Einträge mit dem Tag ‘Israel’


Samstagabendbeat mit den Frauen aus Bet Shemesh

14. Januar 2012 von Magda

Am 6. Januar versammelten sich 250 Frauen aus Bet Shemesh (Israel), um auf ihre Art gegen die männlich-dominierte öffentliche Sphäre zu demonstrieren – und zwar mit einem zum Mitmachen einladenden Flashmob.


Facebook | |


Frauen müssen draußen bleiben – Neues aus Israel

18. Juli 2011 von Helga

Immer stärker gerät die Geschlechtertrennung im öffentlichen Raum in Israel auf die Tagesordnung. Auf der einen Seite wurde der staatliche, orthodoxe Radiosender „Kol Barama“ gezwungen, künftig auch Frauenstimmen zu senden – allerdings soll das laut Senderangaben auf eine Sendung pro Woche und „Notfälle“ beschränkt werden. Selbst Sendungen die sich an Hörerinnen richten, werden von Männern moderiert und Anrufe von Frauen nicht gesendet, berichtete DRadio Wissen.

In der taz gibt es außerdem einen Bericht über einen Wirtschaftskongreß der orthodoxen Zeitung Hamodia, der ohne weibliche Beteiligung abgehalten wurde.

Die unerträgliche Leichtigkeit, mit der es den Männern gelingt, unter sich zu bleiben, überrascht insofern, als es häufig die orthodoxen Frauen sind, die die Familie ernähren müssen, während sich ihre Männer dem Studium der Thora widmen. Gerade in den letzten Jahren initiierte das Wirtschaftsministerium in Jerusalem zahlreiche staatliche Programme, die auf die Integration der ultraorthodoxen Frauen in den Arbeitsmarkt abzielen.

Dem liberalen Wirtschaftsblatt The Marker sei dies nicht geheuer, da der verstärkte Einfluss der Ultraorthodoxen zunehmend zu Benachteiligung von Frauen führen würde.

Eine hoffnungsvolle Geschichte hat immerhin noch die FAZ: Dort gibt es ein Porträt der Israelin Ilana Hammerman. Sie schmuggelt Palästinenserinnen für Ausflüge nach Tel Aviv und besucht mit ihnen den Zoo oder am Strand.


Facebook | |


Feministinnen von der Web-Stange: Blogschau zum Wochenende

18. Juni 2011 von Nicole
Dieser Text ist Teil 113 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Zum Blogthema der Woche, dem „Amina-Hoax“, schreiben Nadia Shehadeh bei Philibuster und Katharina beim Schafott.

Der „Elektrische Reporter“ beschäftigt sich mit dem Thema Männer und Frauen im Netz … na ja oder fast. Quoten braucht es nicht, die Mädchenmannschaft landet an der Kleiderstange und sonst ist auch alles super. Antje Schrupp, Annalist und liva2lox verdrehen die Augen. Das ungeschnittene Interview mit Anke Domscheit-Berg, die in dem Beitrag zu Wort kommt, gibt es übrigens hier zu sehen.

Gerda knows ít better hat in der Berliner Zeitung über die „Macht der Frauen“ gelesen und ist entsetzt.

Kopfweh statt Rausch hat „Between the Lines“ gesehen, einen Film über Hjira, das „dritte Geschlecht Indiens“.

Bei Jens Scholz gibt es eine kleine Lingustiklektion zu “Polyamory”.

Über eine Veranstaltung der Jusos Bonn mit einer Delegation von jungen Frauen aus Israel und Palästina im Frauenmuseum Bonn berichtet der Rheinsalon.

Das Missy Magazine erinnert an die Courage, ein feministisches Zeitungskollektivprojekt: Die erste Nummer erschien vor 35 Jahren, am 17. Juni 1976. 1984 wurde die Courage wieder eingestellt.

Abschließend noch ein Veranstaltungshinweis, ebenfalls bei den Missys, die auf das Sommercamp des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) für Schülerinnen hinweisen: Handy-App selbstgemacht!


Facebook | |


Glorifizierte Väter und tote Frauen in Musikvideos

12. Januar 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 61 von 153 der Serie Kurz notiert

Feministing berichtet wieder einmal vom Dreier schlechthin – Biologismus, Sexismus und Heteronormativität: Der Geruch von weiblichen Tränen soll den Testosteron-Spiegel von Männern sinken lassen, so eine neueste Studie. Nicht nur das: Weil Männer triebgesteuerte Wesen sind, die nur über Hormone zur Interaktion befähigt werden, wollen sie im Angesicht tränenreicher Frauen auch gleich keinen Sex mehr. Also Ladys, wenn ihr mal wieder kein Bock auf ‘ne schnelle Nummer mit ihm habt, einfach losflennen. </ironie off>

In der Huffington Post appelliert Joanne Herman dafür, bereits in der Schule Kinder und Jugendliche an Trans*Konzepte beziehungsweise Transsexualität heranzuführen, um ihnen eine freiere Wahl bezüglich ihres Genders und gegebenenfalls Geschlechtes zu ermöglichen und bereits trans* lebende junge Menschen zu empowern. Kritik an diesem Vorhaben übt Alex vom Bilerico-Project.

