Einträge mit dem Tag ‘re:publica’


Schon wieder vorbei – re:publica ’12

7. Mai 2012 von Helga

Mehr Bühnen, mehr Leute, mehr alles – so lässt sich die re:publica 2012 zusammenfassen. Außer der Mädchenmannschaft, von uns waren weniger da, deswegen gleich schon einmal der Verweis auf die Berichte von Girls Can Blog, Behindertenparkplatz, i heart digital life, Journelle, Ninia LaGrande, Afrika Wissen Schaft, Anke Gröner, Milenskaya, Kommander Kaufmann, der Sammelmappe und dem Kotzenden Einhorn. Weitere Links gerne in die Kommentare!

Stand auf der re:publica 12 von iStockphoto mit drei Aufstellern. Auf einem ist eine blonde Frau in hautengem Lack zu sehen, auf dem zweiten läuft ein Werwolf mit einer Frau im grünen Mini davon. Der letzte Aufsteller zeigt eine blutverschmierte Tennisspielerin.

Bild von @annalist

Mehr bezog sich dieses Jahr auch auf die Sponsoren, die damit auch ein Mehr an Sexismus mitbrachten. Sowohl iStockphoto, wie auch Sierra Tequila hatten nur sexualisierte Frauenkörper anzubieten. Allerdings nicht ohne Protest auf den Plan zu rufen. Trotz „Frauenquote“ bei Podiumsdiskussionen lag auch der Frauenanteil mit 30 Prozent nur etwas über dem des letzten Jahres. Und auch die Vorgabe, bei 5 Diskutant_innen auf einem Podium mind. 2 Frauen dabei zu haben, wurde des öfteren nicht eingehalten, wie das nuf dokumentiert hat. Da mit 30 Prozent die „magische Zahl“ erreicht ist, dürfte es sich auf diesem Level dann einpendeln. Leider total an den meisten Besucherinnen vorbeigangen und außerhalb des Programms versteckt wurde das Speednetworking für Bloggerinnen.

Geschafft habe ich es zunächst zu Frauen in die Wikipedia. Es zeigte sich, dass das Sexismus-Problem leider wohl viel tiefer liegender ist, als ich das bisher mitbekommen hatte. So galt eine ganze Weile der Spruch „Wikipedia ist kein Mädchenpensionat“. Dazu passend hatte eine Frau massive Probleme, weil sie nicht ständig als Mann angesprochen werden wollte. Statt dies zu respektieren, wurde sie weiter Anfeindungen ausgesetzt und anti-sexistische Kommentator_innen gesperrt. Die Beschimpfung eines Mannes als Mädchen führte dagegen gleich zur Sperrung des Pöblers. Als Mann bezeichnet zu werden ist also weiter eine Aufwertung, als Mädchen bezeichnet zu werden dagegen eine Abwertung. Während das Bewußtsein für diese Probleme zu wachsen scheint, bleibt es weiter bei der Einstellung, dass Sexismus und Gender Gap „nicht von oben gelöst“ werden könnten. Wie die Lösung von unten aussehen könnte, weiß aber auch noch niemand so genau.

Porn World: This is the way sex is. Real World: Not necessarily. In der Mitte ein rosa Herz mit Fragezeichen.

