Einträge mit dem Tag ‘Sexistische Kackscheiße’


Blumen, Brüste, Bullshit – die Blogschau

18. Mai 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 203 von 203 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Vergangenen Sonntag war Muttertag. Katharina von Sich mit Worten bevorraten will nicht nur zu diesem Anlass mehr als Blumen.  Auch Melanie ist kein Fan dieses Begängnisses, reflektiert aber zu diesem Anlass ihre Sicht auf Dankbarkeit für  Mütter.

Gleich ein bunter Strauß an Berichten darüber, wie wenig mensch sich selbst in vermeintlich alternativen,  emanzipatorischen Umfeldern auf Pausen vom *istischen Alltag verlassen kann:

Kotzwürg-Sexismus galore beim BarCamp Graz.  Und mehr als genug Kackscheiße auch beim Workers Youth Festival in Dortmund.  Das erfolgreiche Modelabel American Apparel geriert sich als hipper Awareness-Laden, kommt aber seit jeher nicht ohne Sexismus aus.  An der Heidelberger Uni lacht man über NSU-Verharmlosung in Tateinheit mit Plumpsexismus von vorvorgestern. An der Düsseldorfer Uni soll ein antifeministisch dominiertes  Männerreferat gegründet werden. Und angesichts der von großem Pressetamtam begleiteten Proteste gegen die “Barbie Dreamhouse Experience” konnte mensch sich auch nur noch an den Kopf packen.

Edward von Twidgeridoo! berichtet unter dem bitter sarkatischen Titel “Meine erste Internierung” über erfahrene(n) Rassismus und Polizeigewalt. Mehr (Grundlagenarbeit für) rassistische Kackscheiße ist zu erwarten bei der Innenminister*innenkonferenz (IMK), die vom 22.-24. Mai in Hannover stattfindet und wo auch Asyl- und Migrationspolitik auf dem Programm steht – Protest wird bereits organisiert.

Die ständige Erwartung, verfügbar zu sein – für Diskussionen, Erklärungen oder den Wohlfühlfaktor: Frau Dingens hat genug davon. A propos Erwartungshaltung: Seitdem ich auf meinem Profilbild Tatyana Fazlalizadehs Anti-Street-Harrassment-Shirt trage, wird immer wieder gefragt, wo es dieses großartige Shirt den gebe – und auch High on Clichés kennt den Ärger über die ständige Aufforderung “Lächel doch mal!”.

Die Brust-OP von Angelina Jolie ist nicht nur ein Knaller für die Boulevardmedien, sondern auch ein Politikum. Mel gibt Kontext und findet:  “Well done, Angelina Jolie”.  Merle Stöver möchte Jolie für ihre Entscheidung respektiert sehen – gerade von Feministinnen. Und weil (gerade auch Frauen*-)Gesundheit immer ein politisches Thema ist, berichtet my myself & child über ihren “Gebärmutterschnupfen” und lädt zur Vernetzung ein.

Und wo wir schon bei Körper und Selbstbestimmung sind: Grrrlghost hat anlässlich der Debatte um die “Pille danach” noch ein Video beizusteuern.

Shopping ist nicht für alle ein Vergnügen – die Suche nach passenden BHs auch nicht, wie Ryuu berichtet. Außerdem ist Ryuu aus Berlin – nach wie vor Sehnsuchtsort für viele – weggezogen und erzählt, warum. Und dass auch in anderen Städten mit B am Anfang ordentlich was los sein kann, lässt sich Helgas umfangreicher Terminliste für Braunschweig entnehmen.

Außerdem hat Helga ein Buch über Pionierinnen der Archäologie gelesen und rezensiert.

Ninia LaGrande interviewt Jasmin Mittag,  Initiatorin der Kampagne “Wer braucht Feminismus?” in Deutschland.

Nele Tabler schaut die  TV-Serie Call the Midwife (Ruf die Hebamme) und findet schwangere Heldinnen.

Anne Roth sammelt Beispiele von Fällen, bei denen feministischen Medien, Blogs, Zeitschriften, Fernseh- oder Radiosendungen von Zensur betroffen waren (oder sind).

