„Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“ (Theodor W. Adorno, Erziehung nach Auschwitz, 1966)
Heute vor siebzig Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Auschwitz war nicht nur der größte Ort des, sondern ist auch ein Kollektivsymbol für den industriellen Massenmord des Holocaust. In dem Konzentrationslager-Komplex Auschwitz und Birkenau (Auschwitz II; darüber hinaus existierten weitere „Unterlager“) wurden zwischen 1941 und 1945 über eine Million Juden_Jüdinnen und zehntausende Sinti und Roma, politische und Kriegsgefangene systematisch ermordet. Yad Vashem beschrieb Auschwitz-Birkenau als eine der größten „Fabriken des Massenmords“: Aus ganz Europa wurden Menschentransporte nach Auschwitz, der „zentralen Stelle“ des Holocaust, gebracht. Josef Mengele führte in Auschwitz seine (pseudo-)medizinischen Experimente, also Folter, durch.
Seit 1996 ist der 27. Januar der offizielle Gedenktag in Deutschland für die Opfer des Nationalsozialismus. Die UN erklärte den Tag 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.
Weitere Informationen findet ihr zum Beispiel hier:
- Yad Vashems digitales Holocaust Resource Center.
- „Gedenkstätte und Museum Auschwitz-Birkenau„.
- „70th Anniversary of the Liberation“-Extra-Seite der Gedenkstätte und des Museums.
- Dossier „70 Jahre nach Auschwitz“ bei ARTE.
- „Studie: Deutsche sehen Israel immer kritischer“ [*siehe Kommentarbereich]
- Die University of Southern California Shoah Foundation.
Gedenkveranstaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz:
Phoenix-Sendung, 27. Januar, 9:00 Uhr: Übertragung der Gedenkveranstaltung des Bundestags; anschließend Dokumentationen.
Berlin
- 27. Januar, 13:00 Uhr, Ebertstraße Höhe Hannah-Arendt-Straße, Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen: Gedenkfeier.
- 27. Januar, 19:00 Uhr, Topographie des Terrors, Auditorium: „Mahnort Güterbahnhof Moabit“, Buchpräsentation und Diskussion.
- 27. Januar, 19:00 Uhr, Jüdisches Museum Berlin: Buchvorstellung und Podiumsgespräch zur Neuausrichtung der „Erziehung nach Auschwitz“ in der Einwanderungsgesellschaft, mit Rosa Farva.
- 30. Januar, 21:00 Uhr, La Casa Hellersdorf: Filmvorstellung (Facebook-Link).
- 05. – 10. April: „Never Forget, Never Again“ – Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz, organisiert von den Falken Berlin. Anmeldung bis zum 2. Februar, und weitere Infos hier. (Facebook-Link)
Bochum, 27. Januar, 11:00 Uhr, Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte: Gedenkmatinee.
Bremen, 27. Januar, 19:30 Uhr, Obere Halle des Bremer Rathauses: Zentrale Gedenkveranstaltung.
Celle, 27. Januar, 19:00 Uhr, Synagoge Celle: Gedenkkonzert.
Cottbus, 27. Januar, Zeremoniebeginn um 17:00 Uhr (Treffpunkt für den Umzug: 16:45 Uhr, Stadtbrunnen, Buchhandlung „Hugendubel“): Eröffnung der neuen Synagoge in Cottbus. Die historische Synagoge der Stadt wurde in den November-Pogromen 1938 zerstört.
Dresden, 27. Januar, 12:00 – 15:30 Uhr, Gedenktafel an der Kreuzkirche: Namenslesung der in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten oder verschollenen Dresdner Juden sowie Sinti und Roma. (Facebook-Link)
Düsseldorf, 27. Januar, 18:30 Uhr, Universität Düsseldorf, Esther-Betz-Hörsaal: Filmvorstellung „Der Zug des Lebens“ mit anschließender Diskussion. (Facebook-Link)
Frankenthal
- 27. Januar, 19:00 Uhr, Dathenushaus: Filmvorstellung „Am Ende kommen Touristen“ (Eintritt frei).
- 28. Januar, 19:00 Uhr, Dathenushaus: Filmvorstellung „Im Himmel, unter der Erde“ (Eintritt frei).
Frankfurt am Main, 27. Januar
- 12:00 Uhr, IG-Farben Haus, Raum 1.314 (Eisenhower-Raum): Vortrag von Prof. Sybille Steinbacher zur Befreiung von Auschwitz und Auflösung des KZ-Systems.
- 18:30 Uhr, Gedenkstätte Neuer Börneplatz (Rückseite Museum Judengasse): „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Worten und Gesten vor den Steinen der Judengasse.“
- Weitere Veranstaltungen heute und in den kommenden Tagen findet ihr bei der Antifa Frankfurt.
Gelsenkirchen, 27. Januar, 16:00 Uhr, Ebertstr. 1: Gedenkveranstaltung. (Facebook-Link)
Greifswald, 27. Januar, 19:00 Uhr, Universität Greifswald, Konferenzsaal: Vortrag: „Opfer der Wehrmachtsjustiz.“
Hamburg
- 27. Januar, 10:00 – 18:00 Uhr, Universität Hamburg, Fachbereich Sozialökonomie: Tagung der Rosa-Luxemburg-Stiftung u.a.: „27.1. 1945 – 27.1. 2015 – 70 Jahre Befreiung des KZ Auschwitz“.
- 27. Januar, 17:30 Uhr, Simon von Utrecht-Straße: Treffen am Ortsamt St. Pauli (Israelitisches Krankenhaus).
