Einträge mit dem Tag ‘Intersexualität’


Pornos, Piraten und Quotenfeministinnen: Die Blogschau

28. Mai 2011 von Anna
Dieser Text ist Teil 110 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Diese Woche haben wir gleich zwei tolle Podcasts gefunden:
Einmal beim Magazin Ficko ein Gespräch mit Saja Seus (wir haben sie und ihr Projekt hier vorgestellt).
Außerdem sinniert das müslikind mit klugen Menschen bei Weißweinschorle über Feminismus in der Piratinnenpartei.

Vom Honig hat keine Lust mehr, immer die Quotenfeministin zu sein. Wir finden: Recht hat sie!

gluecklichscheitern ist bei eltern.de auf den Artikel “Papa sein von Anfang an” gestoßen. Vorsicht, Schnappatmung garantiert: “Tausche Sex gegen Hausarbeit”. Ebenfalls dort: Eine aktuelle linksammlung zu “Stellen, Stipendien, Calls und co.”

Straßen aus Zucker schreibt differenziert, ausführlich und sehr klug darüber, “warum nicht alle Pornos geil sind”: “PorNo? PorYes? PorHaps…”

anders deutsch über die alltägliche Portion Judith Butler.

zwzora hat das Medienmagazin “Zapp” vom NDR gesehen, in dem es um die besonders sexy Vermarktung der diesjährigen Fußball WM (das obligatorische “Frauen” klemm ich mir jetzt mal) durch den DFB geht. Lesen und angucken bitte.

Karin Koller hat eine kleine Presseschau zum Thema Strauss-Kahn zusammengestellt und kommentiert.

Wo wir gerade dabei sind… Man kann es anscheinend wirklich nicht oft genug sagen, deswegen hat Antje Schrupp es einfach nochmal aufgeschrieben: Vergewaltigung und Sex ist nicht dasselbe.

Die Onlinebefragung „Umfrage zur Situation von Menschen mit Intersexualität“ des deutschen Ethikrats wurde verlängert bis zum 19. Juni. Den link dahin und einige kritische Anmerkungen findet Ihr bei GenderFreeNation.

“Was tun mit sexistischer Kackscheiße?” fragte Anna vor ein paar Wochen. Mögliche Handlungsalternativen zeigt der Mädchenblog. Ebenfalls dort zu lesen: Ein Text über Monika Ebeling, ihres Zeichens Gleichstellungsbeauftragte in Goslar. Diese ist, wir können es kaum glauben, “Schlimmer als Schröder”.

Nach all dem Hirnfutter einfach mal die Gedanken schweifen lassen? Das geht sehr gut mit dem “Sonntag in Bildern” von Alltäglichkeiten.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Bist Du eine echte Frau? Find’s raus bei den Olympischen Spielen

8. April 2011 von Helga

Jetzt ist es offiziell: Ab 2012 werden wieder „verdächtige“ Athletinnen getestet werden, ob sie „richtige“ Frauen sind. Nach der fast ein Jahr andauernden Kontro­verse um Caster Semenya (immerhin hat man ihre Weiblichkeit offiziell bestätigt), sind nun die neuen Richtlinien verabschiedet worden und sie klingen so frag­würdig, wie bereits vermutet, so die taz. Von der Frage, wann eine Frau eine Frau ist, hat man sich auch schon verabschiedet:

Athletinnen mit einem übernatürlich hohen Level an Androgenen, männlichen Sexualhormonen, das ihnen sportliche Vorteile gegenüber der Konkurrenz ermöglicht, werden von Wettkämpfen ausgeschlossen.

Vom Bild der verzweifelten Männer, die sich als Frauen verkleiden, um endlich einmal Erfolg zu haben, ist nichts mehr zu sehen. Dass es tatsächlich Frauen sein könnten, die sich auch als solche verstehen, wird angenommen. Dennoch wird getestet, was bedeutet: Künftig beschützt man die „normalen“ Sportlerinnen vor „Freakfrauen mit biologischen Abnormitäten“ und bittet diese, sich doch dringend mal behandeln zu lassen, auch wenn es medizinisch nicht nötig ist. Männer mit auffallenden Leistungen werden aber nicht auf deutlich erhöhte Level an Androgenen getestet, oder auf andere Genmutationen, die ihnen weitere Vorteile erlauben könnten. Würde man jemals einen Athleten ausschließen, der durch eine Laune der Natur deutliche sportliche Vorteile hat, aber keine Kinder zeugen kann?

