererinnen aber wieder deutlich. Inzwischen stiegen die Zahlen langsam wieder, so Fog Creek. Das heißt es übrigens auch in einem Artikel auf Gulp von 2000, der eine Erklärung des Imagewandels bereit hält:
Der Ursache für den Frauenschwund ist Britta Schinzel, Direktorin des Instituts für Informatik und Gesellschaft an der Universität Freiburg, auf die Spur gekommen: Solange Programmieren als geistig weniger anspruchsvoll galt, stürzten sich die Männer auf Hardware und Computerentwicklung. Seitdem die Softwareentwicklung Imagepunkte dazu gewonnen hat, machen sich die Herren der Schöpfung hier breit. Anne Brüggemann-Klein, Informatikprofessorin aus München geht ergänzt: „Der Computer ist zu einem Symbol für Männlichkeit, die Beherrschbarkeit der Technik geworden“

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