Der erste Höhepunkt war dann der Vortrag von Cindy Gallop, der Initiatorin von Make Love Not Porn (Aufzeichnung bei Spiegel Online). Nach ihren persönlichen Erfahrungen, dass Pornos immer stärker das Bild von Sexualität prägen, startete sie zunächst eine Webseite. Dort vermittelt sie, dass es zwar völlig in Ordnung ist, als Frau beim Sex z.B. beschimpft zu werden – aber dass nicht jede Frau darauf steht und nicht jeder Mann seine Partnerin beschimpfen will und es am Ende wichtig ist, herauszufinden, was mensch will. Inzwischen sei das Alter, in dem Kinder das erste Mal Hardcore-Pornos sehen, schon auf 8 Jahre gesunken. Anders als bei Actionfilmen trauten sich Eltern aber nicht, mit ihren Kindern darüber zu sprechen und zu vermitteln, wie die „Wirklichkeit“ aussähe. Anschließend berichtete sie von den Schwierigkeiten, das Projekt makelovenotporn.tv (Pro-sex. Pro-porn. Pro-knowing the difference) zu starten. Was genau hier passieren soll, verriet sie nicht. Allerdings mache bereits der Name es schwer, Kredite zu bekommen, ein dauerhaftes Bezahlsystem einzurichten oder überhaupt Partner_innen zur Programmierung zu gewinnen. Ob es klappt, sei dann ab dem Sommer zu besichtigen.

Mehr zum Workshop „How to make your activist space a safe space“ gibt es dann morgen.


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Männergesundheit und andere “Frauensachen” – die Woche im Überblick

18. Mai 2011 von der Mädchenmannschaft

Die US-Außenministerin Hillary Clinton wurde auf einem Bild, das in der jüdisch-orthodoxen Zeitung Di Tzeitung veröffentlicht wurde, einfach weg retuschiert. Die Erklärung laut taz: “[D]as Blatt aus Brooklyn druckt niemals Frauen ab, da ihre Abbildung die männliche Leserschaft sexuell zu verführen droht.”

Die Journalistin Pumza Fihlani wird demnächst heiraten und stößt als moderne Frau in Südafrika auf traditionelle Rollenbilder. Bei der BBC erzählt sie von ihrem Versuch, die inneren und äußeren Konflikte zu lösen.

Mit Quoten beschäftigt sich im Migazin Martin Hyun. Denn in den Führungsetagen geht es seit Jahren sowohl für Deutsche mit Migrationshintergrund, als auch für Frauen nicht voran.

Aus Karachi nach Berlin – die pakistanische Journalistin Hani Yousuf ist derzeit bei der Welt. Sie fragt sich, wo in Deutschland (etwa in der morgendlichen Redaktionskonferenz) eigentlich die Frauen seien und warum „westliche Frauen alle anderen Frauen nach ihren Standards” beurteilen.

Über Vergewaltigung als Kriegstaktik sprach Barbara Unmüßig aus Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung im Deutschlandradio Kultur.

Endlich! Das Video zum re:publica 2011-Panel „Guck mal wer da spricht“ ist online:

re:publica XI: Guck mal, wer da spricht from Philip Steffan on Vimeo.

Gleich vier Tage am Stück ist eine saudische Hausfrau in Jeddah unfallfrei Auto gefahren. Und hat damit die Debatte um das Fahrverbot für saudische Frauen noch einmal angeheizt, berichtet das Time Magazine. Auf Facebook sind unter dem Titel “I will drive starting June 17” inzwischen 3.000 Frauen und Unterstützer versammelt.

Männergesundheit ist Frauensache! Zumindest in Österreich. Dort startete kürzlich die Kampagne “Ich schau auf meinen Mann” target=”_blank”. Heteronormativ, sexistisch und ein Rollenbild, das an die 1950er erinnert, verpackt in ein schickes Design mit Schlüpfern. dieStandard.at vergibt gleich mal eine ihrer berühmten Zitronen für diesen Fehlversuch, Stereotype mit Stereotypen zu bekämpen.

Roseanne Barr, bekannt aus der gleichnamigen Sitcom der 1990er Jahre, schreibt in einem sehr persönlichen Text über ihre Rolle als feministische Ikone, über ihr Serien-Alter-Ego, die Fernsehbranche und den ganzen Rest.

Geht es nach dem Willen der Jugendorganisation von Südafrikas Regierungspartei, wird die Anti-Baby-Pille schon für Zwölfjährige ein Muss, berichtet die taz.