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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14jähriger schlägt vor: “Sag doch einfach ‘N-Wort’”, Deniz Yücel flippt aus: Impressionen vom tazlab

22. April 2013 von Gastautor_in

Auf dem tazlab-Panel „Meine Damen und Herren, liebe N-Wörter und Innen!“ wollten die Publizistin und Schriftstellerin Sharon Dodua Otoo, Publizistin und Kolumnistin Mely Kiyak sowie Leo Fischer, Chefredakteur des Satiremagazins Titanic, unter der Moderation von taz-Redakteur Deniz Yücel über den Zusammenhang von Diskriminierung und Sprache diskutieren.  Daraus wurde jedoch nichts. Da aus der taz-Nachlese eigentlich nochmal ziemlich klar hervor geht, wo diese das Problem (nicht) sieht, freuen wir uns über die Erlaubnis zur Veröffentlichung des folgenden Artikels:  Sula war auch bei der Veranstaltung und berichtet darüber aus ihrer Perspektive.  

Anstatt sich ernsthaft mit einer Debatte auseinanderzusetzen, die Ernsthaftigkeit verdient hätte, entschieden sich die Organisatorinnen des tazlab, ausgerechnet Deniz Yücel, der bereits im Vorfeld durch seinen  unsensiblen Umgang [CW für den Link : rassistische Begriffe] mit dem Thema aufgefallen war, das Podium für die von ihm moderierte Diskussionsrunde  “Meine Damen und Herren, liebe N-Wörter und Innen”  zu überlassen. Erschreckend schnell wurde deutlich, dass Yücel sich selbst anlässlich seiner Rolle als Moderator nicht zu einer tieferen inhaltlichen Auseinandersetzung hatte hinreißen lassen. So war er unfähig, den Titel des Buches der einzigen eingeladenen Schwarzen Frau, der Autorin und politischen Aktivistin Sharon Dodua Otoo, korrekt vorzulesen, was er notdürftig durch Ironie zu überbügeln versuchte. Dies sollte im Verlauf des Abends, abgesehen von zunächst ebenfalls als humoristische Einlagen (miss-)verstandenen Wutausbrüchen, dann auch seine einzige Strategie bleiben. Geladen waren außerdem die Kolumnistin Mely Kiyak und der Titanic-Chefredakteur Leo Fischer. Eine Einführung in die verschiedenen Positionen des Diskurses – oder auch nur eine Erläuterung der Forderung nach inkludierender, nicht diskriminierender Sprache – seitens Yücels blieb aus. Stattdessen wurden durch die Diskutant_innen und einen Zuschauer kurze, in geschlechtergerechter Sprache verfasste Texte vorgelesen, vermutlich, um zu demonstrieren, wie unmöglich zu verstehen diese seien oder wie absurd sie klängen. Da die taz mit Philip Möcklinghoffs Artikel  [CW für den Link: rassistische Sprache] den Hergang der Diskussion zumindest inhaltlich bereits recht gut abgedeckt hat, möchte ich hier nur auf das eingehen, was dort unterschlagen wird. (weiterlesen …)


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Oscar-Verleihung, Anlass um mal eine Neunjährige c*nt zu nennen und andere Fails

26. Februar 2013 von Charlott

Die Academy Awards, a.k.a. Oscar-Verleihung, waren jetzt noch nie der Ort für große Subversion, Angriffe auf Machtverhältnisse und Umbruch. Und jedes Jahr wieder gibt es wieder eine ganze Menge von lowlights, hinsichtlich der Nominierungen (zum Beispiel 2011 als nur weiße Personen als beste Hauptdarsteller_innen nominiert waren), hinsichtlich der Preisvergabe (die weiße Typen-Quote) und natürlich auch mit Blick auf die Moderation (letztes Jahr unter anderem inklusive Blackface).

Wenigstens ein Volltreffeer: Brave/ Merida – “I am shooting for my own hand” – gewann den Oscar für den besten animinierten Film.

