Einträge mit dem Tag ‘Quoten’

Gute Frage

Friday, August 8th, 2008 von Susanne

Sind Frauen einfach zu klug als dass sie in Führungspositionen aufsteigen wollten?

Heise-Kolumnist Damian Sicking sagt: Ja.

(Und handelte sich damit innerhalb knapp 20 Stunden sagenhafte 233 Kommentare ein.)

Die Frauen von Europa

Friday, May 2nd, 2008 von Susanne

Der Spiegel entdeckt mal wieder die Frauen. Diesmal in der europäischen Politik. Und weil die Autorin des Spiegels anscheinend nicht glauben kann, dass die Damen durch ihre Politik auf sich aufmerksam gemacht haben, fängt der Artikel zum Thema dann auch so an:

Die Wende kam schleichend, doch sie ist nicht mehr zu übersehen. Plötzlich sind die fadesten Politiker-Gruppenfotos bunt. Die neuen Ministerinnen blitzen mit fuchsienfarbenen Kostümen und wohlfrisiert zwischen all den Anzug-und-Krawatte-Uniformen hervor.

Im weiteren Text geht es dann aber glücklicherweise doch noch um die Frage, wie europäische Politikerinnen ihrer Ämter walten: wie die deutsche Familienministerin Ursula von der Leyen Millionen für den Krippenausbau durch das Kabinett drückt, wie die spanische Verteidigungsministerin Carme Chacón hochschwanger Paraden abnimmt, oder dass der französische Präsident Nicolas Sarkozy einem Kabinett vorsteht, von deren 32 Mitglieder elf Frauen sind.

Außerdem zitiert der Spiegel Zahlen aus einer Studie der Interparlamentarischen Union. Was ich hier gern auch mache, weil die Zahlen sehr interessant sind:

  • Weltweit sind 17 Prozent der Abgeordneten weiblich - sieben Prozentpunkte mehr als vor zehn Jahren.
  • Die EU liegt in Sachen politischer Chancengleichheit über dem Durchschnitt: 1997 saßen 16 Prozent Frauen in Parlamenten der Europäischen Union, heute ist knapp ein Viertel weiblich. Europas Spitzenreiter sind Schweden, Finnland und die Niederlande - die Schlusslichter Ungarn, Rumänien und Malta (siehe Grafik).
  • Bei der Verteilung der Ministerjobs innerhalb Europas geht es höchst unterschiedlich zu: Griechenland und die Türkei haben jeweils nur eine Frau in der Regierung, die Slowakei zwei - in der finnischen Regierung sind zwölf von zwanzig Kabinettsposten weiblich besetzt.
  • Frauen rücken zunehmend in die Regierungen ein, wenn man den europäischen Durchschnitt betrachtet: Heute ist fast ein Viertel der Kabinettsposten in Europa mit Frauen besetzt; Mitte der Neunziger waren es noch 16 Prozent.

(Dank an Mareke für den Link)

Bundestag für mehr Professorinnen

Monday, February 18th, 2008 von Susanne

Heute wird es im Deutschen Bundestag zwischen 12 und 15 Uhr eine Anhörung zum Thema Frauenförderung in der Wissenschaft geben. Die Grünen haben diese Anhörung beantragt, denn heute sind zwar die Hälfte aller Studierenden weiblich, doch sie besetzen nur 15 Prozent der Professuren. Weniger als zehn Prozent der Uni- und Hochschulleitungen sind Frauen. Der deutsche Wissenschaftsrat fordert schon seit einiger Zeit “Anreiz- und Gratifikationssysteme”, soll heißen: Wer Frauen fördert, bekommt zum Beispiel höhere Subventionen oder Sondermittel. Sollte das nicht ausreichen, würde der Wissenschaftsrat auch zur Einführung von Quoten raten.

Denn: Trotz Gleichstellungsbestrebungen auf allen Ebenen, werden Professorenstellen heute typischerweise immer noch an einen männlichen Schüler des Professors vergeben, Studentinnen werden meistens kaum gefördert, ihnen “schlägt eine andere Motivationskultur entgegen als Männern”, sagt Jutta Dalhoff, Leiterin des Kompetenzzentrums für Frauen in Wissenschaft und Forschung, zur Süddeutschen Zeitung. Diesen eingeschliffenen Verhaltensweisen will nun die Politik abhelfen.