Die Ceiberweiber haben die unsägliche Debatte um die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn noch mal zusammengefasst und kritisch kommentiert.

Zum Schluss noch der Hinweis auf unsere Terminliste für Mai, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen könnt.


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Die BILD mahnt Sexismus an und andere Kuriositäten – die Blogschau

23. April 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 108 von 243 der Serie Die Blogschau

Diese Woche war mächtig viel los in der Blogosphäre. Einmal tief durchatmen und die Lese­brille raus­geholt:

Der Mädchenblog ärgert sich, das mit Kristina Schröder nur noch Familien- und nicht Frauenpolitik an der Tages­ordnung ist und welche Aus­wirkungen das hat.

Auf andersdeutsch geht es um Männer, Frauen, Kälte­empfinden und hetero­nor­mativen Zu­schreibungen.

anarchie und lihbe hat eine Broschüre von der Frauen­­abteilung der Stadt Wien gefunden, die “Sicher­heits­tipps für Frauen und Mädchen” zusammen­ge­stellt hat und fragt, warum wir in einer Gesell­schaft leben, in der Menschen lediglich beigebracht wird, nicht ve­rgewaltigt zu werden. Besser wäre die Bot­schaft: Vergewaltige nicht!

The Gurkenkaiser hat einen interessanten Text geschrieben: “Geschlecht und Praxis, Geschlecht und Technik und die Kritik an Ge­schlechter­sozialisations­theorien“.

Lucy schreibt auf ihrem Blog Nahtzugabe über DIY, Crafting und Handarbeiten. Vor einiger Zeit bekam sie vom Stuttgarter Frech-Verlag die Anfrage, ob sie es sich vorstellen könnte, “auf einer größeren Plattform im Internet über [ihr] Hobby zu berichten.” Das Honorar: Ruhm und Ehre und ein Buch pro Monat. Eine Frechheit, wie Lucy zu Recht befindet.

Auf Klirrr hofft Lucie auf eine sexismusfreie Berichterstattung der anstehenden Fussball-WM der Frauen, obwohl diese mit der von einschlägigen Zeitschriften beworbenen Bikini-Diät-Rasier-Saison zusammenfällt.

Ninia La Grande ist genervt von der neuen Badminton Kleiderordnung:

Ab Mai dürfen Badminton-Spielerinnen auf gehobenem Leistungsniveau nur noch in Röcken oder Kleidern spielen. Damit Badminton endlich, endlich etwas “attraktiver” rüberkommt. Lob an den deutschen Verband: Der wehrt sich momentan noch gegen die Regelung.

@habichthorn von Just Another Female Blogger hat noch einmal die re:publica 2011 zu­sammen­gefasst.

Julia Seeliger war ebenfalls auf der re:publica und hat eine eigene De­finition zum (politischen) Cyber­feminismus geschrieben.

Sina ärgert sich über die aktuelle EMMA, in der mit allen Mitteln versucht wird, Prostituierte zu patho­logi­sieren.

Svenja von Svenja and the City freut sich, dass sie im neuen Motorrad-Abenteuer Magazin auftaucht.

Paula und Deef haben einen sehr persönlichen Podcast zu Bisexualität gemacht und ein­gesendete Fra­gen be­antwortet.

Onyx von Gedankensalat hat ein wenig herumgestöbert und “ein erschreckend großes Sammelsurium an widerlicher und sexistischer Werbung” gefunden. Achtung: Sexistische Kackscheiße ohne Ende.

Schafott hat drei Gründe für die ein­geschränkte politische Freiheit der chinesischen Bürger­_innen zusammen­ge­tragen.