Dieses Jahr versuchte sich die Zeremonie gar nicht von den bisher gesetzten “Standards” abzusetzen. Stattdessen so viel Furchtbares, dass mensch niemals in einem einzigen Text alles anprangern kann. Fangen wir vielleicht einfach bei den Preisträger_innen an. Mit wenigen Ausnahmen schrieb sich hier die Dominanz weißer Typen weiter (und in denen per Definition vorgeschriebenen “weiblichen Kategorien” die weißer Frauen). Tarantino bekommt tatsächlich einen Oscar für Django Unchained. Und dann gewinnt als bester Film auch noch Argo. Auf slate.com gab es da eine ganz gute Rezension. Kevin B. Lee schrieb (Übersetzung von mir):

Anstatt den Blick auf dem Rahmen des revolutionären Iran zu belassen, fokussiert der Film allein auf eine rückschritliche “weiße Amerikaner_innen in Gefahr”-Storyline. Er zeigt die unterdrückten Iraner_innen als einen wütender, zombie-mäßiger Mob, der gleiche dunkel-gesichtige Dämon aus bereits unzähligen Filmen. Immer noch ein todsicheres dramatisches Mittel um bei den amerikanischen Zuschauer_innen Angst auszulösen. Nachdem die Eingangssequenz ein großes Aufhebens darum macht, wie Iraner_innen für Jahrzente zu Opfern gemacht wurden, marginalisiert der Film sie von ihrer eigenen Geschichte und schiebt sie in die Rolle der Bösen. Diese Ironie ist nur überlagert von einer noch größeren: Die Held_innen des Films, der CIA, hat dazu beigetragen die Situation überhaupt erst herzustellen.

Aber eigentlich ist das alles auch nicht überraschend, schießlich entscheiden über die Oscars in erster Linie alte weiße Männer. Und welche Filme sehen diese am liebsten? Ja genau, Filme über andere (weiße) Männer. Vor ein paar Jahren hat FeministFrequency diese Präferenz anhand der Filme, die in den letzte 50 Jahren die Kategorie “Bester Film” für sich entschieden hatten, gezeigt. (Das Video ist auf Englisch, ihr könnt aber – unten rechts – deutsche Untertitel einstellen.)

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#Aufschrei aus der Wissenschaft: Sexismus existiert!

14. Februar 2013 von Nadine

Wissenschaftler_innen der Uni Bielefeld haben sich in die “Sexismus-Debatte”, die durch #aufschrei massenmedienwirksam initiiert wurde, eingeschaltet und stellen fest, dass bisher kaum Fakten aus Studien in den massenmedialen Diskurs einfließen. Das verwundert nicht, wird doch, wenn Machtverhältnisse und Diskriminierungen thematisiert werden, immer wieder versucht “das Problem” kleinzureden und als Einzelfall abzutun. Nicht als systematisch und einer Gesellschaft inhärent zu behandeln. Sexismus (und andere Machtverhältnisse) zu kritisieren, ist schwer, da Machtverhältnisse in ihren Artikulations- und Realisierungsformen darauf ausgerichtet sind, möglichst “unsichtbar” zu bleiben. Sie sind normalisiert. Auch Erkenntnisse, die in der Akademie generiert werden, um Machtverhältnisse zu kritisieren, sind darauf angewiesen breit rezipiert und anerkannt zu werden. Nicht nur das. Neben der Anerkennung benötigt es Schlussfolgerungen und Forderungen, die in der politischen Praxis dazu führen, Machtverhältnisse nicht nur zu thematisieren, sondern auch auf Veränderungen hinzuwirken und Interventionen zu ermöglichen.

So lesen sich die zitierten Fakten aus der Uni Bielefeld für viele Queer_Feminist_innen, die seit Jahren Sexismus kritisieren, erstmal nicht weiter überraschend:

Tatsächlich sind Frauen weit häufiger das Ziel sexueller Belästigung: Etwa 30 bis 50% der berufstätigen Frauen und demgegenüber etwa 10% der berufstätigen Männer sind von sexueller Belästigung betroffen (European Commission, 1998). Ergebnisse aus einer repräsentativen Umfrage in der Deutsch- und Westschweiz (Strub & Schär Moser, 2008) zeigen, dass sich diese Zahlen in den letzten 10 Jahren kaum verändert haben: 28% der befragten Frauen und 10% der Männer erlebten in ihrem bisherigen Arbeitsleben sexuelle Belästigung. Dabei zeigte sich auch, dass für Frauen drei Viertel der belästigenden Situationen von Männern ausgehen, meist von einzelnen Männern, auch von Gruppen von Männern oder gemischten Gruppen (Männer und Frauen), selten jedoch von Frauen allein. Für Männer geht ungefähr die Hälfte der sexuell belästigenden Situationen ebenfalls von Männern aus (einzeln oder in Gruppen), nur ein Viertel von Frauen und ein Viertel von gemischten Gruppen. Konstellationen, in denen Männer Opfer und Frauen Täterinnen sind, sind damit natürlich ernst zu nehmen, aber vergleichsweise selten. In den weitaus häufigsten Fällen sexueller Belästigung sind die Opfer Frauen und die Täter Männer.