Dass Kindererziehung noch immer keine gleichberechtigte Aufgabe im Leben einer heterosexuellen Familie ist, ist keine Überraschung. Überraschend hingegen ist der Pathos, der ganze Artikel begleitet, wenn über Väter in Elternzeit berichtet wird, als sei die von Männern temporär geleistete Reproduktionsarbeit etwas, was mensch auf einen Podest stellen müsste. Melanie Rühl von der FAZ schien sich an ihrem Reportageobjekt offenbar nicht sattsehen und -schreiben zu können.

Vergangenen Sommer schrieben wir über die Geschlechtertrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln Jerusalems. Diese wurde nun vom Obersten Gerichtshof Israels für illegal erklärt, weiß dieStandard.at.

Nepal will laut Nachrichtenagentur AFP seinen Einwohner_innen bei der nächsten Volkszählung neben des obligatorischen Mann-Frau-Default auch Transgender zur Selbstbestimmung des Geschlechtes anbieten. Auch Indien soll 2011 eine Volkszählung mit sogenannter “third gender category” planen. Dies wurde aus Regierungskreisen allerdings noch nicht bestätigt.

Die Frauen in Kanye Wests neuem Musikvideo sind attraktive Leichen, derer sich die männlichen Protagonisten ganz selbstverständlich bemächtigen dürfen. Frauenfeindlichkeit und sexualisierte Gewalt findet Melinda Tankard Reist allerdings überhaupt nicht sexy und fordert ihre Leser_innen dazu auf, eine entsprechende Petition mitzuzeichnen.

Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ist erreicht. Ein Kampf dafür also obsolet. Wie lange haben sich Feminist_innen solche Sätze schon auf der Zunge zergehen lassen müssen? Laurie Penny analysiert auf NewStatesman den Mythos des Gleichberechtigungsmythos.

In seinem monatlichen Bericht über sexuelle und reproduktive Rechte und Gesundheit fokussiert Gender Across Borders dieses Mal die jüngsten Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zum Recht auf Abtreibung.

Erfolg für LGBT*-Aktivist_innen in den USA: Demnächst sollen auf allen Anträgen für Reisepässe Hinweise auf das Geschlecht der Eltern entfernt werden, um den verschiedenen Formen familiären Zusammenlebens Rechnung zu tragen, heißt es bei der Washington Post. Antragssteller_innen müssen also nicht mehr zwingend einen weiblichen und einen männlichen Elternteil angeben. Unklar ist noch, ob diese Änderung auf alle staatlichen Dokumente ausgeweitet wird.

Das Kinderhilfswerk Plan fordert die Vereinten Nationen auf, den 22. September zum Internationalen Mädchentag zu erklären. Hier könnt ihr die entsprechende Petition mitzeichnen und die zivilgesellschaftliche Organisation bei ihrem Vorhaben unterstützen.

Queer/feministische Termine für diese und nächste Woche findet ihr in unserer Übersicht für Januar, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen, etc. mit herrschaftskritischem und emanzipatorischem Anspruch. Veranstaltungshinweise bitte mit Link an post[ät]maedchenmannschaft[punkt]net, auf unsere Facebook-Wall oder per Twitter an @grrrls_team.


Facebook | |


Jerusalem: Verkehrsplanung mit Konfliktpotenzial

25. August 2010 von Nadine

Einige Buslinien in Jerusalem sind bereits geschlechtersegregiert, die zukünftigen Stadtbahnen könnten es auch bald sein, berichtet der Guardian. Ultra-orthodoxe Juden fordern koschere Waggons, in denen Frauen und Männer nicht in denselben Abteilen sitzen dürfen. Das ergab eine Umfrage unter Einwohnern Jerusalems, die CityPass durchführte. Das Unternehmen baut die Stadtbahnen und plant deren Linienführung. Der Bürgermeister Jerusalems zeigte sich empört über die Umfrage. Das Unternehmen leugne Werte und Demokratie, so Rachel Azariya.