Das Kotzende Einhorn weist auf die skurrille Bericht­erstattung der BILD hin, die auf investigativ-journalistische Art und Weise frauen­ver­achtende Struk­turen im Autonomen Zentrum Kalk aufdeckte. Dass das Autonome Zentrum lediglich kritisch mit dis­kriminierenden Struk­turen umgeht und an­erkennt, dass diese auch in einem herr­schafts­kritischen Raum kaum weg­zudenken sind, hat die BILD nicht verstanden. Und dass gerade die BILD auf Sexismus auf­merksam macht, setzt der Ge­schichte noch die Kro­ne auf.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Web­sphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutsch­sprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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re:publica 2011 – ein feministischer Rückblick

19. April 2011 von Magda

Vom 13. bis 15. April 2011 fand die diesjährige Blogger_innen-Kon­ferenz re:publica statt, für die wir bereits im Vor­feld interessante Teilnehmer­innen und ihre Panels vorstellten. Vielen fiel mehr oder weniger erfreut auf: (Cyber-)Feministische Themen waren auf dieser re:publica präsent.

Ein kurzes Fazit: Ja, der Frauenanteil der Vortragenden auf der re:publica war wohl höher als im letzten Jahr – im­mer wieder schwirrte die Zahl 30% durch den Raum. Anne Roth hat noch einmal nach­gezählt und kam auf rund 27% Speakerinnen-Anteil. Trotzdem hatten viele Besucher_­innen das Ge­fühl, es herrsche ein Über­schuss an “Frauen- und Feminismus“-Themen. Und das, obwohl nur insgesamt 14 Redner­innen dezidiert fe­ministische Themen be­handelten. So wird deutlich: Um Quantität geht es gar nicht. Es nerven die Frauen, die über feministische Themen sprechen.

Inklusion und Pluralismus lassen sich allerdings nicht nur in Zah­len messen: Eine Ver­anstaltung, auf der sich über das Gewicht einer Speakerin lustig gemacht wird, auf der mehrmals die Frage aufkommt, was Shitstorms mit Feminismus zu tun haben und Frauen sich anhören müssen, dass (alle!) ihre Panels einen negativen Eindruck hinterlassen haben, wirkt auf po­tentielle In­teressent­innen, die kritische Beiträge bei der nächsten re:publica an­bieten möchten, viel­leicht nicht wahn­sinnig attraktiv. Eine Blogger_­innen-Konferenz, die für viele unerschwinglich ist und keine (offizielle) Kin­der­be­treuung anbietet, ist auch nicht für alle gleichermaßen zugänglich. Zah­len sind also das eine; an inklusiven Struk­turen muss darüber hi­naus ge­werkelt werden.

Bei aller Kritik ist zu vermerken, dass die Veranstalter_­innen (allen voran wohl Anne Wizorek) sich bemühten, ein paar grandiose Speaker­innen auf die Büh­ne des Frie­d­rich­­stadtpalasts zu bringen – u.a. die US-amerikanische feministische Aktivistin Jaclyn Friedman und die ägyptische Aktivistin Noah Atef.

Nach dem Klick findet ihr eine Reihe an Links zu Blogeinträgen, Videos, Interviews und Live­mit­schnitten von der re:publica 2011. Und obwohl wir so gerne Bullshit Bingo spielen, sehe ich davon ab, auf sexistische oder einfach nur strunz­dumme Blog­einträge zu ver­linken. (mehr …)


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rp11 – Reden wir drüber

15. April 2011 von Verena

hellblauer Hintergrund auf dem oben 'Meet me @' (das letzte Zeichen ist eine Mischung aus @ und ♀, dem Frauenzeichen) steht, darunter bunte Stickereien, darunter re:publica XI 13. - 15. April 2011, Berlin

re:publica 11 im Endspurt. Nach Shitstorm, Pluralismus, Flittern und und und drängen wir uns heute zum letzten Tag des diesjährigen Blogosphärentreffens. Aber nicht ohne uns noch auf ein paar spannende Panels zu freuen. Die letzte lady@re:publica für dieses Jahr ist Anne Roth und hier stellt sie ihr, erst vor knapp einer Woche ins Leben gerufene, Panel vor, das heute um 15 Uhr stattfindet!!!