Immerhin sollen die Tests künftig nicht mehr in aller Öffentlichkeit stattfinden – ein Garant, dass den Betroffenen ihre Würde bleibt ist es aber nicht. Denn die unbequemen Fragen gehen nicht weg, nur weil man die Scheinwerfer ausmacht.


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Weibliche Nerds und ritterlicher Widerstand – die Blogschau

26. Februar 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 97 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die Berlinale ist zu Ende, zu gucken gibt es aber noch einiges, zu lesen auch. Wenn Euer Blogbeitrag in dieser Blogschau fehlt, schreibt ihn in die Kommentare.

Auf einen neuen Film über feministische Kunst weist annalist hin. !Women Art Revolution von Lynn Hershmann wurde auf der Berlinale vorgestellt – Barbara Mürdter und Diana McCarthy haben sie auch noch für reboot.fm interviewt. Darüber hinaus ist mit RAW/WAR ein Internet-Archiv für Kunst von Frauen entstanden.

Einen Beitrag der arte-Serie X:enius über Intersexualität verlinkte und kommentierte zwischengeschlecht.org:

Der Piratenkeks regt sich über einen Schulspiegel-Artikel auf. Danach gibt es keine weiblichen Nerds, sondern Frauen nur als hübsche Deko erfolgreicher Nerds.

Über eine Initiative von nerdigen Frauen berichtet side-glance. Die Ada-Initiative will interessierten Organisationen und Frauen helfen, sich mehr in Open Technology und Culture-Projekten einzubringen.

Über den Schulspiegel hat sich auch Paula auf Puzzlesteile aufgeregt, allerdings über die klischeehafte Darstellung männlicher Au-Pairs. Sie fordert: Männer, werdet Au-pair!

Das Transsexuellengesetz ist mal wieder gekippt worden – die Einschätzung von Psychiater_innen könnte dabei aber noch wichtiger werden. Der ATME e.V. sammelt derzeit Berichte von Betroffenen, die vorgestellten Beispiele, wie nackt durch den Raum zu laufen oder stundenlang über seinen Intimbereich zu sprechen, klingen bereits furchtbar.

Vor seiner schwangeren Freundin zu fliehen ist der neueste „Gag“ in der Easyjet-Werbung. Knut Pankrath fand das nicht so witzig und hat nachgefragt. Antwort: Alles Ironie natürlich, Augenzwinkern und so. Klarer Fall von Retrosexismus.

Trouble X hat einen neuen Comic veröffentlicht, es geht um „nette“ Menschen, die sich selbst für ihre Offenheit feiern, statt sich wirklich für marginalisierte Personen zu interessieren.
Panel aus einem Comic von Trouble X

Kommentieren auf Blogs – das Khaos.kind hat sich dieses ewigen Themas ein weiteres Mal angenommen.

Girls Can Blog hat eine weitere Autorin der Mädchenmannschaft interviewt: Magda!

Auf dem mädchenblog erläutert leonie, warum der „Gender-Kokolores“ nötig ist. Im Focus hatte mal wieder jemand gefordert, Männer sollten sich „ritterlich“ dagegen stemmen, wäre auch besser für die Frauen. Die wollten echte Gleichberechtigung eigentlich ja auch nicht.


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“Ich kann heute nicht arbeiten, ich bin noch queer!” – die Blogschau

15. Januar 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 64 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

L-Talk stellt die Feministin Kasha Jacqueline aus Uganda vor, die die Organisation “Freedom and Roam Uganda (FARUG)” gründete, die einzige Interessenvertretung für Lesben, bisexuelle und transsexuelle Frauen in Uganda.

Die transidente Frau Michaela erzählt auf ihrem Blog Erlebnisse und Gedanken von ihrem ersten Tag als Frau im Büro.

Auf wider die Natur findet ihr eine Kritik an einem Plakat der Antifa in Leipzig: Angeprangert wird der Sexismus, mit dem für eine Demo geworben wird.

