Einträge mit dem Tag ‘Quoten’


Keine Kuschelquote – Warum ich die Berliner Erklärung nicht unterzeichne

19. Dezember 2011 von Maria
Dieser Text ist Teil 3 von 4 der Serie Feminismus im Recht

Frauen aller Bundestagsfraktionen und UnterstützerInnen aus Politik und Gesellschaft schließen sich zusammen, um der Gleichstellung von Frauen und Männern zum Durchbruch zu verhelfen. Sie fordern in der Berliner Erklärung vom 15.12.2011 die paritätische und gleichberechtigte Einbeziehung von Frauen in die Entscheidungsprozesse der Wirtschaft und stellen fest, dass dies nur durch verbindliche gesetzliche Regelungen erreicht werden kann. In einem ersten Schritt wollen sie eine 30%-Quote in den Aufsichtsräten der börsennotierten, mitbestimmungspflichtigen und öffentlichen Unternehmen. Ich sollte mich freuen, dass endlich mal Frauen aller Fraktionen zusammen sagen, übrigens, es besteht gleichstellungspolitischer Handlungsbedarf. Sie sagen das auch durchaus mit Nachdruck.

Was mir an der Petition sehr gut gefällt und was ich sofort unterschreiben würde, ist die Feststellung, dass die Gleichstellung in der Realität noch lange nicht verwirklicht ist. Weiter heißt es in dem Einleitungstext: „Die anhaltende Benachteiligung von Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen steht damit im Widerspruch zu unserem Grundgesetz und zu internationalem Recht.“

Trotzdem kann ich mich nicht dazu durchringen, diese Petition auch zu unterzeichnen. What’s not to like?

(weiterlesen …)


Facebook | |


“Kristi, Uschi und die Quote” – unsere Lieblingssoap geht endlich weiter!

18. Oktober 2011 von Anna

Es ist mal wieder Zeit für Quotentalk. Nicht etwa, weil es endlich verbindliche Gesetze oder gar ein Bekenntnis der zuständigen Ministerin geben würde. Nein, es wurde einfach mal wieder offiziell ein bisschen drüber geplaudert und schon hagelt es Artikel an jeder Ecke. Rumgekommen ist aber wie üblich – nichts!

Um konkreter zu werden: Gestern trafen sich Frauenministerin Kristina Schröder, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mit Vorstandsmitgliedern der DAX-30-Unternehmen (also die 30 umsatzstärksten an der Frankfurter Börse notierten Unternehmen) um über die Frauenquote für die Führungsebene zu sprechen. Oder, wie es das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) formuliert: “den Dialog über die Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen fortzusetzen”.

Die DAX Unternehmen präsentierten dabei einen Katalog, in dem sie festlegen, dass bis 2020 der Anteil von Frauen im Management auf bis zu 35 Prozent steigen soll. Richtig gelesen, 2020 und “bis zu 35 Prozent”. Unfassbar revolutionäre Ziele, die im übrigen aber natürlich nicht für Vorstände und Aufsichtsräte gelten sollen. Was genau eine Führungsposition ist, definieren die Firmen selbst.

Und was sagten die anwesenden Ministerinnen dazu? (weiterlesen …)


Facebook | |


Europaparlament fordert die Quote

27. Juli 2011 von Franziska
Dieser Text ist Teil 12 von 17 der Serie Post aus Brüssel

Salut aus Brüssel,
dieses Mal übernehme ich für die Kolumne in Ansätzen unsere Pressemitteilung, die wir vor zwei Wochen angesichts der Forderung nach mehr Frauen in den Vorständen und einer verbindlichen Frauenquoten formuliert haben.

