Wie jede Woche: Kurz notiert, was hier unkommentiert blieb.
Die amerikanischen Medien diskutierten über ein Foto in der US-Ausgabe der Zeitschrift Glamour, auf dem ein sog. Plus-Size-Modell mit einer Bauchfalte zu sehen ist. Weil das so unheimlich gut bei den Leserinnen ankam, klopfen sich jetzt die Redakteure gegenseitig auf die Schulter und tun so, als würde sich am sog. Schönheitsideal mal etwas ändern.

Die US-Pornoindustrie diskutiert auch: Über die Frage, ob Safe Sex als Standard eingeführt werden sollte. Interessanterweise sind nicht nur die großen Produzenten und Geldmacher dagegen, sondern offenbar auch viele weibliche Performer, wie Tracy Clark-Flory auf Salon.com berichtet. Gründe sind vor allem, dass Kondome bei lang anhaltendem Geschlechtsverkehr irgendwann anfangen, weh zu tun und auf Grund der Reibung eine erhöhte Infektionsgefahr verursachen. Die gute Fee der Pornoindustrie Belladonna zwingt ihre Kollegen deswegen drei Tage vor jedem Dreh zu einem umfassenden Test und schwört darauf.
Autorin Katie Roiphe wirft „den Feministinnen“ vor, dass sie die Freude und das Suchtpotential eines Babys verschweigen, und erzählt von ihrer Abneigung dagegen, drei Monate nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten zu gehen.
Um Babys geht es auch auf der Website des New Scientist. Dort ist ein Artikel über das Bemühen eines schweizer Unternehmens für Reproduktionstechnik, in Khartoum (Sudan), Arusha (Tanzania) und Kapstadt (Südafrika) Kliniken für IVF aufzubauen, wo Paare nur 300$ für die künstliche Befruchtung zahlen sollen – ein Bruchteil dessen, was der Vorgang normalerweise kostet. Die Nachfrage in diesen afrikanischen Ländern ist trotz der hohen Geburtenraten deswegen so hoch, weil kinderlose Frauen dort extrem diskriminiert werden. Viele Leser halten das Projekt trotzdem für ungeheuerlich – ihre Kommentare unter dem Artikel sind es jedenfalls.
Im Zeitschriftenhandel da draußen in der Offline-Welt gibt es die neue Geo zu kaufen, mit dem Titelthema: „Die neue Macht der Frauen“, wo es um große Herrscherinnen der Vergangenheit und Aktualität geht. Persönlich zieht mich die Sondereditierung des Themas: „Frauen und was sie alles schon gemacht haben“ eher weniger an. Aber in diesem Text wird intelligent und fundiert der Frage nachgegangen, wie sich unsere Vorstellung von Macht und Geschlecht verändert hat, mit der klassischen „Eine Sonderrunde für die Frauen“ hat das nichts zu tun.
Ach so, und wer nicht weiß, wer die mächtigsten Frauen von heute sind, kann hier nochmal nachschauen.

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