 

 

Wie bist du im Netz unterwegs?
Mein Blog heißt annalist, mehr über mich hier und auf Twitter.

Wie ist der Name deiner Veranstaltung?
Cyberfeministinnen und Girls on Web – ein Generationengespräch

Was passiert da?
Vier Frauen, die alle als Feministinnen im Netz unterwegs sind, aber zu ganz verschiedenen Zeitpunkten damit angefangen haben, unterhalten sich über Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten. Zwei Frauen – Diana McCarty und Valie Djordjevic – haben den ersten Cyberfeminismus in den 90ern miterlebt und auch mitgestaltet. Seitdem hat sich im Netz viel getan und seit einigen Jahren können wir einen ständig wachsenden neuen Feminismus im Netz beobachten, unter anderem im Blog der Mädchenmannschaft, aber auch in vielen anderen. Für die “Zweite Welle”, wenn das als Begriff überhaupt passt, werden Katrin Rönicke und Teresa Bücker auf der Bühne sitzen.

Wieso liegt dir das Thema am Herzen?
Mein Eindruck ist, dass die verschiedenen Feministinnen im Netz weiter sehr aktiv sind, aber wenig übereinander wissen. Ich stehe mit je einem Fuss in beiden Richtungen, und finde das sehr schade, denn wir können bestimmt viel voneinander lernen und hoffentlich auch von den Erfahrungen der anderen profitieren. Dazu soll das Podium ein Anstoß sein.

Wo und wann findet euer Vortrag statt?
Am Freitag um 15 Uhr im Blauen Saal. Weil das Podium ganz kurzfristig zustande kam, steht es nicht im gedruckten Programm, also am besten selber reinschreiben, damit es nicht untergeht!

Wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit der re:publica?
Ich war vor zwei Jahren das erste Mal da und fühlte mich sehr unwohl, weil es mir wie ein sehr selbstbezogenenes Ingroup-Treffen vorkam. Das dominante Gefühl war “Wir sind toll!”. Das wird von den Medien, die enorm viel berichten, auch stark transportiert. Mir kam die re:publica langweilig homogen vor: viele smarte Männer zwischen 30 und 40. Auch das Programm habe ich so in Erinnerung.
Mein Eindruck ist, dass sich das in den letzten zwei Jahren geändert hat und das Programm viel vielfältiger ist. Wobei ich von den MacherInnen inzwischen auch gehört habe, dass die re:publica immer auch als politischer Kongress gedacht war und bestimmte Veranstaltungen, die die deutsche Blog-Bauchnabelschau nicht gut treffen, leider einfach weniger angenommen werden. Aber auch das, scheint mir, ändert sich. Dieses Jahr ist das Programm auch von den Leuten her, die es gestalten, viel vielfältiger geworden und damit gefällt mir die re:publica inzwischen viel besser.

Hast du das Gefühl, dass Frauen auf Panels und in Workshops aktiv präsent sind?
Es wird langsam, würde ich sagen. Letztes Jahr war zumindest das Problembewusstsein schon vorhanden, aber das Zahlenverhältnis leider unverändert schlecht. In diesem Jahr sind immerhin 30 Prozent Frauen im Programm, und damit ist das Glas immerhin zu einem Drittel gefüllt.

Was sind beziehungsweise waren deine Erwartungen an die re:publica in diesem Jahr?
Ich freue mich, viele Leute wiederzutreffen, die ich sonst im ‘wirklichen Leben’ wenig oder nie sehe, freue mich auf viele wirklich interessante Programmpunkte und bin gespannt, ob und welche neuen Projekte angestoßen werden.