Illustration: (c) Eva Hillreiner

(c) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Hintergrund war, dass das Europaparlament den Bericht “Frauen und Unternehmensleitung” angenommen hat und darin die Wirtschaft auffordert, den Anteil von Frauen in Vorstandsgremien zu erhöhen oder verbindliche Quoten zu akzeptieren. Dazu lautete meine Erklärung:

Wir nehmen es nicht länger hin, dass gerade einmal 12 Prozent der Vorstände und 3 Prozent der Führungskräfte weiblich sind. Die Wirtschaft muss sich endlich von ihren Altherren-Clubs verabschieden. Sollten bis 2012 nicht spürbar mehr Frauen in Führungsgremien sitzen, brauchen wir verbindliche Quoten. Die Wirtschaft verliert sonst weiter Potential und der Staat viel Geld, das er in die Ausbildung von Frauen investiert, die es dann nicht in Spitzenpositionen schaffen. Einige Länder haben das längst erkannt, allen voran Norwegen und Frankreich, seit kurzem gehört auch Belgien dazu. Die Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft zeigt seit zehn Jahren kaum Ergebnisse. Ohne gesetzliche Quote wird sich in deutschen Unternehmen nichts bewegen. Es wird Zeit, dass Brüssel handelt.

Es ist also einiges in Bewegung und ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie es weitergeht. Bis dahin einen sommerliche Gruß!

Eure Franziska


Facebook | |


Quote für Migrant_innen in der SPD? – Die Woche im Überblick

4. Mai 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 103 von 138 der Serie Kurz notiert

Im Guardian gibt es ein Porträt von Michelle Bachelet, der ehemaligen chilenischen Präsidentin und ersten Vorsitzenden der neugeschaffenen UN Women.

Die Autorin und Journalistin Karen-Susan Fessel wird heute im Rahmen der Osnabrücker Gay in May-Kulturtage mit dem Rosa-Courage-Preis ausgezeichnet.

Antje Schrupp hat ihre Präsentation über Frauen- und Männerbilder in der Werbung frei zugänglich gemacht.

Die Heinrich-Böll-Stiftung hat einen Reader über “Digitale Intimität, die Privatsphäre und das Netz” herausgegeben, der zum Download bereit steht. Ein Beitrag in dem Heft beschäftigt sich mit Sexismus, Rassismus und Homophobie im Netz und schlägt verschiedene Möglichkeiten des Umgangs damit vor.

Sibylle Hoyer ist auf der Suche nach Interessierten, die an einer Studie zur Frauenquote in der Privatwirtschaft teilnehmen möchten.

Bleiben wir gleich beim Thema Quote: In der Zeit beschweren sich die Autorin und der Autor eines Artikels über den Fakt, dass eine Frauenquote die beruflichen Aufstiegschancen von Männern behindere. Natürlich kommt der Text ohne Kontextualisierung aus, das heißt, es werden Fakten ignoriert wie: Zweck und Notwendigkeit von positiven Maßnahmen, geschlechtsspezifische Diskriminierung im Berufsleben, unterschiedliche Chancen- und Ressourcenausstattung von Männern und Frauen.

Eine ganz andere Quotenforderung kommt aus der SPD. Nachdem Thilo Sarrazin nun doch in der Partei verweilen darf, möchte sich diese eine Quotierung für Migrant_innen geben, berichtet Migazin. Sarrazin selbst findet die Idee eher bescheiden, wie die Frankfurter Rundschau schreibt.

Das antirassistische Mediawatch-Blog Der Braune Mob weist auf eine Broschüre des “Fördervereins PRO ASYL e.V.” hin. Es sollen u.a. Stimmen gegen die Ausgrenzung und Diskriminierung von Flüchtlingen gesammelt werden.

Gender Across Borders hat einen Aufruf zu Männlichkeiten gestartet: Es werden Autor_innen gesucht, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit dem Thema auseinandersetzen und darüber schreiben möchten. Bewerbungsschluss ist der 18. Mai.

Die Bloggerin Ninia Binias wurde in Trackback, einer Sendung des Radiosenders Fritz, vorgestellt.

Nele Bachmann sucht für ihre Bachelorarbeit an der Freien Universität Berlin Doppelkarrierepaare mit Kindern für eine Interviewerhebung (PDF).

Die Al Arabiya News porträtieren Zainab al-Khawaja, eine bahrainische Aktivistin. Nachdem ihr Vater, Ehemann, Onkel und Schwager verhaftet wurden, begann sie einen Hungerstreik. Seit Mitte Februar gibt es auch in Bahrain Proteste für mehr Demokratie und Menschenrechte.