[...]

Sexuelle Belästigung kann (…) auch nicht darauf zurückgeführt werden, dass Frauen überempfindlich seien und Männer eigentlich in guter Absicht handelten. Vielmehr stimmen Männer und Frauen weitestgehend überein, wenn es um die (Un-)Angemessenheit bestimmter Verhaltensweisen geht. Männer, die sich trotzdem unangemessen verhalten, tun dies aus Rücksichtslosigkeit oder Feindseligkeit – in jedem Fall aber tun sie es in aller Regel wissentlich.

Trotzdem warten die Wissenschaftler_innen im Kontext der aktuellen Diskussion mit Gegenargumenten auf, die Betroffene unterstützen und sensibilisieren können, bestimmte Derailing-Strategien, Mythen und Täter-Opfer-Umkehrungen zu erkennen und diesen (zumindest verbal) entgegen zu treten. Journalist_innen sollten sich solche Zwischenrufe aus der Wissenschaft ausdrucken und ihren Ordner “Kritische Berichterstattung” heften, soweit vorhanden (lesen und einprägen nicht vergessen!). Vielleicht ergeben sich daraus auch ein paar Expert_inneninterviews und Gegenartikel, die nicht immer wieder Diskriminierungen reproduzieren und den Status Quo rechtfertigen.

Kritisiert wurde an dieser Form der Studien, wie sie die Uni Bielefeld zum Teil zitiert, dass von Sexismus betroffene Menschen (in diesem Fall Frauen) in Versuchen Diskriminierungen ausgesetzt wurden, um Erkenntnisse zu generieren. Es ist überhaupt traurig und macht wütend, dass Betroffene Erlebnisse aus dem eigenen Alltag erneut durchleben müssen, damit der merkbefreiten Mehrheit, die Sexismus verharmlost oder leugnet, überhaupt etwas an Wissen präsentiert werden kann, das sie (wenn überhaupt) anerkennen. Die vergangenen Jahrhunderte Feminismus reichen dazu wohl leider nicht.

Wer sich weiter mit Studien zum sexistischen Normalzustand informieren möchte, dem_der sei der ausführliche Artikel von Helga bei Femgeeks empfohlen oder die umfangreiche Studie zu Gewalt- und (Mehrfach)diskriminierungserfahrungen von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans* in Deutschland, die LesMigraS durchgeführt hat.


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Ein lauter #Aufschrei gegen Sexismus

28. Januar 2013 von Magda

Seit mehreren Tagen ist in Deutschland ein #aufschrei zu hören, insbesondere in dem sozialen Netzwerk twitter und in den Mainstream-Medien: Deutschland diskutiert (mal wieder), ob es hier­zulande ein Sexismus-Problem gäbe – wie auch gestern auf ARD bei Günter Jauch. Aber mal von vorn: Um was geht es bei der Aktion #aufschrei? Gibt’s da was zu kritisieren? Und was war bei Jauch gestern Abend so los? Ich versuche mich mal an einer Ein­schätzung:

#aufschrei

Von Donnerstag auf Freitag fingen Frauen* auf twitter an, ihre Erfahrungen mit Sexismus, Grenz­über­schreitungen und sexualisierter Gewalt zu teilen – alles in 140 Zeichen, denn mehr Zeichen sind in einer Twitter­nachricht nicht erlaubt. Alle diese Nach­richten sind ein­sehbar unter dem Schlag­wort #Aufschrei. Zehn­tausende Geschichten mit teils sehr gewalt­vollem Inhalt sprechen eine unmiss­verständliche Sprache: Sexismus, sexualisierte Gewalt und Über­griffe waren und sind Alltag in Deutschland. Wer das leugnet, ist entweder nicht betroffen oder offen antifeministisch.

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Who wants to be veräppelt by Ulmen.tv?