Ninia LaGrande greift den FAZ-Artikel “Der eilige Vater“ auf: “Intensiv Papa sein – Oder: Wie die FAZ Väter diskriminiert.

Mit dem gleichnamigen Buch untersucht Caroline Stern das Thema Intersexualität aus historischer, medizinischer und sozialpsychologischer Perspektive. Sie hinterfragt, wie mit den betroffenen Menschen umgegangen und über sie bestimmt wird. Dazu lässt sie auch Betroffene und deren Eltern zu Wort kommen und entwickelt Handlungsoptionen für eine zukunftsweisende Sozialarbeit, wie auf Kitty ISt zuhause nachzulesen ist.

“Wenn Homosexualität eine Krankheit ist, dann lasst uns alle bei der Arbeitsstelle anrufen und uns queer melden: ‘Hallo, ich kann heute nicht arbeiten, ich bin noch queer!’” – gefunden auf awesome.blogsport.de.

Christian ist in seiner Arbeit mit Jungen mit dem Song “Du bist hässlich” konfrontiert und fragt sich auf Jungenarbeit und Jungenpädagogik: Was macht man nun pädagogisch damit, wie interveniere ich am besten?

Wärmstens empfehlen kann ich euch E:phi=log, auf dem ihr eine Menge witziger Comics findet, die auch zum Nachdenken anregen. Mein Favorit in dieser Woche: die gute Arielle, die böse Ursula und wie Disney uns beibringt, “gut” von “schlecht” zu unterscheiden.

Auf Puzzleteile fragt Paula: “Muss ich es denn ‘Feminismus’ nennen?

Wer Podcasts mag, sollte mal bei heiter scheitern vorbeischauen. Im aktuellen Podcast geht es um das Video-Projekt It Gets Better, welches kritisch beleuchtet wird.

Liebe Berliner_innen: Das Ruby Tuesday Rock Camp für Mädchen ist für den Wettbewerb “Ideen Initiative Zukunft” nominert worden und wird sich in der Zeit vom 13.-26. Januar in der dm-Filiale im Ring Center in Berlin Friedrichshain mit zwei anderen nominierten Projekten präsentieren. Wenn das Projekt die meisten Kund_innen-stimmen bekommt, erhalten sie 1.000 Euro!

Zuletzt ein Tipp von einem Rotschöpf – etwas Schwärmen muss erlaubt sein! – Kweens hat eine Reihe rothaariger Damen für uns zusammengetragen.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Frischer Lesestoff aus der Blogosphäre

8. Januar 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 63 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die Feiertage und die freien Tage haben der Blogosphäre anscheinend echt gut getan, denn es war viel los in der letzten Woche:

Vorsätze fürs neue Jahr trägt die Zahlenzauberin zusammen. Statt Diätkuren gibt es Tipps für ein besseres Körpergefühl!

Die Sammelmappe berichtet von altem Ärger mit Trollen und verlinkt auf Karla Orange‘s Gespräch mit einem Troll (die gerade leider aufgehört hat zu Bloggen).

Unsere Wahl zum Bloggermädchen des Jahres kommentiert …Kaffee bei mir? Mehr Google-Treffer und die Genderdiskussion des letzten Jahres sprechen für mehr Bewußtsein und Interesse an Bloggerinnen.

Eine Petition gegen Zwangsoperationen an zwischengeschlechtlichen Neugeborenen erreichte über 1000 Unterzeichner_innen, trotz missverständlichem Petitionstextes. Zwischengeschlecht.org will daher vor der Sommerpause noch einmal eine juristisch wohlbegründete neue Petition erstellen.

Antje Schrupp hat sich gerade eben die Streitkultur zwischen Männern und Frauen angeschaut und stellt fest: Männer vermeiden Konflikte mit Frauen oft. Eine Sache die sich ändern muss! Grund war übrigens die letzte Männerkolumne in der taz.

Wann ist Kleidung eigentlich altmodisch? Der Frage geht bloggen statt blocken nach und stellt fest, dass es vielmehr um Akzeptanz in der Gesellschaft geht, aber auch die eigene Einstellung.

In Chile steht das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen auf dem Prüfstand, berichtet queernews.at. Drei Paare klagen beim Verfassungsgericht dagegen, zwei wollen ihre in Kanada, bzw. Argentinien geschlossenen Ehen anerkennen lassen.