Facebook | |


Die Quote in der EU

27. April 2011 von Franziska

Salut,

die Diskussionen um eine verbindliche Frauenquote in den Chefetagen der Unternehmen reißen nicht ab. Im Frühjahr/Sommer 2010 bricht die Telekom ein Tabu und führt eine Frauenquote in Führungspositionen ein. Man hätte das noch als Werbestrategie um weibliche Kunden abtun können.

Illustration: (c) Eva Hillreiner

(c) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Doch mittlerweile haben Eon, Bosch, Daimler und BMW nachgezogen. Dann spricht sich im Juni 2010 die Justizministerkonferenz für eine Frauenquote in Führungs­positionen aus. Und was macht die Bundesregierung? Sie will bis 2012 prüfen, wie weit die Gleichstellung von Männern und Frauen in Führungspositionen vorangekommen ist. Bis dahin setzt sie auf die Selbstregulierung des Marktes und freiwillige Verpflichtungen. Inzwischen haben Norwegen, Spanien, Frankreich und die Niederlande erfolgreiche Quoten – wie lange will Deutschland noch dieser Entwicklung hinterherhinken?

Während sich unsere Ministerinnen Schröder und von der Leyen nicht einigen können und Angela Merkel sich klar gegen eine Quote ausgesprochen hat, scheint es auf europäischer Ebene langsam aber sich voran zu gehen. Am 1. März hat sich Justizkommissarin Viviane Reding mit den Vorständen der größten börsennotierten Unternehmen in der EU (u.a. BASF, Guerlain, Dexia, Strabag…) getroffen und diese aufgefordert, bis zum 8. März 2012 ein „Frauen-in-die-Vorstände-Versprechen” zu unterzeichnen, durch das sich die Unternehmen selbt verpflichten, auf freiwilliger Basis den Anteil von Frauen in ihren Vorständen zu erhöhen.

Dies soll vor allem dadurch erreicht werden, dass ausscheidende Vor­stands­mitglieder durch qualifizierte Frauen ersetzt werden. Sollten bis zum Stichtag im März nächsten Jahres nicht genügend Unternehmen dieses Versprechen abgegeben haben, wird Reding nach eigener Aussage eine ver­bindliche Quote durch EU-Vorschrift einführen. Diese soll 30 Prozent bis 2015 und 40 Prozent bis 2020 betragen.

Und auch Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier hat jetzt einen Vorschlag vor­gelegt. Am 5. April veröffentlichte die Europäische Kommission ihr Grünbuch zu „Corporate Governance“, in dem Barnier die Unternehmen auffordert, Führungs­positionen großer europäischer Unternehmen mit Personen aus verschiedenen Nationen, geeigneten beruflichen Fähigkeiten sowie gleichmäßig gemischt mit Männern und Frauen zu besetzen.
Weiblichere Chefetagen erhöhten die „kollektive Intelligenz”, so Barnier. Zudem sei es an der Zeit, den einseitig männlichen Führungsstil mit weiblichen Eigenschaften zu modifizieren. Auch das sei eine Lehre, die Europa aus der Finanz- und Bankenkrise ziehe.

Bis zum 22. Juli dieses Jahres hat nun jede_r Gelegenheit, Vorschläge zum Grünbuch einzureichen.


Facebook | |


Die Quote nützt allen

1. März 2011 von Silviu
Dieser Text ist Teil 19 von 27 der Serie Neues vom Quotenmann

In der jüngsten Folge der deutschen Debatte um die Frauenquote wurde meiner Meinung nach ein interessantes Argument zwar skizziert, aber nicht vollständig und prägnant genug entwickelt: Die Quote, endlich eingeführt nicht nur für die Aufsichtsräte und Vorstände der Großunternehmen, sondern auch für andere männerdominierte Institutionen, würde ein wichtiges indirektes Demo­krati­sierungs­poten­tial mit sich bringen, von dem die ganze Gesellschaft profitieren könnte.

Mit mehr Frauen in Führungspositionen könnte es tatsächlich mehr Demokratie in den wirtschaftlichen und in anderen immer noch stark hierarchisch organisierten Strukturen geben. Nicht weil Frauen a priori oder von ihrer Natur her konsens­orientierter, einfühlsamer und weniger autoritär seien, als Männer. Wer so argumentiert, egal wie wohlgemeint, öffnet den alten Stereotypen eine Hintertür. Vielmehr würde die Quote diese Strukturen einfach deshalb lockern, weil sie mehr Vielfalt bedeutet und zu einer Koexistenz unterschiedlicher Lebensprojekte zwingt.