Unmut gab es nicht nur über die Ergebnisse der von den Orthodoxen gewünschten Segregation anhand von Geschlecht. Weitere Befragungen führte das Unternehmen auch im Hinblick darauf durch, ob sich die Einwohner daran stören würden, wenn die Bahnen in vorwiegend von Araber_innen bewohnten Gebieten der Stadt halten würden oder ob Juden und Araber die Züge benutzen dürften ohne vorherige Sicherheitskontrolle. Ofra Ben-Artzi, die Schwägerin von Sara Netanjahu, der Ehefrau des Premierministers, übte scharfe Kritik an dieser rassistisch motivierten Fragestellung: “Stellen Sie sich diese Frage in London oder New York vor. Es zeugt vom Grad des Rassismus, den wir mittlerweile erreicht haben.” In einem Brief an CityPass bekräftigte der Bürgermeister Jerusalems diesen Vorwurf und warf dem Unternehmen vor, Streits und Auseinandersetzungen unter den Bewohnern der Stadt zu schüren.


Facebook | |


Skaten, twitter, Israel, Kopfrechnerin, Sexarbeit, Keuschheit, Sex and the City und Ost-Feminismus

9. Juni 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 82 von 153 der Serie Kurz notiert

Beim Thema Skaten fallen einem meist nur männliche Skater ein. Der Fotograf Max Hamilton hat daher britische Skaterinnen fotografiert und zeigt die Fotos auf seiner Webseite.

Seit kurzem folgt und retweetet die feministisch-queere Twitterszene FeministHulk – das Ms. Magazine hat sogar ein Interview bekommen. Dabei gibt es noch mehr Superhelden. Die Comics Alliance hat überlegt, wie deren Tweets wohl aussehen könnten.

Die 89-jährige Journalistin Helen Thomas hat Generationen von US-Präsidenten mit ihrer scharfen Zunge zugesetzt. Nun musste sie wegen wegen ihrer unflätigen Kritik an Israel antisemitischen Äußerungen (youtube) das Pressekorps im Weißen Haus verlassen.

Die elfjährige Priyanshi Somani aus Indien ist neue Weltmeisterin im Kopfrechnen.

Carolin Küppers berichtet in der Jungle World über die Arbeitsbedingungen in der südafrikanischen “Sexarbeit” und die erwartete stärkere Repression während der WM.

Eine illustrierte Geschichte über männliche Keuschheitsgeräte findet ihr hier.

Ebenfalls in der Jungle World: Petra Müller thematisiert die vor etwa einem Jahr vom Bundestag beschlossene Verschärfung des Schwangerschaftkonfliktgesetzes und konstatiert: “Wessen Situation sich dadurch verbessert hat, ist weitgehend unklar.”

Urban Outfitters hat mal wieder ein bescheuertes T-Shirt mit der Aufschrift “Eat Less” auf dem Markt – nicht zum ersten Mal.

Die Junge Welt schreibt über Feminismus in der DDR.

Feministing und Muslimah Media Watch rezensierten den neuen Sex and the City II. Muslimah Media Watch befindet:

Any feminism that was in the original series has been trussed to death with accessories—SATC2 is just porn for rich western women.

Feministing hat außerdem noch eine Video-Rezension vorbereitet:


Facebook | |


Kurz informiert

18. März 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 79 von 153 der Serie Kurz notiert

Mehr Frauen mit Humor an die Mikrofone! Aber bitte nicht mit platten, rassistischen Äußerungen.

Juanita W. Goggins, US-amerikanische Aktivistin der Bürgerrechtsbewegung, die 1974 als erste Afroamerikanerin in das Repräsentatenhaus von South Carolina gewählt wurde, erfror laut der New York Times am 20. Februar in ihrem Haus.

Zwar schon etwas älter, aber immer noch eine lesenswerte Analyse der nicht-existenten Geschlechterpolitik der Pirat_innen-Partei von p-pricken.de.

Nachdem im amerikanischen Mississippi eine High School Prom abgesagt wurde, weil die 18-jährige Constance McMillan ihre Freundin mit zu dieser Abschlußfeier bringen wollte, hat autostraddle jetzt eine Gallerie nur für lesbische Prom-Dates und ihre fantastischen Bilder eröffnet!

In West-Jerusalem haben mehrere tausend Israelis gegen die Geschlechtertrennung in Bussen demonstriert, die durch die von ultra-orthodoxen Juden bewohnten Stadtteile fahren, wie broadsheet@salon berichtet.

Zu lesen in der Jungle World: In Tschechien kämpfen homosexuelle Aktivisten gegen alte Vorurteile, gesellschaftliche und rechtliche Diskriminierung, aber auch gegen die eigene politische Passivität.

Die Frontfrau und Managerin der Heavy Metal-Band „Arch Enemy”, Angela Bossow, gab Global Comment ein Interview über die wachsende Bedeutung von Frauen in Heavy Metal.


Facebook | |



Anzeige