Wochenlang sind Ägypterinnen und Ägypter auf die Straße gegangen, um für ein neues politisches System zu demonstrieren. Nun machen es die Männer unter sich aus: Im seit Mittwoch tagenden Verfassungsausschuss sitzt keine einzige Frau. Ägyptische BürgerrechtlerInnen kritisieren das als „inakzeptable Marginalisierung der Hälfte der Gesellschaft,“ wie standard.at berichtet.
In den nächsten zehn Tagen soll der Ausschuss erste Vorschläge machen, wie es nach dem Sturz von Präsident Mubarak mit der Demokratie in Ägypten weitergeht. Wie die Mitglieder des Verfassungsauschusses gewählt wurden, ist nicht bekannt, aber Frauen würden im öffentlichen Leben des Staates ohnehin eine begrenzte Rolle spielen, wie es in der Agenturmeldung von Reuters heißt. Dass sie aber auf den Straßen rund um den Tahrir-Platz präsent und aktiv waren, scheint nun nicht länger von Bedeutung zu sein.
Und wie fragte Helga neulich schon ganz richtig:
Warum schaffte es der Kampf der iranischen Frauen für mehr Beteiligung in das allgemeine Bewußtsein, die Kämpfe der Frauen in Tunesien und Ägypten aber (erstmal?) noch nicht? Und werden wir ihr Engagement und die wichtigen Aktivistinnen am Ende wieder vergessen, werden wir allein von den Revolutionären sprechen und Frauen nur als unschuldige Opfer wie Neda in Erinnerung behalten?
Sieht so aus, als habe man in Ägpyten mit dem Vergessen bereits begonnen.

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