Diese Lebensprojekte lassen sich nicht auf unterschiedliche Kombinationen der zwei klassischen Ziele, Familie und Karriere, reduzieren. Das alte Dilemma ist genauso revisionsbedürftig geworden wie seine beiden Komponenten. Die Ein­führung der Quote könnte zum Beispiel eine Chance sein, die gängige Vorstellung von Karriere als schnurgeradem Aufstieg in einer strikten Hierarchie neu zu überdenken. Der Grund liegt aber wieder nicht darin, dass Frauen „als Mütter“ unfähig seien, so Karriere zu machen, sondern eher in der einfachen Tatsache, dass diese Vorstellung der heutigen Realität in der Arbeitswelt nicht mehr entspricht. Ständige Weiterbildung, Outsourcing und unterschiedliche Arbeitsorte, flexible Arbeitszeiten und Hierarchien gehören zum Alltag einer globalisierten Wirtschaft. Allein schon diese Forderungen nach immer mehr Flexibilität lassen sich mit dem Begriff einer lückenlosen Karriere kaum vereinbaren.

Die Quote wäre also nicht nur das Richtige vom Standpunkt der Gleich­berechtigung und Gerechtigkeit. Sie könnte auch zu mehr Demokratie am Arbeitsplatz beitragen, indem sie die Machtverhältnisse neu definiert, verkrustete Hierarchien ablöst und vielleicht mehr Gestaltungsraum für selbstständige Entscheidungen der MitarbeiterInnen schafft. Von einem Abbau der veralteten Strukturen in den eher konservativen Wirtschaftsmilieus könnten nicht zuletzt auch viele Männer profitieren, die täglich mit den Launen manch eines vorgestrigen Vorgesetzten klarkommen müssen. Für andere würde eine Umgestaltung in den Führungsetagen vielleicht sogar mehr Freiheit bedeuten, mehr Emanzipation von falschen Sachzwängen, mehr Zeit für das Private.

Natürlich bietet die Quote allein noch keine absolute Garantie für eine Demo­kratisierung der Arbeitsverhältnisse. Sie wäre aber eben ein wichtiger Schritt, den die deutsche Regierung noch einmal verpasst hat. Stattdessen wurde den Bür­ger­Innen wieder das alte Märchen erzählt. Das Märchen von einem ruhigen, mono­kulturellen und sparsamen Industrieland, in dem Männer exportorientiert Karriere machen, weil nur Frauen Familie haben.


Facebook | |


Bravo, Girl?! Star-Schnitten, Frauenfeindlichkeit für Mädchen und ein Schuss Quote

18. Februar 2011 von Meredith
Dieser Text ist Teil 96 von 143 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Was in der letzten Woche so gebloggt wurde:

Nina La Grande schreibt eine grandiose und verstörende Kritik des gedruckten Stück Übels, das sich “Bravo Girl” nennt. Kostprobe:

Mir wird erklärt, wann man zu dick oder zu dünn ist. Wann Jungs mich für einen Nerd halten oder denken, dass ich unsexy bin. Ich habe nichts dagegen, pubertierenden Mädels ein paar Lebenstipps mit auf den Weg zu geben. Aber dieser Artikel zeigt den Leserinnen, dass sie eben sexy zu sein haben. Auch wenn die Bravo Girl schreibt, dass Mädchen nicht megaschlank sein müssen. Sie könnten auch mit einer tollen Art, einem “Mega-Klamottenstil” (aber nicht zu knallig oder düster…) oder einer sexy Stimme anziehend wirken. Trotzdem müssen die Mädels irgendwie sexy sein!

Das Missy Blog hat einen Nachbericht zu einem Hacking-Workshop für Frauen auf der Transmediale in Berlin, was beim Lesen selbst in meinen eher technikunfähigen Ladyfingern den starken Wunsch erzeugt, an Elektronik herum zu basteln.

Die Missy Berlinale-Bloggerin Gaby schreibt unter anderem über den neuen Film von der stets toll angezogenen und immer intelligenten Mirandy July, “The Future”.