18. Januar 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 1 von 3 der Serie Feminist Fun Friday

Eigentlich hätten wir ja auch alle gern irgendwie mal Wochenende, sollte mensch meinen. Aber dann … oh well, seht selbst, was wir und andere WWTFMG-Kritikerinnen vorhin im Postfach hatten – da sind wohl die ganz großen Marketingstrategen am Werk, was?

Liebes Team von maedchenmannschaft.net,

gerne würden wir euch zu einer exklusiven Vorab – Vorführung der Show “Who wants to fuck my girlfriend?” einladen, und euch im Anschluss daran um eure Meinung bitten.
Wir wollen ganz bewusst viele kontroverse Meinungen zu unserem Format zeigen, deshalb möchten wir euch und auch anderen nach der Vorführung die Möglichkeit geben deine Meinung in Form eines ein- bzw. mehrminütigen Statements in die laufende Kamera zu sprechen.

Wir können euch versichern, dass euer Statement nicht verfremdet oder in irgendeiner Weise diffamierend genutzt wird.
Die Statements von euch und anderen Kritikerinnen und Kritikern werden 1:1 an das Ende – quasi als Kommentar – jeder Folge geschnitten und nicht verändert.

Das Screening und die Dreharbeiten finden am nächsten Mittwoch, 23.01.2013 in Berlin statt.
Den genauen Ort und die Zeit teilen wir euch gerne noch mit.

Bitte gebt uns doch gerne eine möglichst schnelle Rückmeldung, ob ihr Zeit und Lust hast dabei zu sein und auch bereit seid ein Statement beizusteuern, dass ausgestrahlt werden darf.

Wir freuen uns von euch zu hören.

Mit besten Grüßen,

Who wants to LOL with (me &) my grrrlfriends?

Ninia LaGrande hat sich coolerweise die Mühe gemacht, auf diese so erbärmlich als Interesse verkleidete Zumutung zu antworten. Unsere Anwort kann daher heute relativ knapp ausfallen:

 


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Who wants to f*ck TELE 5? Nobody. Ever.

16. Januar 2013 von Anna-Sarah

Eine ganze Menge Kram, der im Fernsehen läuft, ist sexistische frauenfeindliche Scheiße – was gibt es sonst Neues? Das neue Ding von und mit Christian Ulmen auf TELE 5 zum Beispiel. Unter dem Titel “Who Wants To Fuck My Girlfriend?” passiert angeblich gleich 12 Folgen lang folgendes – Achtung Kotzgefahr:

Zwei vergebene, erfolgreiche Männer treten in der Show gegeneinander an. Jeder wettet: „Meine Freundin ist die Geilste – und: Alle Männer dieser Welt möchten mit ihr schlafen.”

In vier Spieldisziplinen schicken die Männer ihre Freundinnen zum Punktesammeln: Ins Café, ins Bordell oder sogar auf den Straßenstrich. Derjenige, dessen Freundin die meisten eindeutigen Angebote bekommt, gewinnt – und zwar laut Wöllner „einen Kranz, auf dem ‚Everybody wants to fuck my girlfriend‘ steht”. 12 Folgen à 25 Minuten lang jagt Uwe Wöllner – oft parteiisch – mit seinen Kandidaten durch die Gameshow. Dabei dreht er das Rad noch ein ganzes Stück weiter – mit Show-Specials wie ‚Who wants to fuck my wife?’, ‚Who wants to fuck my lesbian girlfriend?’, ‚Who wants to fuck my teacher?’ und ‚Who wants to fuck my mother?’.

Big time? Sick time. Ausgedacht hat sich das wohl der lustige Laden Ulmen Television GmbH, aber TELE 5 findet es eine gute Idee, dieses an Kackscheiße kaum zu überbietende Format zu featuren und hat offenbar tatsächlich vor, es zu senden. Premiere soll rein zufällig am 14.2. sein, hierzulande auch bekannt als Valentinstag. Statt Blumen!1!11! Den von Rosen, Pralinen und dieser ganzen komischen Gleichberechtigung total verdorbenen Frauen mal wieder  – auf ganz humoristische Weise, versteht sich – zeigen, wo der Hammer hängt, nech. In noch deutlich zynischerem Licht erscheint dieses Sendedatum angesichts der Tatsache, dass es der weltweite Aktionstag gegen Gewalt gegen Frauen ist…

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Sexismus hacken an der Uni: „UNICUM vom Campus kicken!“

7. Dezember 2012 von Gastautor_in

Wir haben neulich schon kurz über das UNICUM-Tüten-Ärgernis berichtet.  Laura*, Studentin und studentische Hilfskraft an der Uni Marburg, hat dankenswerterweise nochmal aufgeschrieben, was das Problem ist – und was mensch dagegen tun kann und sollte.