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Lesestoff zur #rp11

14. April 2011 von Helga

Nach drei Panels am ersten Tag der re:publica 11 sind wir noch etwas platt. Fleißig darüber geschrieben hat schon Eva Ricarda Lautsch (auch bekannt als Stadtpiratin): „Shitstorm? You can do it.“ und „We are all open. Pluralismus in der deutschen Blogosphäre“. Bei letzterem war auch Kübra Gümüsay dabei – vorher hatte sie schon über ihre ersten Eindrücke der Blogger_innenkonferenz gebloggt.

Die Journalist_innen von ZDFneo hatte sich die Shitstorm-Panelbeschreibung augenscheinlich nicht durchgelesen, n-tv.de ließ aber nicht so leicht abschrecken. Eva Horn freut sich derweil schon auf heute abend: Ab 19 Uhr zeigt sie uns im Friedrichstadtpalast zusammen mit Nadine Lantzsch und Tessa Bücker, wie geflittert wird.


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Kurz und knackig notiert

14. April 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 102 von 231 der Serie Kurz notiert

Die Mädchenmannschaft tummelt sich in diesen Tagen auf der Blogger_innen-Konferenz re:publica und ist mit eigenen Panels gut vertreten. Die Linkliste fällt daher etwas kurz aus, kann aber gerne in den Kommentaren ergänzt werden!

Kaum ein Kind kommt heute noch ohne medizinische Eingriffe zur Welt. Notwendig sind längst nicht alle, aber sie verhelfen den Krankenhäusern zu höheren Einnahmen. Die ZEIT über einen Trend, dessen Auswirkungen auf Mütter und Kinder noch lange nicht klar sind.

Eine Soziologiestudentin aus Wien sucht für ihre Master-Arbeit über “Eingetragene Partnerschaften in Österreich” Interview-Partner_innen, die in eingetragener Partnerschaft leben.

Kurt Cobain war Feminist!

Das Burkaverbot in Frankreich ist erst seit Montag in Kraft und schon gab es einen ersten Übergriff: In einem Einkaufszentrum riss eine Anwältin einer Konvertitin den Schleier vom Kopf, so der Telegraph.

Für Podcast-Fans: “Femme! radikal queer feminin“.

Das multikulturelle Frauenmagazin Gazelle freut sich immer noch über neue Abonnent_innen.

Doing Gender gibt es auch beim Essen – für DRadio Wissen haben Christina Wolf und Ralph Glander den Selbstversuch gewagt und für einen Tag ihre Essensgewohnheiten getauscht.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für April.


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rp11 – Machtverhältnisse im Internet

12. April 2011 von Nadine

hellblauer Hintergrund auf dem oben 'Meet me @' (das letzte Zeichen ist eine Mischung aus @ und ♀, dem Frauenzeichen) steht, darunter bunte Stickereien, darunter re:publica XI 13. - 15. April 2011, BerlinBereits vor 25 Jahren entwirft die feministische Theoretikerin Donna Haraway in ihrem Cyborg Manifesto die Utopie einer freieren, ge­rechteren Ge­sell­schaft, die sich gegen Re­pressionen und Dominanz auflehnt. Neue Kommunikations­techniken sind die Waffen, mit de­nen die Aktivist_innen und mar­ginalisierten Subjekte für Frei­heit kämpfen. Heute scheint Haraways Utopie Wirk­lichkeit geworden zu sein: Re­volutionen, Soziale Be­wegungen und politisches Han­deln passieren im Netz selbst­verständlich und global. Oder?

Auf der re:publica 2011 wollen Helga, Magda und ich analysieren, welche globalen Macht­verhältnisse sich in Zei­ten un­auf­haltsamer Digi­talisierung und Demo­kratisierung wei­ter fort­schreiben. Ist das Inter­net der freie und partizi­pative Raum, für den er oft genug gehalten wird? Bietet das Netz für alle die Möglich­keit an politischen Ideen- und Entscheidungsfindungen teilzunehmen? Und wer schafft die kommunikativen Struk­turen, in denen wir uns bewegen und auf deren Grund­lage wir täglich politisch theoretisieren und han­deln?