Nochmal Missy, die Neue: Mrs. Pepstein spricht mit Chris Köver über die neue Ausgabe.

In der Schweiz sollen Prostituierte ihre Bezahlung bald einklagen können, schreibt Sina. Das ist gut, weniger gut finde ich ihren Nebensatz über die Schweizer Bundesrichterinnen, die solche Regelungen bisher abgelehnt hätten, weil sie angeblich “insgeheim von Missgunst getrieben werden..”

Seit ÜBER EINEM JAHR ist die syrische Bloggerin Tal al-Mallouhi schon inhaftiert. Fest genommen wurde sie wegen “Spionage”, schreibt Opalkatze, auch ihr Computer wurde beschlagnahmt. Nun soll sie weiter fünf Jahre in Haft bleiben. Ihr Blog beschäftigte sich mit Menschenrechtsfragen, insbesondere der Situation der Palästinenser.

Diese intelligente Gedanken zum Thema “Warum wir nicht aufhören dürfen, über die Quote zu reden”, sind ein Balsam auf der Seele all derjenigen, die mittlerweile echt keinen Bock mehr auf die Diskussion haben. Aufgeschrieben hat sie Andrea Günter.

Cora Stephan ist gegen die Quote und schlägt etwas vor, das ihrer Meinung nach besser funktionieren sollte: Frauen sollen in jungen Jahren ruhig weniger arbeiten und Kinder bekommen. Sie haben nämlich andere Prioritäten. Die Lösung für Cora Stephan lautet: Männer sollen ruhig die Chefposten übernehmen, aber mit 50 in Rente gehen. dafür machen frauen eben erst ab Vierzig Karriere. Da schwingt jemand aber fröhlich die Flagge für die Geschlechterdifferenz..

Ui, groovy! Das Blog Spielfeldschnitte hat eine Playlist für die Frauen WM zusammen gestellt.

Eingetragene Partnerschaften FTW! Sowohl die anglikanische Kirche, als auch Facebook führen diesen Beziehungsstatus bei sich ein, kann man auf queernews nachlesen.

Antje Schrupp bloggt über den Krawattenstreit im Bundestag.

leonie kommentiert auf dem Mädchenblog die Bemühungen des US-amerikanischen Repräsentantenhauses, die Gesundheit von Frauen in Gefahr zu bringen und wünscht “weiterhin fröhliches Menstruieren”, auch beim Sex. Wie das besser geht, könnt ihr hier nachlesen.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


Ganz viel Quote – die Blogschau

12. Februar 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 95 von 143 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Weiter geht es in der Quotendiskussion: DieliebeNessy erklärt, warum sie sich – unabhängig von ihrer Indifferenz gegenüber der Quote – wohl nie in einer Führungsposition wiederfinden wird. Die Antwort gibt es von der Vorspeisenplatte, die Nessys persönliche Sicht für “ausgesprochen repräsentativ” hält und deshalb für die Quote plädiert.

Unterstützung für die Quote findet sich auch beim Deutschen Frauenrat, wie deren Vorsitzende Marlies Brouwers in einem offenen Brief an Ursula von der Leyen schreibt.

Die Sammelmappe sucht noch MitstreiterInnen, um die Anzahl der Frauenzitate bei Wikiquote zu erhöhen.

Über die Bedeutungsbreite des Schuhfestischs von Sätzen wie “Ich hab mehr als drei paar Schuhe im Schrank” bis zu den Einschnürungspraktiken in China schreibt Nahtschatten auf ihrem Blog.

Fetisch oder schon Folter? Die letztjährige Alexander McQueen Kollektion. (Foto via Nahtschatten)

Postgedanken ärgert sich über die Rückkehr der Burka in Gesetzessprechung und Berichterstattung. In letzterer gehe es aber weniger “um die Frau und ihre angenommene Unterdrückung […], in erster Linie geht es um westliche Grundwerte und deren öffentliches Erscheinungsbild.”

Meinaugenschmaus schildert ihre Eindrücke, konkret von der Podiumsdiskussion “Gibt es einen Politikwechsel im Behindertenbereich oder bleibt alles beim Alten?” und allgemein von der Behindertenpolitik in Deutschland.