Eine Tüte Sexismus bitte

Der Hörsaal sieht aus, als hätte hier ein Müllsturm getobt. Oder ein Kindergeburtstag bei McDonalds stattgefunden. Die Studis sickern in die Flure ab und auf den Klappstuhl- und Tischreihen bleiben Berge ausgepackter Papiertüten, zerknüllter Werbezettel und leerer 15g-Chipstüten zurück. Verwirrt und kopfschüttelnd packe ich meine Sachen zusammen und starre immer wieder auf die „Wundertüten“, die überall herumliegen: Eine halbnackte Frau, die gerade ihren Gürtel öffnet, blickt mich lasziv an und fordert mich auf „Mach deine Idee zu Geld!“. Worum es bei dieser Aufforderung gehen soll, kann ich anscheinend zwischen ihren Beinen erfahren: Die Facebook-Adresse zu einem Wettbewerb ist unten klein aufgedruckt. Er endet auf „moneybox“, direkt in ihrem Schritt.

Von der Vorlesung habe ich nicht viel mitbekommen; die hundertfache Kopie dieses anonymen, austauschbaren weiblichen ‚Norm‘körpers, der sich als Sexualobjekt anpreist und die umfassende Akzeptanz dieser Darstellung um mich herum … Wie soll ich da den Ausführungen zu „Klassen und Objekten“ folgen? Dass in der Programmierung eigentlich alles ein Objekt sein kann, demonstriert der Professor an dem Textstring „anna“. „anna“ ist ein Objekt. Ich schaue auf die Tüten. In welchem Film bin ich denn hier gelandet.

Was ist passiert?

Dienstagnachmittag, 20. November, Uni Marburg: Im Foyer werden zu Hunderten sogenannte Wundertüten von UNICUM verteilt. Die Wundertüten sind mit rosa und blauen Streifen markiert und werden dementsprechend an ‚Männer‘ und ‚Frauen‘ verteilt. Mit Grausen erinnere ich mich daran, dass sich Freund_innen von mir schon im letzten Semester darüber geärgert haben: In den Männertüten waren Rasierer und Energydrinks, in den Frauentüten Nagellack und: zuckerfreie Energydrinks.

Wir haben an unserer Uni ein Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung; Seminare, in denen es um Konstruktion von Geschlecht geht; Professorinnen, die zu feministischen Themen publizieren; Vorlesungen zur Kritik der Geschlechterverhältnisse… In geschlossenen Seminaren reden wir über Sexismus, über Reproduktion von Geschlechterverhältnissen. Und im offenen Foyer werden Materialien verteilt, die all diese Auseinandersetzungen nichtig scheinen lassen? Wozu über Selbstbestimmung, über Geschlechtergerechtigkeit reden – wenn doch eine Wundertüte besser weiß, in welche Kategorie ich gehöre (rosa), wie meine Bedürfnisse sind (Nagellack), wie ich zu sein habe (zuckerfrei) und wo meine gesellschaftlichen Möglichkeiten sind (der weibliche Körper als sexualisiertes Objekt) …?

Wer sich bisher nicht vorstellen konnte, was Ökonomisierung bzw. Kommerzialisierung von Bildung(sräumen) heißt: Genau das heißt es – den eigenen Raum Werbeträgern zur Verfügung stellen, welche sich nicht um ethische Grundsätze scheren. Bildung als gesellschaftskritisches Moment, als Möglichkeit zur Selbstbestimmung und als gemeinsame Auseinandersetzung mit Konflikten und Perspektiven? Davon bleibt wenig übrig, wenn Werbung Einzug in Bildungseinrichtungen hat. Denn ‚Sex sells‘, das ist bekannt, und in unmittelbarer Konsequenz eben ‚Sexism sells‘.