Neuen Lesestoff stellt das VÄTERBlog vor: Das Buch „Die Ritter des Möhrenbreis“ erzählt Geschichten von Vater und Sohn.

Svenja and the City findet beim TÜV Erinnerungen an ihr früheres Leben.

Gemischte Gefühle hinterlässt Rihannas und Eminems neue Single „Love the Way You Lie“ bei der denkwerkstatt. Das Lied bezieht sich auch auf die Erfahrungen Rihannas, deren Exfreund Chris Brown sie bekanntlich verprügelte. Außerdem gibt es schon mal einen Ausblick auf den Weltfrauentag im März, der dieses Jahr das 100-jährige Jubiläum mit sich bringt.

Apropos Musik: MTV wird Bezahlfernsehen und warum das in Zeiten von YouTube durchaus eine Chance hat, erläutert Gast-Bloggerin Ann-Kathrin beim Missy-Magazine.

Mehr zum Hören gibt’s bei den Freien Radios in diesem Interview mit Svenja vom mädchenblog.

Schließlich noch ein Hinweis an Leser_innen von Fernsehblogs: Take These Lies ist umgezogen.

In der nächsten Woche gibt es noch drei Termine:
(weiterlesen …)


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Rassistische Pornos und queere Ermächtigung – die Blogschau

27. November 2010 von Nadine
Dieser Text ist Teil 69 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Philipp Khabo Köpsell, ein afrodeutscher Spoken-Word-Künstler und Autor von “Die Akte James Knopf“, einer ‘poetischen Verhandlung afrodeutscher kultureller Identität’ (Klappentext), betreibt zu seinem Buch ein ausgesprochen tolles Blog. In seinem aktuellen Beitrag nimmt Philipp sogenannte Interracial-Pornos und rassifizierte sexuelle Vorlieben unter die postkoloniale Lupe.

Theoretische Diskussionen über “das Internet” drehen sich momentan häufig um Netzneutralität und das (gewollte) Ende der Privatsphäre. Dass das zuweilen ein sehr privilegierter Diskurs ist, zeigt der Aspekt, den Anne Roth auf ihrem Blog anspricht: Wer stellt eigentlich uns eigentlich den Background Verfügung, mit dem das freigeistliche Sinnieren über Netzutopien überhaupt erst möglich wird?

Egal, ob offenes Geheimnis oder streng gehütete Büchse der Pandora: Menschen entscheiden selbst, vor wem und in welchem Rahmen sie ihre sexuelle Identität öffentlich machen. Warum Zwangsouting immer uncool ist, schreibt Nele Tabler auf.

Work-Life-Balance und Vereinbarkeitsmodelle gehören zu den großen Themen der Geschlechterdemokratie, doch außer Spesen nichts gewesen? ”Kurz und gut: Es gibt keine „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, konstatiert Antje Schrupp.

Die Nichtregierungsorganisation Intersexuelle Menschen e.V. hat ihren Schattenbericht zum UN-Sozialpakt eingereicht. Auf 39 Seiten stellt der Parallelbericht zur Bundesregierung an die UN fest: Menschenrechtsverletzungen und (institutionelle) Diskriminierung von Intersex-Menschen gehören in Deutschland zur Tagesordnung.

Postmigrant_in? Migrant_in der x-ten Generation? Migazin geht der Frage noch, was eine migrantische Identität ausmacht und nimmt noch einmal Bezug auf die aktuelle “Integrationsdebatte”.

Genderbender, Trans*, Queers, Geeks, Nerds, Frauen, Butches, Femmes, Männer, Lesben, Boytoys, Feminist_innen, Schwule, alle und solche, die auf Bezeichnungen pfeifen: Das Gendercamp geht in die nächste Runde. Im Mai 2011 gibt es die zweite Ausgabe des kollektiven Karaoke-Clashs mit Tischtennis, Bauernhof und Club Mate. Auch die Mädchenmannschaft wird  nach einem erlebnisreichen Trip 2010 im kommenden Jahr wieder dabei sein! Wer jetzt schon mitorganisieren und sich einbringen will, meldet sich einfach in der Mixxt-Community an.