Dass die Enquete-Kommission “Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ bei ihrer Mission, Wege zum nachhaltigen Wirtschaften  aufzuzeigen, die erwerbslose Frauenarbeit in Haushalt, Erziehung und Pflege außer Acht lässt, ärgert karolinen. Die Antworten auf ihren Protest hat sie hier gebloggt.

Einen offenen Brief zur besagten Enquete-Kommission gibt es auch beim braunen Mob.

Über die erste Pressekonferenz der österreichischen Plattform 20000Frauen und ihrer frauenpolitischen Forderungen berichtet die denkwerkstatt.


Facebook | |


Neues Quotenargument: weibliche Schönheit beflügelt den männlichen Konzernchef!

8. Februar 2011 von Nadine

Dass Feminist_innen und Aktivist_innen für soziale Gerechtigkeit auf nicht viel (zuweilen gar keine) Unterstützung der vermeintlichen Qualitätsmedien hoffen können, dürfte hinreichend bekannt sein. Auch zur Quotendebatte trug die selbsternannte vierte Gewalt im Staat nichts Neues oder Konstruktives bei. Während Zeit Online erst im Nachhinein an der peinlichen “Zickenzoff”-Überschrift (aka. drei Politikerinnen gehen ihrer Arbeit nach) herumdoktorte, schaffte es die Tagesschau, populistisch und plump Stimmung gegen Quotierungsregelungen zu machen. Die FAZ suhlte sich mal wieder in ihrem neoliberalen Duktus und fand doch tatsächlich heraus, dass staatliche Interventionen für mehr Chancengleichheit irgendwie gegen die Logik des freien Marktes seien (ach nee?!) und deshalb ungerecht. Gerechtigkeit ist also ungerecht. Hä?  Außerdem seien die Quotenuschis der Ursula von der Leyen eigentlich gar nicht richtig qualifiziert. Diskriminierung gegen männliche Leistungsträger! An dieser Stelle habe ich als Feministin logischerweise wenig Verständnis für die Belange einzelner Privilegierter.

Immer, wenn die Quotendebatte aufflammt, weil die EU Druck macht, Deutschland im internationalen Vergleich in Sachen Geschlechtergerechtigkeit peinlich weit hinten platziert ist, Frauenministerin Schröder auch mal was sagen will oder die Telekom sich als furchtbar progressiv inszeniert, schmeiße ich mein Mixtape “vermeintliches Geschlechterwissen meets MC Phrasenschwein” in den Player, drücke auf Play und widme mich Dingen, die Spaß machen. Zum Beispiel Theorien und Studien, die all das widerlegen, was da so aus den schlauen Köpfen vieler Journalist_innen purzelt, die allein aufgrund ihres Besitzes eines Geschlechts der Meinung sind, Expert_in auf dem Gebiet der Gleichberechtigung zu sein. Wie weit sind wir schon gekommen, dass Geschlecht als einziges Qualifikationsmerkmal zählt!

Heute morgen flatterte mir die neueste Zote von Josef Ackermann auf den Desktop, der sich nicht dafür schämt, Frauen allein deshalb in die Unternehmen schubsen zu wollen, weil sie gut aussehen und den Sugar Daddy der Finanzkrise kreativ befördern. Da werden sogar die konservativen Damen Aigner und Koch-Mehrin ausfällig. Und als ob all das, was da in den letzten Wochen an Absurdem im Namen des Alltagswissens und der Meinungsfreiheit hinauspostuliert wurde, zusammengenommen nicht schon Grund genug wäre, soziale Gerechtigkeit und Sensibilität in Genderfragen hierzulande für gescheiterte Projekte zu erklären, schwingt sich nun die Welt auf, den Geschlechterbacklash in astronomische Höhen zu katapultieren:

(weiterlesen …)


Facebook | |


Wir sind frustriert, nicht feige!