MS-Mamafreundlichkeit

Tuesday, January 29th, 2008 von Barbara

Das Unternehmen Microsoft, so ein Bericht des aktuellen Spiegels, glänzt durch Mamafreundlichkeit. Nicht nur, dass Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt werden würden, auch für Mütter setzt sich der Konzern ein. Home Office, Teilzeitarbeit, Glauben an die Mitarbeiterinnen und ihre Kraft - so werden Frauen mit Kindern nicht auf die Blacklist gesetzt, sondern gefördert.

Hinzu kommt, dass der deutsche MS-Geschäftsführer an weibliche Führung glaubt. Er hat sich nicht nur die Studie “Women Matter” von McKinsey, die zeigt, dass Frauen in der Führungsebene Unternehmen in finanzieller und organisatorischer Hinsicht gut tun, zu Herzen genommen, sondern auch eine der US-amerikanischen Frauenorganisation Catalyst:

“Wo sich mindestens drei Frauen im Vorstand finden, steigen die Erträge nachweislich. Drei allerdings müssen es sein, um die dominierende Kultur in einer Gruppe zu beeinflussen. Die klassische Einzelkämpferin, so viel steht fest, kann nichts verändern. Entweder sie passt sich dem männlichen Verhaltenskodex an - oder sie scheitert.”

Fünf Top-Managerinnen gibt es bei Microsoft, der immer wieder zu einem der beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands gewählt wird. Die Damen in der Führungsetage sind allesamt Mütter. Eine Seltenheit in der Wirtschaftswelt. In punkto Gleichstellung liegt der Konzern also vorn - Lob für die MS-Mamafreundlichkeit.

Viva Norwegen! Hasta la Frauenquote siempre!

Thursday, December 27th, 2007 von Meredith

Tick, tock, die Zeit läuft ab für Norwegens Aufsichtsräte. Noch bis Montag haben Unternehmen in dem skandinavischen Land, die gesetzliche Frauenquote in ihren Chefetagen zu erfüllen, sonst droht ihnen die Zwangsschließung. Und so wie es laut Guardian derzeit aussieht, könnte das etwa ein Viertel aller Konzerne betreffen.
2003 wurde das Gesetz verabschiedet, dass allen norwegischen Aktiengesellschaften eine Frauenquote von 40 Prozent in ihren Aufsichtsräten vorschreibt. Urprünglich galt die Frist bis Anfang 2007, doch die Unternehmen bekamen ein Jahr Aufschub. Die Gleichstellungsministerin Norwegens (die haben eine MINISTERIN dafür, Leute!) Manuela Ramin-Osmundsen verteidigte die Quote mit dem einfachen Argument, dass ohne nichts voran ginge: “Seit 20 Jahren versuchen Wirtschaftsorganisationen die Zahl der Frauen in den Vorständen zu steigern, aber sind erfolglos geblieben.”

In Norwegen studieren genauso viele Frauen wie Männer und machen genau so hohe Abschlüsse. Trotzdem sind Frauen auf der Vorstandsebene extrem unterrepräsentiert. Das ergibt wenig Sinn, ist aber übrigens in Deutschland derselbe Fall. Das norwegische Parlament hatte das Gesetz folgerichtig mit einer großen Mehrheit verabschiedet.

Kann mir bitte jemand erklären, warum das sonst ach-so-fortschrittliche Deutschland eigentlich immer beim Thema Gleichberechtigung dreißig Jahre hinter anderen europäischen Ländern her hinkt?

Im Führungskräfte-Seminar

Tuesday, December 11th, 2007 von Susanne

Norwegen ziert sich mit Quotenregelungen nicht so wie Deutschland. Dort haben die Politiker schon 2003 ein Gesetz erlassen, nach dem ab dem 1.1.2008 die größeren Aktiengesellschaften mindestens 40 Prozent ihrer Kontrollgremien mit Frauen besetzen müssen. Noch immer haben das nicht alle Unternehmen umgesetzt, jetzt läuft der Countdown - wo zum Jahreswechsel die Quote nicht erfüllt ist, droht die Auflösung.

Damit auch alle Posten mit kompetenten Frauen besetzt werden können, bietet die norwegische Wirtschaft Seminare wie “Female Future”, von dem der FTD-Autor Clemens Bomsdorf berichtet. Wann ringt sich die deutsche Regierung endlich dazu durch, auch unseren Wirtschaftsunternehmen ein bisschen auf die Beine zu helfen, was Frauen in ihren Unternehmen angeht?