Wir haben hier bereits über die Kampagne “It get’s better” berichtet, die queeren und homosexuellen Jugendlichen Mut machen soll. Reteaching Gender and Sexuality von Put this on map wirft ein anderes Licht auf die Zwänge von Heteronormativität und Queerphobie.

Reteaching Gender and Sexuality from PUT THIS ON THE MAP on Vimeo.

Zum Schluss noch ein Terminhinweis, der sich ausschließlich an Schwarze Menschen, Migrant_innen und People of Colour richtet. Es gibt noch freie Plätze für einen viertägigen Empowerment-Workshop des Antidiskriminierungs- netzwerkes Berlin des TBB im Dezember. Die Anmeldefrist wurde bis zum kommenden Montag verlängert.

Alle weiteren Termine für Dezember folgen in den kommenden Tagen! Stay tuned!


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Hilfe, schon wieder ein Gedenktag!?

26. Oktober 2010 von Helga

Weißer Hintergrund mit schwarz-roter Schrift: LGBT… I? Invisible. Ignored. INTERSEX Be INformed. 26. Oktober oder auch Intersex Awareness Day, der Tag der Intersexualtität. Uff, werden da wieder einige sagen, haben wir nicht schon den Tag gegen Gewalt gegen Frauen, den Internationalen Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen oder den Transgender Day of Remembrance? Überhaupt, immer diese Aktions- und Gedenktage, muss das sein?

Und wieviel bringen diese Tage eigentlich? Menschen werden immer noch geschlagen, Transgender müssen sich immer noch sterilisieren lassen um ihr Geschlecht legal ändern zu lassen und es wir weitergeforscht, wie die Klitorisreduktionen an kleinen Mädchen zu verbessern sind, statt ihre körperliche Integrität zu achten.

Doch dass sich ohne Gedenktage etwas ändern würde, ist noch unwahrscheinlicher. Sie sind der Knoten im Kalender, der Tag an dem wir auf ein Thema schauen müssen, das wir ansonsten vielleicht gerne ausblenden. Ein Tag, an dem wir uns fragen sollten, was wir eigentlich getan haben, um an diesem Missstand etwas zu ändern. Für die Betroffenen kann ein Gedenktag ein Ventil sein, gegen all das Unrecht lauthals zu protestieren, das ihnen widerfährt.

Auch wenn es manchmal scheint, als sei jeder Tag ein Gedenktag kann der Ausweg nicht sein, die Augen zu verschließen. Sondern weiter gegen Benachteiligungen zu kämpfen. Statt sich als Unbetroffene auf seinen Priviliegien auszuruhen, sind wir alle gefordert, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Daher zum Schluss ganz unironisch die Ärzte:

„Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, es wär’ nur Deine Schuld wenn sie so bleibt.“


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Heute im Fernsehen: Tabu Intersexualität

8. Oktober 2010 von Helga

Über viele vorgebliche Tabus wird dieser Tage wieder viel geredet. Wahre Tabus erkennt man daran, dass sie nur gut versteckt auf Spartensendern thematisiert werden. So läuft heute abend auf ARTE der Dokumentarfilm „Tabu Intersexualität – Weder Mann noch Frau“ von Britta Dombrowe.

Die Dokumentation erzählt die Geschichte der 4-jährigen Inge, die mit uneindeutigem Geschlecht zur Welt kam. Trotz Anraten der Ärzte zu einer schnellen „Korrektur“ entschieden sich die Eltern das Kind zu lassen wie es ist. Inge soll später selbst entscheiden können als was sie leben möchte. Diese Wahl hat die Intersexuelle Christiane Völling (50) niemals gehabt: Bei ihrer Geburt wurde das Mädchen auf Grund einer vergrößerten Klitoris männlich zugewiesen. Später wurden ihr ohne Aufklärung Gebärmutter und Eierstöcke entfernt. Erst dreißig Jahre nach der Operation erfährt sie aus den Akten, dass man ihr ihre Weiblichkeit genommen hat. 2008 verklagt sie den Chirurgen – der Film zeigt die Bilder des spektakulären Gerichtsprozess.