Am gleichen Tag diskutieren Verena und Meredith Ein- und Aus­schlüsse inner­halb der deutschsprachigen Blogosphäre. Eine zentrale These: Die Blog­landschaft agiert in einer weißen, west­lichen und hetero­normativen Matrix ist, die Pluralismus unsichtbar macht oder gänzlich ver­hindert. Mit dabei sind u.a. Urmila Goel und unsere Kolumnistin Kübra Gümüsay.

Wer_welche von feministischem Aktivismus im Netz nicht genug be­kommen kann, dem_der seien auch folgende Panels wärmstens empfohlen: Social Media Hacking mit Helga und Kathrin Ganz sowie das Gespräch mit Cyberfeministinnen, moderiert von Anne Roth.


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rp11 – Wake the Blog

11. April 2011 von Verena

hellblauer Hintergrund auf dem oben 'Meet me @' (das letzte Zeichen ist eine Mischung aus @ und ♀, dem Frauenzeichen) steht, darunter bunte Stickereien, darunter re:publica XI 13. - 15. April 2011, BerlinVom 13. bis zum 15. April findet die re:publica 11 in Berlin statt. Höchste Zeit also, den Schedule nach weiblichen Speakern abzugrasen. Und Yeah!, das female Gras wächst üppiger und sichtbarer denn je. In loser Folge stellen wir euch in den kommenden Wochen einige Ladies@re:publica vor.

 

Heute: Carolin Neumann und Sanja Stankovic

 

Wie seid ihr im Netz unterwegs?
Carolin: im eigenen Blog, bei den Digital Media Women und als @CarolinN bei Twitter.

Sanja: im eigenen Blog, bei den Digital Media Women und als @Kassanja bei Twitter.

Wie ist der Name eurer Veranstaltung?
Wake the Blog – von Datenkraken und Internettätern

Was passiert da?
Wir schauen uns an, wie manipulativ Sprache ist und welche Auswirkungen das für “die digitale Gesellschaft” hat.

Wieso liegt euch das am Herzen?
Es mag sein, dass die – wir mögen dieses Wort nicht, aber trotzdem – heavy user wissen, wie sie einen Begriff wie “Datenkrake” einzuordnen haben. Aber bei einem noch immer breiten Anteil der Bevölkerung wird durch eine solche Sprache weiten Teilen des Netzes und den Menschen, die sich darin bewegen, etwas Negatives angehaftet. Das Internet entwickelt sich in einem enormen Tempo weiter, und die Gesellschaft muss es irgendwie schaffen mitzuhalten, um auch in Zukunft verstehen zu können, was im Web passiert. Das beginnt und endet mit der Sprache.

Wo und wann findet euer Vortrag statt?
Am zweiten re:publica-Tag, 14. April, um 10 Uhr morgens in der Kalkscheune, Workshop 1.

Wie sind eure bisherigen Erfahrungen mit der re:publica?
Wir sind zum zweiten bzw. dritten Mal hier und bisher hat es uns sehr gut gefallen. Natürlich gibt es immer wieder Panels, deren Inhalte einem doch arg bekannt vorkommen, aber dennoch war die re:publica stets intensiv, informativ und spannend. Und natürlich geht es wie bei jeder Konferenz auch sehr stark um das, was zwischendurch passiert, die Kontakte, die man knüpft und die tollen Projekte, die sich hier teilweise ergeben.

Habt ihr das Gefühl, dass Frauen auf Panels und in Workshops aktiv präsent sind?
Aktiv sicher, aber es lässt sich nicht leugnen, dass das Männer-Frauen-Verhältnis noch lange nicht ausgewogen ist. Was allerdings nichts mit den Veranstaltern zu tun haben dürfte, sondern vielmehr damit, dass sich überhaupt wenige Sprecherinnen bewerben. Ehrlich gesagt sind uns Frauen von der re:publica – wie von anderen Veranstaltungen auch – sehr als diejenigen präsent, die über irgendetwas sprechen, das mit ihnen als Frau zu tun hat, nicht aber mit dem, was sie wissen und können. Das wollen wir ja auch mit den Digital Media Women Hamburg ändern bzw. dieses falsche Bild, denn in Wirklichkeit gibt es natürlich auch auf der re:publica immer wieder klasse Frauen, die was zu sagen haben und auch nicht scheuen, dies zu tun.