UNICUM vom Campus kicken!“

Wie ging es weiter in Marburg? Ein offener Brief an das Präsidium der Uni, Forderung einer öffentlichen Stellungnahme, Kopien an die Frauenbeauftragten, Aufrufe an Freundinnen und Mailverteiler, Veröffentlichung des Briefs im Internet (nachzulesen hier).

Das Präsidium lässt für die Gestaltung der Tüten entschuldigen und gelobt Besserung – keine öffentliche Stellungnahme, nur eine Antwort an die Absender_innen der Beschwerdemails. Dezentral Diskussionen in Gremien und Univeranstaltungen. Solidaritätsbekundungen der Frauenbeauftragten. Unbekannte Frauen, die sich per Mail für die Beschwerde bedanken, weil sie auch längst die Nase voll haben.

Das Free Education Movement Marburg (freedumm) ruft eine Aktion ins Leben: „UNICUM vom Campus kicken!“. Die UNICUM-Magazine finden sich an zahlreichen (Fach-) Hochschulen und glänzen nicht nur bei ihren Werbegeschenken mit sexistischen Inszenierungen, Darstellungen von klischeehaften Mann-Frau-Beziehungen und allgemeinem Wettbewerbsgebrösel.

Was tun?

Hier findet ihr eine Petition (und lesenswerte Begründung), die sich gegen die weitere Verteilung von UNICUM-Produkten an (Fach-) Hochschulen wendet.

Ich kann vielleicht nicht jedes sexistische Plakat in der Stadt abhängen, nicht jeder frauenverachtenden Werbung Einhalt gebieten. Aber Sexismus ist ein System, das eben gestützt oder gestürzt wird. Sexistische Übergriffe, gesellschaftliche Hürden qua Geschlecht und herabwürdigende Darstellungen von Frauen hängen systematisch zusammen und müssen dementsprechend auf allen Ebenen angegangen werden. Einen Hersteller von sexistischer Propaganda bin ich nicht zu dulden bereit – nicht an einem Ort, auf den ich Einfluss nehmen kann. Wenn ihr auch nicht bereit dazu seid, dann setzt die Verantwortlichen eurer Uni unter Druck, UNICUM von eurem Campus zu verbannen. Als ersten Ansatz, gegen Kommerzialisierung und gegen Sexismus in euren eigenen Räumen vorzugehen.


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Hollaback! und Pinikifizierung – kurz notiert

28. November 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 173 von 191 der Serie Kurz notiert

Das ZDF zeigt einen Beitrag zum Thema Begehren und Behinderung, in dem drei Frauen potraitiert werden.

Uganda ist in den letzten Jahren immer wieder mit repressiven Gesetzen gegen Homosexuelle in die Schlagzeilen geraten. Jetzt steht wieder das so genannte “Kill the Gays”-Gesetz auf dem Plan – und es gibt eine internationale Petition dagegen.

Bei der FAZ geht es um rosa und pink und all das im Kinderzimmer.

Eine schöne Aktion dokumentiert das deutsch türkische journal: Eine Gruppe überklebte Buschkowsky-Bücher mit “Das Problem ist Rassismus”-Aufklebern.

Die Huffington Post schreibt über die Repräsentation verschiedener Körper und welche Auswirkungen das hat. (Englisch)

Schreib es in die Welt!” – Der Freitag schreibt über die Hollaback!-Bewegung. (Die Kommentare wie üblich lieber nicht angucken.)

Habt ihr euch auch schon über sexistischen Unicum-Tüten geärgert, die fast schn traditionell auf dem Uni-Campus verteilt werden. Das Free Education Movement Marburg will dagegen vorgehen und hat eine Petition angelegt.

Eine Tagung in Bochum beschäfftigte sich mit der Situation von Sexarbeiter_innen in Europa und dieStandard berichtet.