(via zwischengeschlecht.info)


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Intersexualität, Kunst in Pakistan, Wir sind Helden, Männerbilder im Hardcore und Selbstverteidigung

22. September 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 48 von 152 der Serie Kurz notiert

Im On The Issues Magazine erzählt Thea Hillman, wieviel Kraft und Bedeutung in Namen liegen. Sie erzählt dabei ihre eigene Geschichte und wie zur gleichen Zeit aus einer Krankheit eine Gemeinschaft wuchs. Inzwischen wird Intersexualität auch als Sexualdifferenzierungsstörung bezeichnet – Abkehr vom Fokus auf sexuelle Orientierung oder Konstruktion als Krankheit?

„Wo sind eigentlich die berühmten Künstlerinnen?“ In Pakistan, meint die Newsweek und stellt etwa Aisha Khalid vor. Denn inzwischen dominieren sie nicht nur die heimische Kunstszene, sondern feiern auch weltweit Erfolge.

In der vergangenen sonntaz erschien ein Interview mit Wir-sind-Helden-Sängerin Judith Holofernes. Online leider nur angeteasert, aber auch schon hier lohnenswert, allein wegen der Umschreibung Ursula von der Leyens als “bestimmt auch im Arsch”.

Patrick kritisiert auf seinem Blog Derangierte Einsichten, dass die australische ThinkUKnow-Kampagne ganz bestimmte stereotype Ansichten über weibliche Sexualität transportiert.

Termine:

Am kommenden Samstag, den 25. September, könnt ihr zwei Workshops mit Andrea Kügler zu Männerbilder im Hardcore und Emo besuchen und abends mit den StattMatratzen abrocken. Die Workshops und das Konzert finden am Tag der Offenen Tür des in Europa einzigartigem Archiv der Jugendkulturen in Berlin statt, das leider von der Schließung bedroht ist.

DieStandard.at hat aktuelle Termine der Wiener Wen Do-Gruppe für feministische Selbstverteidigung. Wen Do ist feministische Selbstverteidigung, die von Feministinnen entwickelt wurde und wird, und ausschließlich an Frauen, Lesben und Mädchen weitergegeben wird. Das Angebot richtet sich an Anfängerinnen und Fortgeschrittene.


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Von Poetry und Empowerment: Termine zum Wochenstart

13. September 2010 von Nadine

Morgen findet in Hamburg die Release-Party des aktuellen Missy Magazins statt. Für die große Sause haben sich die Missys Live-Unterstützung geholt. Los geht’s ab 21 Uhr im Golden Pudel Club, der Eintritt kostet schlappe 2 Euro.

Helga weist auf einen Poetry Slam hin, der ebenfalls morgen stattfindet: In Osnabrück lesen ausschließlich Frauen, eigene Texte oder die von anderen Autorinnen. “Lesekunst für Frauengunstbeginnt um 20 Uhr in der Lagerhalle.

Zwischengeschlecht.org berichtet vom Jahrestreffen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V, das vom 16. bis 19. September in Potsdam stattfindet. Die Gesellschaft befürwortet und unterstützt geschlechtsangleichende Operationen und Genitalverstümmelungen von Intersex-Menschen im Kindesalter. Zwischengeschlecht.org hat daher Infoveranstaltungen, eine Mahnwache und eine Protestaktion während des Kongresses organisiert.

Das Berliner Ausstellungsprojekt “Who Knows Tomorrow“, welches die koloniale und postkoloniale Geschichte Afrikas reflektiert, wird von zahlreichen Workshops und Expert_innengesprächen begleitet. People of Colour und Menschen mit Migrationsgeschichte haben die Möglichkeit, sich bis Mittwoch für einen Empowerment-Workshop anzumelden, der am kommenden Sonntag stattfindet. Der Workshop arbeitet mit performativen Elementen aus Tanz und Theater, um sich mit der eigenen Position und Rassismuserfahrungen auseinander zu setzen.
Weiße haben im Workshop “Kritisches Weißsein und Handeln” die Möglichkeit, ihre privilegierte Position zu reflektieren und Handlungsräume in rassistischen Verhältnissen zu erarbeiten. Die Anmeldefrist endet auch hier am Mittwoch.

Habt ihr weitere Termine und Veranstaltungshinweise für uns? Wir freuen uns über Emails an post@maedchenmannschaft.net!


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