Was sind eure Erwartungen an die re:publica in diesem Jahr?
Viele tolle Menschen aus ganz Deutschland kennenlernen, neue Erfahrungen machen und hoffentlich was lernen. Für unser Netzwerk ist es ja die erste re:publica, also sind wir besonders gespannt.


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rp11 – Girls Can Netzpoesie

9. April 2011 von Verena

Vom 13. bis zum 15. April findet die re:publica 11 in Berlin statt. Höchste Zeit also, den Schedule nach weiblichen Speakern abzugrasen. Und Yeah!, das female Gras wächst üppiger und sichtbarer denn je. In loser Folge stellen wir euch in den kommenden Wochen einige Ladies@re:publica vor.

 

Heute: Annina Luzie Schmid

 

 

Wie bist du im Netz unterwegs?
Webseite: anninaluzieschmid
Blog: girlscanblog und wordsonawatch

Twitter:

  • @anninaluzie
  • @freielanze
  • @girlscanblog
  • @wordsonawatch
  • Wie ist der Name deiner Veranstaltung?
    Netzpoesie – Von Review-Blogs und Lyrikseiten.

    Was passiert da?
    Simone Finkenwirth, auch bekannt als die Klappentexterin, und ich werden von Literaturblogs und Lyrik im Netz erzählen. Jeweils etwa eine halbe Stunde: Sie über Bücher, ich über Gedichte.

    Wieso liegt dir das am Herzen?
    Mir liegt das Thema Netzpoesie aus verschiedenen Gründen am Herzen: Zum einen bin ich selbst ja nicht nur Bloggerin, sondern auch Lyrikerin: Mein erster “richtiger” Blog Words On A Watch ist ein Lyrikblog. Zum anderen bietet das Netz Poeten und Verlagen viele wunderbare Möglichkeiten. Auf ein paar dieser Möglichkeiten möchte ich in meinem Vortrag eingehen, außerdem anhand meiner eigenen Geschichte ein paar typische Stationen nachzeichnen, vielleicht ein paar Tricks und Kniffe verraten. Simone wird das aus ihrer Buchhändlerinnen-Perspektive ähnlich angehen, denke ich.

    Wo und wann findet euer Vortrag statt?
    Tag 2, also Donnerstag, um 11.00 Uhr in der Kalkscheune. Unser Termin ist als “Workshop” eingetragen, wir werden also auf jeden Fall auch Fragen aus dem Publikum beantworten.

    Wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit der re:publica?
    Keine. Letztes Jahr war ich nur auf dem Real-Life-Treffen der Girls On Web Society, das ich damals mitorganisiert habe. War große Klasse, kann ich nur jeder empfehlen! Man braucht keine Eintrittskarte für die Re:publica und kann einfach so vorbeikommen. Mehr Infos dazu gibt es in der Girls On Web Society-Facebook Gruppe.

    Hast du das Gefühl, dass Frauen auf Panels und in Workshops aktiv präsent sind?
    Na, das hoffe ich doch! Es scheinen ja dieses Mal einige dabei zu sein.

    Was sind deine Erwartungen an die re:publica in diesem Jahr?
    Och, ehrlich gesagt möchte ich in erster Linie Leute treffen und kennenlernen. Und Spaß haben, klar. Was lernen wäre zwar auch schön, wichtiger als Daten und Fakten sind mir persönlich aber die Menschen hinter den jeweiligen Internetprojekten.


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