Körperhass, Hypersexualisierung, Demontage und der (weibliche) Schönheitsdiskurs als Akt symbolischer Gewalt: Zu diesen Themen schrieb US-Schauspielerin Ashley Judd vor einigen Tagen d-e-n Artikel der Woche, vielleicht aber auch das Pamphlet des bisherigen Jahres: „Ashley Judd Slaps Media in the Face for Speculation Over Her ‚Puffy‘ Appearance“.
Hintergrund: Im März spekulierten Medien angesichts einiger Fotos der aktuellen Promo-Tour Judds zur Actionserie „Missing 2012“, dass sie sich ganz bestimmt Schönheitsoperationen unterzogen und somit „ganze Arbeit geleistet“ habe, da man sich (so der widerliche O-Ton) ihre „aufgedunsene Makellosigkeit“ ansonsten nicht erklären könne. Gehässigkeit par excellence, und bald wussten viele der Gossip- und sonstigen Massenmedien natürlich en Detail zu berichten, was Ashley denn so alles vorgenommen hatte. Die Pipischreiberlinge hätten aber auch nicht wissen können, dass sie mit Judd einer Frau ans Bein pinkelten, die passgenau die medialen und patriarchalen Mechanismen dieses ganzen Vorgangs würde zerpflücken können – Judd ist nämlich nicht nur Schauspielerin, sondern u.a. auch Anthropologie- und Gender-Studies-Absolventin (höhö).
So war das Medialgebahren zunächst also eigentlich nichts Neues im Boulevard-Westen – umso heftiger knallte dann Judds Gegenschlag, der nicht einfach eine individuelle Abrechnung, sondern ein passgenaues Aufzeigen von Unterdrückungsstrukturen und dem perfiden System des „Body Control“ ist, wie aus heiterem Himmel ins Netz und verbreitet sich seither (verdient) in Windeseile. Deswegen sei an dieser Stelle auch nochmal betont: Lesebefehl! Und, wie Ashley fordert: „Join in—and help change—the Conversation.“

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