- 27. Januar 19:00 Uhr, FC St. Pauli Fanräume im Millerntorstadium: Kranzniederlegung Gedenktafel Harald-Stender-Platz, anschließend ein Gespräch mit Norma van der Walde, Tochter des jüdischen Widerstandskämpfers Kurt van der Walde (Facebook-Link).
- Im Bezirk Hamburg-Nord wird ausserdem eine „Woche des Gedenkens“ veranstaltet. Alle Termine findet ihr hier (PDF).
Heidelberg, 27. Januar
- 12:30 Uhr, Mahnmal der Psychiatrischen Universitätsklinik: Öffentliche Gedenkstunde „für die Kinder als Opfer der medizinischen Forschung in der NS-Zeit“.
- 18:00 Uhr, Rathaus, Großes Rathaussaal: Gedenkfeier.
Koblenz, 27. Januar, 17:30 Uhr, Mahnmal am Reichensperger Platz: Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus.
Konstanz, 31. Januar, 19:30 Uhr, Kulturzentrum am Münster, Wolkenstein-Saal: Zeitzeuginnen-Gespräch mit Ursula Mamok.
Leipzig, 26. – 27. Januar, Universität Leipzig, Alter Senatssaal: Internationales Symposium (Facebook-Link).
Magdeburg, 27. Januar, 19:00 Uhr, Café Central: Filmvorstellung von „Zug des Lebens“ (Facebook-Link).
Mainz
- Näheres zu den hier aufgelisteten Veranstaltungen sowie einigen weiteren in Rheinland-Pfalz findet ihr in diesem PDF.
- 29. Januar, 19:00 Uhr, Akademie der Wissenschaften und der Literatur: Vortrag „Wer wurde Nationalsozialist?“
- 1. Februar, 11:00 Uhr, Schillerplatz am Fastnachtsbrunnen: Rundgang „Auf den Spuren verfolgter Frauen in Mainz während der NS-Zeit.“
- Ausstellung im Rathaus Mainz, Rathausgalerie, bis zum 21. März 2015: „Sie wohnten nebenan: Im Nationalsozialismus verfolgte jüdische Mainzerinnen.“
Mannheim, 27. Januar, 19:00 Uhr, Stadthaus, N1: Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus in Mannheim.
München, 27. Januar, 18:30 Uhr, Gewerkschaftshaus München (DGB): Gedenkveranstaltung, Zeitzeugengespräch mit Ernst Grube und Filmvorführung von „Am Ende kommen Touristen“.
Nürnberg, 27. Januar, 17:00 Uhr, Platz der Opfer des Faschismus: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, organisiert vom „Bündnis gegen Rechts – nie wieder Faschismus in Nürnberg“.
Osnabrück, 28. Januar, 18:00 Uhr, Felix-Nussbaum-Haus: „Niemand zeugt für den Zeugen? Die Post-Holocaust-Geschichte im Museum der Geschichte der polnischen Juden“, ein Vortrag mit anschließendem Gespräch von Dariusz Stola, Direktor des jüdischen Museums Warschau.
Rostock, 27. Januar, 11 Uhr, Rosengarten: Kundgebung.
Speyer, 27. Januar: „Jüdisches Leben in Speyer: Besuch des Judenbades und der Synagoge Beith-Schalom“.
Stuttgart, 28. Januar, 19:30 Uhr, Stadtbibliothek am Mailänder Platz: Diskussionsveranstaltung „Erinnerungskultur – Erinnerungskonflikte: Zusammenbruch und Auflösung des KZ-Systems“ (Kosten: 3,00 – 5,00 Euro).
Wolfsburg, 27. Januar, 13:30 Uhr, 13:45 Uhr und 14:00 Uhr: Kranzniederlegungen.
Wupptertal
- 27. Januar, 17:00 Uhr, S-Bahnhof Steinbeck: Gedenkrundgang. (Facebook-Link)
- 27. Januar, 19:30 Uhr, Citykirche Wuppertal-Elberfeld: Begegnung mit der Partisanin Fania Branzowskaja aus Vilnius, Litauen, eine der noch letzten lebenden Zeug_innen der Shoah in Litauen. (Facebook-Link)
- Gedenkveranstaltungen in Österreich:
ORF-Sendung, 27. Januar, 15:00 Uhr: ORF-III übertragt die Gedenkfeier aus Auschwitz-Birkenau, an der auch Überlebende teilnehmen werden.
Linz, 27. Januar, 19:30 Uhr, Pressezentrum des Alten Rathauses (Hauptplatz): Gedenkstunde.
Wien, 27. Januar
- 17:00 Uhr, am Heldenplatz, beim Weiheraum des äußeren Burgtors: „Jetzt Zeichen setzen“-Kundgebung gegen Antisemitismus, Rassismus, Menschenhass und Ausgrenzung.
- 17:00 Uhr, Dorotheergasse 11: Das Jüdische Museum Wien lädt ein zu einer Gedenkveranstaltung.
- 19:30 Uhr, Werkl im Goethehof: Gedichtvertonung der Kassibertexte Richard Zachs – „Sie sollen uns nicht zittern sehen“.
- Gedenkveranstaltungen in der Schweiz:
Luzern, 27. Januar, 18:00 Uhr, Kornschütte am Kornmarkt: Gedenkfeier im Rahmen der Ausstellung „Besa – ein Ehrenkodex“.
Weitere Informations-, Gedenk- und Veranstaltungshinweise bitte einfach in den Kommentaren ergänzen. Danke.

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.