8. Februar 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 31 von 42 der Serie Meine Meinung

Bascha Mika ist frustriert. Mit der Gesellschaft, mit den patriachalischen Strukturen und das am Ende immer alles so weiter geht, wie es schon lange weiter geht. Und an wem lässt sie es aus? Na klar, an den Frauen. „Die Feigheit der Frauen“ heißt ihr Buch und damit möchte sie anscheinend Frauen animieren, endlich mal mehr auf Gleichberechtigung zu pochen. Als Beispiele nennt sie im taz-Interview, dass Frauen immer noch eher ihrem Partner hinterher ziehen, mehr Hausarbeit machen und seltener Ansprüche auf Führungsstellen geltend machen.

Ich bin auch frustriert. Allein dieser Titel frustriert mich schon wieder unendlich. „Jetzt seid ihr Frauen dran“ – als ob an dieser Aussage irgendwas neues wäre. „Nein nein nein“, möchte ich da nur noch schreien. Warum ist es denn nie genug, was wir Frauen tun und getan haben? Warum muss es immer noch einen mehr sein? Frust, Frust, Frust. Mehr zu fordern ist so einfach, doch der Teufel lauert heute im Detail und: dort versteckt er sich einfach klasse. Große Ungerechtigkeiten sind selten geworden, der Kampf ist nicht mehr so plakativ wie der fürs Frauenwahlrecht.

Ab dem ersten Tag hab ich als Frau schon weniger in der Lohntüte – klar kann ich da sofort nachfragen und riskieren, am Ende ohne Job darzustehen. Warum verflixt noch mal muss ich da überhaupt noch hinterher sein, dass man mich anständig behandelt? Wer macht denn endlich mal denen das schlechte Gewissen, die bewußt diskriminieren oder, irgendwie genauso schlimm, sich noch nie Gedanken gemacht haben?

Und wenn ich schon ab dem ersten Tag weniger verdiene, kommt der Rattenschwanz an persönlichen Entscheidungen leider von ganz alleine. Wenn der Mann mehr verdient, bessere Aufstiegschancen hat, dann wird es irgendwann zum Selbstgänger. Oft genug bleibt frau nach dem Mutterschutz nur der Wiedereinstieg auf einen Abschiebeposten – da kann frau täglich mit ihrem Mann für eine bessere Gesellschaft streiten oder erstmal versuchen, ihrer Familie das Überleben zu sichern. Frust kommt übrigens in beiden Fällen auf.

Wobei wir beim letzten Punkt wären, der sicher schon viele (heterosexuelle) Frauen hat verzweifeln lassen. Denn auch wenn es 2011 ist und Männer mehr denn je im Haushalt machen: Auch aus dem emanzipiertesten Männermund kommt irgendwann ein unüberlegter Witz, ein unreflektierter Anspruch, ein Relikt patriachalischer Traditionen. Und frau steht da, völlig frustriert und könnte schon wieder kotzen oder weinen oder schreien. Wenn frau überhaupt einen Mann gefunden hat, der Abwasch und Wäsche macht, ohne Applaus zu verlangen. Zu einer Frau, die in einer Partnerschaft mehr häusliche Pflichten übernimmt, gehört schließlich ein Mann, der ihr diese Pflichten einfach überlässt. Aber was solls, schuld sind wir dann ja irgendwie doch, jeder Macho hatte eine Mutter, die ihn hat verkommen lassen.

Für Gleichberechtigung und Gleichbehandlung zu kämpfen ist ein 24-Stunden-Job, es kostet Kraft und Nerven, es frustriert, denn viel zu oft scheint es einfach gar nichts zu bringen. Pamphlete an die Männer, für den gleichen Lohn ihrer Kolleginnen zu kämpfen, sich für Elternzeit und Teilzeitjobs einzusetzen, sind weiter rar. Manchmal raten vielleicht noch Männerzeitschriften, seiner Ehefrau beim Abwasch zu helfen, sei einer sicherer Weg für weniger Frust und mehr Sex zu sorgen. Und dann kommt Bascha Mika und nennt uns auch noch feige. Na danke.

Heute abend ist Bascha Mika übrigens im Fernsehen; Zusammen mit Anke Domscheit-Berg, Miriam Gruß von der FDP und Quotengegnerin und Erbin Marie Christine Ostermann wird sie mit Pinar Atalay diskutieren. Um 22:15 Uhr heißt es in der PHOENIX-Runde „Wir müssen draußen bleiben – Woran scheitern Top-Frauen?”


Facebook | |



Anzeige