Ebenfalls bei dieStandard gibt es einen Artikel, der sich mit Rihanna auseinandersetzt und wie sie portraitiert wird. (Inhaltswarnung: (sexualisierte) Gewalt)

Für diesen Samstag (01.12.2012) erreichte uns ein Interviewaufruf von Sabrina, der sich an alle queere Femm(e)ininitäten und thematisch Interessierte wendet. Um 16 Uhr findet im Spinnboden Lesbenarchiv in Berlin eine Gruppendiskussion statt. Thematisch geht es um Femmeness, um Inszenierung(en) und die Anerkennung von Femm(e)ininität(en) in queeren Kontexten. Es sind alle, die sich schon mal mit diesen Themen auseinandergesetzt haben herzlich eingeladen mitzudiskutieren. Eure Daten werden vertraulich behandelt und die Interviews anonymisiert. Wenn ihr so kurzfristig Zeit und Interesse habt meldet euch bitte unter:  diplomarbeit_femmes[at]gmx.de.

Weitere Termine findet ihr nach dem Klick:

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Racial Profiling, Sexarbeit, Lesetipps und mehr – Kurz notiert

24. Oktober 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 171 von 191 der Serie Kurz notiert

Bereits im März entschied das Arbeitsgericht Berlin zu Gunsten einer Frau, die ihre Ausbildung nicht antreten durfte, da sie ihr Kopftuch nicht ablegen wollte. Erst jetzt wird die Entscheidung berichtet, u.a. schreibt dieStandard zum Thema.

Was hat Radiohören mit einer nackten Frau* zu tun? Richtig: Gar nix! Aber Antenne MV denkt da wohl anders. Sexismus soll in Mecklenburg Vorpommern wohl Radiozuhörer_innen locken, oder was hat ein nackter Rücken einer normschönen Frau* (facebook-Link) [Edit: Das Bild wurde mittlerweile von FB entfernt.] auf dem Plakat zu suchen? Antenne MV schreibt selbst: “Ihre Meinung ist uns wichtig“. Also ran an die Tasten und den Radiomenschen die Meinung gegeigt! (Danke an Tom für den Hinweis über unsere facebook-Seite).

Vor einigen Tagen fand in Berlin die Tagung “Racial Profiling Reloaded” statt. Wer_welche nicht da war, kann nun im bereitgestellten PDF-Reader allerhand Texte auf 65 Seiten nachlesen. (teilweise Englisch)

[Content warning: Beschreibung von fatshaming] Stella Boonshoft hat ein Selbst-Potrait veröffentlicht – für all jene Leute, die sie aufgrund ihres Körpers diskriminiert haben, aber in allererster Linie für sich selbst. (Englisch)

Sybille Berg hat diese Woche beim SpiegelOnline zum Thema Sexarbeit geschrieben. Im Forum von und für SexarbeiterInnen gibt es eine prägnante Antwort: “Sie verwechseln da etwas Frau Sibylle Berg“.

[Triggerwarnung: Auschreiben und Thematisieren von V*rg*w*ltigung/ r*p*] Comedy ohne Frauenhass, das ist doch wirklich nicht zu viel verlangt, findet Suzanne Beishon und schreibt darüber, warum Vergewaltigung einfach kein Witzthema ist. (Englisch)

DieStandard berichtet über Kritiken am afghanischen Präsidenten Karzai durch Politikerinnen. Sie werfen ihm vor, dass er die Ereignisse um Malala Yousafzai instrumentalisieren würde.

Auf der Suche nach Lesestoff? Bei zahrawithaz gibt es eine Leseliste mit mittlerweile 66 Büchern von queeren Autor_innen of Colour. (Englisch)

In Wien lief diese Woche ein Theaterstück zu Julian Assange. Alles wichtige dazu hat Vina Yun analysiert. Der Teaser zum Text ist schon einmal so passend, dass er hier zitiert werden soll: “Warum Theaterregisseurin Angela Richter Täter und Opfer verwechselt und im Bett nur Konsens wirklich sexy ist”!

[Triggerwarnung: Auschreiben und Thematisieren von V*rg*w*ltigung/ r*p*] Einen Abend vor der letzten Präsidenten-Debatte haben Aktivist_innen in Anspielung an das Zitat von Todd Akin von “legitimer Vergewaltigung” mit einer Lichtinstallation u.a. den Satz “Rape is Rape” ans Kapitol in Washington D.C. (USA) projeziert.

In Berlin findet ab heute das Pornfilmfestival 2012 statt. DieStandard berichtet zu diesem Anlass über Pornos fernab des Mainstream und neue feministische Filmemacherinnen.

Termine in Berlin, Bonn, Düsseldorf, Gießen, Halle, Hamburg und Paderborn nach dem Klick:

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